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Glanz der Tradition in Rio

Nein - Hunderttausende, wie sie sich gestern und heute zu den Events des Jugendtages am Strand der Copacabana drängten, waren sicher nicht zum Pontifikalamt mit Bischof Rifan (am vergangenen Donnerstag) in die Kirche Nossa Senhora do Carmo da Antiga Sé gekommen. Aber die große Kirche war, den bis jetzt veröffentlichten Photos nach zu urteilen, bis auf den letzten Stehplatz und darüber hinaus gefüllt. Auch die Katechesen an den Vormittagen waren - ebenfalls den Photos nach  bestens besucht. Die überleiferte Liturgie und - nicht weniger bedeutsam - die inhaltlich unveränderte traditionelle Lehre, sind nicht mehr aus Leben und Aktivität der Kirche wegzudenken, wegzuwünschen oder wegzuschweigen.

Eine erste Bilderschau von den Veranstaltungen der Tradition in Rio de Janeiro bietet die Website von Juventutem auf Facebook. Wir halten Ausschau nach weiteren Informationen.

Alte Liturgie auf dem Weltjugendtag

Die der überlieferten Liturgie verpflichtete Apostolische Administratur (Website lädt langsam) vom Hl. Johannes Maria Vianney in Campos hat geminsam mit der Jugendorganisation Juventutem und mit Unterstützung der Erzdiözese Rio de Janeiro ein eigenes Programm für den Weltjugendtag entwickelt. Es sieht für alle Tage die nachmittägliche Zelebration einer stillen Messe vor; von Mittwochs bis Freitag gibt es zusätzlich vormittags eine Katechese.

Höhepunkt des Wochenprogramms ist das heute Abend von Bischof Rifan zelebrierte feierliche Pontifikalamt. Ort der Veranstaltungen ist jeweils die überaus prächtig ausgestattete Kirche Nossa Senhora do Carmo da Antiga Sé im Zentrum Rios.

 

Bild: Wikimedia

Wallfahrten nicht nur in Frankreich

Erst verspätet können wir mitteilen, daß die Veranstalter der Wallfahrt Paris-Chartres bereits am Mittwoch die quasi offizielle Bilderausbeute der diesjährigen pélerinage auf ihre Homepage gestellt haben - mehr als 200 Photos.

Das Vorbild dieser großen Wallfahrt der Tradition ist auch in den großen angelsächsischen Ländern aufgegriffen worden, zum Teil schon vor vielen Jahren. In Großbrittanien gibt es die von der Latin Mass Society veranstaltete Wallfahrt zum Marienheiligtum von Walsingham, die in diesem Jahr vom 23. - 25. August stattfindet. In Australien wird seit 1991 die Christus Rex Pilgrimage durchgeführt, die ihren Namen von ihrem Termin ableitet: Sie findet jeweils am Christkönigsfest statt. Sie dauert drei Tage, in denen die Pilger - sofern sie die ganze Zeit mitgehen - eine Strecke von 90 Kilometern von der Patrickskathedrale in Ballarat zur Herz-Jesu-Kathedrale in Bendigo zurücklegen. In den Vereinigten Staaten schließlich gibt es seit 1995 immer im September die Pilgrimage for Restauration, die zum Shrine of Our Lady of the North American Martyrs in Auriesville, N.Y. führt. Auriesville ist der Geburtsort der im vergangenen Jahr heiliggesprochenen Kateri Tekakwitha (1656 - 1680) aus dem Volk der Algonquin-Mohawk.

Keine dieser Wallfahrten konnte bis jetzt den Umfang und die Bedeutung der französischen Vorbilder erreichen. Aber immerhin: Sie finden statt und entwickeln sich mehr und mehr zu Kristallationskernen der Bewegung für die Wiedergewinn der traditionellen Liturgie und Lehre der Kirche.

Katholische Tradition in Japan

Una Voce Japan hat jetzt das Ordinarium der hl. Messe im überlieferten Ritus als Neudruck einer Ausgabe aus den 50er Jahren neu herausgebracht. Die Ausgabe ist kommentiert und orientiert sich im großen Ganzen am Vorbild des Schott.

Die von der Sophia-Universität der Jesuiten in Tokyo betriebene teilweise überaus radikale „Inkulturation“ von Glauben und Liturgie war offenbar nicht in der Lage, das Interesse der Japaner in nennenswertem Umfang zu wecken. Die überlieferte Liturgie gewinnt demgegenüber in der katholischen Kirche Japans, die ihrerseits freilich nur minimale gesellschaftliche Bedeutung hat, allmählich wieder an Bedeutung. Gegenwärtig gibt es regelmäßige hl. Messen in der überlieferten Form in Tokyo (P. Augustin Toshio Ikeda SSP) und Kyoto (Kanonikus Raphael Katsuyuki Ueda ICKSP)

Das Bild unten wurde bei einer Messe am 14. April in der Kirche zum Hl. Viator in Kyoto-Kitashirakawa aufgenommen.

Beim Staffelgebet

Gruß nach Castel Gandolfo

Welchen Glückwunsch sollten wir dem Mann, „der einmal Papst Benedikt XVI. gewesen ist“ (A. Kissler heute in Cicero), zum 86. Geburtstag in seine Zurückgezogenheit nach Castel Gandolfo senden? Noch viele Jahre, Monate und Tage mit Büchern, deren Schrift immer kleiner und deren Papier immer dunkler wird? Entspannte Stunden am Klavier? Bessere Nachrichten aus Rom und aus einer Welt, die so offensichtlich von allen guten Geistern verlassen wird?

Nichts davon wird dem Pilger, der sich „auf das letzte Stück seines Pilgerwegs auf dieser Erde“ gemacht hat, so am Herzen liegen, wie uns, die sich immer noch auf den frühen oder wenigstens doch vorletzten Stationen dieses Weges sehen. Kissler hat recht, Josef Ratzinger als Avantgardisten der Stille“ in einer Welt zu beschreiben, in der Worte im allgegenwärtigen Geschrei und Getöse immer mehr an Bedeutung verlieren. Der Packesel des Herrn, der 1977 wie der Bär des hl. Korbinian gottergeben den Weg nach Rom genommen hat, ohne zu wissen wann er entlassen werde, ist dieser Last nach 36 Jahren im Geschirr nun ledig. Jetzt zählt nur noch eins: Das Wort, das in diese Welt gekommen ist.

Begleiten wir den Pilger aus Marktl auf dem letzten Stück seines Weges in der Stille des Gebetes. 

 

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