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Weihen für die Petrusbruderschaft

Am vergangenen Samstag (15. 2.) hat Erzbischof Haas von Vaduz in der Pfarrkirche von Deuchelried bei Wangen neun Seminaristen des europäischen Seminars der Petrusbruderschaft (Wigratzbad) die Subdiakonenweihe erteilt. Darüberhinaus spendete der Erzbischof einer Anzahl von Seminaristen die traditionellen niederen Weihen. Schon 14 Tage zuvor hatte der ehemalige Bischof von Lincoln, USA, sechs junge Männer aus dem amerikanischen Seminar der Bruderschaft zu Subdiakonen geweiht.

Die niederen Weihen und der Subdiakonat, der traditionell als die erste Stufe der höheren Weihen gilt, wurden 1972 von Papst Paul VI. durch das Motu Proprio Ministeria Quædam außer Gebrauch gesetzt. In den Gemeinschaften, die den überlieferten Ritus pflegen, wurden und werden sie allerdings entsprechend den dort verwendeten Büchern weiterhin erteilt. Seit dem Erlass der Instruktion Universæ Eclesiæ, die in Abschnitt 31 ausdrücklich die niederen Weihen erwähnt, gibt es dafür auch eine nicht mehr anzweifelbare Rechtsgrundlage.

Unser Bild entnehmen wir einem Photostream von den jüngsten Weihen, den die Petrusbruderschaft auf flickr online gestellt hat.

Feldzug gegen die alte Liturgie

Bevor die Franziskaner der Immakulata unter Zwangsverwaltung gestellt wurden, zelebrierten sie an 33 Orten in Italien die Liturgie in der überlieferten Form. In den meisten Niederlassungen und an allen Plätzen, an denen sie mit der Pfarrfürsorge betraut waren, wurde überdies auch die Messe nach dem Missale Pauls VI. gefeiert - die Gläubigen hatten die Möglichkeit, sich für die Form der Liturgie zu entscheiden, die ihren spirituellen Bedürfnissen am meisten entsprach.

Diese Möglichkeit wurde ihnen jetzt genommen. Nur für 3 Orte erhielten die Patres der FFI die Erlaubnis, weiterhin eine Messe nach den Büchern von 1962 zu feiern. Das von Papst Benedikt erlassene Gesetz, das jedem Priester die Zelebration in beiden Formen des römischen Ritus ermöglicht, wurde für sie nicht förmlich außer Kraft gesetzt, sondern mit Billigung der höchsten Autorität schlichtweg gebrochen. Weitere Einzelheiten mit Nennung betroffener Orte findet man auf Rorate Cæli. Ursprüngliche Quelle ist eine auf detaillierte Erhebungen gestützte Erklärung der „Nationalen Koordination für Summorum Pontificum“ Italiens.

Rachefeldzug gegen Papst Benedikt?

Die endlose Geschichte um die Franziskaner der Immakulata

PorträtphotoAm 5. Januar veröffentlichte der katholische Publizist Antonio Socci in seinem Blog einen sehr emotionalen Beitrag über die Entwicklung um die  Franziskaner der Immakulata, den wir im Folgenden ungekürzt wiedergeben. Socci, der der Bewegung Communio e Liberacione nahesteht, ist einer der bekanntesten katholischen Autoren Italiens, konservativ, aber bisher weder als besonderer Freund der überlieferten Liturgie noch gar als Gegner des 2. Vatikanums hervorgetreten. Er ist ein Katholik, der einfach katholisch sein und bleiben möchte – das verleiht seinem Aufschrei besonderes Gewicht.

Es beginnt ein langes Zitat Im Vatikan gibt es eine neue Inquisition

Weiß der Papst eigentlich, was man in seinem Namen den „Franziskanern der Immakulata“ antut? Erst vor zwei Tagen hat der Papst zu Recht festgestellt, daß man das Evangelium „nicht mit Schlägen verkündet, sondern mit Liebe und Freundlichkeit“. Und dennoch hat man die Franziskaner der Immakulata ohne Ursache oder Vergehen auf ihrer Seite gestürmt, geschlagen und verworfen. Man macht einen der wenigen Orden platt, der noch rechtgläubig ist und viele Berufungen hervorbringt – und der sich der Wertschätzung und Unterstützung von Papst Benedikt XVI. erfreute.

Am schlimmsten ist, daß die Zerstörung im Namen von Franziskus ins Werk gesetzt wird. Aber ist es denkbar, daß der Papst der Freundlichkeit diese Methoden der Verfolgung billigt?

Der Schlag zielt auf die Besten

Eigentlich sollte man die Franziskaner der Immakulata angesichts des allgemeinen Niedergangs der Ordensgemeinschaften (keine Berufungen, verbreite doktrinäre und disziplinäre Probleme, viele bekannte Schwachpunkte) als Vorbild ansehen: Sie leben tatsächlich in radikaler Armut, sie haben viele Berufungen, führen ein hartes asketisches Leben, üben vielfache Werke der Barmherzigkeit an den Armen und ausgestoßenen, verkünden die gute Nachricht mit Eifer und sind gehorsam gegenüber der Kirche. In den vergangenen Monaten der Unterdrückung haben sie alles in Demut und Schweigen ertragen.

Viele Gläubige waren entsetzt über die Härte, mit der gegen die FFI vorgegangen worden ist. Es gibt Leute, die darüber weinen, daß diese guten Brüder zum Rückzug aus den Gemeinden gezwungen worden sind, in denen sie bis jetzt gearbeitet haben. Ich hatte niemals direkt etwas mit ihnen zu tun, aber als unparteiischer Beobachter bewundere ich sie. Und ich frage mich: Warum diese Härte gegenüber Ordensleuten, die ein so großartiges Beispiel geben und den Gläubigen wahrhaft Maßstäbe für ein geistiges Leben liefern? Niemals ist solche Härte gegenüber Ordensleuten, Priestern und Theologen eingesetzt worden, und wenn sie noch so große Probleme hinsichtlich der Lehre, der Disziplin oder anderer Gebiete hatten.

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Ein Schlag, zwei Ziele

Wenige Tage vor Weihnachten hat der päpstliche Kommissar Fidenzio Volpi drei Konvente der Franziskaner der Immaculata aufgelöst, die bisher im Auftrag des Ortsbischofs die überlieferte Liturgie in Städten der Diözese Albenga-Imperia gefeiert haben. Betroffen sind die Orte Albenga, Imperia und San Bartolomeo al Mare. Die bisher dort ansässigen Franziskaner wurden nach Afrika und Asien versetzt, weil das „dem missionarischen Charisma des Ordens besser entspreche“. Die Auflösung der in der Pfarrseelsorge tätigen Niederlassungen erfolgte, nachdem der traditionsverbundene Ortsbischof Msgr Mario Oliveri in einem Schreiben an P. Volpi die Bitte der Patres, weiterhin im alten Ritus zelebrieren zu dürfen, unterstützt hatte.

Die Meldung über die neueste Maßnahme P. Volpis erschien zunächst in dem italienischen Blog Libertà e Persona, eine deutsche Übersetzung findet sich auf Katholisches.info.

Tradition, Rechtsordnung und Willkür

Nach dem hier bereits vor zwei Tagen verlinkten und teilweise übersetzten Brief des päpstlichen Kommissars Volpi an die Mitglieder der FFI sind inzwischen weitere Dokumente und Veröffentlichungen zur Causa in englischen Übersetzungen zugänglich gemacht worden. Eine gute Zusammenstellung findet sich bei Rorate cæli – sie bildet eine unentbehrliche Grundlage für alle, die diese Entwicklung näher verfolgen wollen. Genau das kann freilich nicht die Aufgabe von Summorum Pontificum sein, zumal die Faktenlage immer noch in vielem undeutlich bleibt. Wir beschränken uns daher nach einigen allgemeinen Bemerkungen auf die Aspekte, die für die überlieferte Liturgie und ihre rechtliche Stellung von besonderer Bedeutung erscheinen.

Um die Schlussfolgerung unserer ausführlicheren Überlegungen vorwegzunehmen: P. Volpi verlangt als Voraussetzung für den Verbleib im Orden die Anerkennung, der Novus Ordo sei „ein wahrhafter Ausdruck der liturgischen Tradition der Kirche“ und „der Dokumente des zweiten Vatikanischen Konzils entsprechend der ihnen vom Lehramt der Kirche verliehenen Autorität.“ Damit will der Kommissar den Ordensnachwuchs auf einen neuen Traditionsbegriff, der in Wirklichkeit eine weitgehende Unabhängigkeitserklärung gegenüber der Tradition darstellt, und auf den vielfältig irrlichternden Konzilsgeist verpflichten. Dabei handelt er nicht als Privatperson, etwa als Kapuziner, der angesichts des Niederganges seines eigenen Ordens und getrieben von invidia clericalis einen so wahrgenommenen „Konkurrenten“ mit herunterziehen will. Er wirkt als Executor der abtretenden Konzilsgeneration, die unter dem neuen Pontifikat noch einmal die Gelegenheit wittert, ihre doch bereits längst vom Scheitern gekennzeichneten Ideen der ganzen Kirche aufzuzwingen – nach den Franziskanern der Immakulata als nächstes auch den Eclesia-Dei-Gemeinschaften, die in Liturgie, Lehre und Traditionsbegriff bewusst an dem festhalten, was immer galt und immer geglaubt worden ist.

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