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Verkauft für Erdöl

Im Interview mit terrasanta.net, in Auszügen auf Deutsch bei katholisches.info, hat der syrisch-katholische Patriarch von Antiochien, Youssef III. Younan, bittere Vorwürfe gegen „den Westen“ erhoben, dem er vorwarf, durch seine Unterstützung für die Rebellen, ob islamistisch oder nicht, die syrischen Christen „verraten und verkauft“ zu haben. Des Weiteren führte der Patriarch aus:

Wir sind enttäuscht von der zynischen und machiavellistischen Politik der westlichen Staaten, von Frankreich, Großbritannien, den USA. Sie sehen nur das Erdöl und vergessen dabei ihre Grundsätze. Seit mehr als zwei Jahren erzählen sie gemeinsam mit der Türkei, daß das Regime stürzen wird. Das ist entweder die größte Lüge, die sie ihrer jeweiligen öffentlichen Meinung auftischen oder der größte Rechenfehler der vergangenen zehn Jahre. Das Regime ist immer noch an seinem Platz, das Land dafür aber zerstört und mehr als 100.000 wurden getötet. Wir Christen wurden für das Erdöl verraten und verkauft. Der Westen unterstützt im Namen der Demokratie Regime, an denen nichts demokratisch ist wie in Katar und Saudi-Arabien. Das sind zwei der rückständigsten Länder der Welt. Ihre Anführer werden aber in den westlichen Palästen wie Helden der Demokratie, des politischen Pluralismus und der Toleranz gefeiert.“

Tricksen und täuschen

Update vom 13. August.

Am Samstag haben wir uns noch darüber gefreut, daß Summorum Pontificum auf der Website des Vatikans nun endlich auch in anderen Sprachen als Latein und Ungarisch zu lesen ist. Fr. Zuhlsdorf hat es nicht bei der Freude gelassen, sondern dazu aufgerufen, die Übersetzungen näher anzuschauen - und dabei kam bei mindestens einer Stelle eine böse Manipulation zum Vorschein: Während das Lateinische in Abschnitt 7 ganz klar sagt: „Wenn der Bischof für eine Zelebration (im alten Ritus) nicht sorgen will, ist die Sache der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ mitzuteilen.“, übersetzen die Spezialisten des Vatikan „Wenn er für eine Feier dieser Art nicht sorgen kann“.

Die gleiche Falschübersetzung eines offiziellen Gesetzestextes der Kirche findet sich in der italienischen und der spanischen Version - das Englische schreibt näher am Original: „If he does not wish to provide for such celebration“.

Manchmal denkt man, wir sind unter die Räuber gefallen.


„Aber wenn ein Bischof wirklich nicht kann - was dann?“ fragt eine Email.

Ein solches Nicht-Können gibt es nicht. Das Kirchenrecht verpflichtet die Bischöfe dazu, künftigen Priestern eine ausreichende Kenntnis der lateinischen Sprache vermitteln zu lassen. Von daher müssten alle Priester, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der Lage sein, die Zelebration der älteren Form zu erlernen - oder der Bischof hat das Recht nicht beachtet. Wo die „Personaldecke“ so dünn ist, daß niemand dazu beauftragt werden kann, ist sicher die Petrusbruderschaft oder eine andere Ecclesia-Dei-Gemeinschaft bereit, die Zelebration zu übernehmen. Wenn ein Bischof das nicht will - dann will er nicht, obwohl er könnte und dazu angehalten ist.

Fehlende Bereitschaft, das Recht einzuhalten, lässt sich nicht mit Übersetzungstricks überdecken.

Update

Auf dem neuen Blog nondeclinavi hat der Autor noch einige Hintergründe zur hier beklagten Fehlübersetzung ausgebreitet: In einer frühen lateinischen Version des Motu proprio gab es tatsächlich einmal die Formulierung „non potest“ - das wurde dann später für die offizielle Veröffentlichung in „non vult“ geändert. Die vielfache Falschübersetzung muss also nicht auf bösen Willen zurückgehen, sondern beruht möglicherweise nur auf Nachlässigkeit. An einer freilich sehr willkommenen Stelle.

Na endlich!

Screenshot von der Vatikan-Seite mit dem entsprechenden Hinweis

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Sechs Jahre nach der Veröffentlichung von Summorum-Pontificum und wenige Wochen vor dem 6. Jahrestag seines Inkrafttretens haben die fleißigen Redakteuere der vatikanischen Website es geschafft, den Text von Summorum Pontificum in den - für die lateinische Kirche - wichtigsten Sprachen ins Netz zu stellen. Und nicht nur diesen: Auch zahlreiche andere Dokumente, die bis jetzt nur in wenigen Sprachen oder ausschließlich in Italienisch verfügbar waren, sind jetzt für internationale Besucher zugänglich. Einige neben den oben angegebenen Sprachen auch noch zusätzlich in Arabisch und Chinesisch.

Vielleicht erfahren wir ja eines Tages, wie diese erstaunliche Veränderung zustande kam. Wie auch immer das im Einzelnen gelaufen sein mag: Herzlichen Dank.

Glanz der Tradition in Rio

Nein - Hunderttausende, wie sie sich gestern und heute zu den Events des Jugendtages am Strand der Copacabana drängten, waren sicher nicht zum Pontifikalamt mit Bischof Rifan (am vergangenen Donnerstag) in die Kirche Nossa Senhora do Carmo da Antiga Sé gekommen. Aber die große Kirche war, den bis jetzt veröffentlichten Photos nach zu urteilen, bis auf den letzten Stehplatz und darüber hinaus gefüllt. Auch die Katechesen an den Vormittagen waren - ebenfalls den Photos nach  bestens besucht. Die überleiferte Liturgie und - nicht weniger bedeutsam - die inhaltlich unveränderte traditionelle Lehre, sind nicht mehr aus Leben und Aktivität der Kirche wegzudenken, wegzuwünschen oder wegzuschweigen.

Eine erste Bilderschau von den Veranstaltungen der Tradition in Rio de Janeiro bietet die Website von Juventutem auf Facebook. Wir halten Ausschau nach weiteren Informationen.

Alte Liturgie auf dem Weltjugendtag

Die der überlieferten Liturgie verpflichtete Apostolische Administratur (Website lädt langsam) vom Hl. Johannes Maria Vianney in Campos hat geminsam mit der Jugendorganisation Juventutem und mit Unterstützung der Erzdiözese Rio de Janeiro ein eigenes Programm für den Weltjugendtag entwickelt. Es sieht für alle Tage die nachmittägliche Zelebration einer stillen Messe vor; von Mittwochs bis Freitag gibt es zusätzlich vormittags eine Katechese.

Höhepunkt des Wochenprogramms ist das heute Abend von Bischof Rifan zelebrierte feierliche Pontifikalamt. Ort der Veranstaltungen ist jeweils die überaus prächtig ausgestattete Kirche Nossa Senhora do Carmo da Antiga Sé im Zentrum Rios.

 

Bild: Wikimedia

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