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Priesterweihen bei Petrus

Am gestrigen Samstag, den 30. 5., empfingen sechs Diakone des nordamerikanischen Distrikts der Petrusbruderschaft das Sakrament der Priesterweihe. Ort der feierlichen Handlung war die Kirche des erst vor wenigen Wochen neu eröffneten St. Thomas Aquinas - Newman Centers in Lincoln, Nebraska - das ist die Diözese, in der sich auch das nordamerikanische Seminar der FSSP befindet. Weihender Bischof war S. Ex. James D. Conley, der Ortsbischof von Lincoln. Die Zeremonie wurde über den von der Petrusbruderschaft betriebenen Internet-Sender LiveMass.net übertragen. Eine Bilderschau auf der Website des Nordamerikanischen Distrikts ist zwar bereits angekündigt, aber noch nicht verfügbar.

Die Newman-Center bilden an Universitäten, die nicht von der Kirche unterhalten werden, Stützpunkte des Glaubens in Übereinstimmung mit der traditionellen Lehre der Kirche. Sie sind zwar nicht auf die Feier der überlieferten Liturgie festgelegt, stehen aber den entsprechenden Gruppen jederzeit offen. Das neue Center in Lincoln bietet Räume für unterschiedliche Aktivitäten und Veranstaltungen; die Kirche des Hl. Thomas von Aquin bildet das Hauptstück der Anlage und hat 650 Sitzplätze.

Bischöfe und Bischöfe

Am vergangenen Samstag, den 14. 3., zelebrierte Bischof Edward Scharfenberger von Albany in seiner Bischofskirche ein Pontifikalamt im überlieferten Ritus - das erste seit vielen Jahrzehnten. Bischof Scharfenberger, geb. 1958, ist seit vergangenem Jahr Bischof der mit 330 000 Katholiken in 129 Pfarreien relativ kleinen Diözese ganz im Nordosten der USA. Wie das hier im Ausschnitt gezeigte Bild - mehr Umfeld bei Fr. Zuhlsdorf - zeigt, war das Hochamt sehr gut besucht. Es war offensichtlich keine Privatveranstaltung der kleinen Gruppe traditionsorientierter Katholiken in Albany, sondern des ganzen Bistums.

So muß es sein, wenn den Beteuerungen Papst Pauls VI., daß die Liturgiereform nichts am Inhalt der hl. Messe ändern solle, Glaubwürdigkeit erhalten soll. 

Genau um diese Glaubwürdigkeit bemühen sich Bischöfe wir Msgr. Scharfenberger oder Bischof Morlino von Madison, der am vorausgehenden Freitag für die Seminaristen des von seiner Diözese mitgenutzten Priesterseminars Mount St. Mary's ebenfalls im überlieferten Ritus zelebrierte - wenn auch, dem Ort und Anlass entsprechend, nicht als Pontifikalamt, sondern als Stille Bischofsmesse. Hier einige Bilder.

Solche Zelebrationen sind in den Vereinigten Staaten nicht die Regel, aber beileibe auch keine Seltenheit. Und mit jeder davon stellt sich dringlicher die Frage, warum kein deutscher Bischof im Stande ist, in dieser Weise nach dem geltenden Gesetz der Kirche zu handeln. Die deutschen Bischöfe in ihrer Gesamtheit untergraben damit nicht nur die Legitimität der Bischofskonferenz, die sich Machtausübung anmaßt, wo sie ihr nicht zusteht. Eine Kirchenregion, die auf so demonstrative Weise die Unvereinbarkeit der überlieferten und der reformierten Liturgie in der einen Kirche betont, beschädigt auf Dauer die Glaubwürdigkeit des Papstamtes und predigt eben die Hermeneutik des Bruches, deren Feststellung sie den Wahrern der Tradition zum Vorwurf macht.

An „Extraordinary Ordinary“

Bevor der August zu Ende geht, hier noch ein Nachtrag aus den Vereinigten Staaten: Am 15. 8., dem Fest Mariens Aufnahme in den Himmel, zelebrierte Bischof Morlino von Madison ein Pontifikalamt nach der überlieferten Liturgie in der Kirche des Diözesanen Zentrums seines Bistums. Das war übrigens nicht das einzige traditionelle Pontifikalamt an diesem Tag in den USA, weitere wurden gemeldet aus Portland, Orgeon (Bischof Basil Meeking) und Greenbay, Wisconsin (Bischof David Ricken). Das Besondere an der Zelebration iin Madison besteht darin, daß Bischof Morlino in seiner Diözese ganz bewußt damit begonnen hat, der überlieferten Liturgie den Platz zurückzugeben, der ihr nach Summorum Pontificum zusteht.

Bereits im vergangenen Jahr hat er bei seinem alljährlichen einwöchigen Aufenthalt bei den Seminaristen der Diözese eine stille Messe in der überlieferten Form gefeiert. In diesem Jahr folgten dann ein levitiertes Hochamt in Anwesenheit des Bischofs und später - außerhalb des Jahrestreffens mit den Seminaristen - Pontifikalämter zum Fest Peter und Paul sowie zu Mariä Himmelfahrt. Die Vermittlung der Fähigkeit, auch im überlieferten Ritus zu zelebrieren, ist offizieller Bestandteil des Lehrplans in Madison. Darüberhinaus setzt sich der Bischof - soweit das einem Ortsordinarius möglich ist - für eine „Reform der Reform“ ein. Er besteht auf einer Zelebration in Übereinstimmung mit den geltenden Vorgaben und fördert die Verwendung der Gregorianik als der der Kirche eigenen Form der Musik. Das alles hat ihm die Bezeichnung als „extraordinary ordinary“ eingebracht.

Wie überall, wo die überlieferte Liturgie nicht feindselig ausgegrenzt, sondern als selbstverständlicher Teil der Tradition und des kirchlichen Lebens und ihrer Lehre betrachtet wird, hat sich diese Haltung des Bischofs überaus positiv auf die Entwicklung der Seminaristenzahlen ausgewirkt: Als Bischof Morlino vor 10 Jahren ins Amt kam, gab es gerade einmal vier oder fünf Seminaristen - heute sind es 33. Die Prognosen, daß diese Zahlen weiter steigen und viele der Kandidaten bis zur Weihe kommen, stehen gut.

Pontifikalamt in Rio Rancho

In Deutschland hat der siebte Jahrestag von Summorum Pontificum wenig Resonanz gefunden - auch bei den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften und in ihrem Umfeld herrschte Schweigen. Nun gut, Sieben ist wirklich keine runde Zahl, und zum Jubeln besteht wahrlich keine Grund.

Immerhin hat in den USA Erzbischof Michael Sheehan von Santa Fe in einer Kirche seiner Diözese zum dankenden Gedenken an das Motu Proprio im überlieferten Ritus ein feierliches Pontifikalamt „vom Thron“ zelebriert - eine in Deutschland bis jetzt völlig undenkbare und auch in den vereinigten Staaten keinesfalls selbstverständliche Geste der Wertschätzung gegenüber den Katholiken, die der überlieferten Lehre und Liturgie treu bleiben, aber auch gegenüber Papst Benedikt XVI., der der Leugnung aller Tradition durch den kirchlichen Zeitgeist zumindest Bremsen angelegt hat.

Bilder vom Pontifikalamt in Rio Rancho finden sich auf New Liturgical Movement und Rorate Cæli.

Eine Pontifikalvesper aus Anlass der VII. FOTA-Liturgical-Conference im irischen Cork hat Anfang des Monats Kardinal Burke gefeiert. Ein eindrucksvolles Video präsentiert gloria.tv.

Summorum Pontificum in USA

In den Vereinigten Staaten konnten die Anhänger der überlieferten Lehre und Liturgie der Kirche zum siebten Jahrestag des Motu Proprio eine relativ erfreuliche Bilanz vorlegen. In den Jahren nach der Durchsetzung der Liturgiereform und vor der Errichtung der Ecclesia Dei-Gemeinschaften war die Zahl der Sonntagsmessen nach altem Ritus auf 20 geschrumpft, teilt Peter Kwasniewski auf New Liturgical Movement mit. Bis zum Jahr vor Summorum Pontificum war die Zahl dann wieder auf 220 angestiegen und liegt heute bei über 500. Wie gesagt - das ist die Zahl der Sonntagsmessen. Dazu kommen noch zahlreiche Messtermine an Wochentagen. Und die Zukunft erscheint gesichert: Die altrituellen Klöster und Gemeinschaften kennen keine Berufungskrise, die stattliche Zahl der Neueintritte und Priesterweihen steht in keinem Verhältnis zu ihrer letztlich doch noch bescheidenen Größe.

Von der Situation in Deutschland unterscheidet sich die in den USA auch dadurch, daß mehrere amtierende Bischöfe keine Berührungsängste gegenüber der Tradition der Kirche an den Tag legen. Es gibt insgesamt 25 Personalpfarreien und zahlreiche weitere Apostolate, die von Priestern der Ecclesia Dei-Gemeinschaften geleitet werden. (Hier gibt es noch mehr Zahlen.) Mehrere Ortsbischöfe sind auch immer wieder bereit, Firmungen oder Weihen zu spenden und Pontifikalämter zu zelebrieren. So wird Erzbischof Alexander Sample von Portland, Oregon, am kommenden Sonntag in der Pfarrkirche der Petrusbruderschaft in Coeur d'Alene das Sakrament der Firmung spenden und anschließend ein Pontifikalamt zelebrieren.

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