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Neue Pfarrei für die alte Liturgie

Der Bischof des kalifornischen Fresno, S.E. Armando Ochoa, hat der „Fresno Traditional Mass Society“ die Errichtung einer eigenen Pfarrei für die Anhänger der überlieferten Liturgie und Lehre zugesagt. Er hat der Gruppe zunächst erlaubt, Spenden für den Erwerb einer eigenen Kirche zu sammeln und die Petrusbruderschaft eingeladen, wenn es denn soweit ist die Seelsorge an der neuen Kirche zu übernehmen. Aus den bisherigen Mitteilungen wird nicht ganz klar, ob es dabei um eine reguläre Personalpfarrei nach den Vorgaben von Summorum Pontificum oder eine andere Rechtsform handelt, alles deutet jedoch auf eine Personalpfarrei.

Die neue Kirche wird die gesamte Liturgie mit heiligen Messen an allen Sonntagen, Werktagen und Festen und die Spendung aller Sakramente nach den Büchern von 1962 vornehmen und ein umfassendes Gemeindeleben aufbauen.Weiterhin erwähnt wird der Aufbau einer Schola für Gregorianik, die Pflege der traditionellen Kirchenmusik und verschiedene soziale Aktivitäten wie Einrichtung einer Messdiner-Gilde, Einer Mädchen-Gruppe, einer Rosenkranz-Vereinigung sowie Unterstützung für Eltern, die ihre Kinder zuhause unterrichten.

Die zukünftige Gemeinde hat bereits eine Liegenschaft ins Auge gefasst, auf der sich ein Kirchengebäude, Schul- und Gemeinderäume, eine Suppenküche und ausreichend Parkplätze befinden. Für den Erwerb und erste Renovierungsarbeiten werden zunächst 900 000$ benötigt - die Traditional Mass Society hat mit der Spendenwerbung begonnen.

Die Petrusbruderschaft ist derzeit in 41 Pfarreien in den USA und Kanada aktiv. Im Staat Kalifornien gibt es bereits drei weitere Apostolate der Bruderschaft in Sacramento, Los Angeles, und San Diego - das sind jeweils die Bischofssitze eigener Diözesen.

Raus aus den Schützengräben!

Gestern war der 8. Jahrestag des Inkrafttretens von Summorum-Pontificum. Es ist müßig, nach Zahlen zu suchen, die aus den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte machen sollen: Eine solche Geschichte gibt es zumindest für den deutschsprachigen Raum nicht, und die Gründe dafür liegen nicht nur beim nach wie vor zähen Widerstand der Kräfte in Episkopat und Ordinariaten. sie in der überlieferten Liturgie – zu Recht – ein Hindernis für die von ihnen angestrebte Angleichung an die säkularisierte Welt sehen. Hindernisse gibt es aber auch auf Seiten von Anhängern der Tradition, die es nicht immer verstehen, ihre nach Summorum Pontificum berechtigten Wünsche in erfolgversprechender Weise vorzutragen und auch durchzusetzen.

Die amerikanische Juventutem, genauer gesagt, deren Ortsverband Washington DC, hat jetzt ein Papier erarbeitet, das gute Ratschläge dafür gibt, wie man die Arbeit für die Ausbreitung der alten Messe auf lokaler Ebene am besten fördert: Raus mit Summorum Pontificum aus den Schützengräben.

Der Titel umreißt das Programm: Schluß mit der Indult-Mentalität, die in der huldvoll gewährten Erlaubnis zur Feier der überlieferten Liturgie die Einräumung eines Schonraumes sieht, in dem man es sich dann gemütlich macht, ohne gestört zu werden oder andere zu stören. Summorum Pontificum macht die überlieferte Liturgie rechtlich wieder zu dem, was sie immer hätte sein müssen: Besitz und Erbe der ganzen Kirche, zu dem alle die das wünschen, Zugangsrecht haben. Die Priester, denen ihre Oberen die Feier dieser Liturgieform nicht untersagen dürfen, und die Gläubigen, die einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch darauf haben, ihr entsprechendes Ansinnen erfüllt zu sehen. Dabei geht es einerseits um ein gewisses Maß an kirchlicher Zivilcourage. Andererseits fällt es umso leichter, mit diesem Anspruch durchzudringen, je weniger er im Geist der Absonderung und Konfrontation, sondern in einer Grundhaltung des selbstverständlichen Dazugehörens vorgebracht wird.

Das mag den Jungen leichter fallen, die keine jahrzehntelange Erfahrung von unbarmherziger Ausgrenzung und Diskriminierung hinter sich haben. Der kummervolle Blick zurück, Selbstmitleid oder gar Selbstgerechtigkeit helfen hier jedoch nicht wirklich weiter. Das Papier von Juventutem DC enthält denn auch viele praktische Hinweise, wie es anzustellen ist, um der überlieferten Liturgie wie einen Platz im Alltagsleben der Gemeinden zu verschaffen. Einiges davon ist sehr spezifisch auf die amerikanischen Verhältnisse bezogen, anderes kann auch hier in Deutschland mit Gewinn genutzt werden. Den Text bringt New Liturgiacl Movement.

Schlechte Nachrichten aus New York

Gerne würden wir öfter über Erfreuliches berichten - aber die Welt, so wie sie ist, gibt es nicht oft genug her. Seit einem Jahr schwärt eine beunruhigende Entwicklung um die Pfarrei und Kirche Our Saviour in Manhattan, New York. Ähnlich  wie in Blackfen, London, wurde auch dort ein glaubenstreuer und der Tradition verpflichteter Pfarrer durch einen „neuen Mann“ ersetzt, der buchstäblich vom ersten Tag an begann, alles auf den Kopf zu stellen. Natürlich wurde alsbald die regelmäßig gefeierte Messe in der überlieferten Form abgeschafft, natürlich wurden bewährte Mitarbeiter des „parish staff" entlassen und durch neue - aus der alten Pfarrei mitgebrachte - Kräfte ersetzt. Die Pastoralarbeit, die unter dem vorherigen Pfarrer insgesamt 12 Priesterberufungen hervorgebracht hatte, wurde grundlegend modernisiert - Ergebnisse sind noch nicht absehbar.

Allerdings auf anderen Gebieten durchaus: Die von Pfarrer Rutler aus tiefer und langjähriger Verschuldung hochgebrachten Gemeindefinanzen sind erneut in den roten Zahlen, eine aufwendige Renovierung des Pfarrhauses verschlang über 1 Million Dollar, und seit einem Jahr - das ist der eigentliche Auslöser der aktuellen Aufregung - werden auch in der „Erneuerungsarbeiten“ durchgeführt. Dabei ist die letzte Renovierung erst vor etwa 5 Jahren abgeschlossen worden, doch ihr Ergebnis ist ganz und gar unvereinbar mit dem Geschmack des neuen Hausherrn.

Our Saviour ist ein Bau aus den 50er Jahren, der allerdings nicht der damaligen Moderne angehört, sondern am besten als eine nicht überall geglückte Verbindung von neoromanisch, neobyzantinisch und neo-Art-Deco charakterisiert werden kann. Im Innern machte er einen ziemlich inkonsequenten und irgendwie unfertigen Eindruck - das war für Pfarrer Rutler der Anstoß, einen New Yorker Künstler mit der Anfertigung von 30 ikonenartigen Bildtafeln zu beauftragen, mit denen vier schwere Pfeiler des Altarraums verkleidet wurden. Die Heiligenbilder an sich sind keine Ikonen - aber die Art, wie sie angebracht wurden und den Raum prägen, hat eine stark byzantinische oder russische Anmutung. Diese wird noch dadurch verstärkt, daß über dem Altarraum ein großer Bildnis des Christus Pantokrator nach dem Vorbild der Kathedrale von Monreale angebracht wurde.

Und nun werden diese Bildwerke in einer Reihe von Nacht- und Nebelaktionen entfernt, ohne daß irgendein Pfarrgremium oder die Spender der vorherigen Ausstattung oder der dafür heranzgezogene Künstler im Geringsten informiert worden wären. Angeblich soll eine ursprünglich beabsichtigte, aber nie ausgeführte Art-Deco-inspirierte Gestaltung realisiert werden - freilich ohne den damals selbstverständlich mitgeplanten Hochaltar. Die Neugestaltung ist einer Firma anvertraut, die sich als Spezialistin für die Gestaltung von „worship spaces" im Geist des Konzils empfiehlt. Wer die Aufträge unterschrieben hat oder die Rechnungen bezahlen soll, ist unbekannt. Der Pfarrer und sein Erzbischof - das ist Timothy Kardinal Dolan - sind für Stellungnahmen nicht erreichbar. Diskussionen auf der Facebook-Seite der Gemeinde werden unterbunden: „All comments posted here (good or bad) will be deleted. Thank you.“

In einem Wort: konzilsgeistlich wie es im Buche steht. Die abrupte Art der „Machtübernahme“ nicht fassbarer Kräfte in der Gemeinde, die finanziellen Ungereimtheiten und weitere schwer verständliche Entwicklungen um das der Öffentlichkeit anscheinend nicht mehr zugängliche Pfarrhaus haben inzwischen zum Entstehen einer Vielzahl von Gerüchten geführt. Seriöse Informationen zum Thema bieten First Things (What Clericalism looks like),  New Liturgical Movement (Iconoclasm in New York City, dort an die 100 teils hoch informative Leserzuschriften) und OnePeterFive (Naked in New York: The Unceremonious Stripping of Our Saviour). Das Bild aus der Zeit von Pfarrer Rutler fanden wir bei OnePeterFive, es ist von David Galalis. Sie können es hier in voller Größe herunterladen.

Unter dem Regenbogen

Mit der Mehrheit von 5 seiner 9 Richter hat der oberste Gerichtshof der USA die Gesetzgebung aller amerikanischer Einzelstaaten, soweit sie der „Homoehe“ die volle staatliche Anerkennung versagen, für verfassungswidrig erklärt.

Diese Entscheidung der Richter ist das gesellschaftliche Äquivalent zu einer Atombombe; ihr Fallout reicht weit über die USA hinaus. Das Urteil beschädigt nicht nur im Kern das Rechtssystem, indem es das göttlichem und natürlichem Recht widersprechende Konstrukt einer gleichgeschlechtlichen Ehe zur Rechtsnorm erklärt und damit allen denkbaren anderen Willkürprodukten Tür und Tor öffnet. Auch die politische Basis des Staates ist betroffen: Die Richter entziehen ein Thema, das gesellschaftlich umstritten ist wie kaum ein anderes, jeder politischen Diskussion und der Abstimmung der Wähler. Dabei beruft sich das Gericht auf eine Verfassung, deren „Väter“ sich wohl noch nicht einmal in ihren Albträumen vorstellen konnten, was heute aus ihrem Dokument herausgelesen wird.

Die Entscheidung des obersten Gerichts ist eine Feinderklärung insbesondere an das rechtgläubige Christentum, das sich nun, ähnlich wie zu Caesars Zeiten, in einer Position sieht, daß zentrale Aussagen seiner Tradition und Lehre als gesetzeswidrig, ja als verfassungsfeindlich gelten. Christen, die ihren Glauben ernst nehmen, müssen mit Verfolgungen bisher in der bürgerlichen Gesellschaft kaum vorstellbaren Ausmaßes rechnen. Das reicht von der Drangsalierung von Einzelnen durch Gleichstellungsaktivisten, denen eine zu vielen Mißbräuchen ermutigende „Antidiskriminierungsgesetzgebung“ alle Mittel an die Hand gibt, bis zum staatlichen Entzug des Erziehungsrechtes christlicher Eltern ganz allgemein - der in Deutschland auch bereits ohne entsprechendes höchstrichterliches Urteil weit gediehen ist. Rechtgläubige Christen werden zu vogelfreien Exilanten im ehedem eigenen Land.

Die Entscheidung der Richter ist vorläufiger Höhepunkt einer wahnhaften Entwicklung, in der sich kulturelle Eliten anmaßen – und diese Anmaßung machtgestützt durchsetzen – die gesamte bisherige Entwicklung der Menschheitsgeschichte zu verwerfen und in eine neue Richtung zu lenken. Der Versuch zur Schaffung des neuen Menschen, begonnen vom Jakobinertum der französischen Revolution und von Faschismus und Sowjetkommunismus auf seine je eigene Weise vorangetrieben, um in Ozeanen von Blut und Elend unterzugehen, geht in eine dritte, nur dem äußeren Anschein nach zivilisiertere, Runde.

Die amerikanische Bischofskonferenz hat in wohltuender Klarheit zu dem Urteil Stellung genommen. Weitere wichtige Ausführungen glaubenstreuer Christen finden sich bei Steve Skojec, Rod DreherR. Albert Mohler und im Überblick bei Fr. Z. Auch das im Anhang zur Entscheidung des Gerichts wiedergegebene Minderheitsvotum der vier überstimmten Richter ist lesenswert, während das eigentliche Urteil eher ein Lehrstück in Rabulistik darstellt.

Zum Bild (Noahs Dankopfer nach der Sintflut, Joseph Anton Koch 1803)

Nach dem Opfer Noahs zum Dank für die Errettung von den Fluten macht Gott der Menschheit ein feierliches Versprechen: „Meinen Bogen will ich in die Wolken setzen, und er soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde ... und ich will gedenken meines Bundes mit Euch und mit jeder lebenden Seele, die das Fleisch belebt, und es soll hinfort keine Wasserfluth mehr kommen, alles Fleisch zu vertilgen.“ (Gen 1,9) Heute dient der Regenbogen, dessen Bild gestern von Menschenhand auf die Front des Weißen Hauses, zahlose Zeitungs- und Internetseiten und heute natürlich auch die Straßen Berlins gebracht wird, zum Zeichen der Aufkündigung dieses Bundes.

Priesterweihen bei Petrus

Am gestrigen Samstag, den 30. 5., empfingen sechs Diakone des nordamerikanischen Distrikts der Petrusbruderschaft das Sakrament der Priesterweihe. Ort der feierlichen Handlung war die Kirche des erst vor wenigen Wochen neu eröffneten St. Thomas Aquinas - Newman Centers in Lincoln, Nebraska - das ist die Diözese, in der sich auch das nordamerikanische Seminar der FSSP befindet. Weihender Bischof war S. Ex. James D. Conley, der Ortsbischof von Lincoln. Die Zeremonie wurde über den von der Petrusbruderschaft betriebenen Internet-Sender LiveMass.net übertragen. Eine Bilderschau auf der Website des Nordamerikanischen Distrikts ist zwar bereits angekündigt, aber noch nicht verfügbar.

Die Newman-Center bilden an Universitäten, die nicht von der Kirche unterhalten werden, Stützpunkte des Glaubens in Übereinstimmung mit der traditionellen Lehre der Kirche. Sie sind zwar nicht auf die Feier der überlieferten Liturgie festgelegt, stehen aber den entsprechenden Gruppen jederzeit offen. Das neue Center in Lincoln bietet Räume für unterschiedliche Aktivitäten und Veranstaltungen; die Kirche des Hl. Thomas von Aquin bildet das Hauptstück der Anlage und hat 650 Sitzplätze.

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