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Una Cum Papa Nostro

 Mit einem feierlichen Pontifikalamt am Altar der Kathedra in der Peterskirche endete am Samstag die Wallfahrt „Una com Papa Nostra“ in Rom. Zelebrant Kardinal Canñizares setzte in seiner Predigt die Krise in der Kirche in Beziehung zum Leiden Christi am Kreuz. Er sagte, daß es für diese Krise keine einfache Lösung gebe und forderte alle Katholiken dazu auf, sich unter dem Kreuz zu vereinigen. Er sprach von der reichen Schönheit der überlieferten Liturgie, die die Messe gewesen sei, die die Väter des 2. Vatikanischen Konzils jeden Tag gefeiert hatten. Heute seie im Ergebnis der Rückkehr der alten Liturgie ein bedeutender Aufschwung in der Zahl der Berufungen zum Priesteramt zu beobachten. Er schloss mit einem weiteren Aufruf zur Einheit aller Katholiken in Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater und mit Christus und der allzeit heiligen Gottesmutter.

Vor dem Pontifikalamt waren die Teilnehmer der Pilgerfahrt in einer auch für römische Verhältnisse ungewöhnlichen Prozession durch den Borgo Pio gezogen. Das Bild fanden wir auf der Website von Fr. Zuhlsdorf, der derzeit als Teilnehmer an der Pilgerfahrt in Rom ist. Eine große Zahl von Bildern und Videoclips findet sich auf der Facebook-Seite von The Remnant, der wir auch die Inhaltsangbe der Predigt des Kardinals verdanken.

Wie normal ist die überlieferte Liturgie?

Kardinal Canizares beim PontifikalamtKardinal Antonio Canñizares, Präfekt der Gottesdienstkongregation, wird am kommenden Samstag in der Peterskirche ein Pontifikalamt aus Anlass der „Una cum Papa nostro"-Pilgerfahrt zelebrieren. Der „Vaticanista“ Andrea Tornielli hat den Kardinal für „La Stampa“ dazu befragt, warum er diese Aufgabe übernommen hat. Wir haben das Interview nach der englischen Fassung auf „Vatican Insider“ übersetzt:

Frage: worum geht es bei dieser Pilgerfahrt?

Antwort: Es geht darum, Gott und dem hl. Vater für das vor 5 Jahren erlassene Motu Proprio zu danken, das den Wert der Liturgie nach dem Missale des seligen Papstes Johannes XXIII. anerkennt und die Kontinuität zur Tradition des römischen Ritus verdeutlicht. Durch die Anerkennung der älteren Form wird deutlich, daß „Reform" nicht bedeutet, ältere traditionelle Formen einfach abzuschaffen.

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Papst Benedikt gründet eine Lateinische Akademie

PorträtphotoWenn wir dem italienischen Vaticanista Andrea Tornielli in dieser Sache glauben können, bereitet Papst Benedikt derzeit ein Motu Proprio zur Errichtung einer Pontificia Academia Latinitatis vor. Dabei will, so Tornielli, der Papst nicht nur den Stellenwert des Latein in der Kirche wieder etwas anheben, sondern auch in Schulen und der Wissenschaft auf eine stärkere Pflege der Wissenschaftssprache der europäischen Tradition hinwirken.

Bleibt zu hoffen, daß das neue Motu Proprio eine stärkere Wirksamkeit entfaltet als die Apostolische Konstitution Veterum Sapientia, mit der Papst Johannes XXIII. am Vorabend des Konzils vor 50 Jahren die Kirche feierlich darauf verpflichtete, der lateinischen Sprache in ihrer Liturgie und in der Lehre wieder ihre alte zentrale Stellung zurück zu geben. Ein Aufruf, der trotz seiner Gesetzeskraft ungehört verhallte und die Gegner der Tradition nicht davon abhalten konnte, die Sprache der Kirche und die Kenntnis der in dieser Sprache niedergelegten Weisheit der Alten auf den Altären ihrer Fortschrittsideologie zu opfern.

Hier der Artikel Torniellis auf Vatican Insider in englischer Sprache.

Gutes und weniger Gutes zum Tage

Aus Schottland erreicht uns die Nachricht, daß die seit langem überfällige Regulierung der Rechtsstellung der „Söhne des allerheiligsten Erlösers“ (früher „Transalpine Redemptoristen“) endlich erfolgt ist. Mit Wirkung vom heutigen Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel ist die Gemeinschaft von Papa Stronsay als Geistliches Institut Diözesanen Rechts in der Diözese Aberdeen von Ortsbischof High Gilbert, OSB, kirchenrechtlich anerkannt. Mehr dazu auf der Website von Papa Stronsay.

Die weniger gute Nachricht beruht auf einem Gerücht, das auf eine „gewöhnlich gut unterrichtete Quelle“ zurückgeht und das wir nur unter entsprechendem Vorbehalt weitergeben.

Danach sind die Arbeiten an einer „neuen Ausgabe des alten Missale“ soweit fortgeschritten, daß dieses im kommenden Sommer veröffentlicht und seine Verwendung ab 2013 vorgeschrieben werden kann. Schwerpunkte der Änderungen:

  • Erlaubnis zur Verwendung neuer Präfationen an allen Festen, die im Novus Ordo eine Eigenpräfation haben;
  • Allgemeine Erlaubnis, den überlieferten Ritus auch „versus populum“ zu zelebrieren;
  • Erlaubnis, den ganzen Wortgottesdienst in der Volkssprache zu feiern.

Der Wille zum „liturgical engineering“ in den zuständigen Vatikanischen Behörden wäre demnach anscheinend ungebrochen - zumindest soweit es die Richtung „weg von der Tradition“ betrifft.

Die Diskussion über Erzbischof Müller hält an

Papst Benedikt XVI. und Bischof GeLu MüllerDie Diskussion über die dogmatischen Positionen des neuernannten Präfekten der glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hält an. Und während die ersten Beiträge einen weder besonders sachlichen noch einen besonders überzeugenden eindruck hinterließen, sind jetzt zwei Artikel erschienen, denen wohltuende Sachlichkeit und fachliche Kompetenz zu bescheinigen ist.

Der sehr lange Artikel von Klaus Obenauer ist nicht ganz leicht zu lesen, eröffnet aber auch theologischen Laien ein tieferes Verständnis dessen, worum es bei dieser Frage geht. Außerdem macht er darauf aufmerksam, daß die von Erzbischof Müller vertretene Auffassung keinesfalls seine Privatmeinung ist, sondern einer nach dem 2. Vatikanum aufgekommenen „alternativen Hermeneutik“ des Dogmas entspricht.

Der weitaus kürzere Artikel von Oldendorf (offenbar ein Pseudonym) behandelt zwar auch die dogmatischen Fragen, setzt den Akzent jedoch auf die kirchenpolitischen Aspekte der Ernennung des Regensburgers zum Verantwortlichen für die Rekonziliation der Piusbruderschaft und die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften.

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