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Nicht länger schweigen...

- das ist die eine Seite. Siehe Randspalte rechts, wo Kardinal Sarah die verbliebenen Katholiken auffordert, ihre Stimme zu erheben, und wo am Beispiel illustriert ist, wie die Riege der Apostaten sich dem Geschrei derer anschließt, die jede katholische Stimme zum Schweigen bringen wollen.

Der Tunult in USA geht inzwischen weiter, ein paar Links zur gefälligen Information: 

http://wdtprs.com/blog/2019/06/bp-tobin-catches-hell-for-warning-about-pride-events-wherein-fr-z-rants/
https://www.lifesitenews.com/news/bishop-says-pride-month-activities-are-harmful-to-kids-faces-huge-international-backlash
https://www.catholicworldreport.com/2019/06/03/providence-bishop-tobin-responds-to-controversy-over-pride-tweet/
https://www.crisismagazine.com/2019/bishop-tobin-attacked-for-speaking-a-plain-truth

Daraus ist zu ersehen – und darin zeigt sich die andere Seite – daß es den Protagonisten der „Pride months“ und ähnlicher Veranstaltungen um nichts geringeres geht als die Erzwingung eines Schweigegebotes für alle, die sich ihrem Kult der grenzenlosen Selbstverwirklichung nicht anschließen wollen. Es liegt auf der Hand, daß damit in der Tendenz jede Verkündigung der Botschaft Christi, die nun einmal im Gegensatz zum non serviam der Welt steht, unmöglich gemacht werden soll. Wer Sünde Sünde nennt, gilt als der hate speech überführt und hat kein Recht zur öffentlichen Rede. Zur privaten auch nicht: Schon gibt es Berichte, daß Kinder ihren Eltern weggenommen werden, weil diese deren aus pubertären Wirrungen (und einer beispiellosen Kampagne zur Massenbeeinflussung) entstandenen Wünschen zur „Geschlechtsumwandlung“ nicht gefügig sind. Und natürlich sind die vor allem in der angelsächsischen Welt das gesamte öffentliche Leben und vor allem den Schul- und Bildungsbetrieb erfassenden „Pride events“ Bestandteil dieser Massenindoktrination. Bischof Tobin hat völlig recht mit seiner Warnung.

Die Reaktionen auf diese Selbstverständlichkeit zeigen: Wir stehen kurz vor der Schwelle, an der jeder, der sich der neuen Staatsreligion – offiziell: Gender Equality; inhaltlich: bedingungslose (sexuelle) Selbstverwirklichung – nicht anschließt, mit Kriminalisierung, gesellschaftlicher Ächtung und sozialem Tod rechnen muß. Und die in der Randspaltene aufgespießte Reaktion der Website der deutschen Bischöfe auf den Tobin-Skandal zeigt, daß mitrierten Mietlinge in der Bischofskonferenz jedenfalls keinen Widerspruch einlegen, wenn man sich dort dieser Abkehr von der Lehre anschließt. „Keinen Widerspruch einlegen“ ist dabei noch überaus schonend formuliert. In Wirklichkeit geht es darum, daß die tonangebende Mehrheit der deutschen Bischöfe sich längst vom Glauben und den Geboten Christi verabschiedet hat und zu jedem Verrat bereit ist, um ihre soziale Stellung und ihre (vermeintlichen) Machtapparate zu erhalten. In ihren Verlautbarungen und Predigten tun sie das nicht immer so offen wie ihre journalistischen Sprachrohre auf der Website - aber sie tun es. Im Pontifikat der programmatischen Zweideutigkeit gehen sie damit kein Risiko ein. 

Was hat das alles mit der überlieferten Liturgie zu tun?

Aus unserer Sicht gibt es da zwei wichtige Ebenen des Zusammenhanges. Die eine: Die unter dem Deckmantel der Reform vorgenommene Zerstörung der überlieferten Liturgie ist gleichzeitig Ausdruck und Beschleuniger der modernistischen Häresie, die dem Zeitgeist den Weg zur Übernahme der ehedem katholischen Lehre und Amtsstrukturen ermöglicht. Ein gutes Beispiel für die Mechanismen gibt ein gerade in diesen Tagen veröffentlichtes Gespräch mit Walter Kasper. Darin bekräftigt er auf der einen Seite, die traditionelle Lehre der Kirche lasse eine Frauen-Priesterweihe nicht zu - und fordert auf der anderen, die „unvergleichlich gestiegene Bedeutung des Dienstes der Frauen in der Kirche“ nun „auch liturgisch sichtbar zu machen“.  Das hat zwar nicht den geringsten logischen Zusammenhang – schließlich ruft auch niemand nach mehr Informatikern im Altardienst – aber jeder weiß, wo dieser Opportunismus, zumindest in Deutschland, enden wird: Lex orandi, lex credendi.

Die andere Ebene des Zusammenhangs: Zweifellos bietet die Möglichkeit zur Teilnahme am der überlieferten Liturgie vielen Katholiken Gnade und Kraft zur Bewahrung des Glaubens zumindest auf der individuellen Ebene. Jede Insel der Tradition ist daher wert, mit hohem Kräfteeinsatz verteidigt und ausgebaut zu werden. Inwieweit das ausreicht, den Glauben auch für die zu erhalten, die dem Einfluß der modernistischen Häresie ausgesetzt sind, oder auch nur, ihn innerhalb der Familie an die kommende Generation weiter zu geben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der Angriff auf die göttliche Ordnung durch starke gesellschaftliche Kräfte (hier plastisch ausgeführt am Beispiel der alle Lebensbereiche durchdringenden Unterhaltungsindustrie) ist schon schwer genug abzuwehren. Wo dieser Angriff aber auch durch starke Kräfte innerhalb der Kirche mitgetragen wird – häretisch.de bietet dafür täglich übelste Beispiele, und wer gelegentlich die Sonntagspredigt einer ,modernen' Gemeinde hört, könnte noch viele andere anführen – sind wir auch auf unserer kleinen Insel nicht sicher.

Lassen wir uns nicht einreden, jedes Streben nach Sicherheit in geistigen Dingen sei engstirnig, rigide, intolerant und ja sowas von Gestern. Es geht um nicht weniger als das Leben, das ewige Leben. Eine Neuentdeckung und Neubewertung der Apologetik als der Verteidigung und Verkündigung des Glaubens in einem feindlichen Umfeld ist daher überfällig. Wie diese aussehen kann und soll und was insbesondere das Leben mit der überlieferten Liturgie in dieser Hinsicht bedeutet und beitragen kann - darüber ist verstärkt nachzudenken und zu diskutieren.

Summorum-Pontificum.de stellt sich gerne als Platform für eine solche Diskussion zur Verfügung. Automatisch veröffentlichte „Leserkommentare“ haben sich als wenig taugliche Mittel für ernsthafte Gespräche erwiesen. Texte oder Themenvorschläge, die per Mail an uns gehen, werden gerne entgegengenommen.

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Text der inzwischen nicht mehr angezeigten Randspalte:

Bild: aus dem genannten Artikel von kath.news

Nicht länger schweigen und sich dadurch zum Komplizen der Ideologie des Todes zu machen, forderte Kardinal Sarah dieser Tage in einem Aufruf gegen die von der UNO bis weit in die Kirche reichende Front der Krieger gegen das Gesetz Gottes und der Natur. Aus dem auf kath.net präsentierten Text:

In besonderer Weise ist euch folgende Aufgabe anvertraut: die menschliche Liebe zu retten vor der tragischen Entartung, der sie unterliegt: nicht mehr die Selbsthingabe zu sein – sondern nur mehr die Inbesitznahme des anderen – eine oft gewaltsame, tyrannische Aneignung. (...)

Ich bin überzeugt, dass die westliche Gesellschaft in einer tödlichen Krise steckt. Sie steht an der Grenze des sich selbst zerstörerischen Hasses. Wie zur Zeit der Zerstörung des Römischen Reiches, als schon alles am Einstürzen war, sorgte sich die Elite um nichts anderes, als im Alltag ihren Luxus zu steigern, und das Volk war durch die vulgärsten Lustbarkeiten betäubt.

Ein grausiges Beispiel für die Gegenposition bietet heute häretisch.de in einem Schmierstück, in dem sich das Sprachrohr der Marx-NGO der Kamapgne gegen US-Bischof Tobin anschließt, der es gewagt hatte, vor Veranstaltungen der Propagandawochen des sogenannten Pride Month als „schädlich für Kinder“ zu warnen. 

Immer schärfer stellt sich für uns die Frage, ob es noch Sinn hat, sich mit derlei zu beschäftigen. Eine Zeit lang mag das nützlich gewesen sein, um Klarheit darüber zu gewinnen, in welche Richtung Apostaten im Bischofsgewand die Kirche in Deutschland steuern wollen. Inzwischen sollte  es jeder sehen können: Geradewegs in den Abgrund von Heulen und Zähneknirschen.

Hier die dem Zeitgeist unerträgliche Äußerung von Bischof Tobin:

screenshot des tweets

Zusätzliche Informationen