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Überfall auf Pfarrhaus der FSSP

Bei einem Überfall auf das Pfarrhaus der Mater Misericordia Mission - das ist eine von der Petrusbruderschaft geführte Pfarrei in Phoenix, Arizona - wurde in der vergangenen Nacht der dort als Kaplan tätige Fr. Kenneth Walker, FSSP, erschossen. Pfarrer Joseph Terra wurde zusammengeschlagen und liegt mit schweren, aber nicht mehr lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Wie es heißt, konnte er Fr. Walker vor dessen Tod noch die Sterbesakramente spenden.

Über die Motive des Überfalls gibt es noch keine näheren Informationen. Im Pfarrhaus scheint nichts gestohlen worden zu sein; die Täter flüchteten mit einem vor dem Haus entwendeten Fahrzeug, das später verlassen aufgefunden wurde. Mater Misericordia liegt in einem nachts als unsicher geltenden innerstädtischen Bezirk.

Gedenken Sie bitte der beiden Opfer des Überfalls und ihren Angehörigen sowie der von der Bluttat entsetzten Gemeinde im Gebet.

News aus dem wilden Westen

Wenn ein Konvent der Karmeliterinnen mehr als 20 Mitglieder hat, geht es ans Teilen: dann wird eine Gruppe von Nonnen ausgesandt, um eine neue Niederlassung zu gründen. Der Karmel von Valparaiso in Nebraska hat schon zwei solche Aussendungen hinter sich – mit der jüngsten gingen Ende 2012 fünf Ordensfrauen nach Oakland, Californien. Die Schwestern wohnen und beten dort in einem ihnen für begrenzte Zeit überlassenen Jagdhaus, und die provisorisch eingerichtete Kapelle sieht in weiten Teilen mehr nach western style als nach Frömmigkeit aus. Eben dort feierte jetzt P. Peter Junipero Hannah, O.P , einer von vier am 31. Mai geweihten Neupriestern in der Westprovinz der amerikanischen Dominikaner, seine Primiz im traditionellen Eigenritus der Dominikaner. New Liturgical Movement bringt eine Reihe bewegende Bilder von dieser Messfeier; mehr über die Karmeliterinnen von Oakland findet man auf The Catholic Voice – das ist die Online-Ausgabe der Diözesanzeitung von Oakland.

Wir fragen uns manchmal, warum auf Summorum Ponrificum so viel mehr Nachrichten aus Nordamerika erscheinen als aus allen anderen Teilen der Welt. Natürlich ist die Netz-Afffinität in USA und Kanada größer als anderswo – wer etwas zu sagen oder zu zeigen hat, geht ins Netz. (Die Karmeliterinnen selbst übrigens nicht – die konzentrieren sich aufs Beten.) Dann gibt es die Sprachbarrieren, Französisch geht ja noch, aber bei Italienisch wird es schon schwierig. Aber das ist es nicht alleine, und auch die relativ hohe Zahl von Katholiken, 78 Millionen in USA, 13 Millionen in Kanada, zusammen also mehr als 90 Millionen und damit gut drei mal soviel wie in Deutschland und Österreich mit zusammen knapp 30 Millionen, ist sicher nicht der entscheidende Faktor. Die Amerikaner tun einfach mehr, im guten wie im schlechten übrigens. Die Missbräuche und Verirrungen dort sind glücklicherweise nicht unsere Sorge, wir halten uns an die guten Vorbilder. Im deutschen Sprachraum regiert bei denen, die uns nahestehen, oft eine solche Lethargie und eine solche Atmosphäre der Mutlosigkeit und Einschüchterung, daß man selbst dann, wenn etwas Berichtenswertes geschieht, außerhalb des Kreises der Mitwirkenden nichts davon erfährt.

Überlieferte Liturgie am PNAC

Diese großartige Bild wurde in der Kapelle der Casa Sa Maria, des Priester-Wohnhauses des Nordamerikanischen Kollegs (Pontifical North American College, PNAC)in Rom aufgenommen - und eben dort wurde dieser Tage ein feierliches Hochamt in der überlieferte Form des Römischen Ritus zelebriert.

Natürlich war das eine Ausnahme, vielleicht sogar ein „erstmals“ seit Jahrzehnten. Aber immerhin: Es ist möglich, und sogar der Hochaltar ist noch vorhanden.

Gänzlich undenkbar, daß Ähnliches im römischen Machtbereich des Generalsekretärs des ZK der Deutschen Bischofskonferenz geschähe. Dort bekommen die am Germanicum, in der Maria dell'Anima oder am Campo Santo herrschenden Konzilsgespenster schon Schweißausbrüche, wenn sie auf ihrem Hoheitsgebiet eines Klerikers in Soutane ansichtig werden oder ein Gast das Konzelebrationsgebot dankend ablehnt. Der Wunsch, an einer Messe in der anderthalbtausendjährigen Liturgie der Kirche teilzunehmen, kann dort nach wie vor eine Priesterlaufbahn beenden, bevor sie begonnen hat. Ihre Feier ist in den heiligen Hallen der Teutonen undenkbar; da sei „unser gemeinsamer Lehrer“ Martin Luther vor.

Im Unterschied zu den USA, wo man mit viel modernistischem Gedankengut auch einiges von moderner Pluralität und Liberalität angenommen hat, regiert im Machtbereich der deutschen Bischofskonferenz, deren Zentralverwaltung sich nur zufällig im Rheinland befindet, nach wie vor die totalitaristische Variante. Denn man hat es nötig.

Griechisch sprechen wie Paulus

Was auf dem Bild wie ein ganz gewöhnlicher Sprachkurs aussieht, ist auch ein Bild aus einem ganz gewöhnlichen Tele-Learning-Sprachkurs: Methode und Technik sind die gleichen wie bei Tausenden anderen Kursen, mit denen sich täglich Kinder und Erwachsene in aller Welt Fremdsprachen aneignen. Ungewöhnlich ist das Angebot der Academy of Classical Languages nach seinen Inhalten: Hier kann man Latein und Griechisch lernen, und zwar nicht nur, wie der Name zunächst andeutet, in den klassischen Hochformen, sondern auch als „Kirchenlatein“ oder „Koine-Griechisch“, also in der Umgangssprache des östlichen Mittelmeerraums - Rom eingeschlossen - zur Zeit Christi und der Kirchenväter.

Ob man nach Absolvierung eines kompletten Kursprogramms wirklich so gut Griechisch kann wie der Apostel Paulus - oder doch eher auf dem Stand des Verfassers der Geheimen Offenbarung ist, der bei Graecisten einen weniger guten Ruf genießt, hängt wohl hauptsächlich vom persönlichen Einsatz ab. Und natürlich ist es auch eine sehr persönliche Entscheidung, wie weit man dabei gehen will, Texte aus Liturgie und Lehre der Kirche zumindest gelegentlich in der Ursprungssprache zu Rate ziehen zu können. In jedem Fall ist es bemerkenswert, daß das dahingehende Interesse in den USA offenbar stark genug ist, ein derartiges kommerzielles Angebot ins Netz zu bringen.

Pontifikalamt im Priesterseminar

Im Munelein-Seminary der Erzdiözese Chicago feiert heute abend der emeritierte Bischof von Scranton, S. E. James Timlin, ein feierliches Pontifikalamt in der überlieferten Form der lateinischen Liturgie. Der Gottesdienst findet im Rahmen einer Tagung des Institute on Religious Life statt; es ist die erste derartige Zelebratin im Seminar seit 50 Jahren.

Kurz zur Vorstellung der Beteiligten: Bischof Timlin, der in diesem Jahr 87 wird, war bis 2003 fast 30 Jahre lang erst Weihbischof und dann Bischof von Scranton und verstand es in diesen schwierigen Jahrzehnten, seine Diözese einigermaßen auf katholischem Kurs zu halten. Die überlieferte Liturgie war während seiner Amtszeit dort anscheinend kein Thema; er gehörte jedoch zu den ersten Bischöfen des Landes, die sich gegen die zunehmend lebensfeindliche Gesetzgebung und Rechtsprechung zur Abtreibung wandten.

Das Mundelein-Seminar, das auf eine Gründung aus dem Jahr 1844 zurückgeht, gehört zu den solidesten Priesterseminaren der Vereinigten Staaten. Es war 1926 Haupt-Versammlungsort für den Internationalen Eucharistischen Kongress und wurde 1934 von Papst Piusd XI. als erstes nordamerikanisches Seminar zur Päpstlichen Theologischen Hochschule mit vollem Promotionsrecht erhoben. Die meisten Rektoren des Seminars wurden später zu Bischöfen ernannt. Gegenwärtig studieren am Seminar 190 Priesteramtskandidaten aus 33 amerikanischen und mehreren ausländischen Diözesen. Das Seminar ist stolz auf seine Bibliothek mit über 200 000 Bänden mit Schwerpunkten Patristik, Kirchenrecht und Kirchengeschichte. Gegenwärtiger Rektor der Hochschule ist seit 2012 Fr. Robert Barron, der zuvor eines der bekanntesten Programme zur Neuevangelisierung in den USA aufgebaut hatte.

Das Institute on Religious Life ist eine Gründung von Fr. John Hardon S.J., der bis zu seinem Tode im Jahr 2000 eng mit dem heutigen Kardinal Burke zusammenarbeitete. Fr. John Hardon war wie sein großes Vorbild Petrus Canisius Verfasser eines einflussreichen Katechismus, der bis zum Erscheinen des KKK einen wertvollen Haltepunkt für die glaubenstreuen Katholiken der USA und anderer englischsprachiger Länder darstellte.  Auf Anregung des damaligen Kardinals Ratzingers hatte das IOR  auch die geistliche Betreuung der Missionarinnen der Nächstenliebe von Mother Teresa übernommen, nachdem diese in den 80er Jahren von Papst Johannes Paul II. dazu aufgefordert worden waren, ihre karitative Tätigkeit durch stärkeren Einsatz für die Glaubensverbreitung zu ergänzen. Das Institut ist heute eine wesentliche Stütze für die wenigen Ordensgemeinschaften in den USA, die sich der vorherrschenden Tendenz zu Säkularisierung und Entchristlichung entgegen setzen.

Die Veranstaltungen während der Tagung des IRL im Mundelein-Seminary einschließlich des Pontifikalamtes werden über einen Youtube-Channel dirket übertragen, der zum Zeitüunkt der Abfassung dieser Meldung aber noch leer ist.

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