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„Keine Probleme“

Bereits zu mehreren Gelegenheiten ist erkennbar geworden, daß Papst Franziskus offenbar den früheren Präsidenten der Komission Ecclesia Dei und halben Landsmann Dario Kardinal Hoyos zu seinem Kontaktmann für die Gläubigen gemacht hat, die der überlieferten Lehre und Liturgie der Kirche anhängen. Der Kardinal hat die soeben zu Ende gegangene Jahreshauptversammlung  der Internationalen Föderation Una Voce (FIUV) in Rom genutzt, um einige beruhigende Worte an diese seit Monaten verwirrten und beunruhigten Gläubigen zu richten.

Nach Berichten auf verschiedenen Websiten (z.B. katholisches.info) sagte der Kardinal zu den Una Voce-Delegierten: „Ich habe Papst Franziskus erst vor kurzem getroffen und er sagte mir, daß er weder Probleme mit dem Alten Ritus hat noch Probleme mit Gruppen und Vereinigungen wie der Euren, die sie fördern“.

Befragt, wie das Verbot der Zelebration im überlieferten Ritus für die Franziskaner der Immakulata zu verstehen sei, sagte Kardinal Hoyos, , daß der Papst diesem Orden gegenüber auf den Neuen Ritus nur wegen interner Streitigkeiten beharre, aber nicht wegen einer ablehnenden Meinung zur traditionellen Liturgie.

Weitere Informationen zur Jahreshauptversammlung der FIUV und zu den aktuellen Aussagen des Kardinals sind bislang nicht bekannt geworden.

Personal für „Ecclesia Dei“ komplett

PorträtphotoAm gestrigen Samstag hat Papst Franziskus Kurienerzbischof Gerhard-Ludwig Müller als Präfekten der Glaubenskongregation in seinem Amt bestätigt. Das hat Radio Vatican gestern mitgeteilt. Bereits im August war Erzbischof Guido Pozzo wieder zum Sekretär der in der Glaubenskongregation angesiedelten Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei berufen worden, die für die Angelegenheiten der Gemeinschaften mit überlieferter Liturgie zuständig ist. Ebenfalls gestern wurde der bisher als Vizepräsident der Kommission eingesetzte amerikanische Erzbischof Di Noia zum Sotto Scretario der Kongregation ernannt. Einen neuen Vizepräsidenten für die Kommission gibt es nicht. Damit besteht dort wieder eine klare Struktur - sie entspricht weitgehend der in den vergangenen Jahren gültigen.

Ebenfalls gestern wurde Kardinal Mauro Piacenza (69), der bisher der Kleruskongragation vorstand und der im März einen schweren Herzanfall erlitten hatte, in das etwas außerhalb des Tagesschäftes stehende Amt des Großpönitentiars berufen. Nachfolger im Vorsitz der Kleruskongregation wird Erzbischof Benjamino Stella (72), der bisher mit diplomatischen Aufgaben betraut war. Neuer Nuntius in Deutschland wird Erzbischof Nikola Eterović, der bisher als Generalsekretär der Bischofssynode amtierte.

Verkauft für Erdöl

Im Interview mit terrasanta.net, in Auszügen auf Deutsch bei katholisches.info, hat der syrisch-katholische Patriarch von Antiochien, Youssef III. Younan, bittere Vorwürfe gegen „den Westen“ erhoben, dem er vorwarf, durch seine Unterstützung für die Rebellen, ob islamistisch oder nicht, die syrischen Christen „verraten und verkauft“ zu haben. Des Weiteren führte der Patriarch aus:

Wir sind enttäuscht von der zynischen und machiavellistischen Politik der westlichen Staaten, von Frankreich, Großbritannien, den USA. Sie sehen nur das Erdöl und vergessen dabei ihre Grundsätze. Seit mehr als zwei Jahren erzählen sie gemeinsam mit der Türkei, daß das Regime stürzen wird. Das ist entweder die größte Lüge, die sie ihrer jeweiligen öffentlichen Meinung auftischen oder der größte Rechenfehler der vergangenen zehn Jahre. Das Regime ist immer noch an seinem Platz, das Land dafür aber zerstört und mehr als 100.000 wurden getötet. Wir Christen wurden für das Erdöl verraten und verkauft. Der Westen unterstützt im Namen der Demokratie Regime, an denen nichts demokratisch ist wie in Katar und Saudi-Arabien. Das sind zwei der rückständigsten Länder der Welt. Ihre Anführer werden aber in den westlichen Palästen wie Helden der Demokratie, des politischen Pluralismus und der Toleranz gefeiert.“

Tricksen und täuschen

Update vom 13. August.

Am Samstag haben wir uns noch darüber gefreut, daß Summorum Pontificum auf der Website des Vatikans nun endlich auch in anderen Sprachen als Latein und Ungarisch zu lesen ist. Fr. Zuhlsdorf hat es nicht bei der Freude gelassen, sondern dazu aufgerufen, die Übersetzungen näher anzuschauen - und dabei kam bei mindestens einer Stelle eine böse Manipulation zum Vorschein: Während das Lateinische in Abschnitt 7 ganz klar sagt: „Wenn der Bischof für eine Zelebration (im alten Ritus) nicht sorgen will, ist die Sache der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ mitzuteilen.“, übersetzen die Spezialisten des Vatikan „Wenn er für eine Feier dieser Art nicht sorgen kann“.

Die gleiche Falschübersetzung eines offiziellen Gesetzestextes der Kirche findet sich in der italienischen und der spanischen Version - das Englische schreibt näher am Original: „If he does not wish to provide for such celebration“.

Manchmal denkt man, wir sind unter die Räuber gefallen.


„Aber wenn ein Bischof wirklich nicht kann - was dann?“ fragt eine Email.

Ein solches Nicht-Können gibt es nicht. Das Kirchenrecht verpflichtet die Bischöfe dazu, künftigen Priestern eine ausreichende Kenntnis der lateinischen Sprache vermitteln zu lassen. Von daher müssten alle Priester, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der Lage sein, die Zelebration der älteren Form zu erlernen - oder der Bischof hat das Recht nicht beachtet. Wo die „Personaldecke“ so dünn ist, daß niemand dazu beauftragt werden kann, ist sicher die Petrusbruderschaft oder eine andere Ecclesia-Dei-Gemeinschaft bereit, die Zelebration zu übernehmen. Wenn ein Bischof das nicht will - dann will er nicht, obwohl er könnte und dazu angehalten ist.

Fehlende Bereitschaft, das Recht einzuhalten, lässt sich nicht mit Übersetzungstricks überdecken.

Update

Auf dem neuen Blog nondeclinavi hat der Autor noch einige Hintergründe zur hier beklagten Fehlübersetzung ausgebreitet: In einer frühen lateinischen Version des Motu proprio gab es tatsächlich einmal die Formulierung „non potest“ - das wurde dann später für die offizielle Veröffentlichung in „non vult“ geändert. Die vielfache Falschübersetzung muss also nicht auf bösen Willen zurückgehen, sondern beruht möglicherweise nur auf Nachlässigkeit. An einer freilich sehr willkommenen Stelle.

Na endlich!

Screenshot von der Vatikan-Seite mit dem entsprechenden Hinweis

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Sechs Jahre nach der Veröffentlichung von Summorum-Pontificum und wenige Wochen vor dem 6. Jahrestag seines Inkrafttretens haben die fleißigen Redakteuere der vatikanischen Website es geschafft, den Text von Summorum Pontificum in den - für die lateinische Kirche - wichtigsten Sprachen ins Netz zu stellen. Und nicht nur diesen: Auch zahlreiche andere Dokumente, die bis jetzt nur in wenigen Sprachen oder ausschließlich in Italienisch verfügbar waren, sind jetzt für internationale Besucher zugänglich. Einige neben den oben angegebenen Sprachen auch noch zusätzlich in Arabisch und Chinesisch.

Vielleicht erfahren wir ja eines Tages, wie diese erstaunliche Veränderung zustande kam. Wie auch immer das im Einzelnen gelaufen sein mag: Herzlichen Dank.

Zusätzliche Informationen