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Kahlschlag am Amazonas

Bild: Pedro Wellington/amazonas-portal.deDas Instrumentum Laboris für die Amazonas-Synode ist nun heraus und hat beträchtliche Aufregung ausgelöst – scheint es doch viele der progressistischen Forderungen zu erfüllen, von denen seit längerem die Rede ist. Wir werden seine inhaltlichen Schwerpunkte der Reihe nach abklopfen und beginnen mit dem Reizthema Nr. 1: Dem Zölibat. Zwar ist im Dokument nur vom Amazonasbecken und seiner (angeblich) ganz besonderen Notlage die Rede sowie davon, es gehe um Ausnahmeregeln für seltene Sonderfälle – aber wir wissen ja, wie solche „Ausnahmeregeln“ funktionieren: Nach spätestens einem Jahrzehnt ist das, was früher geboten war, eine seltene Ausnahme, und nach einem weiteren ist das ehedem einzig Gültige praktisch so gut wie abgeschafft oder gar verboten. Insoweit ist die Aufregung also verständlich – wirklich von der Sache her begründet ist sie weniger - zumindest was die Theologie und Ecclesiologie betrifft.

Es gibt bereits heute (und gab in sehr kleiner Zahl wohl immer) auch in der katholischen Kirche verheiratete Männer, die im Rahmen der Gesetze zu Priestern geweiht werden und ihr Amt tadellos versehen. Gegenwärtig ist der gesetzliche Rahmen allerdings recht eng gezogen: Nur verheiratete Männer, die vor ihrer Konversion ordinierte Geistliche einer Gemeinschaft aus der Reformation waren, können ein entsprechendes Gesuch einreichen. Das ist in der Tat eine klar umrissene Ausnahmeregelung – aber ihre Existenz beweist, daß die Kirchen Weihekandidaten vom Gebot der Ehelosigkeit dispensieren kann, wo sie das für sinnvoll und geboten hält. Die Dogmatik und der Kern der Lehre sind zunächst nicht berührt.

Mit dem „sinnvoll und geboten“ nähern wir uns allerdings der Sphäre der Kirchenpolitik, und da sehen die Dinge schon ganz anders aus.

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Eiserne Reserve des Glaubens

Bild: Aus dem genannten Artikel auf Rorate CæliDie Vollversammlung der US-amerikanischen Bischofskonferenz hat auf ihrer soeben beendeten Vollversammlung mit 194 gegen 8 Stimmen bei 3 Enthaltungen beschlossen, die von Papst Franziskus dekretierte Ächtung der Todesstrafe in die amerikanische Version des Kastechismus aufzunehmen. Ihre deutschen Amtsbrüder dürften demnächst folgen – wenn ihnen der Katechismus überhaupt wichtig genug ist, eine Änderung vorzunehmen.

Vor jeder Behandlung der hier angesprochenen Frage eines vorweg: Kein Katholik ist dazu verpflichtet, die Todesstrafe zu befürworten, weil die Kirche sie immer für zulässig und in bestimmten Fällen der Vergangenheit auch für geboten erklärt hat. Die Päpste der letzten Pontifikate sind dem „Wertewandel“ in den westlichen Gesellschaften insoweit entgegen gekommen, als sie die Todesstrafe als „ultima Ratio“ betrachteten, die nur in besonders begründbaren Ausnahmefällen verhängt und vollstreckt werden solle. Damit sind sie modernen Befindlichkeiten ein Stück weit entgegen gekommen, ohne sich in Widerspruch zu einer fast zweitausendjährigen Lehre der Kirche zu stellen – im Gegensatz zu Franziskus, dessen explizites Ziel die Änderung, ja sogar die völlige Umkehrung einer traditionellen Lehre der Kirche ist. Was bisher als begründet und Gottes Willen entsprechend galt, soll nun unzulässig sein.

Dieser beispiellose Akt der Willkür ist unter zwei Aspekten abzulehnen. Der eine betrifft die Form und den Modus des Vorgehens. Der Katechismus schafft keine Wahrheit, sondern er faßt zusammen, was die Kirche immer und überall als Wahrheit gewusst und gelehrt hat. Den Katechismus gegen die Tradition zu ändern und als Instrument einer angeblichen Reform oder Modernisierung einzusetzen, ist nicht nur ein Mißverständnis hinsichtlich des Wesens des Katechismus, sondern ein übler Mißbrauch der päpstlichen Machtstellung zur Durchsetzung persönlicher und gegen den Glauben gerichteter Ziele.

Denn das ist der zweite Aspekt: Die Lehre der Kirche zur Zulässigkeit der Todesstrafegründet gründet nicht allein in der Tradition, sondern in zahlreichen Zeugnissen der heiligen Schrift – bis hin zu Jesu Aussage vor Pilatus, mit der er zwar nicht die Rechtmäßigkeit des gegen ihn verhängten Todesurteils anerkennt, wohl aber das Recht des Staates, solche Urteile zu verhängen: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben verliehen worden wäre“. Inwieweit der „moderne Staat“, der keinen Gott über sich duldet und jedes „oben“ bekämpft, damit das Recht verwirken könnte, diese Macht auszuüben, wäre gesondert zu überlegen und hat mit der Frage der prinzipiellen Zulässigkeit der Todesstrafe nichts zu tun.

Zu diesen beiden Grundaspekten Inhalt der Änderung und Form ihrer Propagierung kommen eine Fülle kirchenpolitischer Nebenaspekte, von Peter Kwasniewski treffend zusammengefasst in einem Vortrag, der jetzt unter dem Titel „What Good is a Changing Catechism? Revisiting the Purpose and Limits of a Book“ auf Rorate Cæli veröffentlicht worden ist. Ein Katechismus, der gegen die Tradition und ohne jeden Rekurs auf Schrift und Tradition geändert werden kann – einziger „Beleg“ für die aktuelle Neuerung ist ein Hinweis auf eine Rede von Franziskus selbst – ist zu wenig zu gebrauchen. Er ist nicht Leitschnur in unruhigen Verhältnissen, sondern bestenfalls deren Spiegelbild. Ein Katechismus, der heute so und morgen anders sagt, ist keiner.

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Was für 'ne Woche, wieder mal

Über Pfingsten war es bei unkatholisch.de ja einigermaßen ruhig, aber jetzt sind alle wieder aus dem Urlaub zurück, und der Modernismus hat freie Bahn. Nicht, daß Sie jetzt alle Links anklicken. Wir wollen Ihnen nur ersparen, sich selbst die Finger schmutzig zu machen – unsereins ist berufsbedingt dazu verurteilt.

Gleich zwei Beiträge der letzten Tage schließen sich der Empörung an, die von interessierter Seite gegen das vatikanische „Gender-Dokument“ entfesselt wird, das in der Tat durch katholische Grundpositionen von anderen römischen Papieren absticht. C. Stiegmann (15. 6.) sieht das Hauptproblem des Textes in mangelnder Dialogbereitschaft, F. Neumann (14. 6.) kritisiert die völlig fehlende Berücksichtigunmg der Ergebnisse moderner Wissenschaft, beide beklagen bitter die Bezeichnung des Genderismus als Ideologie. Bischof Wilmer (11. 6.) jammert über die angebliche Fixierung der Kirche auf Sexualmoral und verlangt eine Diskussion über Weiheämter und den Zölibat, irgendwie logisch. Essens Generalvikar Pfeffer (14. 6.) verteidigt die Sitze seines Vereins in den Rundfunkräten – die sicherten dort die „christliche Präsenz“. Aha. Der Theologe R. Hagencord (14. 6.) (nicht der von „was mit Medien“, sondern der Leiter des Instituts für „Theologische Zoologie“ in Münster) übt Urteilsschelte an der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, die unappetitliche Kükenschredderung bis auf weiter zuzulassen. „Menschenrechtsexperte“ Bielefeldt (14. 6.) fordert, die Religionsfreiheit gemeinsam mit den Muslimen zu verteidigen. M. Altmann (14. 6.) ist begeistert von der Schweizerischen Version von Maria 2.0: Dort gehen die Katholik*innen sogar mit pinken Mitren und vagina-hats (so das Bild über dem Beitrag!)  auf die Straße, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Das weckt Wünsche: Bischöfe ohne cujones – aber mit vagina-hat – wäre das nicht ein Friedensangebot auf der Höhe der Zeit?

Damit alle wissen, wohin es gehen soll, kommt schließlich noch P. Zulehner mit der Mahnung an die Bischöfe zu Wort: „Angst vor Spaltung ist kein Argument gegen Zölibats-Diskussion“. Sie wollen uns los werden, und das möglichst bald.

Ein Anker in der Not

Eine kleine Gruppe von Bischöfen – die hierzulande bekanntesten sind Kardinal Burke und Weihbischof Schneider – hat am Pfingstmontag, den 10. 6. eine „Erklärung“ veröffentlicht, in der sie fundamentale Wahrheiten des Glaubens bekräftigen, die mit der partiellen und zeitweiligen Abdankung des römischen Lehramtes in Zweifel gerückt worden sind. Die Erklärung wird begleitet von „Erläuternden Bemerkungen“, in denen die Veröffentlichung folgendermaßen begründet wird:

Die Kirche in unserer Zeit erlebt eine der größten geistigen Epidemien, d.h. eine nahezu allumfassende lehramtliche Verwirrung und Desorientierung, die sich als eine ernsthaft ansteckende Gefahr für die geistige Gesundheit und das ewige Heil vieler Seelen erweist. Gleichzeitig muss man eine verbreitete Lethargie in der Ausübung des Lehramtes auf unterschiedlichen Ebenen der kirchlichen Hierarchie unserer Tage feststellen. Dies ist hauptsächlich durch die Nichteinhaltung der apostolischen Pflicht verursacht - wie es auch das Zweite Vatikanische Konzil in Erinnerung gerufen hat -, dass nämlich die Bischöfe „die ihrer Herde drohenden Irrtümer wachsam fernhalten“ sollen (Lumen gentium, 25).

Die eigentliche Erklärung im Umfang von etwa 6 Druckseiten beschränkt sich darauf, in den Punkten, in denen die „allumfassende lehramtliche Verwirrung“ besonders schmerzlich zu Tage getreten ist, dieser Desorientierung die leidenschaftslose und unpolemische Darstellung der Wahrheiten des Glaubens gegenüberzustellen. Dieser Katalog, den man quasi als „Basiskatechismus für die gegenwärtige Herausforderung“ verstehen kann, enthält 40 Punkte, die sich zu den folgenden Themenkreisen zusammenfassen lassen:

  • daß es keinen Weg zur Erlösung ohne Christus und an Christus vorbei gibt – auch nicht für Juden (4-11)
  • daß die Gebote Gottes erkennbar und erfüllbar sind (12-15)
  • daß Abtreibung und andere unnatürliche Eingriffe in den natürlichen Prozess der Weitergabe und Beendigung des Lebens absolut unzulässig sind (16-18)
  • daß die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann und auch die Staatliche Gewalt verpflichtet ist, dem Rechnung zu tragen, (19, 24-26)
  • daß das männliche und das weibliche Geschlecht biologische Realitäten der Schöpfung Gottes und keine aus sozialer Konvention oder persönlicher Willensentscheidung hervorgehenden Konstrukte sind, so daß sexuelle Betätigung auch nur innerhalb dieser Ordnung zulässig ist (20, 23, 27)
  • daß die Kirche nicht geirrt hat, wen sie gelehrt hat, daß die staatliche Gewalt in bestimmten Fällen die Todesstrafe anwenden kann (28)
  • daß die Lehre von den Sakramenten wie sie im Konzil von Trient zusammengefasst worden ist, immer gültig und für die Menschen aller Zeiten und Orte angemessen ist, darunter insbesondere die Transsubstantion der Opfergaben in Leib und Blut Christi beim Opfer der hl. Messe, das nur von einem gültig zum Priester geweihten Mann „in persona Christi“ dargebracht werden kann. (30-34, 40)
  • daß die Beichte zur Vergebung schwerer Sünden unerläßlich ist und das Beichtsiegel unter keinen Umständen und auf niemandes Befehl verletzt werden darf (35,36)
  • daß diejenigen nicht zu den Sakramenten zugelassen werden dürfen, die öffentlich und ohne ernsten Willen zur Umkehr in schwerer Sünde verharren oder – z.B. als Politiker – solches Verhalten befördern. (37,38)
  • daß der verpflichtende Zölibat ein in der Tradition begründetes Gesetz der römischen Kirche ist, das nicht abgeschafft werden kann. (39)

Ob weitere Bischöfe zur Unterzeichnung dieser Erklärung angefragt wurden oder ob weitere Unterschriften überhaupt erwünscht sind, ist derzeit unbekannt: Die Wahrheit ist keine Sache der Zahl oder der Mehrheit. Die Texte der beiden Dokumente sind oben verlinkt und können hier als PDF heruntergeladen werden: Erklärung und Erläuternde Bemerkungen.

Wir werden über einzelne Punkte aus diesem Katalog sowie über kirchenpolitische Auswirkungen seiner Veröffentlichung in den kommenden Tagen weiter berichten.

Nicht länger schweigen...

- das ist die eine Seite. Siehe Randspalte rechts, wo Kardinal Sarah die verbliebenen Katholiken auffordert, ihre Stimme zu erheben, und wo am Beispiel illustriert ist, wie die Riege der Apostaten sich dem Geschrei derer anschließt, die jede katholische Stimme zum Schweigen bringen wollen.

Der Tunult in USA geht inzwischen weiter, ein paar Links zur gefälligen Information: 

http://wdtprs.com/blog/2019/06/bp-tobin-catches-hell-for-warning-about-pride-events-wherein-fr-z-rants/
https://www.lifesitenews.com/news/bishop-says-pride-month-activities-are-harmful-to-kids-faces-huge-international-backlash
https://www.catholicworldreport.com/2019/06/03/providence-bishop-tobin-responds-to-controversy-over-pride-tweet/
https://www.crisismagazine.com/2019/bishop-tobin-attacked-for-speaking-a-plain-truth

Daraus ist zu ersehen – und darin zeigt sich die andere Seite – daß es den Protagonisten der „Pride months“ und ähnlicher Veranstaltungen um nichts geringeres geht als die Erzwingung eines Schweigegebotes für alle, die sich ihrem Kult der grenzenlosen Selbstverwirklichung nicht anschließen wollen. Es liegt auf der Hand, daß damit in der Tendenz jede Verkündigung der Botschaft Christi, die nun einmal im Gegensatz zum non serviam der Welt steht, unmöglich gemacht werden soll. Wer Sünde Sünde nennt, gilt als der hate speech überführt und hat kein Recht zur öffentlichen Rede. Zur privaten auch nicht: Schon gibt es Berichte, daß Kinder ihren Eltern weggenommen werden, weil diese deren aus pubertären Wirrungen (und einer beispiellosen Kampagne zur Massenbeeinflussung) entstandenen Wünschen zur „Geschlechtsumwandlung“ nicht gefügig sind. Und natürlich sind die vor allem in der angelsächsischen Welt das gesamte öffentliche Leben und vor allem den Schul- und Bildungsbetrieb erfassenden „Pride events“ Bestandteil dieser Massenindoktrination. Bischof Tobin hat völlig recht mit seiner Warnung.

Die Reaktionen auf diese Selbstverständlichkeit zeigen: Wir stehen kurz vor der Schwelle, an der jeder, der sich der neuen Staatsreligion – offiziell: Gender Equality; inhaltlich: bedingungslose (sexuelle) Selbstverwirklichung – nicht anschließt, mit Kriminalisierung, gesellschaftlicher Ächtung und sozialem Tod rechnen muß. Und die in der Randspaltene aufgespießte Reaktion der Website der deutschen Bischöfe auf den Tobin-Skandal zeigt, daß mitrierten Mietlinge in der Bischofskonferenz jedenfalls keinen Widerspruch einlegen, wenn man sich dort dieser Abkehr von der Lehre anschließt. „Keinen Widerspruch einlegen“ ist dabei noch überaus schonend formuliert. In Wirklichkeit geht es darum, daß die tonangebende Mehrheit der deutschen Bischöfe sich längst vom Glauben und den Geboten Christi verabschiedet hat und zu jedem Verrat bereit ist, um ihre soziale Stellung und ihre (vermeintlichen) Machtapparate zu erhalten. In ihren Verlautbarungen und Predigten tun sie das nicht immer so offen wie ihre journalistischen Sprachrohre auf der Website - aber sie tun es. Im Pontifikat der programmatischen Zweideutigkeit gehen sie damit kein Risiko ein. 

Was hat das alles mit der überlieferten Liturgie zu tun?

Aus unserer Sicht gibt es da zwei wichtige Ebenen des Zusammenhanges. Die eine: Die unter dem Deckmantel der Reform vorgenommene Zerstörung der überlieferten Liturgie ist gleichzeitig Ausdruck und Beschleuniger der modernistischen Häresie, die dem Zeitgeist den Weg zur Übernahme der ehedem katholischen Lehre und Amtsstrukturen ermöglicht. Ein gutes Beispiel für die Mechanismen gibt ein gerade in diesen Tagen veröffentlichtes Gespräch mit Walter Kasper. Darin bekräftigt er auf der einen Seite, die traditionelle Lehre der Kirche lasse eine Frauen-Priesterweihe nicht zu - und fordert auf der anderen, die „unvergleichlich gestiegene Bedeutung des Dienstes der Frauen in der Kirche“ nun „auch liturgisch sichtbar zu machen“.  Das hat zwar nicht den geringsten logischen Zusammenhang – schließlich ruft auch niemand nach mehr Informatikern im Altardienst – aber jeder weiß, wo dieser Opportunismus, zumindest in Deutschland, enden wird: Lex orandi, lex credendi.

Die andere Ebene des Zusammenhangs: Zweifellos bietet die Möglichkeit zur Teilnahme am der überlieferten Liturgie vielen Katholiken Gnade und Kraft zur Bewahrung des Glaubens zumindest auf der individuellen Ebene. Jede Insel der Tradition ist daher wert, mit hohem Kräfteeinsatz verteidigt und ausgebaut zu werden. Inwieweit das ausreicht, den Glauben auch für die zu erhalten, die dem Einfluß der modernistischen Häresie ausgesetzt sind, oder auch nur, ihn innerhalb der Familie an die kommende Generation weiter zu geben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der Angriff auf die göttliche Ordnung durch starke gesellschaftliche Kräfte (hier plastisch ausgeführt am Beispiel der alle Lebensbereiche durchdringenden Unterhaltungsindustrie) ist schon schwer genug abzuwehren. Wo dieser Angriff aber auch durch starke Kräfte innerhalb der Kirche mitgetragen wird – häretisch.de bietet dafür täglich übelste Beispiele, und wer gelegentlich die Sonntagspredigt einer ,modernen' Gemeinde hört, könnte noch viele andere anführen – sind wir auch auf unserer kleinen Insel nicht sicher.

Lassen wir uns nicht einreden, jedes Streben nach Sicherheit in geistigen Dingen sei engstirnig, rigide, intolerant und ja sowas von Gestern. Es geht um nicht weniger als das Leben, das ewige Leben. Eine Neuentdeckung und Neubewertung der Apologetik als der Verteidigung und Verkündigung des Glaubens in einem feindlichen Umfeld ist daher überfällig. Wie diese aussehen kann und soll und was insbesondere das Leben mit der überlieferten Liturgie in dieser Hinsicht bedeutet und beitragen kann - darüber ist verstärkt nachzudenken und zu diskutieren.

Summorum-Pontificum.de stellt sich gerne als Platform für eine solche Diskussion zur Verfügung. Automatisch veröffentlichte „Leserkommentare“ haben sich als wenig taugliche Mittel für ernsthafte Gespräche erwiesen. Texte oder Themenvorschläge, die per Mail an uns gehen, werden gerne entgegengenommen.

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Text der inzwischen nicht mehr angezeigten Randspalte:

Bild: aus dem genannten Artikel von kath.news

Nicht länger schweigen und sich dadurch zum Komplizen der Ideologie des Todes zu machen, forderte Kardinal Sarah dieser Tage in einem Aufruf gegen die von der UNO bis weit in die Kirche reichende Front der Krieger gegen das Gesetz Gottes und der Natur. Aus dem auf kath.net präsentierten Text:

In besonderer Weise ist euch folgende Aufgabe anvertraut: die menschliche Liebe zu retten vor der tragischen Entartung, der sie unterliegt: nicht mehr die Selbsthingabe zu sein – sondern nur mehr die Inbesitznahme des anderen – eine oft gewaltsame, tyrannische Aneignung. (...)

Ich bin überzeugt, dass die westliche Gesellschaft in einer tödlichen Krise steckt. Sie steht an der Grenze des sich selbst zerstörerischen Hasses. Wie zur Zeit der Zerstörung des Römischen Reiches, als schon alles am Einstürzen war, sorgte sich die Elite um nichts anderes, als im Alltag ihren Luxus zu steigern, und das Volk war durch die vulgärsten Lustbarkeiten betäubt.

Ein grausiges Beispiel für die Gegenposition bietet heute häretisch.de in einem Schmierstück, in dem sich das Sprachrohr der Marx-NGO der Kamapgne gegen US-Bischof Tobin anschließt, der es gewagt hatte, vor Veranstaltungen der Propagandawochen des sogenannten Pride Month als „schädlich für Kinder“ zu warnen. 

Immer schärfer stellt sich für uns die Frage, ob es noch Sinn hat, sich mit derlei zu beschäftigen. Eine Zeit lang mag das nützlich gewesen sein, um Klarheit darüber zu gewinnen, in welche Richtung Apostaten im Bischofsgewand die Kirche in Deutschland steuern wollen. Inzwischen sollte  es jeder sehen können: Geradewegs in den Abgrund von Heulen und Zähneknirschen.

Hier die dem Zeitgeist unerträgliche Äußerung von Bischof Tobin:

screenshot des tweets

Zusätzliche Informationen