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Der Propst der göttlichen Barmherzigkeit

Bild: www.himmelfahrt-kleve.deIm niederrheinischen Kleve, das zum Bistum Münster gehört, gibt es seit Weihnachten keine hl. Messe im überlieferten Ritus mehr, obwohl die kirchenrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind: Es gibt einen Priester, der bereit ist, die Messe zu zelebrieren, und es gibt eine ständige Gruppe, die bisher an dieser Messe teilgenommen hat und sie gerne auch weiterhin besuchen möchte.

Und es gibt Propst Mecking, mitteljung, dynamisch, fortschrittlich – aber in seiner pastoralen Haltung offenbar in der Feudalherrenmentalität des 1666 untergegangenen Herzogtums stehengeblieben.

Zu Weihnachten letzten Jahres kam es nach einer ausgefallenen „alten Messe“ zu einer Diskussion zwischen einigen Gläubigen der „ständigen Gruppe“ und Mecking, die der Propst und Kreisdechant mit einem markigen „Ich will jetzt hier keine Diskussion“ beendete.

Darauf F.W, einer aus der Gruppe: Ist unsere Messe jetzt eine Messe zweiter Klasse?

Mecking: Ja, das ist so. Das ist die außerordentliche Form. Und wenn Sie noch ein Wort sagen, dann ist die tridentinische Messe sofort für Sie gestrichen.

F.W. Ich habe doch nichts Böses gesagt,

Mecking: Und jetzt ist die Messe ab sofort für Sie gestrichen. Das war die letzte Messe, die Sie hatten. Ein für allemal. Jetzt ist es endgültig vorbei.

Abgang Mecking nach links. Keine Messe mehr

Es folgten Versuche zu Gesprächen, erst mit dem Propst, dann mit Bischof Genn – „kein Anschluss unter dieser Nummer“. Erst eine Mitteilung aus dem Ordinariat, man könne doch die Messe an anderen Orten besuchen: „Um dorthin zu kommen, ist es sicher möglich, Fahrgemeinschaften zu bilden“.

Später dann auch ein Schreiben Seiner Ungnaden Mecking mit dem Kernsatz:

„...bin ich nicht bereit, über das Thema der außerordentlichen Messfeier nach dem Mesbuch von 1962 und alles, was damit im Zusammenhang steht, mit Ihnen zu sprechen. Darüber führe ich keine Diskussion mehr. Ich habe meine Entscheidung dazu getroffen und die gilt, solange ich Propst in Kleve bin.

Es folgten weitere Briefwechsel und Gesprächsversuche mit dem Bischof, der sich freilich als unnahbar erwies. Auch der Versuch von Una Voce Deutschland, sich einzuschalten, blieb zunächst ohne Resonanz. Bis dann in dieser Woche eine Mitteilung des Bischöflichen ‚Generalvikariats Münster, Hauptabteilung Generalvikar, Abteilung 130 Kirchenrecht eintraf, die mitteilte „nach vielen Überlegungen und Gesprächen“ (an denen freilich UVK in keiner Weise beteiligt war) sei nun eine Entscheidung gefallen: Ab September (!) werde an einer Kirche in Kranenburg-Frasselt an jedem Sonntag eine hl. Messe im außerordentlichen Ritus gefeiert; Zelebrant sei Herr Pfarrer Burg; die Uhrzeit werde noch unter den örtlich Zuständigen abgesprochen, „darüber erhalten die Gläubigen dann Nachricht“. So ausgefertigt und unterschrieben von der Abteilungsleiterin Kirchenrecht, Dr. Theol. Lic. Iur. Can. Reinhild Ahlers, Professorin für Kirchenrecht an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster gGmbH.

Bleibt noch anzumerken, daß der so dekretierte Gottesdienstort Frasselt 10 Straßenkilometer von Kleve entfernt 1 km vor der holländischen Grenze liegt, an drei Seiten von holländischem Staatsgebiet umgeben ist und Sonntags ganze 3 mal mit dem Bus angefahren wird. Also ein idealer Ort für ein Kernkraftwerk oder anderes, was man sich vom Leibe halten will. Soviel zum Umgang einer deutschen Ortskirche mit den Gläubigen, die an der überlieferten Lehre und Liturgie festhalten, im 9. Jahr von Summorum Pontificum und im 4 Jahr des Pontifikats der Barmherzigkeit.

Hindu-Priester müsste man sein, oder doch wenigstens anglikanische Bischöfin – dann fände man bei dieser Sorte Katholiken sicher freundlichere Aufnahme.

Feierliche Hochämter in Leipzig

Am morgigen Mittwoch beginnt in Leipzig der 100. Katholikentag, er steht unter dem Motto: "Der Mensch im Mittelpunkt". Wer sich für das Programm interessiert, findet es hier - same procedure as every year. 

Die Laienorganisation Pro Missa Tridentina lädt für diese Tage zu zwei feierlichen Levitierten Hochämtern ein, die am Freitag und Samstag in der Kirche St. Peter und Paul in Markkleeberg stattfinden. Der Bahnhof Markkleeberg Nord, in dessen Nähe die Kirche liegt, ist von Leipzig Innenstadt aus mit den S-Bahnen S2, S4, S5 und S5x zu erreichen; die Fahrzeit beträgt etwa 15 Minuten. Einen Lageplan gibt es auf der Website von PMT.

Zeiten: Freitag, 27. Mai, 18.00 Uhr
            Samstag, 28. Mai, 8.00 Uhr

Was für ein Zufall

Bild: Dnalor_01 in Wikimedia unter Lizenz CC BY-SA

Wo es am Geist fehlt, übernimmt der Zufall den Job des leitenden Redakteurs - und wir müssen zugeben: Er macht seine Sache nicht schlecht. So auf katholisch.de gesehen und abfotografiert am 23. Mai. Die Artikel sind nachzulesen hier (Neymeyer) und hier (Tück)

Marienwallfahrt Kleinenberg

Bild: F.J.MehringVon der diesjährigen Marienwallfahrt Kleinenberg (Nähe Paderborn) schickt uns Franz-Josef Mehring den folgenden Bericht samt dem rechts wiedergegebenen Photo:

Schon zum 9. Mal machten sich am 8. Mai 2016 Gläubige aus dem Paderborner und Warburger Land zur nunmehr schon regelmäßig am Sonntag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten stattfindenden Wallfahrt der Tradition in den westfälischen Marienwallfahrtsort Kleinenberg auf. Die Pilger kamen sowohl zu Fuß aus Paderborn als auch mit Auto aus den verschiedensten Orten zusammen. Die längste Anreise hatten dabei einige Pilger aus dem hessischen Kassel.

In seiner Predigt beim Festhochamt in der festlich geschmückten barocken Wallfahrtskirche verglich der Zelebrant H.H.Pastor Scholz das Leben eines gläubigen Christen mit einem großen Pilgerweg, bei dem bei allen irdischen Mühen, Sorgen und Nöten der Blick auf das ewige Ziel, himmlische Herrlichkeit, die einem jeden Gläubigen verheißen sei, nicht aus dem Auge verloren werden dürfe. Dies gelinge am besten und einfachsten durch den Blick auf Maria und an ihrer Hand, da sie ja von Jesus am Kreuz uns allen in der Gestalt des Johannes stellvertretend zur Mutter gegeben worden sei.

Die Wallfahrt am Muttertag fand dann ihren feierlichen Abschluss bei einer nachmittäglichen Andacht an der Lourdes-Grotte, von der die Wallfahrer singend und betend in Prozession über den Rosenkranzweg und durch die Kreuzwegallee zur Wallfahrtskirche zogen, wo nochmals Gelegenheit bestand vor dem ausgesetzten Allerheiligsten Gott mit dem Lied "Großer Gott, wir loben Dich..." Dank zu sagen und den Sakramentalen Segen zu empfangen.

In Vorfreude auf das 10jährige Jubiläum dieser Wallfahrt im nächsten Jahr klang die Wallfahrt dann aus.

Kleine Lichtblicke

Bild: PMTDie bedenklichen Entwicklungen und Verwerfungen der letzten Tage in der Weltwoche sollen uns nicht ganz den Blick auf Erfreuliches verstellen, das trotz allem zu verzeichnen ist - auch in Deutschland, dem Mutterland der ersten und vielleicht auch einer zweiten „Reformation“.

Am 2. April konnte Pfarrer Hendrick Jolie, „Landpfarrer“ von Nieder-Ramstadt,  in der Memorienkapelle des Doms seiner Weihe eine hl. Messe im überlieferten Ritus zelebrieren. Etwa 50 Gläubige - das ist angesichts einer sehr kurzfristigen Bekanntmachung eine erfreuliche Zahl - nahmen an der Feier teil. Einen kleinen Bericht (PDF) sowie einige Bilder gibt es auf der Website von Pro Missa Tridentina.

Noch weiter südlich fand in diesem Jahr die Hauptversammlung von Pro Missa Tridentina statt, aus deren Anlass Weihbischof Athanasius Schneider am 16. April im Konstanzer Münster unserer Lieben Frau ein Pontifikalamt zelebrierte. Eine anderthalbstündige Filmaufzeichnung des Hauptteils der Zelebration gibt es auf Youtube. Inzwischen ist auch eine Bildergalerie auf der PMT-Website hinzugekommen, sie soll in den nächsten Tagen noch durch weitere Aufnahmen ergänzht werden.

Unterdessen sind die Vorbereitungen für die im nächsten Jahr stattfindende 18. Internationale Kölner liturgische Tagung in ein so konkretes Stadium getreten, daß Kernpunkte des Programms festgelegt und veröffentlicht werden konnten. Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, S. Em. Robert Cardinal Sarah, wird über die Bedeutung von Papst Benedikts Motu Proprio Summorum Pontificum für die lateinische Kirche sprechen. Bischof Stephon Lopez als Sekretär der päpstlichen Kommission Anglicanæ Traditiones wird das Missale Divine Worship - The Missal der Ordinariate sprechen und ein Pontifikalamt nach dessen Ritus zelebrieren. Weitere Informationen, die sich im Lauf der kommenden Monate konkretisieren werden, sind der Website der Konferenz zu entnehmen.

Zusätzliche Informationen