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Beruf: Totengräber

„Heute morgen trat nach der Messe ein Herr an mich heran und sagte: Exzellenz, ich bin nicht aus Ihrer Diözese, aber als vor einiger Zeit das Begräbnis meiner Mutter war, konnte kein Priester anwesend sein. Ich verstehe das nicht, das ist unerträglich. Warum soll ich noch weiter meine Kirchenabgabe leisten?“ So dieser Tage Msgr. Yves Patenotre, Erzbischof von Sens-Auxerre, im Editorial seiner Kirchenzeitung

Zur Antwort verwies der Erzbischof auf den Priestermangel und nannte dem Fragenden ein paar Zahlen, die seiner Meinung nach wohl als Erklärung ausreichten: „In fast zwanzig Jahren als Bischof habe ich 120 Priester beerdigt, aber nur einen neu geweiht.“

Hier ist nicht der Ort, die nachfolgenden Worte des Bischofs zur Notwendigkeit verstärkten Laienengagements und zur Neueinrichtung eines Dienstes für Berufungen kritisch zu bewerten. Die nackten Zahlen müssen genügen: 20 Jahre, 120 Abgänge, 1 Neuzugang.

Wir ersparen uns die beliebte Feststellung, das sei alles eine Folge des 2. Vatikanischen Konzils bzw. dessen verfehlter Umsetzung. Sie wäre genauso wenig belegbar wie die ebenso beliebte  umgekehrte Behauptung, ohne „Gaudium et Spes“ wäre alles noch viel schlimmer gekommen. Bleibt nur die Frage: Was kann man sich eigentlich noch Schlimmeres vorstellen?

Hochämter in Paris und Wien

Die Petrusbruderschaft feiert in diesen Wochen den 25. Jahrestages ihrer offiziellen Errichtung. Sie tut das, insbesondere in Deutschland, eher im Stillen. Immerhin hat sie im vergangenen Monat eine recht interessante Statistik veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß der Gemeinschaft derzeit 244 Priester, 10 Diakone und 153 Seminaristen angehören.

In Frankreich hat die Bruderschaft ihren Jahrestag am 16. November mit einem feierlichen Levitenamt in der Pariser Kirche St Sulpice gefeiert; Zelebrant war der französische Distriktsvorsitzende Abbé Ribeton. Nun haben es sogar einige Bilder von dieser Messe ins Internet geschafft - zu sehen auf der Website der Niederlassung von Versailles.

Bereits am 4. November hatte der Churer Bischof Huonder auf Einladung von Una Voce Austria in der Wiener Karlskirche ein Pontifikalamt zum Jahrestag des hl. Karl Borromäus zelebriert. Die barocke Karlskirche ist eine der prächtigsten Kirchen der alten Kaiserstadt, und das Hochamt am 4. November entfaltete in diesem Umfeld allen Glanz, den die überlieferte Liturgie entfalten kann, um wenigstens einen Abglanz der Liturgie des himmlischen Jerusalem auf der Erde aufscheinen zu lassen.

Nicht vertraut mit den Feinheiten des Wiener Usus, der schon ein Levitenamt als „Fünfherrenamt“ zu feiern weiß, erblicken wir auf den Fotos neben den für ein Pontifikalamt üblichen beiden Ehrendiakonen (Dalmatik ohne Albe über der Soutane) und Diakon /Subdiakon (Dalmatik und Tunicella mit Albe) sowie dem Zeremoniar im Pluviale noch mehrere Mitfeiernde unbekannter Funktion: Zwei weitere Träger von Dalmatik oder Tunicella mit Albe sowie mindestens einen weiteren Träger eines Pluviale. Einfachere Chormäntel trugen auch die Verwahrer von Mitra, Bischofsstab und der Träger der Bugia - das ist der Leuchter für die besondere Kerze, die dem Bischof beim Pontifikalamt zukommt. Dann gab es am Thron noch ein Ehrengeleit aus zwei Mercedarier-Rittern und zweier weiterer Thron-Assistenten, dazu natürlich Akolythen (auf einigen Bildern deren zehn), Thuriferare, weitere Altardiener sowie einige Prälaten in Choro.

In einem Satz: Eine Liturgie, wie man sie selbst in der Peterskirche zu Rom seit Jahrzehnten nicht mehr erleben konnte. 75 eindrucksvolle Bilder vom Pontifikalamt gibt es auf der Website von Una Voce Austria. Dann noch einmal 27 Bilder von der ebenfalls von Bischof Huonder zelebrierten „Bischöflichen Stillmesse“ am folgenden 5. November in der Rudolfsheimer Kirche. Ebenfalls sehr sehenswert. Und dann noch den Hinweis, daß am 5. Mai des kommenden Jahres ebenfalls wieder in der Karlskirche ein „Fünfherrenamt“ zelebriert werden wird.

Juventutem London

Außenansicht mit den GeschäftslokalenAm Freitag den 26. feiert Juventutem London ein Hochamt in der überlieferten Form in der Londoner Kirche St Mary Moorfields - der einzigen katholischen Kirche im innerstädtischen Finanzdistrikt.

Die Kirche spiegelt bereits in ihrem äußeren Erscheinungsbild einige Besonderheiten der Geschichte der Kirche in England wieder. Obwohl erst lange nach der Aufhebung des Katholikenverbots erbaut, nimmt sich der Kircheneingang zwischen einem Juwelierladen und einem Geschäft für Herrenhemden betont zurück. Die Fassade gleicht sich den Wohn- und Geschäftshäusern der Umgebung an - auch in der Funktion: Straßenwärts sind Wohn- und Amtsräume des Pfarrhauses untergebracht. Einer der Vorgängerbauten war 1780 in den antikatholischen Gordon Riots geplündert und zerstört worden.

Das morgige Hochamt wird von P. Matthew Goddard von der Petrusbruderschaft zelebriert, der auch die Predigt hält. Anschließend gibt ein Treffen für junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren.

1000 Jahre Duomo di Caorle

Aus Anlass des 975. Jahrestages der Weihe der Kirche fand am vergangenen Samstag im Duomi di Caorle ein gesungenes Amt im überlieferten Ritus statt. Zelebrant war P. Konrad zu Loewenstein von der Petrusbruderschaft. Sehr schöne Bilder von der Messfeier gibt es auf messainlatino und von der Facebook-Seite des Duomo.

Caorlo liegt ganz im Norden der Adria zwischen Venedig und Triest. Der nach einer lang andauernden Verfallszeit im Mittelalter heute eher unbedeutende Ort war bereits im 6. Jahrhundert zum Bischofssitz erhoben worden. Fundamente von Kirchenbauten dieser frühen Zeit sind unter dem Fußboden des heutigen Doms, der im wesentlichen wenig verändert aus dem 11. Jahrhundert überkommen ist, erhalten. Die ehemalige Bischofskirche dient heute als Pfarrkirche des hauptsächlich vom Tourismus lebenden Ortes.

Primiz bei der FSSP

Am 3. August hat der neugeweihte P. Bertrand Lacroix von der französischen Petrusbruderschaft in der Pariser Kirche Notre-Dame des Victoires seine Primiz gefeiert. Der Photograph Gonzague Bridault hat über 200 Photos von der Feier gemacht und ins Netz gestellt - außerordentlich sehenswert.

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