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Eine bemerkenswerte Auskunft von Ecclesia Dei

Priester und Gläubige bilden einen Kreis um den AltarIm vergangenen Mai erteilte die päpstliche Kommission Ecclesia Dei eine Antwort auf eine bereits 2009 erstmals eingereichte und anscheinend später im Licht von Universæ Ecclesiæ mpodifizierte Frage:

Ist der Begriff „legitim“, wie er in Artikel 19 von UE verwandt wird, zu verstehen

a) als in ordentlichem Verfahren entsprechend dem Kirchenrecht (ius ecclesiasticum) zustande gekommen oder

b) in Übereinstimmung mit kirchlichem und göttlichem Recht (ius divinum), so daß darin nichts lehrmäßig falsches oder anderswie nicht gottgefälliges zu sehen ist.

Antwort der Kommission nach über dreijähriger Bedenkzeit erteilt unter der Protokollnummer 156/2009 am 23. Mai 2012:

Diese päpstliche Kommission möchte sich auf die Aussage beschränken, daß „legitim“ hier im Sinne von a) zu verstehen ist.

Die Implikationen dieser Antwort sind zweifellos erst nach ausführlichen rechtlichen Erwägungen vollständig zu bestimmen. Allerdings erscheint jetzt schon sicher, daß eine grundsätzliche Kritik an der Zulässigkeit und Gottgefälligkeit einzelner Bestimmungen der Liturgiereform, wie sie z.B. in der Ablehnung weiblicher Altardiener oder der Handkommunion zum Ausdruck kommen kann, in Zukunft von progressistischer Seite nicht mehr angeführt werden kann, um Befürwortern der überlieferten Liturgie zu unterstellen, sie bestritten die „Legitimität“ der Liturgiereform und erfüllten deshalb nicht die in Summorum Pontificum und Universæ Ecclesiæ aufgestellten Bedingungen für die Feier der hl. Messe in Einheit mit Papst und Kirche.

Oder weniger juristisch gewunden ausgedrückt: Die Lituirgiereform ist zwar rechtlich korrekt zustandegekommen und daher gültig - aber das bedeutet noch nicht, daß sie in allen Einzelheiten und Ausdrucksformen voll der unwandelbaren Lehre der Kirche und dem Willen Gottes entspricht.

Einzelheiten zur Anfrage und der Einschätzung der Antwort von Ecclesia Dei bei Fr. Zuhlsdorf.

Zurück zur katholischen Weltanschauung

Foto des BuchumschlagsNicola Bux – über den hier schon des öfteren zu lesen war – gehört zu den vatikanischen Prälaten, die Papst Benedikt bei seinem Kurs einer Versöhnung der Kirche mit ihrer Tradition uneingeschränkt unterstützen. Im amerikanischen Verlag „Ignatius Press“ ist jetzt sein Buch „Benedict XVI‛s Reform - The Liturgy Between Innovation and Tradition“ in englischer Sprache erschienen. Das Vorwort dazu schrieb der als Agnostiker aufgewachsene italienische Journalist und Autor Vittorio Messori, weltweit bekannt geworden durch seinen im Jahr 1985 erschienenen „Ratzinger-Report“, den ersten großen Interviewband mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation. Wir übersetzen in leicht gestraffter Form wesentliche Passagen dieses Vorworts, die sich unmittelbar auf die Liturgiereform der 60er Jahre und deren Auswirkungen beziehen.

Nur wenige Monate (nachdem ich zur Kirche gefunden hatte) später fand ich die Altäre herumgedreht und sah, daß irgend ein kitschiges Stück Schund aus Aluminium oder Plastik an die Stelle des als „zu triumphalistisch“ entsorgten alten Altars – oft von einem berühmten Bildhauer und mit Gold und Marmor verziert – gesetzt worden war. Schon einige Zeit zuvor hatte ich – in meiner Neubekehrten-Arglosigkeit voller Überraschung – beobachtet, wie Gitarren die Orgel verdrängten und die Jeans des Kaplans unter Gewändern hervorlugten, die nach „Armut“ und „sozialer Verantwortung“, vielleicht verbunden mit einer Diskussion, aussehen sollten. Dazu die Abschaffung von Dingen, die man als „überfromm“ bezeichnete: Sich mit Weihwasser zu bekreuzigen, Kniebänke, Kerzen, Weihrauch. Ich erlebte das gelegentliche Verschwinden der Statuen populärer Heiliger, auch die Beichtstühle wurden entfernt und manchmal wurden sie im Zuge einer neuen Mode zur Hausbar in Designer-Wohnungen umgebaut.

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Kardinal Burke zur „Reform der Reform“

Der Kardinal in der Cappa MagnaIn einem Hintergrundgespräch mit Francis Rocca vom Catholic News Service hat sich Kardinal Burke zum 5. Jahrestag von Summorum-Pontificum zum aktuellen Stand der Liturgie in der Kirche geäußert. Dabei bezeichnete es der Kardinal als eine betrübliche Tatsache, daß es immer noch vielerorts Widerstand gegenüber dem vom Papst gewünschten Kurs gebe. „Teilweise zeigt sich darin sogar offener Wwiderspruch gegenüber den Anordnungen des Papstes, und das ist wirklich schädlich für die Kirche“. Der Kardinal stellte klar, daß es dem Papst bei Summorum Pontificum zwar auch darum gegangen sei, der Priesterbruderschaft Pius X: entgegenzukommen, daß er aber auch das weitergehende Ziel verfolgt habe, „die Schätze zu bewahren, die sich im Glauben und im Gebet der Kirche entwickelt haben, und die wieder den ihnen zustehenden Platz erhalten sollen“.

In seinen Überlegungen äußerte der Kardinal die Ansicht, daß die im Gefolge des 2. Vatikanums erfolgte Liturgiereform zu radikal gewesen sei und „stellenweise nicht nur über das hinausging, was die Konzilsväter vorgegeben hatten, sondern auch nicht mehr vollständig mit diesen Bestimmungen zu vereinbaren“ sei. Daraus folgt für Kardinal Burke die Notwendigkeit einer „Reform der Reform“, die über die Behebung von Mißständen hinausgeht und einige Elemente des alten Missales wieder in die reformierte Liturgie aufnimmt. Wir bieten einen Überblick.

Die Hauptpunkte aus dem Gespräch mit Kardinal Burke

50 Jahre Missale Johannes' XXIII.

Der Papst mit der TiaraHeute vor 50 Jahren, am 23. Juni 1962, promulgierte Papst Johannes XXIII. mit dem Decretum Novo Rubricarum Corpore das Missale, das nach Summorum Pontificum heute die verbindliche Grundlage für die Feier der außerordentlichen Form des römischen Ritus darstellt. Damit fand eine umfangfreiche Revisionsarbeit ihren Abschluss, die zwei Jahre zuvor bereits zur Promulgation des neuen Rubrikenwerkes in Rubricarum Instructum geführt hatte.

Schwer vorstellbar, daß der Papst nach diesen mehrjährigen Arbeiten an einer schonenden Vereinfachung und Modernisierung der Riten von dem wenige Monate später beginnenden II. Vatikanum eine so tiefgreifende erneute Veränderung erwartete, wie sie dann unter seinem Nachfolger Paul VI. unter Berufung auf eben dieses Konzil durchgesetzt wurde.

Von Gottes- und Menschendiensten

Aus dem Vortrag von Prof. Michael Fiedrowicz
vor „Pro Missa Tridentina“

Am gestrigen 5. Mai, dem Festtag des hl. Papstes Pius V., fand in Paderborn die diesjährige Hauptversammlung der Laienvereinigung für den klassischen Ritus „Pro Missa Tridentina“ statt. Den Hauptvortrag hielt Prof. Michael Fiedrowicz von der theologischen Fakultät der Universität Trier. Wir bringen - ohne Quellenangaben und Anmerkungen - Auszüge daraus und werden auf die wesentlich umfangreichere vollständige Fassung hinweisen, sobald diese wie vorgesehen im PMT-Magazin erscheint. Ebenso werden wir Bilder von der Hauptversammlung und dem aus diesem Anlaß gefeierten Hochamt zeigen, sobald wir solche erhalten.

Als einen Ausgangspunkt seiner Ausführungen wählte der Redner die Orationen des Messformulars für die hl. Päpste von 1942 und des Heiligen Pius V. selbst, zu dem er freilich anzumerken hatte:

Papst Pius V. starb am 1. Mai 1572. Im Jahre 1672 wurde er seliggesprochen, 1712 erfolgte seine Heiligsprechung. Das Missale von 1962 gedenkt seiner mit einem Fest dritten Ranges. Es wäre allerdings eine grobe Verkennung liturgischer Rangstufen, wollte man hierin nur eine „drittklassige“ Verehrung sehen, die dem heiligen Papst in der alten Liturgie, die er maßgeblich prägte, zuteil wird. Drittklassige Verehrung im negativen Sinn ist hingegen das, was der Novus Ordo aus dem einstigen Fest gemacht hat, indem er diesem Heiligen nur eine memoria ad libitum zubilligte, einen Gedenktag, dessen Feier dem Belieben des Zelebranten anheimgestellt ist. Deutlicher konnten die hierfür verantwortlichen Reformer wohl kaum zum Ausdruck bringen, was sie von der mit dem Namen dieses Papstes verbundenen Liturgie hielten, wie sehr sie von dem Wunsch beseelt waren, Neues an die Stelle des Bisherigen zu setzen. Bekanntlich gibt es nichts Intoleranteres als an die Macht gekommene Revolutionäre.“

Weiterlesen Vortrag Prof. Fiedrowicz

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