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Zweierlei aus Österreich

Das Pontifikalamt im überlieferten Ritus zum Patronatsfest der Karlskirche ist inzwischen bereits eine Wiener Tradition. Im vergangenen Jahr zelebrierte dort am 4. November der Churer Bischof Msgr. Dr. Vitus Huonder. In diesem Jahr konnte Una Voce Austria mitteilen, daß S.E. Leo Cardinal Burke, Präfekt der Apostolischen Signatur, das Pontifikalamt in der Karlskirche zelebrieren wird.

Ort: Kirche St. Karl Borromäus, Wien 4
Zeit: 4. November 2014, 18:00 Uhr (feierlicher Empfang und Ankleidung: 17:30
Uhr)

Wie gestern aus Österreich bekannt wurde, gibt es gleichzeitig eine äußerst unerfreuliche Meldung aus Österreich: Die von Kardinal Raymond Burke für den kommenden 5. November angekündigte Votivmesse im überlieferten Ritus in der Pfarrkirche St. Leopold Donaufeld in Wien-Floridsdorf wurde abgesagt. Wie katholisches.info wohl nicht ganz ohne Grund annimmt, dürfte der Grund für die Absage in kirchenpolitischen Überlegungen liegen: Die Pfarrei in Florisdorf untersteht dem Abtprimas von Klosterneuburg, wo man allem zur Schau getragenen Konservatismus zum Trotz in Sachen überlieferte Liturgie eine eher ablehnende Position einnimmt.

Aus für die alte Liturgie in Blackfen

Mehrere Beiträge in englischsprachigen Blocks haben es zu Anfang dieser Woche zur Gewissheit werden lassen: In der Pfarrei unserer lieben Frau vom Rosenkranz in Blackfen, die unter „his hermeneuticalness“ Fr. Tim Finigan ein wunderbares Beispiel für das - von wenigen Ausnahmen abgesehen - konfliktfreie Neben- und Miteinander der beiden Formen des römischen Ritus gegeben hat, wird es künftig keine hl. Messe im überlieferten Ritus mehr geben. In Absprache mit Bischof und Generalvikar hat der neue Pfarrer innerhalb weniger Tage abgerissen, was sein Vorgänger in jahrelanger mustergültiger Arbeit aufgebaut hatte. Da die Kollegen von katholisches.de die entsprechenden Beiträge bereits ausgewertet und zusammengefasst haben, ersparen wir uns den hier für heute geplanten ausführlichen Bericht. Für diejenigen, die es wirklich in allen unappetitlichen Einzelheiten wissen wollen, verweisen wir auf die Blogbeiträge von Mulier fortis und Joseph Shaw, bei letzterem auch ganz besonders auf die in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Aufnahme präsentierten Photos.

Der Fall Blackfen scheint insoweit von besonderer Bedeutung zu sein, als es auch hier wieder einen Pfarrer und eine Gemeinde trifft, wo praktisch gelebt wird, was nach Papst Benedikt XVI. doch eine Selbstverständlichkeit sollte: Die theologische Kontinuität und das örtliche/zeitliche Nebeneinander von altem und neuem Ritus. Für alle, die den neuen Ritus nur als Vehikel zur Durchsetzung ihres Zieles auf Errichtung einer neuen Kirche sehen, ist das eine schwer erträgliche Provokation. Sie wollen keine Kontinuität, sie sehen „Ansteckungsgefahr“ auf den verschiedenesten Gebieten, und sie wollen auf gar keinen Fall, daß die Gemeinden und Priester, die an der überlieferten Liturgie und Lehre festhalten, aus der ihnen zugewiesenen Außenseiterrolle ausbrechen. Eine Spielwiese für Nostalgiker und die Freunde des liturgischen Ballets - das können sie noch hinnehmen. Zumal sich in solchen Reservaten oft genug auch die unangenehmen Begleiterscheinungen des Lebens in der Isolation entwickeln: Besserwisserei und Hochmut, Geistige Verengung, Gründerkult und was derlei sektirerische Tendenzen mehr sind. Den Verwaltern des Mainstreams sind solche Entwicklungen durchaus willkommen: Sie helfen, die Quarantäne aufrecht zu erhalten. Aber alles, was diese Quarantäne überschreitet, wird von den herrschenden Revolutionären in Liturgie und Lehre konsequent bekämpft.

Eine Gemeinde für das ICRSS

Im vergangenen April hatte Bischof Campbell von Lancaster das Institut Christus König und Hoher Priester (ICRSS) gebeten, die Seelsorge in der von Schließung bedrohten Kirche der hl. Walburga in Preston zu übernehmen. (Bericht) Am vergangenen Sonntag hat das Institut nun mit einem feierlichen Levitenamt, dem Bischof Campbell in choro beiwohnte,  seinen Tätigkeit in Preston offiziell aufgenommen. In St. Walburge's wird künftig Werktags wie Sonn- und Feiertags mindestens eine hl. Messe im überlieferten Ritus zelebriert. Zusätzlich soll solange die personelle Situation der Diözese es erlaubt an Sonntagen auch eine hl. Messe nach den Büchern von 1970 gefeiert werden - die Mitglieder der Gemeinde von Preston haben also die Wahl.

Einen ausführlicheren Bericht aus Preston mit weiteren Bildern vom Hochamt am Sonntag bringt die Website der Gemeinde St. Wilfrids in York, die mit dem Oratorium in Oxford verbunden ist.

„Ars Celebrandi“ in Polen

Anfang dieses Monats hat im polnischen Marienwallfahrtsort Lichen ein Workshop zur ars celebrandi in der überlieferte Liturgie stattgefunden. Insgesamt haben über 150 Priester, Seminaristen, Kirchenmusiker und Ministranten an der einwöchigen Veranstaltung unter dem Patronat von Ortsbischof Wieslaw Mehring teilgenommen. Teilnehmer kamen nicht nur aus Polen, sondern auch aus Nachbarländern wie Tschechien, Litauen und Lettland. Sogar aus Frankreich, dem die polnischen Traditionalisten durch das Institut Bon Pasteuer besonders verbunden sind, waren zwei Priester angereist. Zehn Priester - einige von ihnen schon vor vielen Jahren geweiht - feierten während des Workshops ihre erste Heilige Messe in der überlieferten Form.

Die Veranstaltung, die auch im kommenden Jahr wieder stattfinden wird, hat ihre eigene Website - die Google-Übersetzung ins Englische ist gut lesbar. Ganz ohne Übersetzung kann man die Bildergalerie bewundern, auf der die Veranstalter über 600 Bilder vom diesjährigen Workshop zusammengetragen haben. 

Schlechte Nachricht aus England

Mit Beginn dieses Monats wurde „his Hermeneuticalness“, der auch unseren Lesern wohlbekannte Fr Timothy Finigan, von Blackfen, einer westlichen Teilstadt von London, nach Margate an der Küste versetzt.  Sein Nachfolger wurde Fr. Steven Fisher, der - s. Photo - zu Ratzinger-Zeiten einen durchaus traditionsnahen Eindruck erweckte und auch gelegentlich die „außerordentliche Form“ zelebrierte. Deshalb war man allgemein guter Hoffnung, Fisher werde die von Finegan über Jahre hinweg entwickelte Praxis beibehalten, eine von mehreren Sonntagsmessen und auch einzelne Werktagsmessen weiterhin in der überlieferten Form zu zelebrieren.

Das war ein krasser Irrtum. Nach aktuellen Meldungen aus Blackfen brauchte Fisher keine 14 Tage im neuen Amt, um in der hl. Messe in der überlieferten Liturgie ein Element der Spaltung zu erkennen, das darüberhinaus ortsfremde Elemente in die Kirche von Blackfen locke. Ende des Monats sei Schluss damit, ordnete der neue Pfarrer an, und wenn es in Zukunft überhaupt noch gelegentich lateinische Messen am Ort geben solle, dann nach seinem, Fishers, Ritus - mit Kommunionhelferinnen, Handkommunion und allem, was das Konzil an segensreichen Gaben beschert hat.

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