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Christus ist König

Bild: Wikimedia commons

Die Umschrift des Mosaiks in der Apsis der Kathedrale von Cefalu enthält das Regierungsprogramm des Weltenherrschers und seine Begründung in einem: „Factus Homo Factor Hominis Factique Redemptor + Iudico Corporeus Corpora Corda Deus +. – Ich, der menschgewordene Gott und Schöpfer des Menschen und Erlöser des Erschaffenen gebe Gesetz und spreche Recht über Körper und Geist.“

Das aufgeschlagene Buch enthält in griechischer und lateinischer Sprache die Worte aus dem Johannes-Evangelium: „Ego sum lux mundi qui sequitur me non ambulabit in tenebris sed habebit lucem vitae. – Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Joh. 8,12)

Die 43. Woche

Bild: whatsupwiththesynod.comDie schlechte Nachricht der Woche kommt aus Norcia: Erneut hat in Mittelitalien die Erde gebebt, erneut ist das Priorat der Benediktiner weiter in Mitleidenschaft gezogen worden. Es sind in Norcia selbst zwar nur wenig weitere Gebäude eingestürzt – die Kathedrale steht noch – aber die Schäden sind schlimmer geworden, der Wiederaufbau wird länger dauern und mehr kosten, als nach dem Erdbeben von Ende August veranschlagt. Hier die neuesten Informationen

Weitere schlechte Nachrichten – über Albenga-Imperia und die Umbesetzungen in der Gottesdienstkongregation hatten wir ja schon berichtet – kommen aus Kroatien und natürlich wieder vom Zentralorgan der deutschkatholischen Kirche. Der Erzbischof von Zagreb nutzte dieser Tage  einschlägige Möglichkeiten des Kirchenrechts – wenn es gegen die Tradition geht, sind die modernistischen Juristen hell wach – um Kardinal Burke die öffentliche Zelebration eines Pontifikalamtes in der überlieferten Liturgie zu untersagen. Kardinal steht gegen Kardinal, welche erhebender Anblick. Und auf katholisch.de veröffentlichte Felix Neumann zum Jahrestag von Nostra Aetate unter der Überschrift „Kontinuität und Bruch“ einen bemerkenswerten Artikel.

Neumann gehört zur Redaktion des Webauftritts und dürfte als solcher das Vertrauen seiner Dienstherren bei der deutschen Bischofskonferenz genießen und bemüht sein, deren Positionen zu Geltung zu bringen. Der erste Absatz schlägt den Tenor von Neumanns Neuen Lehren an: Der Kommentator bescheinigt dem Dokument, „bei aller Kontinuität in Glauben und Lehre vor und nach dem Konzil stellt (es) doch einen klaren Bruch dar“. Und dann geht es ans Eingemachte: Die „Erklärung“ (also ein Papier, das selbst keinen dogmatischen Anspruch erhebt) ist für ihn „eine Neubewertung der alten Lehre im Licht des Evangeliums – und der mutige Schritt, Fehler zu korrigieren, obwohl sie vom Lehramt selbst als Lehre gesetzt waren.“

Da ist es heraus. In Zukunft werden wir uns also – geht es nach katholisch.de – an ein Lehramt gewöhnen müssen, daß sich alle Jahrzehnte dazu aufgerufen sieht, die Fehler des jeweiligen Vorgängerlehramtes zu korrigieren.

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Die 42. Woche

Bild: WikimediaAus der Welt der Tradition – oder sollte man eher sagen: aus dem kleinen lateinischen Dorf am Ende der Welt – gibt es in dieser Woche nicht viel zu berichten. Und das ist angesichts der Meldungen aus der großen ökumenischen Welt vielleicht auch gut so. Wir leben in großen Zeiten. Im vormals bayrischen Garmisch-Partenkirchen ließ das Lehrpersonal die Schüler der 4. Klasse für einen „ökumenischen“ Gottesdienst das mohammedanische Glaubensbekentnis einüben und aufsagen, arabisch und in Ortssprache. Wie herzerwärmend.

Zwei Leuchten Hell-Deutschlands, die Herren Bedford-Strohm und Marx, haben ihre vorgezogenen Flitterwochen im Heiligen Land verbracht. Sie waren wahrlich ein Herz und eine Seele – wie lieb. Und die Luther-Statue, die schon vorletzte Woche im Vatikan aufgestellt war, bestand, wie wir erst letzte Woche erfuhren, aus Schokolade. Damit findet sie ihr verdientes Ende wohl eher in einem römischen Waisenhaus als in einem vatikanischen Museum – wie süß.

Apropos Museum. Seit einigen Tagen steht die unbewohnte Papstwohnung in der früheren Sommerresidenz Castel Gandolfo für touristische Besucher  offen. Nun kann man also die letzten Geheimnisse des Vatikans – gegen fürstliches Eintrittsgeld – besichtigen, Schreibtisch und Bett des letzten dort residierenden Papstes, also des Vorgängers des jetzigen, inklusive. Kein Stuhl wurde verrückt, so heißt es.

Angesicht des Umstandes, daß dieser Vorgänger noch unter den Lebenden weilt, erscheint uns diese Veranstaltung als eine etwas zweifelhafte, um nicht zu sagen pietätlose, Geste. So geht es eigentlich eher bei siegreichen Revolutionären zu, die damit andeuten, daß das gestürzte Vorgängerregime nun endgültig dort angekommen sei, wo es hingehöre: Im Museum.

Der ebenso süße, wie vergängliche Luther legt freilich noch eine andere Lesart nahe. Irgend jemand in Rom scheint es darauf angelegt zu haben, zu signalisieren, daß nichts, was heute mit großem Aplomb umgekehrt wird, nicht schon übermorgen wiederum umgekehrt werden könnte.  

Sel. Karl v. Österreich

Bild: Wikimedia CommonsDer 21. November ist der Festtag des sel. Karl v. Österreich - eines verehrungswürdigen Mannes, der hierzulande aber nicht nur deshalb wenig bekannt ist, weil die Seligsprechung erst 2004 erfolgte. Auch mit einer Fortführung des Prozesses ist unter den obwaltenden Umständen vorerst nicht zu rechnen - es ist schwer vorstellbar, einen Menschen zu finden, der so wie Karl quer zum in der Gesellschaft ebenso wie in der Kirche herrschenden Zeitgeist steht.  

Der sel. Karl (1887 - 1922) war als Karl I. Kaiser von Österreich, Karl IV. König von Ungarn und Karl III. König von Böhmen. Diese Ämter und Titel trug er nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1916 - da war es schon zu spät, um seinen intensiven Bemühungen um ein weniger umwälzendes Ende des 1. Weltkrieges noch einen Erfolg zu ermöglichen. Er war ein Mann ernsten Pflichtbewußtseins und großer persönlichen Frömmigkeit. Sein Weg führte ihn aus einer glanzvollen Jugend im weiteren Umkreis der Kaiserfamilie auf den Thron der Habsburger und dann ins Exil und den frühen Tod in der Armut.

Der Schwerpunkt der Verehrung des sel. Karl liegt in Österreich - aber nicht ausschließlich dort. In den Vereinigten Staaten und Kanada gibt es eine "The Emperor Karl League of Prayer". In Washington DC fand im vergangenen Jahr in der Old St. Marys Church ein levitiertes Hochamt im Gedächtnis an Karl statt. Für dieses Jahr ist ein Hochamt im überlieferten Ritus in der Agnes-Kathedrale der Diözese Rockville (Long Island) angekündigt, das aber bisher nicht bestätigt werden konnte.

Die 41. Woche

Es sind zwei Schauplätze – um nicht von Schlachtfeldern zu reden – auf denen gegenwärtig die innerkirchliche Auseinandersetzung um die künftige Gestalt der Kirche ausgetragen wird: Die Diskussion um die rechte Form der Liturgie, und die Diskussion um die Verbindlichkeit der Sakramente, insbesondere die Unauflöslichkeit der Ehe und die Notwendigkeit der Buße. Beiden gemeinsam ist, daß sie letztlich um die Frage kreisen, wie Christus in der Kirche und ihrem Gottesdienst fortlebt – wesenhaft und real, oder symbolisch als Appell an „das Gute“ im Menschen.

Der Wochenüberblick kann hier nur auf Diskussionsbeiträge verweisen, ohne die Diskussion selbst zu führen. Schwergewicht in dieser Debatte ist sicher das neue Buch von S.E. Kardinal Sarah „La force du silence“ (Die Kraft der Stille), das jetzt zunächst in französischer Sprache erschienen ist. Die Bedeutung des Buches liegt wohl weniger in Einzelelementen wie der darin wiederholten Bemerkung, eine Reform der (Liturgie)Reform sei vonnöten oder dem ebenfalls wiederholten Plaidoyer für eine stärkere Betonung der „liturgischen Ostung“ von Priester und Gemeinde. Die eigentliche Bedeutung liegt darin, daß der Kardinal – ebenfalls nicht zum ersten Mal – mit Nachdruck auf das hinweist, was diesen beiden Einzelelementen gemeinsam ist: Daß die Kirche nicht frei handelndes Subjekt menschlichen Tuns und Wollens, sondern Ausdruck offenbarten göttlichen Willens ist. Ihr Wesen besteht genau darin, daß sie zwar in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt ist. Alles, was sich nicht daran orientiert, führt in die Irre.

Und genau dazu passt auch der in einem aktuellen Festschriftbeitrag enthaltene Hinweis des ehemaligen Papstes Josef Ratzinger, der zur Liturgie bekräftigt, was schon immer gegolten hat: Sie bedeutet

nicht nur Gedächtnis und Erfüllung der Heilstaten Jesu Christi (...). Vielmehr ist sie ausgerichtet auf die Erlösung der ganzen Schöpfung. In der Orientierung der Liturgie Richtung Osten sehen wir, dass die Christen gemeinsam mit dem Herrn vorwärtsschreiten wollen zur Erlösung der gesamten Schöpfung.

Zur Ergänzung dieses Themenbereichs bleibt für diese Woche nur der Hinweis auf den soeben erschienen Liturgischen Kalender 2017 von Angelus Press – weitere Kalender werden folgen.

Ansonsten sind aus der vergangenen Wochen noch einige Dinge festzuhalten, die das Bild der allgemeinen Kirchenkrise nur in Einzelzügen beleuchten, ohne schon grundsätzliche Bedeutung zu haben.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat nach Intervention unter anderem von von Life Site News (man sieht, die internationale Beobachtung funktioniert) ein Video von ihrer Website zurückgezogen, in dem in Anschluss an die gemeldete „Heirat“ zweier ehemaliger Ordensschwestern ein Trauritus für homosexuelle Paare gefordert worden war, der den Wert einer solchen Verbindung bekräftigen solle. Pikantes Detail am Rande: Die Illustration zum nach wie vor über Youtube einsehbaren Kommentar auf der Diözesanseite zeigte Nonnen in traditionellem Habit – wenns darauf ankommt, weiß man schon, wie „katholisch“ aussieht.

Dann hat es nach dem Eingeständnis des Essener Weihbischofs Schepers bei der Diskussion der Deutschen Bischofskonferenz über eine unter anderem von ihm verantwortete Veröffentlichung zur „Geschlechtergerechtigkeit“ einen „Knall“ gegeben. Von seiner gegen die überlieferte Lehre verstoßenden  Meinung hat ihn dieser Zusammenstoß freilich nicht abgebracht: Bei einer Diskussion zum Thema verlangte der Bischof letzte Woche, die Kirche solle zur Kenntnis nehmen, daß es „mehr (gibt) als Mann und Frau“. Schon erstaunlich, was so alles Bischof werden kann. (Quelle)

Und als letztes eine schwer einzuordnende Meldung aus Rom: Dort hat sich ein weiteres Mal Papst Franziskus mit dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Fellay, getroffen. Anschließend gab es noch eine Sitzung mit den Spitzen der Glaubenskongregation einschließlich des Präfekten Kardinal Müller. Zum Inhalt der Gespräche gab es kein Kommuniqué, kein Gerücht. Wo das wirklich von allen Beteiligten gewollt ist, scheint es in Rom mit der Verschwiegenheit ja zu klappen.

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