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Alte Messe im Priesterseminar

Das größte Priesterseminar der Welt befindet sich in Mexiko - einigermaßen erstaunlich, wenn man an die wütenden Christenverfolgungen des 20. Jahrhunderts in diesem Land denkt - oder vielleicht auch deshalb gerade nicht. Es ist das Seminar der Erzdiözese Guadalajara, dem derzeit 600 Seminaristen angehören. Das sind ziemlich genau ebensoviele wie sämtliche Priesterseminare Frankreichs zusammengenommen.

P. Jonathan Romanoski von der Petrusbruderschaft, der in Guadalajara stationiert ist, hat in diesem Seminar bereits öfter Einführungskurse zur überlieferten Liturgie gehalten. Im vergangenen Juni hatte er nun auf Bitten einiger Seminaristen erstmals die Gelegenheit, in einem offiziellen Rahmen die hl. Messe im überlieferten Ritus zu feiern. Immerhin etwa die Hälfte der Seminaristen nahm an dieser Messe teil.

Einen ausführlicheren Bericht mit mehreren Bildern finden Sie auf Offerimus Tibi Domine; weitere Bilder gibt es auf Facebook.

Die Fresken von Ss. Quattro Coronati

Seit über 2 Jahrzehnten ist das Innere des Festungsklosters um die Kirche Ss. Quattro Coronati wegen Renovierungsarbeiten nur höchst eingeschränkt zugänglich, und auch da, wo man überhaupt hin kann, versperren Baugerüste und Abdeckplanen die Sicht auf fast alles Sehenswerte. Dabei gehört der unweit des Lateran gelegene Bau, in dem zeitweise höchste Würdenträger des päpstlichen Hofs residierten, zu den bemerkenswerten Plätzen Roms. Schon 1995 hatte man in dem „gotischen Saal“, der heute zum seit dem 16. Jh. dort ansässigen Konvent der Augustinerinnen gehört, Reste beeindruckender Fresken aus dem frühen 13. Jahhundert gefunden. Ihre Freilegung und Sicherung dauerte über 10 Jahre, und weitere 7 Jahre gingen ins Land, bis eine Möglichkeit gefunden und eingerichtet war, diesen Saal ohne Störung des Klosterlebens für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen - zumindest an zwei Tagen im Monat. Die Fresken sind durch vielfache Umbauten und Übermalungen stark beeinträchtigt. Dennoch gehören sie zu den wichtigsten Zeugnissen der Wandmalerei des hohen Mittelalters in Rom, da vergleichbare Ausmalungen in anderen Räumen durch Umbauten oder Übermalungen seit der Renaissance extrem selten geworden sind.

Mehr Informationen zur wechselvollen Geschichte des Komplexes und weitere Bilder bietet The History Blog.

Die Religion des Friedens im Vormarsch

Die Kathedrale von alRaqqa in Syrien nach ihrer Umwandlung in einen ISIS-Stützpunkt.

Unter ungläubigem Kopfschütteln der aufgeklärten Eliten des Westens - die Angelegenheit der inzwischen 300 in die Sklaverei verschleppten jungen Frauen in Nigeria haben sie längst wieder verdrängt - hat ISIS-Kommandeur Abu Bakr jetzt das Kalifat ausgerufen - mit ihm an der Spitze als Nachfolger des Kriegsherrn Mohammed. Seine Gefolgsleute haben angekündigt, das alte Großreich mit dem Herzstück Jerusalem und dem (dank Prinz Eugen und König Johann Sobieski nie Realität gewordenen)  Außenposten Wien sowie dem Emirat Al Andalus (700 Jahre lang unterworfen) wiederherstellen zu wollen. Der Chef selbst hat die Eroberung Roms aufs Programm gesetzt - womit er ebenfalls eine Tradition aufgreift, der sich Kalifen und Sultane jahrhundertelang verpflichtet sahen.

Hierzulande fällt es leicht, derlei als Ausfluß orientalischer Großmäuligkeit abzutun - oder als missgeleiteter Ausdruck einer Frömmigkeit, deren Trägern wir doch mit Hochachtung begegnen.

Nicht so leicht fällt das den Christen im Machtbereich des Herrschers aller Rechtgläubigen. Für sie ist im neuen Kalifat kein Platz. Die Horden des Propheten besetzten am Wochenende die Kathedralkirche Sankt Efrem, Sitz des syrisch-orthodoxen Erzbischofs von Mossul und schlugen dort einen Stützpunkt auf. Auf dem Dach der Kathedrale hißten sie die schwarze IS-Fahne, die zum Symbol des Schreckens für alle Christen und Nicht-Islamisten in Syrien und im Irak geworden ist. Auf die gleiche Weise schändete der Islamische Staat die chaldäisch-katholische Erzbischofskirche der Stadt und damit auch eine katholische Kathedralkirche. Chaldäischer Erzbischof von Mosul ist seit 2009 Emil Shimoun Nona, dessen Vorgänger Paulos Faraj Rahho war 2008 von Islamisten entführt und ermordet worden. Auch dort zogen die Dschihadisten die schwarze Fahne des neuen Kalifats auf (war die des früheren nicht grün?). So wie bereits im letzten Jahr, als die Gotteskrieger mit den Waffen westlich-säkularistischer Staaten die Stadt ar-Raqqa in Syrien eroberten  und ihre bedeutendste Kirche beschlagnahmten, um daraus ihr Hauptquartier zu machen. (Mehr zum Thema auf katholisches.info)

Heilige Muttergottes von Lepanto, bitte für uns.

Levitenamt in Hongkong

In Anwesenheit des emeritierten Erzbischofs von Hongkong, Joseph Kardinal Zen, der auch die Predigt hielt, zelebrierte Fr. Francis Lee am vergangenen Sonntag in der Rosenkranzkirche in Kowloon ein feierliches Levitenamt. Wie Charles Cole von der Tridentine Liturgy Community von Hongkong auf NLM mitteilt, sind zwei der Vorfahren von Fr. Lee im Zusammenhang mit dem Boxer-Aufstand Ende des 19. Jh. als Martyrer getötet worden. Sein älterer Bruder, ebenfalls Priester, war in der Volksrepublik China deshalb jahrzehntelang im Gefängnis. Kardinal Zen sprach in seiner Predigt von den Schwierigkeiten, mit denen sich die Katholiken Chinas konfrontiert sehen, und bat die Weltkirche um ihr Gebet.

Mehr Bilder vom Hochamt zeigt New Liturgical Movement.

Frohe Ostern

Seht, erneut ist alles Land,
Neu die Freude, neu die Pracht;
Mit dem Herrn, der auferstand,
Ist die ganze Welt erwacht.
Selbst der Elemente Drohn
Wandelt sich in treue Fron;
Denn sie fühlen Schöpfers Macht.

In wenigen Versen vom durchaus diesseitigen Frühlingslied bis an die Tore des nicht länger verschlossenen Paradieses führt die Ostersequenz des Adam von St. Viktor, 900 Jahre alt und frisch wie am ersten Tag. Das lateinische Original und die anderen Strophen finden sie auf dem Hymnarium.

Ihnen alle frohe und gesegnete Ostertage!

Zusätzliche Informationen