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Eine gute Nachricht...

...kommt in dieser Woche aus Waterbury in Connectitut, von dem wir zuvor nie gehört hatten: Dort wird am kommenden Sonntag, nach dem traditionellen Kalender am Fest Christus König, die Patrickskirche dem Apostolat des Instituts Christus König und Hoherprister übergeben. Erzbischof Leonard Blair, der die Diözese Hartford seit Oktober 2013 leitet, hat St. Patricks als Personalpfarrei nach Summorum-Pontificum errichtet und dem ICK anvertraut. Wie New Liturgical Movement mitteilt, wird der Generalvikar des Instituts, Msgr Michael Schmitz, in der neogotischen Kirche, die die Wirren der Kulturrevolution weitgehend unbeschädigt überstanden hat, am sonntag zur Eröffnung ein feierliches Hochamt zelebrieren.

Die Nachricht aus den Vereinigten Staaten erinnert uns wieder einmal schmerzlich daran, daß die deutsche Bischofskonferenz mit der Mehrheit ihrer Mitglieder das Kirchengesetz Summorum Pontificum nach wie vor ignoriert bzw. bekämpft. Damit hat sie bisher verhinder, daß einer der dem überlieferten Ritus wohlgesonnenen Bischöfe von der in diesem Gesetz gegebenen Möglichkeit zur Einrichtung einer regulären Personalpfarrei Gebrauch macht. Stattdessen brüstet der Deutschkatholizismus sich der rechtswidrigen Ernennung von Frauen zu Gemeindeleiterinnen. Keine der bisher in Deutschland eingeräumten Möglichkeiten zur Feier der Liturgie nach der überlieferten Lehre und Liturgie bietet einen vollwertigen Ersatz für ordentliche Personalpfarreien, weil alle anderen Einrichtungen vollständig vom guten Willen oder der Willkür des gerade amtierenden Bischofs abhängig sind.

Hier erscheint hinsichtlich der Situation in Waterbury eine Präzisierung erforderlich. Wenn wir die Mitteilung der Erzdiözese genauer lesen, ergibt sich folgendes Bild: Der Erzbischof hat St. Patricks als Territorialpfarrei wiedererrichtet  und dort gleichzeitig ein Oratorium für die überörtliche Seelsorge in der überlieferten Liturgie errichtet. Das Oratorium hat er dem Institut Christus König anvertraut und dessen Angehörigen  Can. Joel Estrada auch zum Ortspfarrer eingesetzt. Damit bleibt St. Patricks von Waterbury eine Stufe unterhalb der Personalpfarrei. Praktisch wirkt das Oratorium überörtlich mit bischöflicher Rückendeckung im alten Ritus. Die Pfarrei kann jedoch nur Kirchenbücher für die eigene Wohnbevölkerung führen und muß z.B. für die Eintragung von Taufen oder Eheschließungen mit den jeweiligen Ursprungspfarreien zusammenwirken. Das verursacht zusätzlichen bürokratischen Aufwand, der jedoch zu bewältigen sein dürfte. Gravierender ist der Umstand, daß die rechtliche Bindungswirkung beider Maßnahmen für einen eventuellen Nachfolger im Bischofsamt deutlich geringer ist. 

Primizen im alten Ritus

Bild: Erzdiözese BostonAm Sonntag, den 19. 5. feierte Fr. Michael Rocha, Diözesanpriester des Erzbistums San Francisco, seine Primiz in der Kirche Maria Meerstern – als gesungenes feierliches Hochamt in der überlieferten Liturgie. Fr. Rocha hatte zusamen mit zwei weiteren Diakonen die Priesterweihe am Tag zuvor von Erzbischof Cordileone von San Franzisco empfangen. Rocha ist Absolvent des diözesanen Priesterseminars, in dessen Hauskapelle einmal wöchentlich auch im alten Ritus zelebriert wird. Das Seminar bietet auch Kurse zum Erlernen der lateinischen Sprache, an denen teilzunehmen jedoch nicht verpflichtend ist. Die Vorbereitung auf die Zelebration in der außerordentlichen Form erfordert daher ein zusätzliches Engagement im Rahmen der schon so recht anspruchsvollen Studienordnung.

Ebenfalls am Sonntag den 19. feierte Fr. Brian O‘Hanlon unter Assistenz von Rev. Juan Carlos Rivera SJ seine Primizmesse in der überlieferten Liturgie. Er war am Vortag von Kardinal O‘Malley zusammen mit 12 weiteren Diakonen in der hl. Kreuz-Kathedrale von Boston zum Priester geweiht worden – das war der stärkste Weihejahrgang seit über 20 Jahren. Fr. O‘Hanlon hat seine Ausbildung am St. John‘s-Seminary der Diözese erhalten, das im Geist von Pastores Dabo vobis von Papst Johannes Paul II. geführt wird. In der Diözese gibt es noch zwei weitere Priesterseminare – das Redemptoris Mater-Semnary des Katechumenalen Weges und das Nationale Seminar hl. Papst Johannes XXIII., in dem Männer im Alter von 30-60 Jahren (und älter!) ausgebildet werden. Allein für Boston wurden dort in den letzten 50 Jahren immerhin 115 Männer zur Priesterweihe geführt. Insgesamt hat die Priesterausbildung in der Erzdiözese seit der Amtsübernahme von Erzbischof Kardinal O‘Malley (Jahrgang 1944, in Boston seit 2003) einen erfreulichen Aufschwung genommen. Eine besondere Ausbildung für den überlieferten Ritus scheint es an keinem dieser Seminary zu geben, allerdings gibt es in der Diözese etwa 10 Orte mit mehr oder weniger regelmäßigen „alten Messen“, darunter eine regelmäßige Sonntagsmesse in der Kathedrale des Erzbischofs.

Die überlieferte Liturgie nimmt bei weitem nicht in allen amerikanischen Diözesen eine so unproblematische Stellung ein wie in Boston oder San Francisco; die verklemmte Duldung oder die offene Feindseligkeit, die in Deutschland den Normalfall bildet, ist in den USA jedoch nur in Ausnahmefällen anzutreffen.

Niedere Weihen in Toronto

Bild: Jacquie Fournier, aus dem genannten Artikel auf NLMIn der Pfarrkirche St. Clement der Petrusbruderschaft in Toronto hat der amtierende Erzbischof von Toronto Terrence Prendergast SJ im vergangenen Februar einem Seminaristen die niederen Weihen erteilt. Die Weihe fand im Rahmen einer „stillen Messe eines höheren Prälaten“ statt – das ist in der überlieferten Liturgie die einzige zulässige Alternative zum Pontifikalamt.

Diese Weihezeremonie war durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet: Der Weihekandidat Theodore Avram SJ ist, wie das Kürzel anzeigt, Angehöriger des Jesuitenordens, in dem normalerweise die niederen Weihen nicht erteilt werden – diese waren bekanntlich 1972 von Paul VI mit Ministeria Quaedam „abgeschafft“ worden. Avram hatte ausdrücklich um den Empfang dieser Sakramentalien gebeten und offenbar auch die Genehmigung seiner Ordensoberen erhalten – der Umstand, daß der zuständige und der Tradition gegenüber wohlwollend eingestellte Ortsbischof Prendergast ebenfalls dem Jesuitenorden angehört, dürfte dabei hilfreich gewesen sein.

Die zweite Besonderheit liegt in dem Umstand, daß die Weihen im konkreten Fall anscheinend (der Bericht ist da nicht ganz eindeutig) alle auf einmal gespendet wurden. Das war zwar auch in der Vergangenheit nicht völlig unüblich, der Normalfall war jedoch der, daß diese Weihen einzeln oder zu zweien oder dreien zusammengefasst über die Dauer der Seminarszeit hinweg gestreckt erteilt wurden. So wird es gegenwärtig normalerweise auch in den Gemeinschaften der überlieferten Liturgie gehandhabt.

Diese zeitliche Streckung ist – das soll jetzt keine Kritik des aktuellen Vorgehens in Ottawa sein, das viele gute Gründe haben kann – generell auch höchst sinnvoll. Dafür gibt es natürliche ebenso wie übernatürliche Begründungen. Als Sakramentalien verleihen diese Weihen den Männern, die sie empfangen, besondere Gnaden und unterstützen sie damit auf dem schweren Weg ihrer Berufung. Gleichzeitig sind sie aber auch psychologisch eine wichtige Stütze auf diesem Weg, den sie in kurze und überschaubare Etappen zerlegen und dazu auch noch – quasi als Zwischenprüfungen – immer wieder Gelegenheit und Ansporn bieten, sich der Berufung zu vergewissern und diese durch eigene Anstrengungen zu festigen.

Es ist sicher keine Übertreibung, anzunehmen, daß die Abschaffung dieser Zwischenschritte eine wesentliche Ursache dafür ist, daß heute viele Priester so durch und durch säkular geprägt sind: Die nachkonziliare Kirche wollte Priester, die ganz von dieser Welt sind – und allzu oft hat sie welche bekommen, deren Blick auch nicht mehr über diese Welt hinausreicht.

Die Weihezeremonie von Ottawa ist von daher ein ermutigendes Zeichen, daß es – sogar innerhalb des immer stärker in moderne Häresien abgleitenden Jesuitenordens – auch Priesteramtsanwärter gibt, die diese Mechanismen durchschauen und versuchen, ihnen entgegenzuwirken.

Bischof Robert Morlino R.I.P.

Bild: Joseph Hanneman, aus dem genannten Artikel in Catholic World Report.Am vergangenen Samstag starb unerwartet Bischof Robert C. Morlino von Madison an einer Herzattacke. Das Bistum Madison liegt im Südwesten des amerikanischen Bundesstaates Wisconsin. Sein Territorium hat knapp 1 Million Einwohner, von denen 270 000 katholisch sind. Bischof Morlino wurde 71 Jahre alt.

Robert Morlino war bereits während vor seiner Priesterweihe (1974) Mitglied des Jesuitenordens geworden, an dessen Hochschulen er auch studiert hatte. Er verließ den Orden jedoch 1981 und lehrte später Moraltheologie am Sacred Heart Seminary in Dertroit, bis er 1999 zum Bischof ernannt wurde – zunächst in Helena, Montana, denn in Madison.

Bischof Morlino gehörte zu den glaubenstreuen Bischöfen der vereinigten Staaten, die sich nicht scheuen, auch in aktuellen Auseinandersetzungen die Lehre der Kirche zu vertreten, sei es gelegen oder ungelegen. Seine klare Position entfaltete Anziehungskraft auch über die Grenzen der Diözese hinaus. In seiner Amtszeit stieg die Zahl der Seminaristen von sechs im Jahr 2003 auf 30 im Jahr 2015. Morlino war eine der führenden Persönlichkeiten des Pro-Life-Movements und beteiligte sich auch an Demonstrationen vor Abtreibungszentren. In den aktuellen Auseinandersetzungen trat er energisch dafür ein, die Aktivitäten homosexueller Netzwerke im Klerus rückhaltlos aufzuklären und zu unterbinden. In diesem Zusammenhang unterstützte er auch durch eigene Wortmeldungen die Aktivitäten von Erzbischof Viganò, der mit seinen Enthüllungen selbst höchste Kreise im Vatikan als Mitwisser und möglicherweise sogar Mittäter beschuldigt hatte. Mehr zur Biographie auf LifeSiteNews.

Als entschiedener Vertreter eines orthodoxen Katholizismus war Bischof Morlino auch ein Freund der überlieferten Liturgie. Er selbst zelebrierte an den meisten Hochfesten des Jahres in seiner Bischofskirche ein  Pontifikalamt im überlieferten Ritus, und er unterstützte Priester und Gemeinden, die in ihren Pfarreien die Heilige Messe entsprechend den Vorgaben von Summorum Pontificum feiern wollten. Die Website der „Tridentine Mass Society of Madison“ verzeichnet aktuell 10 Orte mit regelmäßige hl. Messe im alten Ritus.

Vermutlich war es diese Vorstellung von einer „organischen“ Einbindung der überlieferten Liturgie in das Leben von Diözese und Pfarreien, die Bischof Morlino davon abhielt, Personalpfarreien für die überlieferte Liturgie zu erreichten, wie sie an um die 50 Orten in den Vereinigten Staaten bestehen und größtenteils von der Petrusbruderschaft betreut werden. Das könnte sich jetzt als nachteilig erweisen: Ein der überlieferten Lehre und Liturgie weniger verpflichteter Nachfolger könnte die Motivation von Diözesanpriestern zur Pflege der überlieferten Liturgie empfindlich beeinträchtigen. Ein die Tradition offen ablehnender neuer Bischof könnte die Feier der „Latin Mass“ quasi per Dienstanweisung unterbinden. Die Entwicklung z.B. im belgischen Brüssel – aber nicht nur dort – zeigt, daß solche Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind. Dort hat der 2015 von Franziskus ernannte progressistische Erzbischof des Kesel die erst wenige Jahre zuvor von seinem Vorgänger Leonard als Gesellschaft bischöflichen Rechtes errichtete traditionsorientierte „Priesterbruderschaft der Heiligen Apostel“ aufgelöst und aus Belgien vertrieben.

Beten wir, daß der Herr der Seele seines Dieners Robert Morlino gnädig sei und die glaubenstreuen Katholiken von Madison vor Mißachtung und Unterdrückung bewahren möge.

Neue Personalpfarrei für Petrus

Bild: Aus der im Text genannten SerieErzbischof Gomez von Los Angeles hat Ende vergangenen Monats eine neue Personalpfarrei für die Gläubigen der überlieferten Liturgie eingerichtet. Mit der Seelsorge sind zwei Priester der Petrusbruderschaft beauftragt, die bisher schon in Los Angeles eingesetzt waren – aber ohne den offiziellen Status einer Personalpfarrei. Die neue Pfarrei „St. Vitus“ liegt in San Fernando, einem Randbezirk der 4-Millionen Stadt, in einem nicht gerade idyllischen Gebiet mit gemischter Wohn- und Gewerbebebauung. Als Kirche nutzt sie eine umgebaute Gewerbehalle, die zuvor bereits als Gotteshaus für eine Syro-Malabarisch-Katholischen Kirche gedient hatte. Wie die Bilder von Umbau und Renovierung der Anlage auf Google-Photos zeigen, verfügt die neue Personalpfarrei zwar nur über bescheidene finanzielle Mittel – aber einen großen Fundus an kompetenten und tatkräftigen Gemeindemitgliedern, die dazu beigetragen haben, dort ein funktionsfähiges Gemeindezentrum entstehen zu lassen.

Die Einrichtung einer Personalpfarrei der Petrusbruderschaft in LA hat insofern besondere Bedeutung, als Los Angeles in der langen Amtszeit (1985 – 2011) von Kardinal Roger Mahony nicht nur zu einem Zentrum der Säkularisierung, sondern auch der völligen Verkommenheit des progressistischen Flügels der Kirche in den USA geworden war. Der auch jetzt noch alljährlich stattfindende Los Angeles Religious Education Congress mit in diesem Jahr insgesamt über 30 000 Teilnehmern versammelt alles, was in der angeblich katholischen amerikanischen Szene von Zölibatsgegnern, Befürwortern der Frauenordination, gottloser Theologie, Anhängern gleichgeschlechtlicher „Ehe“schließungen, des liturgischen Tanzes und der kitschig-gefühligen Gemeindelieder Rang und Namen hat. Erzbischof Gomez war bisher nicht in der Lage, diesen Unfug abzustellen, aber wie es scheint, konnte er wenigsten die schlimmsten Verirrungen aus der Zeit seines Vorgängers zurückdrängen.

Die Einrichtung einer traditionellen Personalpfarrei ist unter diesen Umständen ein zwar nur kleines, aber doch erfreuliches Signal.

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