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Zwei Bischöfe beim „Speyerer Wallfahrtstag“ in Zell

In der vergangenen Woche führten die Gläubigen, die sich dem überlieferten Ritus verbunden sehen, wieder wie schon in den Vorjahren die Speyerer Diözesanwallfahrt zum hl. Philipp von Zell durch. Joachim Specht vom Kreis der Organisatoren hat uns einen Bericht und Bilder geschickt:

Den Auftakt der diesjährigen Speyerer Diözesanwallfahrt zum Hl. Philipp von Zell bildete am 1. Mai 2013 wieder der Pilgertag der Gläubigen, die sich dem außerordentlichen Messritus verbunden fühlen. Zu diesem Fest kam Bischof Czeslaw Kozon aus Kopenhagen/Dänemark, um das Hochamt in dieser altüberlieferten Liturgie zu feiern. Als Ehrengast erschien Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein, dessen Vorfahre, der Pfälzer Kurfürst Friedrich I. einst ein besonderer Verehrer des Hl. Philipp und Mitglied in der Zeller Philippsbruderschaft war. Sein Bruder, der kinderlose Kurfürst Ludwig IV., pilgerte 1447 mit seiner Gattin sogar selbst nach Zell um hier den Thronerben – den späteren Kurfürsten Philipp den Aufrichtigen – zu erbitten.

Bericht und weitere Bilder

Terminverschiebung

Daran, daß die Kölner Liturgische Tagung in Herzogenrath stattfindet, haben wir uns inzwischen gewöhnt. Nun wird die 16. Tagung, die ursprünglich für den November 2013 geplant war, aufgrund einer Terminüberschneidung mit der Generalversammlung der Internationalen Una Voce Föderation in Rom ins Jahr 2014 verschoben. Notieren Sie daher bitte als Termin den Zeitraum vom 2. bis 5. April 2014.

Das Thema bleibt wie geplant: „Alter Christus - Die Stellung des Priesters in der Liturgie“.

So sieht katholisch aus

Screenshot aus der „Heute“-Sendung vom 31. März

Eine Ahnung davon scheint man sogar beim ZDF zu haben, wo man die Nachrichtsendung des Ostersonntags ausgerechnet mit einem Bild aus der Berliner Kirche St. Afra einleitete - einer der ganz wenigen Kirchen Deutschlands, in der ausschließlich die überlieferte Liturgie gefeiert wird und die in voller Einheit mit Rom steht. Der Altarraum durch eine Kommunionbank als heiliger Bezirk hervorgehoben, Zelebration zum liturgischen Osten gewandt - so sieht katholisch nun mal aus. Aber vielleicht wollten die Mainzer in diesem Jahr nur wegen der neuen Bescheidenheit keinen prachtvollen Dom zeigen, sondern etwas Schlichteres, und auch da hätten sie es perfekt getroffen: St. Afra ist sicher eine der ärmsten Kirchen in Deutschland; das dort beheimatete Institut St. Philipp Neri bekommt keinerlei Unterstützung aus der Bistumskasse oder aus Kirchensteuermitteln und lebt alleine von den Spenden seiner Gemeinde, und die allerdings wendet für eine würdige Liturgie auf, was nur in ihren Kräften steht.

Mehr als eine Ahnung hatte der Bildredakteur beim ZDF freilich nicht: Das Bild ist, wie das rote Messgewand und die gewöhnliche Sonntagsliturgie zeigen, jedenfalls nicht von Ostern, und eine große Osterbotschaft gibt es beim ISPN auch nicht, sieht man einmal von dem kurzen Ostergruß des Propstes auf der Website des Instituts ab.

Eine Botschaft ganz besonderer Art findet man dann in den beiden Bilderserien, die das Institut aus seinen Liturgien und aus seinem Leben in der heiligen Osterzeit ins Internet gestellt hat: Die Bilder aus der Karwoche zeigen die Palmweihe und die Palmprozession, die zweieinhalbstündigen Tenebrae-Metten der letzten Kar-Tage sowie die Gottesdienste vom Gründonnerstag und Karfreitag. Die Bilder von Ostern beginnen mit der Weihe des Osterfeuers und der Osterkerze und zeigen dann Eindrücke von den Hochämtern in der Osternacht und am Ostermontag. Und dazu vom nächtlichen Osterfrühstück am Ostermorgen und dem „Familientag“ am Ostermontag - samt den Ansätzen einiger Kinder aus der Gemeinde zu einer österlichen Schneeballschlacht.

So sieht katholisch nun mal aus.

Alte Messe in Konnersreuth

Für Katholiken, die ihre spirituelle Prägung in der Zeit vor dem 2. Vatikanum erhalten haben, gehört „die Resl von Konnersreuth“ (Theresia Neumann, 1898 - 1962) zu den frühen Zeugnissen dafür, daß nicht alles in der Welt so zugeht, wie es sich eine von Gott abgewandte Welt Welt wünscht und vorstellt. Als mit den Stigmata Christi ausgezeichnete Visionärin beschränkte sie ihr Gesichtsfeld beileibe nicht auf den kleinsten Kreis. Die von ihr ganz wesentlich mitbegründete und unterstützte Spätberufenenschule in Fockenfeld hat bis heute 500 Männer zum Priestertum geführt. Der damalige Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat 2005 den Prozess für ihre  Seligsprechung eröffnet.

Am kommenden 7. April wird in der Pfarrkirche St. Laurentius in Konnersreuth um 18:15 Uhr eine Dankmesse für Therese Neumann in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus zelebriert. Mehr zu ihrem Leben und Wirken auf kathnews.

Triduum '62 in Vaduz

Erzbischof Haas von Vaduz wird in diesem Jahr die Chrisammesse mit dem Klerus seiner Diözese nach den Büchern der außerordentlichen Form, also nach dem Missale von 1962, zelebrieren. (Quelle) Das ist unseres Wissens das erste mal überhaupt, daß ein Ortsordinarius diese Möglichkeit wahrnimmt.

Die Liturgie der Chrisammesse mimmt in der liturgeschichtlichen Entwicklung der letzten hundert Jahre eine Ausnahmestellung ein. Bis zu den umstürzenden Änderungen von 1955 gab es keine eigene Chrisammesse, sondern die Ölweihen erfolgten im Pontifikalamt, und zwar vor der Kommunionausteilung. Der Ritus der Ölweihe war nicht im Missale, sondern im Pontifikale festgelegt.

Mit der Neuordnung des Triduums 1955 wird erstmals eine besondere Chrisammesse aus der Liturgie des Tages herausgelöst, wobei die Weihe der Öle selbst nach wie vor entsprechend dem überlieferten Pontifikale vorgenommen wurden. In der Liturgie des Missales von 1962 wird dann die Chrisammesse mit den Weihegebeten erstmals als eigenständige Messfeier ins Missale aufgenommen. Dabei bleibt ein Teil der alten Gebete - insbesondere auch die Exorzismen - erhalten. Andere, darunter auch das große im Praefationston vorgetragene Weihegebt, entfallen- statt dessen wird in der „Missa Chrismatis“ eine eigene Präfation zum Thema der Ölweihe gesungen.

In der Neuordnung von 1969 wird die Ölweihe dann weiter vereinfacht und findet ihren Platz - wie andere Weihen und Segnungen auch - vor der Gabenbereitung. Die erst 1962 eingeführte Präfation der Messfeier verschwindet wieder und wird durch eine neue Präfation ersetzt, die - obwohl speziell für die Chrisammesse bestimmt - keinen Bezug mehr auf die Ölweihe nimmt, sondern das Priestertum des neuen Bundes zum Gegenstand hat:

Denn Christus hat Dein ganzes Volk ausgezeichnet mit der Würde seines königlichen Priestertums, aus ihm hat er in brüderlicher Liebe Menschen erwählt, die durch Auflegung der Hände teilhaben an seinem priesterlichen Dienste.“

Hier finden Sie eine ausführliche Darstellung der Gesamtentwicklung der Gründonnerstagsliturgien von László Dobszay.

Zusätzliche Informationen