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Herz-Jesu-Fest am Herz-Jesu-Freitag

Heute ist der erste Freitag des Monats, also der zwölf mal jährlich begangene Herz-Jesu-Freitag,  und gleichzeitig der zweite Freitag nach Pfingsten - das heißt der Tag des Festes des allerheiligsten Herzens Jesu. Dieses Fest wurde, nachdem die Verehrung des Herzens Jesu in Teilen der Kirche schon seit vielen Jahrhunderten gepflegt wurde, im Jahr 1765 durch Papst Klemens XIII. erstmals offiziell durch ein eigenes Messformular approbiert und 1856 von Papst Pius IX. für die ganze Kirche zum genannten Termin vorgeschrieben.

Unter den vielen regionalen Bräuchen, die sich mit diesem Festgedanken verbinden, wollen wir in diesem Jahr ausdrücklich auf die Prozession der Petrusbruderschaft zur Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes auf der Gallwiese in Innsbruck-Mentlberg hinweisen, die am kommenden Sonntag den 9. Juni im Anschluss an die 10 Uhr-Messe stattfindet. Die Tiroler Katholiken gedenken an diesem Tag mit Andachten und Wallfahrten der Ereignisse des Jahres 1796, als die revolutionären Truppen des damaligen Generals Napoleon von Oberitalien aus auch Tirol bedrohten. Damals leisteten ihre Landstände vor dem Bildnis des Allerheiligsten Herzen Jesu in einer Kapelle bei Bozen ein "ewiges Gelöbnis", um die Verschonung ihrer Heimat zu erbitten. Tatsächlich wurde die Kriegsgefahr abgewendet, und seitdem wird die Verehrung des Allerheiligstens Herzens Jesu in Tirol zu diesem Fest auf vielfache Weise ganz besonders gepflegt.

Ausführliche Informationen zu den historischen Hintergründen finden sich auf der Website des Insbrucker Priorats der Piusbruderschaft und dieser Seite des Südtiroler Schützenbundes

Während die Piusbruderschaft die Tradition dieser Gelöbnis-Wallfahrten bereits vor einigen Jahren wieder aufgegriffen hat, ist die Petrusbruderschaft mit ihrer Wallfahrt zur Kirche in Mentlberg in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Schade, daß derartige Veranstaltungen immer noch doppelt bzw. geteilt stattfinden müssen.

Ein Goldstück, von unten gewachsen

Kardinal Lehmann mit KarnevalsmützeDer Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann hat dem Kölner Stadtanzeiger anlässlich des Eucharistischen Kongresses ein Interview gegeben, in dessen Zentrum offenbar die Ablehnung der Eucharistiefeier nach dem überlieferten Ritus durch den Mainzer Prälaten steht. Nach einer Zusammenfassung auf der Online-Ausgabe des Stadtanzeigers - die gedruckte Fassung liegt uns bis jetzt nicht vor - führte Eminenz Lehmann unter anderem aus:

Ich habe den Eindruck, die ganze Begeisterung auch für das Latein hat viel mit Prestige zu tun und falschen Vorspiegelungen einer vermeintlichen Kulturelite.“

Die Liturgiereform von 1970 bezeichnete der Kardinal als ein „Goldstück“, die vorher über ein Jahrtausend lang zelebrierte Liturgie hält er, wenn der Stadtanzeiger das richtig wiedergegeben hat, für „abgeschafft“ und das „Verbot“ für nur teilweise zurückgenommen. Daher hält er auch

ein stärkeres Nebeneinander beider liturgischer Formen heute nicht für sinnvoll, auch weil es nicht von unten gewachsen ist.“

Aha.

Die oben zitierte Reuters-Illustration fanden wir im Focus vom 23. Januar 2005.

„Alte Messe“ auf dem Eucharistischen Kongress

In der zweiten Hälfte dieser Woche findet in Köln der Eucharistische Kongress 2013 statt, ein großes Fest des Glaubens. Veranstalter ist die Deutsche Bischofskonferenz, Ausrichter das Erzbistum Köln. Es wird Gelegenheit zu Austausch, Glaubensvertiefung und Begegnung und zum gemeinsamen Feiern geben.

Im Rahmen des Kongresses feiert der emeritierte Kölner Weihbischof Dr. Klaus Dick insgesamt drei Pontifikalämter im überlieferten Ritus. Am Donnerstag um 18.00 Uhr in der der Petrusbruderschaft überlassenen Kirche Maria Hilf in der Rolandstraße, am Freitag um 18.00 Uhr ebenfalls wieder in Maria Hilf und am Samstag um 10.00 Uhr in der Kirche St. Kunibert in der Kunibertsklostergasse. Dieses Pontifikalamt wird „am Thron“ zelebriert und ist ein gemeinsamer Gottesdienst aller Ecclesia-Dei-Gemeinschaften.

St. Kunibert ist eine der 12 romanischen Basiliken der Stadt und auch außerhalb der hl. Messe jederzeit einen Besuch wert.

Termine bei der Petrusbruderschaft

Am Sonntag, den 9. Juni, zelebriert S.E. Weihbischof Athanasius Schneider anlässlich des Jahrestags der Benedizierung der Rektoratskirche St. Petrus Canisius in Saarlouis dort ein Pontifikalamt.

Ort: St. Petrus Canisius, Stiftstr. 18, 66470 Saarlouis

Zeit: 9. Juni, 15.00 Uhr

Bereits am kommenden Samstag, den 1. Juni, wird Bischof James Conley von Lincoln, Nebraska, in der Kathedrale des Auferstandenen Christus in Lincoln fünf Diakonen der Petrusbruderschaft das Sakrament der Priesterweihe erteilen. Die Zeremonie, die um 10.00 Uhr Ortszeit (15:00 GMT) stattfindet, wird zeitgleich von LiveMass.net übertragen.

Der sechste Diakon des Jahrgangs 2013 des Nordamerikanischen Distrikts, Massimo Botta aus Rom, wird zur Weihe nach Hause zurückkehren. Dort wird die Weihe am 22. Juni in der Pfarrkirche des alten Ritus Santissima Trinita dei Pellegrini stattfinden. Spender der Weihe ist Erzbischof Guido Pozzo, früherer Sekretär von Ecclesia Dei und derzeit Verwalter der päpstlichen Almosenkasse.

Wallfahrt der Tradition nach Kleinenberg

Eine nationale Wallfahrt der Tradition wie in Frankreich oder den angelsächsischen Ländern gibt es in Deutschland (bis jetzt) nicht - aber dafür mehrere regionale. Am 5. Mai konnten wir über den Speyerer Wallfahrtstag berichten, und heute haben wir einen Bericht von Wolfgang Kühnhold zur Wallfahrt der Tradition im Erzbistum Paderborn zur Helferin vom Kleinen Berg:

Bereits im sechsten Jahr machten sich die „Tradis" auf den Weg zum Gnadenbild in Kleinenberg. Diese häufig als Schimpf- und Reizwort gebrauchte Bezeichnung hat hier seinen ganz besonderen Stellenwert: Durch viele, viele Jahre gehörte es zu besonderen Pflichten der Katholiken aus dem Erzbistum Paderborn, die Gottesmutter Maria, die Helferin vom Kleinen Berge, in ihrem Heiligtum auf einer Wallfahrt zu besuchen, ihr besondere Ehre zu erweisen und sie um Schutz und Hilfe anzuflehen. Diese Tradition wurde von den Gläubigen, die Sonntag für Sonntag in der Paderborner Gaukirche St. Ulrich die Heilige Messe im altüberlieferten Ritus feiern, wieder aufgenommen: Einmal im Jahr, am Sonntag nach Christi Himmelfahrt, steht das Gotteshaus nämlich nicht zur Verfügung; so lag es nahe, das Messopfer in der Gnadenkapelle in Kleinenberg, zweiundzwanzig Kilometer entfernt, zu feiern und mit einer Wallfahrt zu verbinden – kurz: die alte Tradition wieder aufleben zu lassen.

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