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Die Lehre ist unveränderlich!

Die Vereinigung „Supplica Filiale“ hat gestern einen Appell zur Treue gegenüber der unveränderlichen Lehre und Disziplin der Kirche zur Ehe veröffentlicht – das ist die gleiche Organisation, die bereits zwischen den beiden jüngsten Synoden an die 900 000 Unterschriften gesammelt hatte, um den Papst um ein klärendes Wort zu den im Verlauf der Synode aufgekommenen Unsicherheiten zu bitten. Die Einleitung des Appells macht klar, worum es geht:

Wir leben in einer Zeit, in der verschiedene Kräfte darauf aus sind, Ehe und Familie zu zerstören oder zu deformieren. Diese Krise das Ergebnis kultureller und moralischer Dekadenz, und säkulare Ideologien machen sie sich zunutze und verstärken sie zusätzlich. Das führt dazu, daß Katholiken sich unserer neuheidnischen Gesellschaft anpassen. Dieses „sich der Welt anpassen“ (röm 12,2) beruht oft auf einem Mangel an Glauben – und damit an übernatürlicher Gesinnung und Anerkennung des Kreuzes Christi – und auf einem Verlust von Gebet und Buße.

Die Diagnose des Zweiten Vatikanischen Konzils bezüglich der Krankheiten, die Ehe und Familie befallen haben, ist heute gültiger denn je: Polygamie, um sich greifende Ehescheidung, sogenannte freie Liebe und andere Entartungen entstellen diese Würde. Darüber hinaus wird die eheliche Liebe öfters durch Egoismus, bloße Genußsucht und durch unerlaubte Praktiken gegen die Fruchtbarkeit der Ehe entweiht. (Gaudium et spes, 7. 12. 1965, n. 47)

Bis vor kurzem war die Katholische Kirche eine sichere Burg von Ehe und Familie in ihrem eigentlichen Sinn. Heute jedoch sind Irrtümer über diese beiden göttlichen Einrichtungen in katholischen Kreisen weit verbreitet, insbesondere nach der außerordentlichen und der regulären Synode über die Familie in den Jahren 2014 bzw. 2015 und nach der Veröffentlichung der post-synodalen Exhortation Amoris Laetitia.

Angesichts dieser Angriffe sehen sich die Unterzeichneten zu der Erklärung ihrer Entschlossenheit verpflichtet, den unveränderlichen Lehren der Kirche zur Sexualmoral und zu den Sakramente der Ehe, der Buße und der Eucharistie sowie der zeitlosen und beständigen Disziplin hinsichtlich dieser Sakramente treu zu bleiben.

Zu den 80 Erstunterzeichnern der Deklaration gehören die Kardinäle Janis Pujats, em. Erzbischof von Riga, Carlo Caffara, em. Erzbischof von Bologna, und Leo Burke, Patron des Malteserordens, sowie die Bischöfe Athanasius Schneider, Andreas Laun und Juan Laise. Die Reihe der renommierten Wissenschaftler wird angeführt von den Professoren Wolfgang Waldstein, Josef Seifert, Nicola Bux, Alma v. Stockhausen und Roberto de Mattei – um nur die in Deutschland bekanntesten anzuführen. Weitere Erstunterzeichner kommen aus dem Kreis der Organisationen zum Schutz des Lebens und der Familie oder von anderen tradionell mit der Kirche verbundenen Einrichtungen und Familien.

Den vollen Wortlaut des Appells (in englisch), und die Liste der Erstunterzeichner finden Sie hier http://www.filialappeal.org. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, sich durch die eigene Unterschrift dem Appell anzuschließen.

Die 38. Woche

Schaffen wir zunächst die allwöchentlichen kleineren Ärgernisse aus dem Weg. Assisi – war da was? Fr. Ray Blake sieht die Veranstaltung im Zusammenhang mit den diplomatischen Bemühungen des Vatikans, eine Art UNO der Religionen zu schaffen, mehr nicht – wahrscheinlich hat er Recht damit. Dem gleichen Ziel ordnet sich wohl auch die Veröffentlichung eines radikalfeministischen Artikels in der „Frauenbeilage“ des Osservatore Romano ein, da wird unter der Überschrift „Gibt es die Frau?“ unverdrossen der genderistische Ansatz propagiert, den Franziskus an anderer Stelle doch kritisiert hat.

Frauen- und Sexfragen beherrschen auch sonst die Zuckungen der progressiven Geister. In Deutschland setzt Zentralkommitte-Vorsitzender Sternberg seine Attacken gegen den Zölibat fort, in USA nimmt ein leitender Redakteur der jesuitischen Dissidenzpostille ‚America‘, Fr. James Martin S.J. die Ehrung eines homosexuellen Kampfverbandes entgegen. Auf katholisch.de nutzt der Paderborner Pastoraltheologe Haslinger die berechtigte Kritik an den überall entstehenden Riesenpfarreien, um die Festschreibung der bestehenden kleineren Einheiten zu fordern, die wegen des Priestermangels von Seelsorgerinnen – die liegen ihm sehr am Herzen – und Seelsorgern aus dem Laienstand in engem Kontakt zur „Lebenswirklichkeit der Menschen“ geleitet werden sollten. Der Entsakralisierung folgt die Entsakramentalisierung, das hat seine Logik.

Entsakramentalisierung bildet auch den Hintergrund, wenn der Liturgologe Kranemann die aus Anlass öffentlicher Beunruhigungen immer öfter begangenen ökumenischen Feiern als wertvolle Anreger einer Liturgieentwicklung betrachtet, die mehr Raum „ für unterschiedliche Gruppen, Lebenssituationen und Kulturen“ bietet. Das meint er äußerst weitherzig: „In Köln und kürzlich nach dem Amoklauf in München wurden sogar Muslime in die ökumenischen Gottesdienste einbezogen. Das sind auf Zukunft hin wichtige Schritte, die man theologisch begleiten muss.“ Aber er drückt sich auch nicht vor der anderen Seite des Pflichtprogramms: mehr Frauen auf liturgische Lehrstühle steht auf seiner Wunschliste ganz oben.

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Die 37. Woche

Quelle: Website des IBPDie guten Nachrichten dieser Woche zuerst, zumal sie auch alle mit unsem Hauptthema, der überlieferten Liturgie, zu tun haben.

Am 8. September feierte das Institut du Bon Pasteur in Rom den 10. Jahrestag seiner kirchenrechtlichen Errichtung. Es waren keine leichten Jahre. Versuche römischer Stellen, in die publizistische Tätigkeit des Instituts einzugreifen und eine positivere Darstellung des 2. Vatikanums in der Priesterausbildung durchzusetzen, führten nach 2012 zu erheblichen Turbulenzen. Sie konnten ohne größere personelle Verluste durchgestanden werden, seit drei Jahren geht es wieder aufwärts. Im vergangenen Jahr gab es zehn Neueintritte von Seminaristen, in diesem Jahr sogar 13. Und was noch wichtiger ist als die Neueintritte, bei denen es immer wieder zu „Verlusten“ kommt: Eine erfreulich hohe Zahl der Seminaristen hält bis zum Ziel durch; am vergangenen 25. Juni konnten fünf Diakone die Priesterweihe empfangen, weitere fünf Seminaristen wurden zu Diakonen geweiht. Am kommenden 28. Oktober will das Institut ein Rom zum Dank für seine Errichtung ein großes Pontifikalamt feiern. Zelebrant ist Dario Kardinal Castrillon Hoyos, der als damaliger Vorsitzender der Kommission Ecclesia Dei die Gründungsphase des IBP begleitet hat.

Eine weitere gute Nachricht kommt aus Spanien, dessen Kirche derzeit von schweren Auseinandersetzungen zwischen Modernisten und Katholiken im Inneren und den glaubenstreuen Kräften mit dem Staat nach außen erschüttert wird. In der Diözese Coria Caceres in der Estremadura wird künftig an jedem Sonntag in der Bischofskirche Santa Maria de la Asunción um 11 Uhr eine heilige Messe in der überlieferten Liturgie gefeiert. Die Doppeldiözese, deren Gründung ins Jahr 1152 zurückgeht, ist damit nach dem Erzbistum Pamplona das zweite japanische Bistum, in dem die überlieferte Liturgie so, wie es Summorum Pontificum vorsieht, ihren geachteten und sichtbaren Platz im liturgischen Leben zurückerhält.

Als wirklich gute Nachricht, auch wenn sie vielen unbedeutend vorkommen mag, erscheint uns eine kurze Mitteilung von P. Ausgustine Thompson O.P. Auf New Liturgical Movement zu den Rubriken der Messe im Dominikanischen Usus nach 1962. Nach den Verheerungen, die in den letzten Jahren in der Liturgie der Kirche angerichtet worden sind, ist es erfreulich zu sehen, daß es noch Leute gibt, denen es nicht egal ist, an welchem Tag nun im Einzelnen das Gloria bzw. das Credo in der Messe zu singen ist oder nicht. Die Liturgie hat es nun einmal, wie die gesamt Religion, mit dem zu tun, was vorgegeben ist – und nicht mit dem, was der Laune des Augenblicks oder – öfter vielleicht noch – schlichtem Unwissen oder Bequemlichkeit entspringt.

Im Klosterleben früherer Zeiten war es die Aufgabe des Hebdomadars, als „Wochenliturge“ die richtigen Verse und Antiphonen auszufindig zu machen und im Chor anzustimmen – alle vom Vater Abt bis zum jüngsten Novizen hatten ihm zu folgen. Der Hebdomadar aber folgte den Rubriken und deren Erläuterungen oder erforderlichenfalls Ergänzungen durch die Ritenkongregation – und so behielt der Kosmos zumindest im Gottesdienst seine Ordnung.

Die Brüller der Woche, eher sind es Brüllerchen, kommen aus Deutschkatholien und seinem Anhängsel bei Radio Vatikan. Dort hatte die Redaktion in einem Kommentar suggeriert, die Organisatoren des heutigen „Marsches für das Leben“ hätten ein „Nahverhältnis“ zur bösen AFD und sich damit als Sympathisanten der neuen Deutschen Einheitspartei geoutet. Martin Lohmann als Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht hat dazu auf kath.net das Notwendige gesagt. Noch so ein Brüllerchen kommt direkt aus der Zentrale des Kirchensteuer-Katholizismus bei katholisch.de: Ein überaus sympathischer Beitrag zur Einführung von ‚Emoji‘ (Stimmungsanzeigern) mit Kopftuch, die es auch strenggläubigen Mohamedannerinnen künftig ermöglichen sollen, endlich undiskriminert und auf Augehöhe am Internet-Chat teilzunehmen.

Und wenn Sie fertig sind mit Lachen: Starten Sie gut in die neue Woche.

Die 36. Woche

Bild: New Liturgical MovementBeginnen wir wieder mit der heißen Luft: Während letzte Woche zu vermelden war, daß die Bundestagsparteien das Zentralkomitee ddK in Sachen Abschaffung des Zölibats unterstützten, unterstützte diese Woche besagtes der Generalsekretär dieses ZKs die angeblich alternativlose Flüchtlingspolitik der Bundestagsparteien – eine Hand wäscht die andere, und beide bleiben schmutzig. Da helfen auch nicht die Reinwaschungsversuche, mit denen sich die deutsche Kirchensteuerorganisation gegen den Vorwurf von Seiten Josef Ratzingers wehrt, sie habe ein gewerkschaftliches Selbstverständnis entwickelt: Die besoldeten Funktionär*innen der unteren Ränge fordern von denen der oberen Ränge mehr Mitbestimmung und Teilhabe an Leitung und Repräsentation des Unternehmens – das ist nun mal die ganze Theologie.

Substanzieller ist da schon der jetzt in vollem Umfang an die Öffentlichkeit gekommene Appell namhafter Theologen an die Kardinäle, den Papst um „Klärung offener Fragen“ hinsichtlich seiner Enzyklika „Amoris laetitia“ zu bitten. Man muß wohl schon weit in die Kirchengeschichte zurückgehen, um eine zweite, im Ton so verbindliche, in der Sache aber vernichtende Kritik an einer päpstlichen Privattheologie zu finden. Und dabei hilft die ganze Appeasement-Politik vor dem Ansturm des hypersexualisierten Zeitgeistes nicht im Geringsten. Die Forderung nach bedingungsloser Anerkennung des Götzen LGXXXBT ist Keule und Schwert für die nächste Christenverfolgung, die, wie der amerikanische Evangelikale Albert Mohler hier eindrucksvoll darlegt. Es geht darum Christen zunehmend nicht nur aus dem Raum bürgerlicher Öffentlichkeit zu verdrängen, sondern auch ihre wirtschaftliche Existenz zu vernichten, um die Kapitulation zu erzwingen.

Darin liefert sich die auf genuin westlichem Boden entstandene LGXXXBT-Ideologie freilich einen Wettlauf mit dem seit seinen frühesten Ursprüngen zur Vernichtung des Glaubens angetretenen Islam. Die zunehmenden Brandstiftungen, Vandalenakte und Plünderungen in Kirchen sind selbstverständlich Einzelfälle, die mit nichts zu tun haben. Dabei soll es alleine in Nordrhein-Westfalen in den letzten drei Jahren über 3000 solcher Einzelfälle gegeben haben, von denen man freilich in funktionärskirchlichen Verlautbarungen wenig erfährt.

Und nun zu erfreulicheren Dingen. In Zagreb wurde am 9. September zum ersten Mal seit 50 Jahren eine „glagolitische Messe“ gefeiert – das ist eine Messe im überlieferten Usus der lateinischen Kirche, aber in altslavischer Kirchensprache. In Teilen des Balkans war diese Liturgie, entstanden aus der Begegnung mit der ebenfalls altslavisch orientierten Orthodoxie, noch bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts weitvebreitet. Nach der Liturgiereform ist sie praktisch völlig verschwunden.
Erfreulich auch die Nachricht aus den USA, daß neben Bischof Conley von Lincoln, der schon seit 2 Jahren im Advent die hl. Messe nach dem Novus Ordo „ad orientem“ gefeiert hat, nun auch Bischof Morlino von Madison ab Herbst in seiner Bischofskirche „zum Herrn hin“ zelebrieren will. Die von „Experten“ am Schreibtisch ausgedachte Liturgie des Novus Ordo hat viele Schwächen – die von keinem Konzisldokument und auch nicht vom Missale (wohl aber vom Beispiel Pauls VI.) vorgegebene Zelebration „ad Populum“ ist vielleicht die verhängnisvollste davon. Sie signalisiert am deutlichsten die Tendenz zur Abwendung von der jenseitigen Welt und den selbstzufriedenen Zirkelschluss der Gemeinde, die sich selbst feiert. In einer Feier, von der dann auch weder die vielberufenen „wiederverheirateten Geschiedenen“ als Kommunikantern noch die nichtberufenen Frauen als Zelebranten ausgeschlossen sein wollen.

Ein wichtiges Thema der vergangenen Woche, hier am Mittwoch ebenfalls angesprochen, sind die Beziehungen zwischen der Piusbruderschaft und dem Vatikan, ein Thema, dessen Wahrnehmung nicht gerade dadurch erleichtert wird, daß es unserer Kenntnis nach keinerlei offizielle Äußerungen zur Sache gibt. Nur das Video mit der Ansprache des Bischofs. Daher nur zwei Beobachtungen zum Umfeld. Auf mehreren amerikanischen Blogs, die bestenfalls zum weiteren Sympathisantenkreis der Bruderschaft gerechnet werden können, werden die Vorgänge mit großer Skepsis wenn nicht mit massiver Ablehnung kommentiert. Das Mißtrauen gegenüber Franziskus, das dessen „Lehramt aus dem Flugzeug“ oder durch den Mund sozialistischer Politiker hervorgerufen hat, ist inzwischen so tief, daß allein der Umstand, daß die Initiative in dieser Sache anscheinend vom Papst ausgeht, dazu führt, jede Bewegung auf Rom zu prinzipiell abzulehnen: Das könne nur eine Falle sein.

Zweite Beobachtung, die vermuten läßt, daß vielleicht mehr an der Sache ist, als an der Oberfläche sichtbar, ist die Tatsache, daß katholisch.de wenige Tage nach dem ersten Kommentar, der Anlaß zu unserer Betrachtung gab, einen zweiten nachschob. Und während der erste recht unterkühlt sachlich daherkam, zieht der zweite alle Register. Verfasser ist Christoph Strack, im Hauptberuf stellvertretender Leiter des Hauptstadtstudios der Deutschen Welle und somit – ebenso wie ZK-Sekretär und CDU-Landtagsabgeordneter Sternberg – ein Musterbeispiel aus dem politisch-katholischen Komplex in Deutschland. Klar, der „Holocaust-Leugner“ Williamson darf da nicht fehlen, auch nicht ein darüber hinaus gehender allgemeiner Antisemtismus Vorwurf, das Einklagen eines vorbehaltlosen Bekenntnisses zu "dem" Konzil und die Anklage angeblicher Feindschaft zum Papst. Alles drin also – die Herrschaften sind anscheinend beunruhigt.

Fangen Sie die Woche gut an - besser, als wir die alte hier abschließen können.

Die 35. Woche

Ausschnitt aus einer Illustration in 'Dabiq'In der Welt des Tatsächlichen ist wenig geschehen diese Woche, überall weht heiße Luft. Ein (zukünftiger) Bischof erklärt, wo er nicht wohnen will – Applaus. Die Fraktionsvorsitzenden der Einheitspartei SPDU unterstützen das Zentralkomittee der d.K. bei seiner Forderung nach einer „ergebnisoffenen Diskussion“ des Zölibats – Jubel. In Rom werden die Ministerien der Kirche entsprechend der Weltanschauung seiner glückhaft regierenden Heiligkeit neu geordnet – Begeisterung.

Noch mehr davon? Dann vielleicht lieber eine kleine „Presseschau“ zur Vorstellung einiger Veröffentlichungen, die wirklich lesenswert sind.

Im National Catholic Register – Glaubenstreu, aber nicht gerade auf Krawall gebürstet – schreibt Msgr. Charles Pope einen Artikel unter der Überschrift: „Comfort Catholicism Has to Go: It is Time to Prepare for Persecution.“ Comfort Catholicism – das ist für Pope in den USA das, was der mit Gewerkschaften, Parteien und Medienverantwortlichen händchenhaltende ZDK- und DBK-Katholizismus für Deutschland ist . Ein Auslaufmodell, den wirklichen Anforderungen der Zeit in keiner Weise mehr entsprechend, ein Modell, dessen Praktizierung die Ortskirchen nahe an den Rand der Selbstauflösung gebracht hat – was ihnen die Herrschenden mit immer wüsteren Übergriffen danken. Pope:

Es ist Zeit, daß der Klerius sich und das Volk Gottes auf Opfer vorbereitet. Kompromisse mit dieser Kultur sind undenkbar geworden. Es ist an der Zeit, die Geschwüre aufzuschneiden. Und die Kultur wird „Foul“ schreien – und wir, die wir das Aufschneiden übernehmen, werden leiden müssen. Aber wir müssen in den vor uns liegenden Monaten und Jahren bereit sein, dieses Leiden auf uns zu nehmen.“

Fr. John Hunwicke bringt in seinem Blog einen Dreiteiler unter der schönen Überschrift: „The Magical Magisterium: Now you see it, now you don‘t.“ Ausgangspunkt ist die unter dem nun in den verdienten Ruhestand getretenen Spin-Doctor Lombardi zu beeindruckender Perfektion entwickelte Methode, zu erklären, erstens habe der Papst es nicht gesagt, zweitens habe er es nicht so gemeint, und drittens sei es selbstverständlich irgendwie verbindlich. Davon ausgehend entwickelt Hunwicke Überlegungen dahingehend, wie eine Gemeinschaft, die über Jahrtausende zurückreichende Grundsätze verfügt, es wohl angehen müsse, wenn sie sich von diesen Grundsätzen befreien will. Und er glaubt, daß sie einen Weg dazu gefunden hat: Lehre mit Verfallsdatum - „Ja, aber das war doch schon vor sieben Jahren“.

Steve Kojec teilt auf One Peter Five eine interessante Beobachtung mit: „What Demons Know About the Eucharist that Many Catholics don‘t“. Seine Ausgangspunkte sind die in Gods own Country zunehmend populären „Schwarzen Messen“ und andere satanistische Rituale: Der Glaube an die Reale Gegenwart Christi in den verwandelten Gaben, in vielen Gemeinden und an vielen Lehrstühlen zur Unkenntlichkeit verblasst, wird dort in der Perversion sehr ernst genommen.

Zu Kojecs Überlegungen passt eine Beobachtung von Joseph Shaw von der Latin Mass Society in England und Wales. Bekanntlich haben die Islamisten von ISIS auf die lieben Gesprächsangebote des Papstes mit wüsten Kriegserklärung geantwortet: Eine davon ist unter dem Titel „Warum wir euch hassen und euch bekämpfen“ in ihrem Hochglanzmagazin „Dabiq“ erschienen – hier im Netz zum Download – und nennt für den Hass eine Reihe von Motiven – als erstes das Christentum und dessen Glauben von der Dreifaltigkeit. Und womit illustrieren die Christenhasser (auf S. 30) ihren Artikel: Mit einem Photo von der Elevation des Herrenleibes in einer Messe nach dem überlieferten Ritus. So ein Bild ist in IS-Land sicher nicht an jeder Straßenecke zu finden und in jedem Hirn präsent, aber die Dämonen wissen, was viele in der Kirche zu vergessen drohen.

Rorate Caeli bringt einen Überblick über die anhaltende Säuberung der Kurie von konservativen Elementen, der nun auch Bischof Oliveri von Albenga-Imperia zum Opfer gefallen ist, in dessen Diözese Buchstabe und Geist von Summorum Pontificum beispielhaft verwirklich worden waren. Offenbar unerträglich.

Fr. Zuhlsdorf gibt auf WDTPRS eine lange Antwort auf die kurze Frage: „How are we supposed to remain Catholic these days?“. Kernaussage dieser Antwort, die so ähnlich auch hier schon des öfteren gemacht worden ist: „We put on our big boy pants and we stick to the Catholic Faith as it has always been taught“.

Beim letzten Satz, der wegen der „big boy pants“ unübersetzt geblieben ist, fällt auf, daß in dieser Presseschau ausschließlich Stimmen aus dem anglo-amerikanischen Bereich zu Wort kamen. Nicht, daß wir die deutsche „Blogoszese“ nicht zur Kenntnis nähmen – aber leider finden wir dort selten etwas Erwähnenswertes, und dann ist es ebenfalls oft aus dem Englischen übernommen.

Aber eines aus dem deutschen Sprachraum hätten wir dann doch noch mitzuteilen, und das ist sogar ein nahe an der überlieferten Liturgie liegendes Ereignis, genauer gesagt, eine Veranstaltung: Schon seit dem 4. Mai diesen und noch bis zum 12. Februar nächsten Jahres findet in der Kaiserlichen Schatzkammer der Wiener Hofburg eine Sonderausstellung statt: Gottes Lob – Kirchliche Textilien aus der Zeit Maria Theresias. Gezeigt werden – insoweit ist der Titel einigermaßen unpräzise – Paramente aus Sammlungen und Stiftungen der Zeit von Karl V. bis Maria Theresia – d.h. Die ausgestellten Stücke sind teilweise deutlich älter.

Fangen Sie die neue Woche gut an!

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