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Amerikanische Prämonstratenser pflegen die Gregorianik

Umschlagbild der CDZum vierten Mal haben die Prämonstratenser der Abtei St. Michael im kalifornischen Orange County eine CD mit gregorianischem Choral herausgebracht - und ebenso wie die Platten der Zisterzienser von Heiligenkreuz in Europa sind ihre Aufnahmen in Nordamerika in den Hitlisten ganz vorne zu finden. Vielleicht merkt ja mal jemand etwas...

Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Heiligenkreuz und St. Michael: Während man in Heiligenkreuz ein, sagen wir mal, höchst distanziertes Verhältnis zur überlieferten Liturgie der Kirche pflegt (s. dazu unseren Bericht: Rektor von Heiligenkreuz verweigert Aufnahme der „Alten Messe“ in die Priesterausbildung) von 2007), feiern die Regularkanoniker von St. Michael die lateinische Liturgie in beiden Formen: In der Gemeindeseelsorge überwiegend nach dem Novus Ordo und in englischer Sprache, in der Abtei selbst ausschließlich auf Latein und überwiegend nach der überlieferten Liturgie. Dabei sind sie bemüht, vor allem im Stundengebet auch Elemente des schon lange untergegangenen Eigenritus der Prämonstratenserliturgie wieder zu beleben.

Die Abtei, die in den 50 Jahren nach dem Volksaufstand in Ungarn von geflohenen ungarischen Prämonstratensern gegründet worden war, hat in den vergangenen Jahren einen enormen personellen Zuwachs erfahren. Die Gemeinschaft hat heute 73 Mitglieder, davon sind 24 Seminaristen, allein 5 davon kamen im vergangenen Jahr. Da die alten Räumlichkeiten infolgedessen nicht mehr ausreichen, wird derzeit ein Neubau geplant. Er soll sich - anders als die in modernem Stil errichteten Gebäude der 50er Jahre - wieder stärker an der traditionellen Bauweise von Klöstern orientieren.

Leider ist die Website von St. Michael derzeit - möglicherrweise aufgrund eines Hackerangriffs - nicht erreichbar.

Am Ende des Weges

Die Parolen der 'Koalition fortschrittlicher Katholiken'Diese angebliche Konzelebration mit einer angeblichen Frauen-Priesterin (vergangenen November in Columbus, US-Bundesstaat Georgia) brachte dem amerikanischen Jesuiten P. Bill Brennan jetzt eine Suspendierung seiner priesterlichen Aufgaben und Pflichten ein. (Quelle) Die Maßnahme erfolgte allerdings nicht auf Initiative seiner Ordensoberen, sondern ging auf eine Anordnung des zuständigen Metropoliten Erzbischof Jerome Listecki von Milwaukee, zurück.

Interessanter als der Vorfall selbst, der uns bei einem Jesuiten dieser Generation (geb. 1920) nur begrenzt überrascht, erscheint uns das in der „Dekoration“ des Altartisches zum Ausdruck kommende Liturgieverständnis: Hier handelt es sich offenbar nicht mehr um den Mahltisch eines verkürzten Eucharistieverständnisses, wie er sich in der Folge häretisierender Entwicklungen in der Kirche weithin etabliert hat. Hier sehen wir nur noch den Vorstandstisch des Präsidiums einer Versammlung, der mit den Losungen und Parolen des Tages beschriftet ist:

  • Priesterweihe für Frauen und Verheiratete
  • Kommunion für alle
  • Stärkung der Laien
  • Schluss mit dem Rassismus
  • Akademische Freiheit!
  • Gleiche Rechte für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender!

Verweltlichung von Kirche im Endstadium.

 

 

Priester- und Diakonenweihe in Clear Creek

Bei der WeiheAm 7. Oktober hat der Erzbischof von Oklahoma, Paul Stagg Coakley, im der überlieferten Liturgie verpflichteten Benediktinerkloster von Clear Creek einen Diakon zum Priester und zwei weitere Mönche zu Diakonen geweiht. Unmittelbar zuständiger Bischof für Clear Creek ist der bekannte Freund der Tradition Diözesanbischof Slattery von Tulsa, dessen Diözese erst 1972 durch Teilung des Vorgänger-Bistums Oklahoma-Tulsa entstanden ist. In der Übernahme der Weihe durch Metropolitanbischof Coakley sehen Beobachter eine besondere Anerkennung der Aufbauarbeit von Bischof Slattery in Clear Creek und anderswo durch den Erzbischof.

Die Priester- und Diakonenweihe anfang dieses Monats fand als erste größere Zeremonie in der inzwischen zu halber Höhe aufgerichteten Abteikirche von Clear Creek statt. Eine Fülle eindrucksvolle Bilder von der Weihe, die auch Einblicke in den Baufortschritt der Kirche geben, finden Sie auf Picasa.

Der alte Ritus der Dominikaner kehrt zurück

Das Plakat  für den MessterminAm 27. September feiern die Dominikaner der amerikanischen Ostprovinz des Ordens in der Hauptkapelle ihres Studenhauses in Washington ein gesungenes Amt im überlieferten Ritus ihres Ordens - an diesem Ort zum ersten Mal wieder seit 40 Jahren.

Während die Dominikaner der Westprovinz ihren alten Ritus bzw. die sehr ähnliche Form der Messe nach den Büchern von 1962 nie vollständig aufgegeben haben, war es in der Ostprovinz nach der Liturgiereform von 1970 zu heftigen Auseinandersetzungen über die liturgische Orientierung gekommen. Sie endete mit dem Sieg der Neuerer, die ihre Position mit der siegreichen Revolutionären eigenen Rücksichtslosigkeit durchsetzten.

Mehr zum Hintergrund

Wie man es richtig macht

Eine ganze Woche verbrachte Bischof Robert Morlino  (geb. 1946)  von Madison, Wisconsin im Priesterseminar seiner Diözese. Er hielt Vorträge und stand den Alumnen und den Mitarbeitern für Einzelgespräche zur Verfügung - allein das keine kleine Aufgabe bei derzeit 32 Seminaristen.

Zumindest einmal, nämlich am vergangenen Sonntag feierte Bischof Morlino während dieser Woche im Seminar die hl. Messe nach der überlieferten Liturgie. Außerdem ließ er die Seminaristen wissen, er erwarte, daß alle im Lauf ihrer Ausbildung auch die Zelebration nach den Büchern von 1962 erlernen. Nicht, um sie täglich zu zelebrieren, sondern um sich mit ihrer Praxis und ihrer Spiritualität vertraut zu machen und ihr Selbstverständnis als Priester davon formen zu lassen. Die interessante und vom Bischof zweifellos erwünschte Nebenwirkung: In dieser Diözese muß kein Priester befürchten, Schwierigkeiten zu bekommen, wenn er auf Wunsch von Gläubigen oder auch aus eigenem Antrieb die Messe in der außerordentlichen Form feiert. Eine vorbildliche Umsetzung von Summorum Pontificum und Universæ ecclesiæ.

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