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Prozession in ein dunkles Zeitalter

Bild: Website des AutorsHauptthema von Fr. Hunwickes Mutual Enrichment war in dieser Woche ein Artikel zur Kommunionprozession der aktuellen Gottesdienstpraxis. Also jene merkwürdige Veranstaltung, bei der die Anwesenden praktisch geschlossen zum Kommunionempfang antreten, obwohl die meisten von ihnen seit Jahren nicht mehr gebeichtet haben und allein wegen dieses Verstoßes gegen ein strenges Kirchengebot nicht recht zum Empfang der Eucharistie disponiert sein dürften. Einem Blick in die Geschichte des Kommunionempfangs seit dem Mittelalter gewinnt Fr. Hunwicke bemerkenswerte Einsichten über den Zusammenhang von liturgischem Brauch, religiösem Bewußtsein und gelebter Sexualmoral ab, und seine Schlußfolgerung dürfte die liturgisch Progressiven  ernüchtern: Ihre schöne postkonziliare Errungenschaft führt geradewegs zurück in ein neues dunkles Zeitalter.

Es beginnt ein langes ZitatInmitten der Auseinandersetzungen darüber, wie in Zeiten der Pandemie der Leib und das Blut des Herrn am besten zu empfangen wäre, ist es vielleicht sinnvoll, einen Schritt zurück zu treten und die Riten des Kommunionempfangs in einem größeren Zusammenhang zu stellen. Dazu möchte ich das in Mode gekommene Konzept der „Kommunionprozession“ betrachten.

Im Tagesmessbuch von CTS steht da, wo man die Überschrift „Kommunion“ erwarten würde, „Kommunionprozession“, dabei übernimmt „Kommunion“ eine adjektivische Funktion. Diese eher dem Germanischen angehörende Wortverbindung bezeichnet ein syntaktisches Phänomen, das recht häufig geworden ist und besonders oft in Zeitungsüberschriften vorkommt: „Fußballmanager“, „Vergewaltigungsopfer“, „Unfallüberlebender“. Gibt es im Ordo Missae irgendeine Rechtfertigung für diese Art der sprachlichen Fügung? Jedenfalls erscheint es mir seltsam, daß auf diese Weise die Betonung vom zentralen Akt der Kommunion weg und hin zum Vorgang der Prozession gelenkt wird.

Tatsächlich wird in der Institutio Generalis eine Kommunionprozession erwähnt. In der Originalfassung von 1969 heißt es in Absatz 56 (i) „... der Gesang zur Kommunion hat die Funktion, die Prozession zum Kommunionempfang stärker gemeinschaftlich zu gestalten“. In der Fassung von 2001 wurde daraus: „...der Gesang zur Kommunion hat die Aufgabe, den gemeinschaftlichen Charakter der Prozession derer, die zum Empfang der Eucharistie schreiten, stärker ins Licht zu rücken.“ Das bedeutet zweifellos eine Verstärkung des Gedankens. Allerdings kann ich in Band II des „Jungmann“ wenig finden, das dieses Konzept unterstützt.

Die Besonderheit dieser Entwicklung scheint mir auf den von Papst Pius X. geförderten häufigen Kommunionempfang zurückzugehen, der sich seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts so intensiviert hat, daß er zu etwas ähnlichem wie der „Allgemeinen Kommunion“ der Anglikaner geworden ist. Ich möchte daran erinnern, daß der Nachdruck, den der Heilige Papst auf dieses Thema gelegt hat, in einem ganz speziellen historischen Kontext zu verstehen ist.

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Guten Tag, Frau Akolyth*in!

Aktualisiert

Rorate Caeli bringt unter der dramatischen Überschrift Ein Erdbeben - Franziskus läßt Frauen zu den früheren niederen Weihen von Lektor und Akolyth zu - den Text der entsprechenden Anordnung (in Englisch) und schließt mit zwei kommentierenden Sätzen, die wir uns weitgehend zu eigen machen können:

Es geht hier offensichtlich um eine politische und nicht eine theologische Entscheidung. die darauf beruht, daß die höheren Weihen von Diakon und Priester Frauen weiterhin versagt bleiben. Da Franziskus und seine Helfer mehrfach erklärt haben, das Diakonat nicht für Frauen zu öffnen, haben sie nun mit diese Veränderung des Kanonischen Rechts und der Apostolischen Tradition eine Art Trostpreis vergeben. 

Andererseits wissen wir aus der Geschichte des Protestantismus, daß hier nur ein erster Schritt getan wurde, dessen Schwerkraftwirkung nicht gering anzusetzen ist. Die Bewegung, die Franziskus zum Papst gemacht hat, wollte einen Papst der unumkehrbare Entscheidungen trifft - das ist eine davon, und sie sät größte Verwirrung im Herzen der apostolischen Tradition und des hierarchischen Lebens der Kirche.“

Im übrigen verweisen wir zur Einschätzung der Bedeutung der von Paul VI. „abgeschafften“ niederen Weihen bzw. ihrer Fortdauer in den Gemeinschaften der Tradition auf unseren Beitrag Zum Stellenwert der niederen Weihen vom 4. Dezember vergangenen Jahres.

Aktualisierung:

In einer ersten Kommentierung weist Peter Kwasniewski auf LifesiteNews darauf hin, daß die Neuregelung ein für die Praxis an einigen Orten relevantes Problem aufwirft: Nach der geltenden Rechtslage können Priester auch im NO nicht verpflichtet werden, Messdienerinnen einzusetzen. Da das geltende Recht jedoch auch vorsieht, daß beauftragte Akolythen und Lektoren da, wo sie zur Verfügung stehen, bevorzugt  einzusetzen sind, entsteht hier eine widersprüchliche Rechtslage. Sie bietet Bischöfen und Gemeinden, die es darauf anlegen, möglicherweise einen Hebel, die „Gleichberechtigung im Altarraum“ auch gegen den Willen von Zelebranten durchzusetzen. 

Die rechtliche Neuregelung - deren Bedeutung wir im Übrigen nach wie vor nicht überschätzen wollen - ordnet sich in jeder Hinsicht ein in die Maßnahmen dieses Pontifikats, die die Verbindung zur Tradition der Kirche schwächen und ihre Affinität zum Zeitgeist stärken.

Abschied vom Novus Ordo

Bild: Screenshot aus dem Video auf KethTubeIn der Diözese Florenz, einst eine Perle in der Krone italienischer Bischofssitze und geistliche Heimat von über 800 000 getauften Katholiken, wird in diesem Jahr kein einziger junger Mann in das Priesterseminar eintreten. Für Florenz mag das ein Novum sein – in Deutschland gibt es Diözesen, die schon seit Jahren keinen eigenen Neupriester hervorgebracht haben. Die episkopale Nomenklatura – in Deutschland ebenso wie in Italien – gibt sich wenig beeindruckt: Großpfarreien als administrative „Lösung“ und „Wortgottes-Feiern“ zur gottesdienstlichen Grundversorgung gelten als geeignete Mittel, die „Betreuung“ der Gemeinden sicherzustellen. Letztere haben den großen Vorteil, daß sie auch jetzt schon von Frauen geleitet werden können, solange die uneinsichtigen alten weißen Männer in Rom den Frauen ihr Recht auf Zugang zu allen kirchlichen Ämtern verweigern.Bis dahin muß man sich halt mit Zwischenformen begnügen wie jenem denkwürdigen Weihnachtsgottesdienst der Pfarreiengemeinschaft Retztal im Bistum Würzberg, bei dem Domkapitular Albin Kraemer das (selbsgeschriebene) Hochgebet aus dem Ringhefter im Wechsel mit einer Pastoralreferentin in einer Weise vortrug, die sich nur in kaum erkennbaren Details von der Weise unterschied, in der Priester sich bei der Konzelebration im Vortrag des Hochgebets abwechseln. Vielen Bischöfen sind derlei Rechtsverstöße – so ist aus ihrer regelmäßigen Nichtreaktion auf solche Vorfälle zu schließen – entweder egal, oder sie begrüßen sie sogar. Ausführlichere Informationen zu Reztal bringen kath.net und kathTube.

Geweihte Priester, so die wortlos vorgetragene und dennoch unüberhörbare Botschaft, braucht man nicht wirklich, ja, sie sind wegen der anscheinend dem männlichen Geschlecht unheilbar innewohnenden Toxizität – so die unterschwellige Botschaft der „Mißbrauchsaufarbeitung“ nach Art des Synodalen Weges – künftig kaum noch geeignet, Gemeinden zu leiten. Wir müssen uns neu orientieren, den Frauen endlich den ihnen zustehenden Platz einräumenn. Kein Wunder, daß immer weniger junge Männer es auf sich nehmen, ihrer Berufung zu folgen und bei der Priesterweihe einem Bischof Gehorsam zu loben, der in vielen Fällen selbst dem Kirchenrecht und der Kirchenlehre des Gehorsam verweigert. Das große Florenz und das kleine Retztal sind überall.

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Unser Reich komme

Bild: Domradio/KNASeit diesem Sommer sollen Italiens Katholiken ein neues Vaterunser beten: „Und verlasse uns nicht in der Versuchung“ lautet nun die letzte Zeile in einem Text, der natürlich keine neue oder gar verbesserte Übersetzung ist, sondern wohlwollend betrachtet eine einseitige Kommentierung, und weniger wohlwollend eine Verfälschung. Wenn man den eindeutigen Befund des Neuen Testamentes zu Grunde legt: Dort ist der Text an zwei Stellen (Matthäus 6, 9-15 und Lukas 11, 2-4) in unterschiedlichem Umfang und mit Abweichungen im Wortlaut überliefert, aber ausgerechnet die fragliche Zeile stimmt sowohl in der griechischen wie in der lateinischen Version beide Male exakt überein, und an der Übersetzung, wenn man denn übersetzen will, gibt es keinen Zweifel: Und führe uns nicht in Versuchung – Punkt.

Die Stelle ist den Modernisten auch in Deutschland seit langem ein Gräuel, weil sie nicht so recht zu ihrem weichgespülten Gottesbild passen will; die für Italien (mit Billigung oder auf Anregung des Papstes) vorgenommene Änderung hat auch hierzulande unter Assistenz der üblichen Verdächtigen entsprechende Diskussionen ausgelöst. Die deutschen Bischöfe haben dem jedoch eine Absage erteilt und dabei durchblicken lassen, daß sie vielleicht gerne wollten, sich aber aus ökumenischen Rücksichten nicht trauen: Die Aufgabe von zweitausend Jahren katholischer Lehre und Tradition könnten sie vielleicht verschmerzen, aber gegen Luthers „Das Wort sie sollen lassen stahn“ wollen sie sich doch nicht versündigen: Da wäre mit den Protestanten keine Ökumene zu machen!

Eine der vorzüglichsten Eigenschaften des Teufels, die ihm aus seiner Herkunft als gefallener Engel geblieben sein mag, ist seine unglaubliche Geduld und Beharrlichkeit (wie jeder von uns aus seinem eigenen Sünderleben allzu gut weiß). Er akzeptiert „Nein“ niemals nicht als eine Antwort, und so liegt der Vorschlag vom Frühjahr auch im Herbst wieder auf dem Tisch, diesmal aperterweise als Redaktions-Umfrage von „Christ in der Gegenwart“, wo an zehnter Stelle gefragt wird: „Wie in Italien und Frankreich wäre es auch in Deutschland an der Zeit, die Übersetzung des Vaterunser-Gebets zu überarbeiten?“ Und Umfrageergebnisse, das wissen wir ja wohl, sind die Form, in der der hl. Geist von Modernistens Gnaden am liebsten zu seiner Kirche spricht.

Nun ist, unabhängig von eventuellen Ergebnissen, nicht anzunehmen, daß die ökumenischen Bedenken der DBK-Strategen in diesem Herbst leichter auszuräumen wären als im Frühjahr – auch dieser Vorstoß wird daher ergebnislos bleiben; aber „Nein“ ist eben niemals eine Antwort, und der Teufel hat alle Zeit der Welt.

Interessant ist auch ein Blick auf andere Abschnitte des Fragebogens, die anzeigen, wo die Redaktoren von Christ und Welt auch sonst noch der Schuh drückt. Die drei schönsten davon in Frageform übersetzt:

  1. Darf Gott auch in emanzipierten Zeiten „Vater“ sein?
  2. Ist das Wort „geheiligt“ heute noch verständlich?
  3. Ist das Reich Gottes eine Sache der fernen Zukunft – oder sollen wir für seine Verwirklichung im Diesseits arbeiten?

Gut, den Streit um a) gibt’s schon länger – er wird aber selten so dämlich ausgedrückt wie hier. Mit b) sind wir in der Nähe unseres Dauerproblems: Ist der „Mensch von heute“ liturgiefähig – vulgo: Hat er noch irgendeinen Sinn für das, was über die elementarsten Bedürfnisse und Notwendigkeiten der materiellen Existenz hinausgeht? Und lohnt sich die Mühe, ihm diesen Sinn vermitteln zu wollen? Je nach der Antwort darauf is c) dann nur noch eine Binse: Wenn der Horizont des „Menschen von heute“ keinesfalls über seine Kopf hinaus reicht und im Normalfall eher deutlich unterhalb verläuft, dann müssen wir „das Reich“ bereits im im Diesseits verwirklichen. Wessen Reich? Unser Reich, was denn sonst?

Allerseelen - Vergänglichkeit und Vollendung aller Schöpfung

Bild: https://russiatrek.org/blog/travel/new-jerusalem-monastery-in-istra-2/

Tod und Vergehen waltet in allem
steht über Menschen, Pflanzen und Tieren,
Sternbild und Zeit.

Du hast ins Leben alles gerufen.
Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode:
Hole sie heim.

Schenke im Ende auch die Vollendung.
Nicht in die Leere falle die Vielfalt
irdischen Seins.

Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel. –
Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen,
ewigen Gott. Amen.“

Dieses Gedicht des Würzburger Benediktinerpater Polykarp Uehlein ist neben mehreren anderen weniger geglückten „deutschen Hymnen“ in die deutsche Version des Brevier-Nachfolgers „Stundenbuch“ aufgenommen worden. Es hat dort seinen Platz unter anderem im Abendgebet am Mittwoch und in der Vesper von Allerseelen.

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Das Neu-Jerusalem-Kloster in Istra westlich von Moskau ist ein grandioser Versuch, ein Himmlisches Jerusalem mit den Heiligtümern des irdischen Jerusalem bereits auf Erden sichtbar zu machen. Begründet im 17. Jahrhundert, wurde es 1944 von der Wehrmacht in großen Teilen gesprengt und wird seit Ende der Sowjetunion schrittweise wiedererrichtet.

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