Motu Proprio: Summorum Pontificum

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Zusatzinfo

„Es ist ein Problem des Gehorsams“

Msgn. Camille Perl von Ecclesia Dei kündigt Ausführungsbestimmungen für „Summorum Pontificum“ an.

13. 10. 2007

Wir übernmehmen die folgenden Teile des Interviews dem italienischen Online-Magazin „Petrus“. Übersetzung: Arbeitsgruppe Summorum Pontificum.

Msgn. Perl: Auch wenn wir keine Kongregation sind, so haben wir doch Auftrag und Vollmacht bekommen, ein solches Dokument zu erarbeiten, um einige Punkte des päpstlichen Dokuments klarzustellen - darunter auch die Frage, was unter einer „ständigen Gruppe“ zu verstehen ist.

Frage: Werden solche Ausführungsbestimmungen benötigt, weil vielfach Bischöfe und Priester, die gegen die neuen Vorschriften zur Erleichterung des Zugangs zum tridentinischen Ritus sind, Widerstand geltend gemacht haben?

Msgn. Perl: Nun, die Lage ist für jedermann klar ersichtlich. Allerdings war es ja selbstverständlich, daß es nach dem Motu Proprio des Papstes auch Widerspruch geben würde. Einige Leute waren hoch erfreut - andere nicht. Es genügt, zu bedenken, daß das Motu Proprio des Papstes nicht aus dem blauen Himmel gefallen ist, sondern das Ergebnis eines langdauernden Prozesses darstellt.

Frage: Und warum wird es von einigen Bischöfen und vielen Priestern nicht akzeptiert?

Msgn. Perl: Da müßten Sie sie schon selbst fragen. Meiner Ansicht nach handelt es sich hier um ein allgemeines Problem. Heute ist in vielen Bereichen der Gesellschaft der Sinn für Gehorsam und die Achtung vor der Autorität verloren gegangen. Man kann sagen, daß nur wenige überhaupt fähig sind, Gehorsam zu üben.

Frage: Der Tridentinische Ritus nach dem hl. Pius V. der sich durch liturgische Schönheit und Spiritualität auszeichnet, war also nie abgeschafft?

Msgn. Perl: Definitiv nicht.Das zweite Vatikanische Konzil hat das frühere Missale niemals aufgehoben. Ich denke, Papst Benedikt XVI. hat sehr gut daran getan, alle Beschränkungen aufzuheben und damit den Wert dieses Erbes, dieses Schatzes der Kirche zu unterstreichen. Ich möchte keinen Vergleich zwischen der Messe Pauls VI. und der vorhergehenden Messe anstellen, das wäre nicht zulässig. Aber ist es einfach historisch unvernünftig, den Wert der Tradition auszulöschen.

Frage: Benedikt XVI hat in seinem Motu Proprio von „kaum erträglichen“ liturgischen Mißbräuchen gesprochen - davon scheint es immer mehr zu geben....

Msgn. Perl: Wem sagen Sie das. Und niemand sieht sich in der Lage, dagegen einzuschreiten, und zwar eben deshalb, weil, wie ich schon gesagt habe, der Sinn für Autorität verloren gegangen ist. Liturgie ist nichts, was künstlich gestaltet werden kann, aber ich denke, man kann mit Recht sagen, daß nach dem zweiten Vatikanischen Konzil - damit will ich kein negatives Urteil fällen - die Messe doch vielfach zu einer emotionalen Angelegenheit umngestaltet wurde, und dabei ging viel von ihrem wirklichen Wert als Opfer und Geschenk verloren. Man glaubte, das Neue wäre besser, das Neue wäre immer besser. So wie es im alltäglichen Leben geschieht, wo man ein paar neue Schuhe für besser hält als die alten.