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Wallfahrten nicht nur in Frankreich

Erst verspätet können wir mitteilen, daß die Veranstalter der Wallfahrt Paris-Chartres bereits am Mittwoch die quasi offizielle Bilderausbeute der diesjährigen pélerinage auf ihre Homepage gestellt haben - mehr als 200 Photos.

Das Vorbild dieser großen Wallfahrt der Tradition ist auch in den großen angelsächsischen Ländern aufgegriffen worden, zum Teil schon vor vielen Jahren. In Großbrittanien gibt es die von der Latin Mass Society veranstaltete Wallfahrt zum Marienheiligtum von Walsingham, die in diesem Jahr vom 23. - 25. August stattfindet. In Australien wird seit 1991 die Christus Rex Pilgrimage durchgeführt, die ihren Namen von ihrem Termin ableitet: Sie findet jeweils am Christkönigsfest statt. Sie dauert drei Tage, in denen die Pilger - sofern sie die ganze Zeit mitgehen - eine Strecke von 90 Kilometern von der Patrickskathedrale in Ballarat zur Herz-Jesu-Kathedrale in Bendigo zurücklegen. In den Vereinigten Staaten schließlich gibt es seit 1995 immer im September die Pilgrimage for Restauration, die zum Shrine of Our Lady of the North American Martyrs in Auriesville, N.Y. führt. Auriesville ist der Geburtsort der im vergangenen Jahr heiliggesprochenen Kateri Tekakwitha (1656 - 1680) aus dem Volk der Algonquin-Mohawk.

Keine dieser Wallfahrten konnte bis jetzt den Umfang und die Bedeutung der französischen Vorbilder erreichen. Aber immerhin: Sie finden statt und entwickeln sich mehr und mehr zu Kristallationskernen der Bewegung für die Wiedergewinn der traditionellen Liturgie und Lehre der Kirche.

Katholische Tradition in Japan

Una Voce Japan hat jetzt das Ordinarium der hl. Messe im überlieferten Ritus als Neudruck einer Ausgabe aus den 50er Jahren neu herausgebracht. Die Ausgabe ist kommentiert und orientiert sich im großen Ganzen am Vorbild des Schott.

Die von der Sophia-Universität der Jesuiten in Tokyo betriebene teilweise überaus radikale „Inkulturation“ von Glauben und Liturgie war offenbar nicht in der Lage, das Interesse der Japaner in nennenswertem Umfang zu wecken. Die überlieferte Liturgie gewinnt demgegenüber in der katholischen Kirche Japans, die ihrerseits freilich nur minimale gesellschaftliche Bedeutung hat, allmählich wieder an Bedeutung. Gegenwärtig gibt es regelmäßige hl. Messen in der überlieferten Form in Tokyo (P. Augustin Toshio Ikeda SSP) und Kyoto (Kanonikus Raphael Katsuyuki Ueda ICKSP)

Das Bild unten wurde bei einer Messe am 14. April in der Kirche zum Hl. Viator in Kyoto-Kitashirakawa aufgenommen.

Beim Staffelgebet

Gruß nach Castel Gandolfo

Welchen Glückwunsch sollten wir dem Mann, „der einmal Papst Benedikt XVI. gewesen ist“ (A. Kissler heute in Cicero), zum 86. Geburtstag in seine Zurückgezogenheit nach Castel Gandolfo senden? Noch viele Jahre, Monate und Tage mit Büchern, deren Schrift immer kleiner und deren Papier immer dunkler wird? Entspannte Stunden am Klavier? Bessere Nachrichten aus Rom und aus einer Welt, die so offensichtlich von allen guten Geistern verlassen wird?

Nichts davon wird dem Pilger, der sich „auf das letzte Stück seines Pilgerwegs auf dieser Erde“ gemacht hat, so am Herzen liegen, wie uns, die sich immer noch auf den frühen oder wenigstens doch vorletzten Stationen dieses Weges sehen. Kissler hat recht, Josef Ratzinger als Avantgardisten der Stille“ in einer Welt zu beschreiben, in der Worte im allgegenwärtigen Geschrei und Getöse immer mehr an Bedeutung verlieren. Der Packesel des Herrn, der 1977 wie der Bär des hl. Korbinian gottergeben den Weg nach Rom genommen hat, ohne zu wissen wann er entlassen werde, ist dieser Last nach 36 Jahren im Geschirr nun ledig. Jetzt zählt nur noch eins: Das Wort, das in diese Welt gekommen ist.

Begleiten wir den Pilger aus Marktl auf dem letzten Stück seines Weges in der Stille des Gebetes. 

 

„Sola scriptura“ ist nicht genug

Die Päpstliche Bibelkommission - ein Beratungsgremium, das dem Papst zuarbeitet, ohne selbst lehramtliche Autorität zu besitzen - hat in der vergangenen Woche ihre diesjährige Jashreshauptversammlung durchgeführt. Zu diesem Anlass hat Papst Franziskus am 12. April vor den Mitgliedern der Kommission gesprochen und sie aufgefordert, „das unauflösliche Band zwischen geheiligter Tradition und Heiliger Schrift“ zu beachten. Dabei sagte er unter anderem:

Die Kirche bezieht ihre Gewissheit bezüglich all dessen, was geoffenbart ist, nicht alleine aus der Heiligen Schrift. Sowohl die geheiligte Tradition als auch die Heilige Schrift sind mit der gleichen Aufrichtigkeit und der gleichen Ehrfurcht anzunehmen und zu ehren. Der Exeget muß daher peinlich genau darfauf achten, das Wort Gottes, so wie es in den biblischen Texten gegenwärtig ist, innerhalb des Glaubens der Kirche wahrzunehmen. Die Interpretation der Heiligen Schriften darf nicht nur auf der wissenschaftlichen Anstrengung eines Einzelnen beruhen, sondern muß stets auf die lebendige Tradition der Kirche bezogen sein, sich ihr einfügen und von ihr bevollmächtigt sein.“

Auf der Website des Vatikans gibt es bis jetzt nur die italienische Fassung der Rede, eine nicht offizielle englische Übersetzung bietet Radio Vatikan.

Karfreitagspredigt mit Franz Kafka

Die Predigt zum Gottesdienst am Karfreitag in der Peterskirche zu Rom wurde traditionsgemäß vom „Prediger des Päpstlichen Haushalts“ P. Raniero Cantalamessa (O.F.M.Cap) gehalten. Die Website des Vatikans bietet den englischen Text und eine Videoaufzeichnung.

Einen wesentlichen Teil der Predigt nahm die Wiedergabe einer Parabel von Franz Kafka ein - „Die kaiserliche Botschaft“. Kafka schildert hier den aufreibenden Versuch eines Meldeläufers, die ihm vom König auf dem Totenbett anvertraute Nachricht durch das Labyrint eines riesigen Palastes und die Instanzen undurchdringlicher Hierarchien an den Empfänger, an die Untertanen, zu bringen - vergeblich. Er schafft es noch nicht einmal bis zum Ausgang.

Dann zieht der Prediger aus der deprimierenden Geschichte die Nutzanwendung:

Auch Christus hat seiner Kirche auf dem Totenbett eine Botschaft anvertraut: ‚geht hinaus in die Welt und predigt der ganzen Schöpfung die gute Nachricht.’ (...) Wir müssen alles daransetzen, daß die Kirche niemals so erscheint wie das unübersichtliche und verwinkelte Schloss, das Kafka beschrieben hat, und daß die Botschaft so unbeschwert und freudig aus ihr hervorgeht wie sie war, als der Bote seinen Lauf begann. Wir kennen die Hindernisse, die den Boten aufhalten können: Trennwände, vor allem die, welche die verschiedenen christlichen Kirchen voneinander trennen; das Übermaß an Bürokratie; die Restbestände vergangenen Zeremonials, von Gesetzen und Debatten, die jetzt nur noch Schutt sind.

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