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Wie man es richtig macht

Eine ganze Woche verbrachte Bischof Robert Morlino  (geb. 1946)  von Madison, Wisconsin im Priesterseminar seiner Diözese. Er hielt Vorträge und stand den Alumnen und den Mitarbeitern für Einzelgespräche zur Verfügung - allein das keine kleine Aufgabe bei derzeit 32 Seminaristen.

Zumindest einmal, nämlich am vergangenen Sonntag feierte Bischof Morlino während dieser Woche im Seminar die hl. Messe nach der überlieferten Liturgie. Außerdem ließ er die Seminaristen wissen, er erwarte, daß alle im Lauf ihrer Ausbildung auch die Zelebration nach den Büchern von 1962 erlernen. Nicht, um sie täglich zu zelebrieren, sondern um sich mit ihrer Praxis und ihrer Spiritualität vertraut zu machen und ihr Selbstverständnis als Priester davon formen zu lassen. Die interessante und vom Bischof zweifellos erwünschte Nebenwirkung: In dieser Diözese muß kein Priester befürchten, Schwierigkeiten zu bekommen, wenn er auf Wunsch von Gläubigen oder auch aus eigenem Antrieb die Messe in der außerordentlichen Form feiert. Eine vorbildliche Umsetzung von Summorum Pontificum und Universæ ecclesiæ.

Eine Generation tritt ab

Porträtphoto des BischofsAls Nachfolger von Bischof Donald Trautman (geb. 1936) von Erie, der im vergangenen Jahr nach Erreichung der Altersgrenze dem Papst seinen Rücktritt angeboten hatte, ernannte Papst Benedikt gestern den Kanonisten und Verwaltungsmann Lawrence Persico (geb. 1950) aus der Diözese  Greensburg zu dessen Nachfolger. Er wird sein Amt am 1. Oktober übernehmen.

Während über  Msgr. Persico bis jetzt wenig Informationen vorliegen, ist Bischof Trautman, der wegen seines Einsatzes für eine „geschlechtergerechte Sprache“ in der Liturgie auch gelegentlich als „Bishop Trautperson“ angesprochen wurde, einer der bekanntesten Fürsprecher einer Banalisierung der Liturgie im amerikanischen Episkopat. Er gehörte zu den lautstärksten Gegnern der im vergangenen Jahr verbindlich gewordenen neuen Übersetzung des Missale Romanum ins Englische. Er fand jedoch mit seinem Beharren auf den übersetzungstheoretischen Ideen der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Kreis seiner Bischofskollegen immer weniger Gehör und konnte sich schließlich auch in Rom nicht mehr durchsetzen. Zum Ende seiner Amtszeit war es für ihn sicher eine große Enttäuschung, zu erleben, daß die von ihm als „altertümelnd“ und „zu kompliziert“ abgelehnte neue Übersetzung von der übergroßen Mehrheit der englischsprachigen Gemeinden weltweit und auch in den USA bereitwillig akzeptiert wurde. Der angekündigte und von interessierter Seite angeheizte „Aufstand der Gläubigen des 21. Jahrhunderts“ ist auch in den USA von wenigen Ausnahmen abgesehen ausgeblieben.

Überlieferte Liturgie bei Jesuiten

Beim LevitenamtBereits im vergangenen Juni feierte der kurz vorher zum Priester geweihte amerikanische Jesuit William V. Blazek (Provinz Chicago-Detroit) eine Nachprimiz als levitiertes Hochamt in der Überlieferten Liturgie. Fr. Blazek, geb. 1965, ist einer von 12 Jesuiten, die in diesem Jahr in den USA die Priesterweihe erhielten. Nach einer Laufbahn im Militär (ausgebildet bei den Rangers und Einsätze in Saudi-Arabien und im Irak) trat er nach Abschluss seines Medizinstudiums 2001 in den Jesuitenorden ein und übernahme eine Lehrtätigkeit mit dem Schwerpunkt Medizinethik im militärischen Umfeld.

Zahlreiche Bilder von seiner Primiz finden sich auf flickr und auf dominenonsumdignus.minus.com.

Überlieferte Liturgie in Harlem

Blick zum HochalterEast-Harlem, früher als Italian-Harlem bekannt, ist von den drei Harlem-Bezirken in New York wohl der schäbigste und am meisten heruntergekommene: Nachdem die Italiener den Bezirk in den 60er und 70er Jahren fast völlig verlassen hatten, fiel er zunächst unter die Immobilien-Spekulanten und wurde völlig herabgewirtschaftet. Später kamen dann Neueinwanderer aus Lateinamerika, darunter viele Illegale, und heute gilt der Bezirk als weitaus ärmer (und auch gefährlicher) als z.B. Black Harlem, wo sich längst ein eigener Mittelstand entwickelt hat.

Mitten im Bezirk steht die außen neoromanische und innen renaissance-römische Kirche Our Lady of Mt. Carmel, in der am vergangenen Samstag, dem 21, 7. aus Anlaß einer Wallfahrt zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder ein Levitenamt in der überlieferten Liturgie gefeiert wurde. Die Liturgie, für die diese Kirche gebaut wurde. In den besten Zeiten beteiligten sich mehr als 500 000 Menschen an der Wallfahrt zum Gnadenbild der gekrönten Madonna - inzwischen füllen die Wallfahrer kaum mehr das Kirchenschiff. New Liturgical Movement  zeigt eine kleine Bilderserie vom Levitenamt.

Primizfeiern im überlieferten Ritus

Der Primiziant bei der Erhebung des KelchesAm 24. Mai konnten wir mitteilen, daß ein neugeweihter Diözesanpriester der Erzdiözese New York, Fr. Patric D'Arcy, seine Primiz als levitiertes Hochamt nach dem überlieferten Ritus gefeiert hatte. Inzwischen sind aus Nordamerika weitere Primizen nach den Büchern von 1962 bekannt geworden. Ein „Trend“, wie einige Beobachter das nennen, ist darin sicher nicht zu sehen, aber doch ein Anzeichen für klimatische Veränderungen. Das vielleicht umso mehr, als der Primiziant von New York in diesem Jahr der einzige Neupriester der Diözese war.

Tatsächlich haben in mehreren Diözesen der USA und Kanadas die Seminarverantwortlichen die auch dort bislang gepflegte Abgrenzungspolitik gegenüber der überlieferten Liturgie aufgegeben oder zumindest abgemildert. Immer mehr Seminaristen lernen im Studium die Grundzüge der alten Liturgie kennen - und immer mehr entschließen sich, auch die Zelebration nach den alten Büchern zu erlernen und später dann auch gelegentlich zu praktizieren.

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