Bereichsnavigation Themen:

„Kontinuität“ ist das, was die Obrigkeit als Kontinuität behauptet

Die zunehmende Kritik am Vorgehen des Kommissars der FFI scheint Wirkung zu zeigen – erstmals hat sich einer der fünf Initiatoren der Visitation des Ordens und seiner anschließenden Entmündigung öffentlich zu den Gründen des Vorgehens geäußert. (Quelle) P. Angelo Mary Geiger hat dazu – mit Genehmigung des Kommissars, wie er betont – zunächst einen Text „Zur Lage der FFI“ veröffentlicht, der aus den Reihen der Anhänger der abgesetzten Ordensleitung stammen soll. Er stellt eine Zusammenfassung der Beschwerden dar, die gegen den Kommissar erhoben werden, und klingt weitgehend authentisch. P. Geiger nimmt dann diesen Text zum Anlass für eine ausführliche Antwort, die allerdings nur zum geringeren Teil auf die erhobenen Vorwürfe eingeht und sich weitgehend auf zwei Argumentationslinien beschränkt:

  • Die alte Ordensführung habe durch ihre „traditionalistischen Neigungen“ den Boden der Kirchlichkeit verlassen - und
  • Jede Kritik an den Maßnahmen des Kommissars sei ein schwerwiegender Verstoß gegen die Verpflichtung zum absoluten Gehorsam.

Dieses zweite Argument ist innerhalb eines Ordens, dessen Mitglieder ein besonderes Gehorsamsgelübde abgelegt haben, von hohem Gewicht. Tatsächlich halten sich die ehemals führenden Mitglieder der FFI auch auf bewundernswerte Weise mit Kritik zurück und sind erkennbar bestrebt, alle ihnen gemachten Auflagen, selbst die willkürlichsten, einzuhalten. Umso interessanter ist jedoch die von P. Angelo Geiger geäußerte Pauschalkritik an „traditionalistischen Neigungen“, zumal diese geeignet ist, auch außerhalb des Kontextes der FFI-Krise eingesetzt zu werden.

Einleitend stellt P. Geiger seine Liste von Kritikpunkten auf:

Weiterlesen...

Neues zum Wechsel in Wisques

In bisher drei Beiträgen haben wir über den Wechsel der Benediktinerabtei St. Paul von Wisques in die Obhut der Abtei von Fontgombault und den damit verbundenen Übergang zur überlieferten Liturgie berichtet. Dabei waren wir - auf Grund der veröffentlichten Meldungen - bisher davon ausgegangen, daß die verbliebenen hochbetagten Mitglieder des bisher dem Novus Ordo folgenden Abtei  Wisques verlassen und, wie das in anderen Fällen gehandhabt wird, in andere geeignete Klöster oder Alteneinrichtungen umziehen würden. Einem Interview mit Abt Jean Pateau von Fontgombault auf la nef entnehmen wir, daß das so nicht korrekt ist. Unter dem Dach der Benediktinerföderation von Solesmes, der sowohl das „neurituelle“ Wisques als das „altrituelle“ Fontgombault angehören, wurde eine andere Lösung gefunden, die Dom Pateau im Interview so beschreibt:

Die Voraussetzung für die Entsendung unserer Mönche nach Wisques war, daß dort auch die Regeln von Forntgombault übernommen würden. Das war auch allen Beteiligten so klar, daß alles auf wahrhaft brüderliche Weise geschehen konnte. Auf der anderen Seite wollten wir aber auch alles Mögliche tun, um den Mönchen von Wisques die Einhaltung des Prinzips der „stabilitas loci“ zu erleichtern. Der gegenwärtige modus vivendi entspricht daher den Erwartungen der ganzen Gemeinschaft. Während die neu hinzugekommenen Mönche ihre Morgenmessen an den verschiedenen Altären der Abtei in der außerordentlichen Form feiern, konzelebrieren die Alten in der ordentlichen Form. Die Konventsmesse findet dann, von einigen Ausnahmen abgesehen, in der außerordentlichen Form statt. Als ich am Fest unserer lieben Frau von Lourdes, dem Tag der Alten und Schwachen, in Wisques war, habe ich mit unseren Alten dort konzelebriert, von denen vielen die Last der Jahre zu schaffen macht und die viele Prüfungen gemeinschaftlicher und persönlicher Art ertragen mussten.

Unsere Übernahme von Wisques hatte eine zweifache Zielsetzung: Das Überleben des Klosters und die Bewahrung der Einheit der Mönchsfamilie von St. Paul. Ich bin froh, daß dieses Ziel hinsichtlich der Einheit der Familie erreicht werden konnte. Und die Ankunft neuer Berufungen erlaubt es uns, wohlgemut in die Zukunft zu schauen.“

Die hier skizzierte Lösung mag angesichts der schweren Mängel, mit denen die Praxis des novus Ordo vielerorts und keinesfalls zufällig verbunden ist, Bedenken hervorrufen. Auf der anderen Seite bietet sie in auffallendem Kontrast zu der skandalösen Entwicklung um die Franziskaner der Immakulata ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Konflikte zwischen den unterschiedlichen Richtungen innerhalb der Kirche oder von einzelnen Gemeinschaften ertragen werden können, wenn wenigstens Ansätze zu einer gemeinsamen Spiritualität und Wille zu Brüderlichkeit vorhanden sind. Schließlich ist es auch kein Zufall, daß unter den vielen Benediktinerabteien Frankreichs nur die „altrituelle“ von Fontgombault in der Lage war, den weiteren Bestand der sonst dem Untergang geweihten Abtei St. Paul zu ermöglichen. Ein  „neuer Frühling“ kann schon noch kommen - nur nicht so, wie es sich die vorstellen, die täglich behaupten, er sei schon längst eingetreten.

Das Interview mit Dom Pateau enthält nach zahlreiche andere interessante Informationen zur täglichen Praxis in Wisques und zur Situation der Benediktiner von Fontgombault und seinen Filialklöstern.

Weihen für die Petrusbruderschaft

Am vergangenen Samstag (15. 2.) hat Erzbischof Haas von Vaduz in der Pfarrkirche von Deuchelried bei Wangen neun Seminaristen des europäischen Seminars der Petrusbruderschaft (Wigratzbad) die Subdiakonenweihe erteilt. Darüberhinaus spendete der Erzbischof einer Anzahl von Seminaristen die traditionellen niederen Weihen. Schon 14 Tage zuvor hatte der ehemalige Bischof von Lincoln, USA, sechs junge Männer aus dem amerikanischen Seminar der Bruderschaft zu Subdiakonen geweiht.

Die niederen Weihen und der Subdiakonat, der traditionell als die erste Stufe der höheren Weihen gilt, wurden 1972 von Papst Paul VI. durch das Motu Proprio Ministeria Quædam außer Gebrauch gesetzt. In den Gemeinschaften, die den überlieferten Ritus pflegen, wurden und werden sie allerdings entsprechend den dort verwendeten Büchern weiterhin erteilt. Seit dem Erlass der Instruktion Universæ Eclesiæ, die in Abschnitt 31 ausdrücklich die niederen Weihen erwähnt, gibt es dafür auch eine nicht mehr anzweifelbare Rechtsgrundlage.

Unser Bild entnehmen wir einem Photostream von den jüngsten Weihen, den die Petrusbruderschaft auf flickr online gestellt hat.

Feldzug gegen die alte Liturgie

Bevor die Franziskaner der Immakulata unter Zwangsverwaltung gestellt wurden, zelebrierten sie an 33 Orten in Italien die Liturgie in der überlieferten Form. In den meisten Niederlassungen und an allen Plätzen, an denen sie mit der Pfarrfürsorge betraut waren, wurde überdies auch die Messe nach dem Missale Pauls VI. gefeiert - die Gläubigen hatten die Möglichkeit, sich für die Form der Liturgie zu entscheiden, die ihren spirituellen Bedürfnissen am meisten entsprach.

Diese Möglichkeit wurde ihnen jetzt genommen. Nur für 3 Orte erhielten die Patres der FFI die Erlaubnis, weiterhin eine Messe nach den Büchern von 1962 zu feiern. Das von Papst Benedikt erlassene Gesetz, das jedem Priester die Zelebration in beiden Formen des römischen Ritus ermöglicht, wurde für sie nicht förmlich außer Kraft gesetzt, sondern mit Billigung der höchsten Autorität schlichtweg gebrochen. Weitere Einzelheiten mit Nennung betroffener Orte findet man auf Rorate Cæli. Ursprüngliche Quelle ist eine auf detaillierte Erhebungen gestützte Erklärung der „Nationalen Koordination für Summorum Pontificum“ Italiens.

Rachefeldzug gegen Papst Benedikt?

Die endlose Geschichte um die Franziskaner der Immakulata

PorträtphotoAm 5. Januar veröffentlichte der katholische Publizist Antonio Socci in seinem Blog einen sehr emotionalen Beitrag über die Entwicklung um die  Franziskaner der Immakulata, den wir im Folgenden ungekürzt wiedergeben. Socci, der der Bewegung Communio e Liberacione nahesteht, ist einer der bekanntesten katholischen Autoren Italiens, konservativ, aber bisher weder als besonderer Freund der überlieferten Liturgie noch gar als Gegner des 2. Vatikanums hervorgetreten. Er ist ein Katholik, der einfach katholisch sein und bleiben möchte – das verleiht seinem Aufschrei besonderes Gewicht.

Es beginnt ein langes Zitat Im Vatikan gibt es eine neue Inquisition

Weiß der Papst eigentlich, was man in seinem Namen den „Franziskanern der Immakulata“ antut? Erst vor zwei Tagen hat der Papst zu Recht festgestellt, daß man das Evangelium „nicht mit Schlägen verkündet, sondern mit Liebe und Freundlichkeit“. Und dennoch hat man die Franziskaner der Immakulata ohne Ursache oder Vergehen auf ihrer Seite gestürmt, geschlagen und verworfen. Man macht einen der wenigen Orden platt, der noch rechtgläubig ist und viele Berufungen hervorbringt – und der sich der Wertschätzung und Unterstützung von Papst Benedikt XVI. erfreute.

Am schlimmsten ist, daß die Zerstörung im Namen von Franziskus ins Werk gesetzt wird. Aber ist es denkbar, daß der Papst der Freundlichkeit diese Methoden der Verfolgung billigt?

Der Schlag zielt auf die Besten

Eigentlich sollte man die Franziskaner der Immakulata angesichts des allgemeinen Niedergangs der Ordensgemeinschaften (keine Berufungen, verbreite doktrinäre und disziplinäre Probleme, viele bekannte Schwachpunkte) als Vorbild ansehen: Sie leben tatsächlich in radikaler Armut, sie haben viele Berufungen, führen ein hartes asketisches Leben, üben vielfache Werke der Barmherzigkeit an den Armen und ausgestoßenen, verkünden die gute Nachricht mit Eifer und sind gehorsam gegenüber der Kirche. In den vergangenen Monaten der Unterdrückung haben sie alles in Demut und Schweigen ertragen.

Viele Gläubige waren entsetzt über die Härte, mit der gegen die FFI vorgegangen worden ist. Es gibt Leute, die darüber weinen, daß diese guten Brüder zum Rückzug aus den Gemeinden gezwungen worden sind, in denen sie bis jetzt gearbeitet haben. Ich hatte niemals direkt etwas mit ihnen zu tun, aber als unparteiischer Beobachter bewundere ich sie. Und ich frage mich: Warum diese Härte gegenüber Ordensleuten, die ein so großartiges Beispiel geben und den Gläubigen wahrhaft Maßstäbe für ein geistiges Leben liefern? Niemals ist solche Härte gegenüber Ordensleuten, Priestern und Theologen eingesetzt worden, und wenn sie noch so große Probleme hinsichtlich der Lehre, der Disziplin oder anderer Gebiete hatten.

Weiterlesen...

Zusätzliche Informationen