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Liturgische Tagung im März

Mit dem Jahreswechsel ist die 17. Kölner liturgische Tagung, die im letzten Herbst noch weit entfernt zu sein schien, in greifbare Nähe gerückt. Das Thema der Veranstaltung vom 18. bis 21. März, die auch in diesem Jahr wieder in Herzogenrath stattfindet, sind die Sieben Sakramente, ihre göttliche Stiftung, ihr geistiger Inhalt und ihre liturgische Formen. Das Thema ist von brennender Aktualität, gibt es doch auch in der römischen Kirche starke Bestrebungen, rechtzeitig zum 500. Jahrestag der lutherischen Kirchenspaltung die Lehre von den Sakramenten dem in der protestantischen Reformation siegreichen Verständnis anzupassen. Auf besonderes Interesse können daher auch die Vorträge von S.E. Raymond Cardinal Burke und Hw. Yuriy Kolasa rechnen. Der Kardinal spricht über „Die Ehe-Theologie der römischen Kirche im Nachgang zur Bischofssynode zu Ehe und Familie“, dem wird sich eine Diskussionsrunde anschließen. Hw. Kolasa ist Generalvikar für den byzantinischen Ritus in Österreich, er referiert über „Das Spezifikum der Theologie und Liturgie des Ehesakraments im byzantinischen Ritus“.

Weitere Vorträge behandeln die Entwicklung von Lehre und Ritus der Taufe, der Firmung und der Krankensalbung. S. E. Dr. Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich, spricht über „Geschichte und Theologie des Fronleichnamsfestes“, dessen Ursprünge bekanntlich eng mit seiner Stadt verbunden sind. Prof. Peter Stephan zeichnet die Erneuerung Roms unter Sixtus V. als „Gegenreformatorische Stadtplanung im Zeichen der Eucharistie“ nach.

Liturgische Höhepunkte der Tage sind eine musikalische Passionsandacht mit „Le Chemin des La Croix“ von Marcel Dupre sowie ein Pontifikalamt zum Hochfest des hl. Joseph in der Stiftskirche St. Jacques in Lüttich, zelebriert von Bischof Delville, und ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Gertrud in Herzogenrath, zelebriert von S.E. Cardinal Burke. Das vollständige Programm und ein Anmeldeformular finden Sie auf der Website der Tagung.

Christkönig in Innsbruck

Der 26. Oktober ist der österreichische Nationalfeiertag, und dieser fiel heuer mit dem Christkönigsfest, das im Liturgischen Kalender nach den Büchern von 1962 am letzten Oktobersonntag begangen wird, zusammen. Grund für die in der Tiroler Landeshauptstadt von der Priesterbruderschaft St. Petrus betreute Gottesdienstgemeinde, das Sonntagshochamt besonders festlich zu feiern.

Jeden Sonn- und Feiertag kommen die in Innsbruck dem Usus antiquior verbundenen Gläubigen in der barocken Schloss- und Wallfahrtskirche Mentlberg, die den Sieben Schmerzen Mariens geweiht ist, um 10 Uhr zum Gottesdienst zusammen. Das Ziel der Wallfahrt ist ein zweifaches, einmal und ursprünglich die sieben heiligen Schläfer, seit 1638 zusätzlich und inzwischen vorrangig eine Pièta, die um 1500 entstand und einst in Holzheim bei Ulm als Gnadenbild verehrt wurde. In der heutigen Wallfahrtskirche, die 1770 konsekriert worden ist, thront die Gnadenmutter über dem Hochaltar und erwartet die Pilger.

Einen besonderen Stellenwert räumt die Innsbrucker Gemeinde der Petrusbruderschaft der Kirchenmusik ein. So auch wieder am Fest des Christkönigs. Das Ensemble Sonoritas, das sich  in der Gemeinde schon vor Jahren gebildet hat, brachte die Missa in G von Franz Schubert für Soli und Chor, Streicher,Naturtrompeten, Barockpauken und Orgel zu Gehör, die dem Ensemble angegliederte Schola Sonoritatis Cantorumsang das Proprium.

Erfreulich war der rege Besuch des Festgottesdienstes, den Hw. Pater Gerald Gesch FSSP vor dichtbesetzten Kirchenbänken zelebrierte. In der Regel betreut er die Innsbrucker Gemeinde und tut dies im Wechsel mit seinem Oberen, Hw. Pater Christoph Fuisting FSSP, von der Mittenwalder Niederlassung der Petrusbruderschaft aus.

Im Anschluss an das Festhochamt folgte eine Agape und klang ein erhebender Vormittag im Höttinger Traditionsgasthaus Burenwirt gut katholisch in gelöster Runde aus.

Missale 62 zwischen Tradition und Umsturz

Das ist das Thema eines Vortrags, zu dem die Arche Potsdam mich als Referenten für den 28. Oktober eingeladen hat.

Das Missale von 1962 und die anderen in diesem Jahr verbindlichen liturgischen Bücher bilden seit Quattuor abhinc annos von 1984 die Grundlage für alle Zelebrationen der alten Messe nach geltendem Recht und „in Gemeinschaft mit dem Papst“. 

Der Vortrag geht zunächst der Frage nach, warum ausgerechnet das Jahr 1962 zum Stichjahr gemacht werden konnte. Schließlich hatte damals der stürmische Umbau der Liturgie längst begonnen. Er zeichnet sodann die Entwicklung in den Jahren von 1945 bis 1970 in ihren wichtigsten Schritten nach, um festzustellen, wo das 62er Missale in dieser Entwicklung steht. Wie weit repräsentiert es noch den überlieferten Ritus? Und wo und wie tiefgehend ist es bereits von den kulturrevolutionären Veränderungen dieser Jahre betroffen?

Im abschließenden Teil stellt der Referent auf dieser Grundlage einige Überlegungen dazu an, welchen Stellenwert das Festhalten an den Büchern von 1962 in der aktuellen Kirchenkrise hat und ob es Möglichkeiten gibt, die „ordentliche Form“ von 1962 (nicht die gemeinhin anzutreffende „unordentliche“ Form) mit der liturgischen Tradition der Kirche zu versöhnen.

Ort und Zeit: Dienstag um 19.30 Uhr im Pfarrhaus, Am Bassin 2

Michael Charlier

Zu Christus hin! - Bettbrunn 2014

Auch in diesem Jahr hat die bayrische Pertrusbruderschaft wieder ihre traditionelle Wallfahrt zum Salvator von Bettbrunn durchgeführt - mit erfreulicher Beteiligung. Raphael Kürzinger schickte uns einen kleinen Bericht und ein Photo von Rudolf Schretter.

Am Samstag, den 04. Oktober 2014, wallfahrteten über 200 Gläubige in Bussen und Autos aus Bayern als auch teils aus Österreich zum Salvator von Bettbrunn. Auch wenn der Weg zum Wallfahrtsort bequem war und kein langer anstrengender Fußmarsch, war es doch eine richtige Wallfahrt, wie P. Karl Banauch FSSP in seiner Predigt betonte, da es auf das Zentrum ankomme, das Pilgern zu unserem Heiland Jesus Christus. Am Nachmittag endete der Tag mit einer eucharistischen Andacht bei der hl. Anna Schäffer in Mindelstätten, die von P. Huber FSSP als Vorbild wahrer christlicher Mystik vorgestellt wurde.

Breviarium Bavaricum 1962

Nun ja - ganz Bayern wird nicht abgedeckt, und erst recht nicht das ganze Brevier, aber die Eigenfeiern der Erzdiözese München und Freising. Für die im Bistum seit alters her verehrten Heiligen hat Dr. Martin Fiedler entsprechend den Vorgaben des Motu Proprio Summorum Pontificum die Proprien des Breviers zusammengestellt und in zwei handlichen Faszikeln (je 32 Seiten) drucken und binden lassen. Mit ihrem Format von 103 x 168 mm können die Faszikel in viele gebräuchlichen Brevierausgaben der Zeit vor 1970 eingelegt werden, selbstverständlich auch in die Neu-Edition von nova et vetera, von 2008.

Martin Fiedler ist Lexikograph an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften bei der Kommission für die Herausgabe eines mittellateinischen Wörterbuches, Rezensent der Una-Voce-Korrespondenz und hat u. a. die Epistolae et evangelia totius anni bei nova et vetera lektoriert. Für seine Ausgabe der officia propria hat er das Imprimatur des Generalvikars der Erzdiözese erhalten. Die beiden Faszikel (nur geschlossen beziehbar, Vorkasse 24,50 € zuzügl. Porto) können direkt beim Herausgeber per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter folgender Adresse:

Dr. Martin Fiedler
Wolfratshauser Str. 32
81379 München

bestellt werden. Und damit es doch noch etwas wird mit dem Breviarium Bavaricum: Die Eigenfeiern des Bistums Regensburg sind in Bearbeitung; die Proprien von Augsburg, Würzburg und Passau sollen folgen.

Zusätzliche Informationen