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An ihren Früchten...

Bild: eigene Grafik nach den Zahlen der deutschen Bischofskonferenz

Aus dem Evangelium des heutigen 7. Sonntags nach Pfingsten, (Matth 7, 15-20):

Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.

Beten wir für die Hirten, die in die Irre geführt wurden und selbst in die Irre führen, damit sie den von ihnen veheißenen „neuen Frühling“ angesichts ausbleibender Früchte als Täuschung erkennen und umkehren, solange es noch Zeit ist.

Volxpriester voran!

Eugène Delacroix: La Liberté guidant le peupleSeit dem 2. vatikanischen Konzil, dessen segensreiche Auswirkungen auf die Zahl der bis zur Weihe gelangten Priesterberufungen hier bereits an anderer Stelle dargestellt wurden, gehört ein sogenannter Pastoralkurs zum Pflichtprogramm der Priesterausbildung. Dieser Kurs ist von Bischofskonferenz zu Bischofskonferenz, ja sogar von Diözese zu Diözese unterschiedlich gestaltet. Im Mittelpunkt steht wohl in den meisten Fällen ein 12 und mehr Monate umfassendes „Pastoralpraktikum“, das z.B. in der Diözese Freiburg größtenteils in ein- und derselben „Seelsorgeeinheit“ zu absolvieren ist. 

Hier geht es nicht darum, Sinn und Unsinn eines derartigen „Gemeindejahres“ zu diskutieren – auch wenn dazu einiges zu sagen wäre. Hier geht es – leider wieder einmal – um ein Gerücht, das in diesem Zusammenhang aus „römischen Kreisen“ gestreut worden ist. Es besagt in seiner Kurzform, daß nach Ende des Gemeindejahres das „Volk Gottes“ sein Votum darüber abgeben soll, ob der betreffende Diakon würdig zum Empfang der Priesterweihe ist oder nicht.

Es ist das wieder einmal ein Gerücht von der Art, die man in Kenntnis der Grundlinien von Lehre und Tradition für völlig unglaubwürdig halten müsste – wenn es nicht gar zu gut in die unter diesem Pontifikat eingeschlagene generelle Linie passen würde. Synodalstrukturen, „Stärkung der Rolle der Laien“ in einer „Kirche von Unten“, Geringschätzung des sakramentalen und Überhöhung des sozialen Auftrags der Kirche – hier trifft alles zusammen, was dem Bergolianismus lieb und teuer ist. Es ist also durchaus nicht unwahrscheinlich, daß in irgendeinem Hinterzimmer der dieses Pontifikat umgebenden Einflußgruppen tatsächlich an derartigen Vorschlägen gearbeitet wird.

Eine andere Frage ist, ob solche Ideen auch Chancen zur Umsetzung hätten. Die Entscheidung, ob ein Mann zum Priestertum berufen ist, war bislang Vorrecht des Bischofs. Er konnte die Vorbereitung dieser Entscheidung mehr oder weniger weitgehend delegieren und tut das auch oft. Vielfach in unverantwortlicher Weise, wie man daran sehen kann, daß gerade von den als Berufungsverantwortliche und Seminarregenten eingesetzten Priestern in den vergangenen Jahrzehnten viele ihr Priestertum aufgegeben haben. Aber dieses Vorrecht faktisch an ein Laiengremium abzutreten – denn das Votum des „Volkes Gottes“ zu übergehen, wäre unter den aktuellen Umständen nachgerade selbstmörderisch – bedeutet etwas ganz anderes. Es würde das Bischofsamt an einer zentralen Stelle treffen und aushöhlen.

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Mensch - Maschine - Medien

Die „Option Benedikt“ - VI

Nach einer wegen der aktuellen Themen und Termine eingetretenen Unterbrechung geht es nun weiter mit der Vorstellung von Rod Drehers „Option Benedikt“.

Eines der wichtigsten Kapitel des Buches ist zweifellos das 10. „Man and the Machine“, in dem der Autor sich mit den Auswirkungen der modernen Technologie auf unser geistiges Leben auseinandersetzt. Genauer gesagt: Darüber nachdenkt, wie die allgegenwärtige geistige Korruption der Moderne uns dazu treibt, die – in der Theorie – wertneutralen Potenzen der Technik in unheilvoller und destruktiver Weise einzusetzen. Und dabei redet er nicht von Klimawandel, Umweltschäden oder Waffenexporten, sondern zum einen von den modernen Reproduktionstechniken, die dem Machbarkeitswahn vom Menschen als dem Schöpfer seiner selbst enormen Auftrieb gegeben haben. Vor allem aber von der modernen Kommunikationstechnik, beispielhaft konzentriert im Smartphone, die uns vorgaukelt, die ganze Welt zu jeder Zeit für uns verfügbar und genießbar zu machen – während sie in Wirklichkeit doch ständig darauf hinwirkt, uns zu ihren und des Zeitgeistes Anhängseln zu degradieren. So zusammengefasst klingt das nach wenig aufregendem kulturkritischen Gemeinplatz, doch Dreher hat mehr zu bieten.

Das beginnt bei seinem Hinweis auf Forschungsergebnisse der Neurophysiologie, die darauf hindeuten, daß der überbordende Mediengebrauch nicht nur Verhaltensänderungen im Sinne von Konzentrationsschwäche und Sprunghaftigkeit bewirken, sondern daß diese Veränderungen im Lauf überraschend kurzer Zeit auch im Gehirn quasi „hardwaremäßig“ fest verdrahtet werden, so daß es großer Anstrengungen bedarf, mit einer früher für selbstverständlich gehaltenen Ernsthaftigkeit eigene Ziele zu bestimmen und zu verfolgen. Und noch größerer Anstrengung, diese Verdrahtung wieder rückgängig zu machen. Diese Technologie ist mehr als eine Technik, sie „ist eine Ideologie, die bestimmt, wie wir Menschen die Realität wahrnehmen.“ (219) Und weiter in einer Aussage, in der das Wort „Liturgie“ eine ungewohnte, aber nicht aus der Luft gegriffene Färbung annimmt: Der Gebrauch der Technik bedeutet die Teilnahme an einer kulturellen Liturgie, die, wenn wir uns nicht vorsehen, darin einübt, die den zentralen Anspruch der Modernität als Wahrheit zu akzeptieren: Daß der einzige Sinn, den die Welt hat, der ist, den wir ihr in unserer endlosen Suche nach Beherrschung der Natur beilegen. (219)

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Näher, oh mein Gott, zu Dir

Zeitgenössische Darstellung - ©akg-imagesDer Gedanke, über Liturgie zu sprechen, erscheint in diesen Tagen und Wochen immer mehr wie der (nur als Gerücht überlieferte) Versuch der Stewarts auf der Titanic, die Deckstühle auf dem Oberdeck ordentlich aufzustellen, als das Wasser schon die unteren Decks überspülte. Nur, daß heute niemand mehr eine Bordkapelle hört, die „Nearer, my God to Thee“ spielt – was freilich auch nur ein Gerücht ist.

Kein Gerücht hingegen ist es, daß die unglaubliche Attacke des Jesuiten-Zentralorgans Civiltà Cattolica auf die konservativen Christen in den Vereinigten Staaten, die dann in popularisierter Form auch noch von Osservatore Romano übernommen wurde, in Nordamerika beträchtliche Unruhe auszulösen beginnt. Wo das enden wird, ist derzeit noch nicht absehbar, aber Stellungnahmen wie die von Robert Royal auf The Catholic Thing, Maureen Mullarkey auf Rorate Caeli einerseits und die Jubelrufe aus dem linkskatholischen Lager wie von Michael Sean Winters im National Catholic Reporter lassen vermuten, daß diese Spaltung kaum noch zu heilen ist. Ende letzten Jahrfes kolportierte die Internationale Presse als (angebliche) Aussage von Papst Franziskus  „Nicht ausgeschlossen, dass ich als derjenige in die Geschichte eingehen werde, der die katholische Kirche gespalten hat.“ Das könnte früher eintreten, als damals absehbar.

Erst vorgestern haben wir quasi als Stimmungsindikator" auf die Leserzuschriften zum Nachruf Benedikts auf Kardinal Meisner auf der amerikanischen Website „OnePeterFive“ hingewisen. Sie zeigen, wie tief die Verwirrung und der Schmerz unter vielen Katholiken über die unverständlichen Worte und Gesten aus Rom gehen. Heute können und müssen wir ein ähnliches Beispiel aus dem deutschen Sprachraum anführen: Das in Österreich stationierte, aber im ganzen deutschen Sprachraum viel gelesene Portal „kath.net“ sah sich gestern veranlaßt, zwei Artikel zur Unterstützung des Kurses der Bergoglio-Fraktion zu veröffentlichen. Unter der Überschrift „Schönborn greift ‘Dubia-Kardinäle‘ an“ wiederholte der Wiener Kardinal die offenkundige Unwahrheit, daß es keinerlei Zweifel über den glaubenstreuen Inhalt der in den Dubia problematisierten Passagen von Amoris laetitia geben könne. Gleichzeitig blies der Theologe Bernhard Meuser – bekannt geworden als einer der Autoren und Initiatoren des YOUCAT-Projektes – unter der Überschrift „Der ‚unsägliche‘ Papst“ zu einer pauschalen Attacke gegen alle Kritiker der Unklarheiten des gegenwärtigen Pontifikats.

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Benedikts Abschied von Meisner

Bild: https://www.catholiccompany.com

Die Abschiedsworte, die der ehemalige Papst Benedikt seinem Freund und Weggefährten Joachim Kardinal Meisner zu dessen gestriger Beisetzung gewidmet hat, haben großes Aufsehen ausgelöst. Einige finden darin einen Hinweis auf die Motive, die ihn selbst zum historisch so unerhörten Schritt der Amtniederlegung bewogen haben. Anderen fiel insbesondere sein Hinweis auf die hl. Eucharistie auf, die auch als Stellungnahme zur aktuellen Debatte um die Zulassung „Wiederverheirateter Geschiedener“ zum Kommunionempfang gelesen werden kann. Den erpropten Fake-News-Produzenten von katholisch.de war das so wenig geheuer, daß sie nicht nur die entsprechenden Passagen in ihrer Zusammenfassung unberücksichtigt ließen - sie sparten sich auch jedes Link auf den vollen Text, der auf der Website des Erzbistums Köln als als PDF abgerufen  werden kann. Hier daher zunächst das, was bei den Bischöfen ganz unter den Tisch fiel, als Zitat:

Wir wissen, dass es ihm, dem leidenschaftlichen Hirten und Seelsorger, schwerfiel, sein Amt zu lassen und dies gerade in einer Zeit, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten  bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus  dem Glauben leben und denken. Aber um so mehr hat es mich bewegt, dass er in dieser letzten Periode seines Lebens loszulassen gelernt hat und immer mehr aus der tiefen Gewissheit lebte, dass der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern vollgeschlagen ist.“

Und im Zusammenhang mit den eindrucksvollen Stunden der Eucharistischen Anbetung beim Kölner Weldjugendtag:

Einige [Experten] waren wohl auch der Meinung, eucharistische Anbetung sei als solche überholt, da ja der Herr im eucharistischen Brot empfangen und nicht angeschaut werden wolle. Aber dass man dieses Brot nicht essen kann wie irgendwelche Nahrungsmittel und dass den Herrn im eucharistischen Sakrament zu „empfangen“ alle Dimensionen unserer Existenz einfordert – dass Empfangen Anbeten sein muss, ist inzwischen doch wieder sehr deutlich geworden.“

Dann zusätzlich zum erneuten Link auf den vollständigen Text ein Hinweis zu der überaus interessanten Diskussion, die dieses Abschiedswort bei Katholiken ausgelöst, die sich durch die Abdankung Benedikts und im aktuellen Pontifikat jener Hirten beraubt sehen, die der Diktatur des Zeitgeistes Widerstand leisten. Mehr noch als der Kommentar der Redaktion zeigen die Leserzuschriften auf OnePeterFive die große innere Not, der sich viele Katholiken ausgesetzt sehen, seit der Nachfolger Benedikts durch Zurückweisung äußerer Zeichen - wie z.B. von Monzetta und Stola - aber auch Verweigerung entschiedener Wegweisung - „wer bin ich, zu urteilen“ - fortgesetzt und zunehmend Zweifel daran nährt, sein Amt auszufüllen. 

So bleibt nur das Gebet zunächst um das Vertrauen darauf, „dass der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern vollgeschlagen ist.“ Und das Gebet um die Gnade der Umkehr für diejenigen, die so entsetzliches Ärgernis geben.

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