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Hl. Pius X. - bitte für uns

Nach dem Kalendarium des Missalers von 1962 ist der 3. September der Festtag des hl. Papstes Pius X. - der 3. September war zum Zeitpunkt der Heiligsprechung 1954 der dem Todestag (20. August 1914) nächstgelegene noch „verfügbare“ Gedenktag. Im Kalender des Novus Ordo, für den andere Regeln gelten, wurde der Feiertag Pius X. auf den 21. August herangerückt - der 20. August selbst bleibt als Feiertag dem hl. Bernhard von Clairveaux vorbehalten.

In diesem Jahr trifft der Gedenktag des hl. Papstes mit der Nachricht zusammen, daß es am 21. September in Rom zu einem Treffen zwischen dem Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, und Bischof Fellay von der Piusbruderschaft kommen werde. Absicht und Ziel des Treffens sind ungewiss - die der Bruderschaft 2012 zur Unterzeichnung vorgelegte (und bis heute im Wortlaut unveröffentlichte) Erklärung kann von der Bruderschaft nach allen bisherigen Verlautbarungen nicht akzeptiert werden. Und um ganz sicher zu sein, daß sich daran nichts ändert, soll Bischof Fellay dem Vernehmen nach bei seinem Gespräch in der Glaubenskongregation von Bischof Tissier de Mallerais begleitet werden, der Kardinal Müller in tiefempfundener Abneigung verbunden ist und zu den strikten Gegnern einer Aussöhnung mit Rom zu den bisherigen Bedingungen zählt.

3000 Jahre Klage des Gottesvolkes

Lehigh-Valley ist eine Region etwa 120 km östlich von New York mit knapp 1 Million Einwohner. Die größeren Städte dort heißen Allentown, Nazareth und Bethlehem, und es gibt eine Regionalgruppe von Juventutem Foederatio internationalis, der in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund getretenen Jugendorganisation zur Unterstützung der überlieferten Liturgie. Am heutigen Donnerstag wird dort auf Initiative der Gruppe ein gesungenes Amt für die Opfer der Christenverfolgung in den islamischen Ländern gefeiert. Die Zelebration folgt der Votivmesse „Zur Verteidigung der Kirche“ (bis 1962: „Zum Schutz gegen die Heiden“), die in dieser Form auf die Zeit der Türkenkriege im 15. Jahrhundert zurückgeht. In Wirklichkeit ist sie natürlich viel älter: wesentliche Teile des Propriums bestehen wie meist in der überlieferten Liturgie aus Versen der Psalmen.

Introitus ist das Exsurge vom Sonntag Sexagesima, das aus dem 43. Psalm genommen ist:

Wach auf, was schläfst Du, Herr. Verstoß uns nicht auf ewig! Was wendest Du Dein Antlitz ab, vergissest unsere Not. Es klebt am Boden unser Leib, Wach auf o Herr, hilf uns, erlöse uns! - O Gott, mit eigenen Ohren hörten wir es, unsere Väter erzählten uns davon.“

Die Oratio fleht:

Allmächtiger ewiger Gott, in Deiner Hand ruhen die Gewalten und die Rechte aller Reiche, so sei denn darauf bedacht, den Christen zu helfen, damit die Heidenvölker, die auf ihre rohe Kraft verrtrauen, durch die Macht Deiner Hand niedergezwungen werden.“

Das Graduale folgt wieder dem Sonntag Sexagesima:

Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm uns zu erlösen!“ Dem folgt in der Fastenzeit ein Tractus aus dem 78. Pslam: „Hilf uns O Gott, Du unser Heil; Herr, um der Ehre Deines Namens willen mach uns frei; um Deines Namens willen übe Nachsicht mit unseren Sünden. Auf daß nicht die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Kund soll es werden vor unseren Augen unter den Völkern. Nimm Rache, o Herr, für das auf der Erde vergossene Blut Deiner Heiligen; der Schrei der Gefangene dringe zu Dir.“

Das Oratorium ist aus dem Psalm 17 genommen:

Dem gedemütigten Volk bringst Du Rettung, o Herr, und demütigst die Blicke der Stolzen. Denn wer ist Gott außer Dir, o Herr?“

Die Communio reiht mehrere Verse aus dem Psalm 118 aneinander:

In Deiner Gnade ruht meine Seele, ich setze meine Hoffnung auf Dein Wort. Wann hälts Du Gericht über meine Verfolger? Böse Menschen verfolgen mich, o hilf mir Herr, mein Gott.“

Die Postcommunio faßt alles noch einmal in den Worten der Kirche zusammen:

Gott unser Schirmherr, blicke her und verteidige Deine Streiter gegen die Bedrohungen, die von Seiten der Heiden drohen, damit sie nach Unterdrückung aller Beunruhigungen Dir mit freiem Sinne dienen können.“

Die erste Lesung der Messe ist das Flehgebet Mardochais aus dem Buch Esther angesichts der vom Perserkönig Artaxerxes befohlenen Vernichtung aller Juden seines Reiches. Als Evangelium wird das Gleichnis vom barmherzigen Nachbarn aus Lucas 11 quis vestrum genommen, mit dem der Herr seine Jünger zum Vertrauen auf Gott ermahnt: „Bittet, so wird euch gegeben werden.“

Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen.

„Die Pforten der Hölle haben sich geöffnet und alle Teufel sind herausgekommen. Die Lage ist wirklich ganz schlimm. Die Christen leben in einer prekären Lage. Diese Teufel haben sie aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben. Sie haben sie zur Flucht gezwungen mit den Worten: ‚Zwischen uns und euch ist das Schwert‘. In Mosul gibt es keine Christen mehr.“ (Jshlemon Warduni, der Weihbischof des Patriarchats von Babylon)

Christenverfolgung aktuell

Unter normaleren Bedingungen - falls es so etwas überhaupt gibt - hätten wir heute unsere Beschäftigung mit der Geschichte und Schicksaal der japanischen Christen unterbrochen, um einen Rückblick auf die am Dienstag der Woche von Kardinal Burke in St. Louis vorgenommenen Priesterweihen für das Institut Christus König und hoher Priester zu werfen - hier ein Bericht mit weiteren Bildern. Wir hätten vielleicht auch darüber nachgedacht, ob die zu diesem Anlass vom Institut in ihrer ganzen Großartigkeit entfalteten traditionellen Formen in unserer nüchternen und ganz auf schmucklos-effektive Diesseitigkeit fixierten Zeit noch zeitgemäß sind - oder ob sie nicht gerade besonders in diese Zeit gehören, da sie eine unübersehbare Mahnung daran darstellen, daß die Maßstäbe des Gottesreiches jedenfalls nicht die von dieser Welt sind, und daß es Höheres gibt als Bilanzen und Ergebnisse von Meinungsumfragen.

Dem werden wir ein andermal nachgehen. Statt dessen schauen wir von den Christenverfolgungen des 16. bis 19. Jahrhunderts in Japan zum gegenwärtig stattfindenden Massenmord an den Christen in der islamischen Welt allgemein und insbesondere im Irak, wo die Horden des Kalifats alle, die sich ihnen nicht bedingungslos unterwerfen, zur Versklavung, Vertreibung und Ermordung freigegeben haben.

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz des Irak und Chaldäische Patriarch von Babylon, Louis Raphael Sako, hat einen ergreifenden Appell an die Welt gerichtet: 100 000 Christen der Ebene von Ninive sind auf der Flucht, Kirchen werden geschändet und niedergebrannt, Bibliotheken und Archive vernichtet. Währenddessen zeigen sich die Regierungen des Westens bestürzt über Einfuhrbeschränkungen für Erdbeeren durch Russland, und kirchliche Würdenträger schicken ihre Pressevertreter an die Mikrofone. Hier der Appell des Patriarchen:

Historische Anmerkung:

Als japanische Gesandte nach 1870 bei ihren Versuchen, das Land in die Völkergemeinschaft einzugliedern, in allen europäischen Hauptstädten immer wieder mit der Fage nach dem Schicksaal der Christen konfrontiert wurden, wurde die Verfolgung 1873 faktisch eingestellt; wenige Jahre später war Religionsfreiheit gesetzlich verankert.

Aber im Jahre 2014 steht Saudi-Arabien, wo Besitz einer Bibel mit dem Tode bestraft werden kann und viele Beobachter die Finanziers des Kalifats verorten, in der „westlichen Wertegemeinschaft“ hoch im Kurs.

Das Blut der Märtyrer

Die Petrusbruderschaft hat dazu aufgerufen, den 1. August, Petri Kettenfeier, als Tag des Gebets und der Buße für die Opfer der Christenverfolgung in islamischen Ländern zu begehen.

In der überlieferten Liturgie hat dieser Festtag drei Orationen, die überaus passend auch für die neu hinzugekommene Bedeutung des Tages sind:

1. Oration, Gedächtnis des hl. Petrus: O Gott, Du hast den hl. Apostel Petrus von den Fesseln gelöstund unversehrt von dannen gehen lassen; so zerbrich, wir bitten Dich, die Fesseln unserer Sünden und halte alles Unheil von uns fern.

2. Oration, Gedächtnis des hl. Paulus: O Gott, Du hast die Heidenwelt durch die Predigt des hl. Apostels Paulus belehrt,; wir bitten Dich, gib uns, die wir sein Gedächtnis begehen, die Gnade, an uns die Macht seiner Fürsprache bei Dir zu erfahren.

3. Oration, Gedächtnis der makkabäischen Brüder: Die Brüderschar Deiner Martyrer, O Herr, erfülle uns mit Freude; sie verleihe unserem Glauben Wachstum in den Tugenden und tröste uns durch ihre verstärkte Fürsprache.

Die Postcommunio von den makkabäischen Brüdern lautet: Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: Gib, daß wir den Martyrern, deren Andenken wir durch die Teilnahme an dem Sakramente feiern, durch Fortschreiten auch in ihrem Glauben nacheifern.

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