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Gruß nach Castel Gandolfo

Welchen Glückwunsch sollten wir dem Mann, „der einmal Papst Benedikt XVI. gewesen ist“ (A. Kissler heute in Cicero), zum 86. Geburtstag in seine Zurückgezogenheit nach Castel Gandolfo senden? Noch viele Jahre, Monate und Tage mit Büchern, deren Schrift immer kleiner und deren Papier immer dunkler wird? Entspannte Stunden am Klavier? Bessere Nachrichten aus Rom und aus einer Welt, die so offensichtlich von allen guten Geistern verlassen wird?

Nichts davon wird dem Pilger, der sich „auf das letzte Stück seines Pilgerwegs auf dieser Erde“ gemacht hat, so am Herzen liegen, wie uns, die sich immer noch auf den frühen oder wenigstens doch vorletzten Stationen dieses Weges sehen. Kissler hat recht, Josef Ratzinger als Avantgardisten der Stille“ in einer Welt zu beschreiben, in der Worte im allgegenwärtigen Geschrei und Getöse immer mehr an Bedeutung verlieren. Der Packesel des Herrn, der 1977 wie der Bär des hl. Korbinian gottergeben den Weg nach Rom genommen hat, ohne zu wissen wann er entlassen werde, ist dieser Last nach 36 Jahren im Geschirr nun ledig. Jetzt zählt nur noch eins: Das Wort, das in diese Welt gekommen ist.

Begleiten wir den Pilger aus Marktl auf dem letzten Stück seines Weges in der Stille des Gebetes. 

 

„Sola scriptura“ ist nicht genug

Die Päpstliche Bibelkommission - ein Beratungsgremium, das dem Papst zuarbeitet, ohne selbst lehramtliche Autorität zu besitzen - hat in der vergangenen Woche ihre diesjährige Jashreshauptversammlung durchgeführt. Zu diesem Anlass hat Papst Franziskus am 12. April vor den Mitgliedern der Kommission gesprochen und sie aufgefordert, „das unauflösliche Band zwischen geheiligter Tradition und Heiliger Schrift“ zu beachten. Dabei sagte er unter anderem:

Die Kirche bezieht ihre Gewissheit bezüglich all dessen, was geoffenbart ist, nicht alleine aus der Heiligen Schrift. Sowohl die geheiligte Tradition als auch die Heilige Schrift sind mit der gleichen Aufrichtigkeit und der gleichen Ehrfurcht anzunehmen und zu ehren. Der Exeget muß daher peinlich genau darfauf achten, das Wort Gottes, so wie es in den biblischen Texten gegenwärtig ist, innerhalb des Glaubens der Kirche wahrzunehmen. Die Interpretation der Heiligen Schriften darf nicht nur auf der wissenschaftlichen Anstrengung eines Einzelnen beruhen, sondern muß stets auf die lebendige Tradition der Kirche bezogen sein, sich ihr einfügen und von ihr bevollmächtigt sein.“

Auf der Website des Vatikans gibt es bis jetzt nur die italienische Fassung der Rede, eine nicht offizielle englische Übersetzung bietet Radio Vatikan.

Karfreitagspredigt mit Franz Kafka

Die Predigt zum Gottesdienst am Karfreitag in der Peterskirche zu Rom wurde traditionsgemäß vom „Prediger des Päpstlichen Haushalts“ P. Raniero Cantalamessa (O.F.M.Cap) gehalten. Die Website des Vatikans bietet den englischen Text und eine Videoaufzeichnung.

Einen wesentlichen Teil der Predigt nahm die Wiedergabe einer Parabel von Franz Kafka ein - „Die kaiserliche Botschaft“. Kafka schildert hier den aufreibenden Versuch eines Meldeläufers, die ihm vom König auf dem Totenbett anvertraute Nachricht durch das Labyrint eines riesigen Palastes und die Instanzen undurchdringlicher Hierarchien an den Empfänger, an die Untertanen, zu bringen - vergeblich. Er schafft es noch nicht einmal bis zum Ausgang.

Dann zieht der Prediger aus der deprimierenden Geschichte die Nutzanwendung:

Auch Christus hat seiner Kirche auf dem Totenbett eine Botschaft anvertraut: ‚geht hinaus in die Welt und predigt der ganzen Schöpfung die gute Nachricht.’ (...) Wir müssen alles daransetzen, daß die Kirche niemals so erscheint wie das unübersichtliche und verwinkelte Schloss, das Kafka beschrieben hat, und daß die Botschaft so unbeschwert und freudig aus ihr hervorgeht wie sie war, als der Bote seinen Lauf begann. Wir kennen die Hindernisse, die den Boten aufhalten können: Trennwände, vor allem die, welche die verschiedenen christlichen Kirchen voneinander trennen; das Übermaß an Bürokratie; die Restbestände vergangenen Zeremonials, von Gesetzen und Debatten, die jetzt nur noch Schutt sind.

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Victimae paschali laudes

Das Fresco Fra AngelicosLobgesang dem Osteropfer
Bringe dar, Volk der Christen.

Das Lamm erkauft’ die Schafe;
Christus, ganz ohne Fehler
Trug die Sünderseelen
Heim zum Vater.

Tod und Leben, wie seltsam
Rangen beide im Wettkampf:
Des Lebens Herzog, ermordet,
Herrscht, lebendig geworden.

 

Hier zum vollständigen Hymnus des Wipo v. Burgund im lateinischen Original und der deutschen Übersetzung

Messe zum Amtsbeginn

Das Amt für die liturgischen Feiern des Papstes hat am Sonntag das Missalette für die Feierlichkeiten zur Amtsübernahme am morgigen Dienstag veröffentlicht. Da die Server des Vatikans derzeit oft überlastet sind, bieten wir es auch auf Summorum Pontificum zum Download (4,2 MB) an.

Die Zeremonien der Feier entsprechen weitgehend dem schlichten Ablauf, den wir auch schon bei der Amtsübernahme von Papst Benedikt erleben konnten. Der neue Papst wird sich in Begleitung der Patriarchen der orientalischen Kirchen zum Petrusgrab begeben und die dort gestern niedergelegte Kapsel mit dem Pallium und dem Fischerring aufnehmen. Anschließend wird bei der Prozession durch die Peterskirche die Litanei zu allen Heiligen gesungen mit dem Anruf: „Tu illum adiuva“. Danach erfolgen die zeremonielle Auflegung des Palliums und die Übergabe des Fischerringes sowie die Entgegennahme des Gehorsamsgelöbnisses einer Abordnung der Kardinäle.

Die darauf folgende hl. Messe zum Festtag des hl. Joseph folgt der Standardform der neuen Liturgie. Das Ordinarium wird nach der Missa de Angelis mit dem 3. Credo gesungen; die normalerweise vom Zelebranten angestimmten Teile übernimmt wegen der stimmlichen Behinderung des Papstes ein Kantor. Das Evangelium wird - wenn wir das recht sehen - ausschließlich vom griechischen Diakon vorgetragen. Die anschließenden Fürbitten in den Sprachen Russisch, Französisch, Arabisch, Suaheli und Chinesisch, vom Diakon jeweils lateinisch eingeleitet und vom Papst italienisch abgeschlossen. (Englisch und Italienisch sind als Übersetzungen des lateinischen Teils im Missalette berücksichtigt.)

Die eigentliche Liturgie der Eucharistie wird mit dem Orate Fratres eingeleitet, es folgen die Präfation zum heiligen Joseph und das „Prex Eucharistica I seu Canon romanus“, in der bei Konzelebrationen üblichen Weisen auf mehrere Zelebranten verteilt vorgetragen. Das Per Ipsum sprechen die Zelebranten gemeinsam, die Gemeinde bekräftigt es mit einen dreifachen Amen. Während der vom vollständigen Pater Noster eingeleiteten Kommunion singen Schola und Gemeinde die Communio zum Josephsfest und das gregorianische „Ave, verum Corpus“.

Die Messe schließt mit dem Salve Regina und dem im Wechsel zwischen Schola und Gemeinde gesungenen Tedeum. Für die Teilnehmer an der Zeremonie auf dem Petersplatz ist ein vollkommener Ablaß entsprechend den üblichen Bedingungen ausgesetzt.

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