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Karfreitagspredigt mit Franz Kafka

Die Predigt zum Gottesdienst am Karfreitag in der Peterskirche zu Rom wurde traditionsgemäß vom „Prediger des Päpstlichen Haushalts“ P. Raniero Cantalamessa (O.F.M.Cap) gehalten. Die Website des Vatikans bietet den englischen Text und eine Videoaufzeichnung.

Einen wesentlichen Teil der Predigt nahm die Wiedergabe einer Parabel von Franz Kafka ein - „Die kaiserliche Botschaft“. Kafka schildert hier den aufreibenden Versuch eines Meldeläufers, die ihm vom König auf dem Totenbett anvertraute Nachricht durch das Labyrint eines riesigen Palastes und die Instanzen undurchdringlicher Hierarchien an den Empfänger, an die Untertanen, zu bringen - vergeblich. Er schafft es noch nicht einmal bis zum Ausgang.

Dann zieht der Prediger aus der deprimierenden Geschichte die Nutzanwendung:

Auch Christus hat seiner Kirche auf dem Totenbett eine Botschaft anvertraut: ‚geht hinaus in die Welt und predigt der ganzen Schöpfung die gute Nachricht.’ (...) Wir müssen alles daransetzen, daß die Kirche niemals so erscheint wie das unübersichtliche und verwinkelte Schloss, das Kafka beschrieben hat, und daß die Botschaft so unbeschwert und freudig aus ihr hervorgeht wie sie war, als der Bote seinen Lauf begann. Wir kennen die Hindernisse, die den Boten aufhalten können: Trennwände, vor allem die, welche die verschiedenen christlichen Kirchen voneinander trennen; das Übermaß an Bürokratie; die Restbestände vergangenen Zeremonials, von Gesetzen und Debatten, die jetzt nur noch Schutt sind.

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Victimae paschali laudes

Das Fresco Fra AngelicosLobgesang dem Osteropfer
Bringe dar, Volk der Christen.

Das Lamm erkauft’ die Schafe;
Christus, ganz ohne Fehler
Trug die Sünderseelen
Heim zum Vater.

Tod und Leben, wie seltsam
Rangen beide im Wettkampf:
Des Lebens Herzog, ermordet,
Herrscht, lebendig geworden.

 

Hier zum vollständigen Hymnus des Wipo v. Burgund im lateinischen Original und der deutschen Übersetzung

Messe zum Amtsbeginn

Das Amt für die liturgischen Feiern des Papstes hat am Sonntag das Missalette für die Feierlichkeiten zur Amtsübernahme am morgigen Dienstag veröffentlicht. Da die Server des Vatikans derzeit oft überlastet sind, bieten wir es auch auf Summorum Pontificum zum Download (4,2 MB) an.

Die Zeremonien der Feier entsprechen weitgehend dem schlichten Ablauf, den wir auch schon bei der Amtsübernahme von Papst Benedikt erleben konnten. Der neue Papst wird sich in Begleitung der Patriarchen der orientalischen Kirchen zum Petrusgrab begeben und die dort gestern niedergelegte Kapsel mit dem Pallium und dem Fischerring aufnehmen. Anschließend wird bei der Prozession durch die Peterskirche die Litanei zu allen Heiligen gesungen mit dem Anruf: „Tu illum adiuva“. Danach erfolgen die zeremonielle Auflegung des Palliums und die Übergabe des Fischerringes sowie die Entgegennahme des Gehorsamsgelöbnisses einer Abordnung der Kardinäle.

Die darauf folgende hl. Messe zum Festtag des hl. Joseph folgt der Standardform der neuen Liturgie. Das Ordinarium wird nach der Missa de Angelis mit dem 3. Credo gesungen; die normalerweise vom Zelebranten angestimmten Teile übernimmt wegen der stimmlichen Behinderung des Papstes ein Kantor. Das Evangelium wird - wenn wir das recht sehen - ausschließlich vom griechischen Diakon vorgetragen. Die anschließenden Fürbitten in den Sprachen Russisch, Französisch, Arabisch, Suaheli und Chinesisch, vom Diakon jeweils lateinisch eingeleitet und vom Papst italienisch abgeschlossen. (Englisch und Italienisch sind als Übersetzungen des lateinischen Teils im Missalette berücksichtigt.)

Die eigentliche Liturgie der Eucharistie wird mit dem Orate Fratres eingeleitet, es folgen die Präfation zum heiligen Joseph und das „Prex Eucharistica I seu Canon romanus“, in der bei Konzelebrationen üblichen Weisen auf mehrere Zelebranten verteilt vorgetragen. Das Per Ipsum sprechen die Zelebranten gemeinsam, die Gemeinde bekräftigt es mit einen dreifachen Amen. Während der vom vollständigen Pater Noster eingeleiteten Kommunion singen Schola und Gemeinde die Communio zum Josephsfest und das gregorianische „Ave, verum Corpus“.

Die Messe schließt mit dem Salve Regina und dem im Wechsel zwischen Schola und Gemeinde gesungenen Tedeum. Für die Teilnehmer an der Zeremonie auf dem Petersplatz ist ein vollkommener Ablaß entsprechend den üblichen Bedingungen ausgesetzt.

Wir haben einen neuen Papst!

Beim Segen auf der BenediktionsloggiaNach nur zweitägigem Konklave haben die Kardinäle den Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum 266. Nachfolger des hl. Petrus als Vicarius Christi gewählt. Der neu gewählte Papst Franziskus ist 76 Jahre alt und gehört dem Jesuitenorden an; als Papst wird er den Namen Franziskus führen. Wir schließen uns den Glückwünschen an, die der neue Papst in diesen Tagen von allen Seiten erhält – und ganz besonders den Gebeten, die ihm Gottes Gnade und Beistand für sein schweres Amt erbitten.

Das Wahlergebnis ist für alle überraschend - Bergoglio stand weder bei den Journalisten der - ihrem Selbstverständnis nach - Weltblätter, noch bei den Vaticanistas auf einer Liste. Die bisher vorliegenden Informationen über den neuen Papst sind spärlich und geben kein einheitliches Bild.

Zunächst einmal ist festzuhalten, was selbstverständlich sein sollte, das aber angesichts des unsäglichen Geschwätzes der vergangenen Wochen nicht ist: der neugewählte Papst ist ein Konservativer in allem, was die Lehre der Kirche zu Glauben und Sitte betrifft. Es wäre auch gar nicht so leicht, im Kollegium der Kardinäle einen zu finden, auf den diese Beschreibung nicht zutrifft. Als Erzbischof von Buenos Aires war er - für Südamerika nicht selbstverständlich - stets ein Freund der Armen, aber gleichzeitig entschiedener Gegner der ins Gottlose abdriftenden „Befreiungstheologie“. Und in der Auseinandersetzung um die zum Emblem des neuzeitlichen Menschenrechtsbegriffes erhobene Homoehe hat er sich nicht gescheut, diese Einrichtung als das zu bezeichnen, was sie ist: „ein Schachzug des Vaters der Lügen, um die Kinder Gottes zu verwirren und zu täuschen“.

Auf dem Fundament des Evangeliums stehend verkörpert Papst Franziskus - das haben schon die ersten 24 Stunden seines Pontifikats erkennen lassen - einen neuen Stil und eine ungewohnte Farbe in der Ausübung des Papstamtes: Betont „ziviles Auftreten“ sticht ins Auge. Das mag manchen Wünschen entgegenkommen – und gelegentlich Anlass zu Missverständnissen geben, gilt doch die Öffnung oder gar Geringschätzung von Formen vielen als Freigabe der Inhalte.

Mitschnitt vom Fernsehen

Papst Franziskus am Grab Pius V.

Am ersten Tag seines Pontifikats besuchte Papst Franziskus mit kleinster Begleitung die Basilika Maria Maggiore, um der Muttergottes einen Blumenstrauß zu bringen. Anschließend betete er an einigen Gräbern von in der Basilika bestatteten Vorgängern. Am späten Nachmittag konzelebrierte er mit den Kardinälen des Konklaves am Volksaltar vor dem Hauptaltar der Sixtinischen Kapelle eine Messe in der schlichtesten Form des Novus Ordo. „Societas Iesu non Cantat“. Im Zentrum seiner stehend am Ambo gehaltenen kurzen Predigt stand die Aufforderung, den Blick auf den Gekreuzigten zu richten und daran jedes Handeln auszurichten.

Von liturgischen Interessen des ehemaligen Erzbischofs einer der großen Diözesen der Welt ist bisher nichts bekannt geworden. Für Berichte, die ihn als Gegner der liturgischen Tradition darstellen, gibt es ebenfalls keine Grundlage. Unmittelbar nach dem Erlass von Summorum Pontificum hat er den Anhängern der überlieferten Messe in Buenos Aires eine geeignete Kirche für ihre Gottesdienste zugewiesen. Im Unterschied zu den meisten anderen Ordinarien Südamerikas hat er es dem Institut Bon Pasteur erlaubt, in seiner Diözese tätig zu werden.

Bei seinem ersten Auftritt auf der Loggia der Peterskirche hat sich Papst Franziskus betont als Bischof von Rom dargestellt. Viele äußern auch deshalb die Erwartung, er werde sich einer grundlegenden Reform der Kurie widmen. Einiges deutet daraufhin, daß der neue Papst sich in hohem Maße dem Prinzip der Kollegialität verpflichtet sieht und den Ortskirchen großen Spielraum zugestehen wird. Da er andererseits zu Kompromissen im Grundsätzlichen kaum bereit sein dürfte, bleibt abzuwarten, inwieweit das die vorherrschenden zentrifugalen Tendenzen befrieden kann oder erst recht beschleunigt.

Beten wir für den neuen Papst, daß er die Kraft für sein schweres Amt finde.

Michael Charlier

Abdankung der Qualitätsmedien

Zeitung als Einwickelpapier für HeringeKrachende Inkompetenz ist wohl die Hauptvoraussetzung, um in deutschen „Leitmedien“, sei es auf Papier, sei es im per Zwangsabgabe alimentierten Staatsfernsehen, zu Kirchenfragen Stellung zu nehmen. P. Engelbert Recktenwald von der Petrusbruderschaft hat es auf sich genommen, aus dem großen Haufen ein paar Dinge herauszuheben, die ernst zu nehmen sind - sie sind auf kath-info.de in der aktuellen Spalte unter „Rücktritt II“ und „Zum Streit um den päpstlichen Amtsverzicht“ abgehandelt.

Ergänzen wollen wir die dort gegebene kurze Liste um den auf kathnews.de erschienenen Beitrag von C.V. Oldendorf: „Papa Resignatus - Gedanken zu Kontinuität und Diskontinuität mit Benedikt XVI.“ Oldendorf erinnert zunächst die Kirchenreformierer auf Redaktionssesseln, Lehrstühlen und Bischofssitzen an einen bisher wenig beachteten Sachverhalt. „Die gegenwärtige Rechtsgestalt des Petrusamtes ist in ihrer Substanz dogmatisch gebunden.“ Dank sei dem I. Vatikanischen Konzil.

Zum zweiten erweitert er die Überlegung des Papstes, der vom „Konzil der Medien“ gesprochen hat, um die Rede vom „Pontifikat der Medien“. Dieses vom wirklichen Pontifikat zu unterscheiden, ist nicht nur Voraussetzung jeder Würdigung des nun aus dem Amt scheidenden Papstes, es muß auch Grundlage aller Erwartungen sein, die legitimerweise an den Nachfolger als Vicarius Christi zu richten sind.

Alles andere ist für die Heringe.

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