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„Lex orandi – lex credendi“

„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt." Mit dieser Aussage hat Papst Benedikt 2007 sein Motu Proprio „Summorum-Pontificum" eingeleitet und sie erschien damals als ein überaus passendes Motto für diese Website. Das kann inzwischen als hinfällig gelten. Wie so vieles, das vor wenigen Jahren noch als gesicherter Bestand erscheinen mochte. Wir haben daher einen neuen Leitsatz gewählt, dessen Gültigkeit jedenfalls nicht davon abhängt, ob es einem gerade regierenden Papst gefällt, dem gerecht zu werden. „Lex orandi – lex credendi", oder wie es bei Prosper von Aquitanien († 455) heißt, auf den die Formulierung zurückgeht: „Legem credendi lex statuat supplicandi".

Vor Mißdeutungen und Streit schützt auch dieser Satz nicht – Papst Pius XII. sah sich in „Mediator Dei" veranlaßt, Prospers Aussage gegen diejenigen zu verteidigen, die in einer (wie auch immer zustande gekommenen) Frömmigkeitspraxis das Wahrheitskriterium für die Lehre der Kirche sehen wollten. Es geht jedoch nicht darum, der einen Seite den Vorrang vor der anderen zuzusprechen, sondern um die Feststellung, daß beide unlösbar miteinander verbunden sind und Entwicklungen auf der einen Seite auf Anstöße aus der anderen zurückgehen und ihrerseits auch wieder dorthin ausstrahlen.

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56. Todestag von Papst Pius XII.

Zum Todestag des Pacelli-Papstes, der am 9. Oktober 1958 im 19. Jahr seines Pontifikats gestorben ist, hat sich auf Youtube ein Film der British Pathe eingefunden, der das Ereignis damals der Welt mitteilte. Für die Wenigen, die schon Fernsehen hatten, ein oder zwei Tage später, für die anderen in der Wochenschau mit zwei oder drei Wochen Abstand. Mit 56 Jahren Abstand ein bemerkenswertes Zeugnis dafür, was sich rund um das Papstamt seitdem geändert hat - und was nicht.

Fest des hl. Erzengels Michael

Seit alters her feiert die Kirche den Tag der Einweihung der Michaelskirche in der römischen Via Salaria als Festtag des hl. Erzengels Michael. Das Breviarium Romanum und auch die Liturgia Horarum (zumindest die lateinische Ausgabe) bringen an diesem Tag als Lesung einen Auszug aus einer Predigt des hl. Papstes Gregor über die Engel:

Es beginnt ein langes ZitatWir sprechen von neun Engelchören; denn aus dem Zeugnis der hl. Schrift wissen wir, daß es Engel, Erzengel, Kräfte, Mächte, Fürsten, Herrschaften, Thronen, Cherubim und Seraphim gibt. Daß es Engel und Erzengel gibt bezeugt fast jede Seite der heiligen Schrift. Von den Cherubim und Seraphim reden bekanntlich gar oft die Bücher der Propheten. Auch der Apostel Paulus zählt im Epheserbrief die Namen von vier Chören auf; er sagt: Über alle Fürsten, Mächte, Kräfte und Herrschaften. Und im Kolosserbrief sagt er: Seien es Thronen oder Herrschaften oder Fürsten oder Mächte. Fügt man also den vier Chören, die er im Brief an die Epheser erwähnt, noch die Thronen hinzu, so ergeben sich fünf Chöre; zählt man zu diesen noch die Engel und Erzengel, die Cherubim und Seraphim, so findet man zweifellos, daß es neun Chöre von Engeln gibt. (4. Lesung)

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Ein tausendjähriger Krieg

Nach dem alten Kalender beging die ganze Kirche am 24. September das Fest Mariä Barmherzigkeit. Das Fest wird auch als Fest unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen bezeichnet - gemeint sind die Christen, die während des ganzen Mittelalters und der früheren Neuzeit in islamischen Ländern gefangen gehalten wurden, wo sie bis zu ihrem meist frühen Tod als Arbeitssklaven verbraucht wurden.

Der Abwehrkampf gegen die Mohamedaner hatte im Mittelalter vier Fronten: An erster Stelle natürlich das heilige Land, das mit der Eroberung Jerusalems 638 unter islamische Herrschaft gefallen war. Dann in Nordafrika, das etwa gleichzeitig mit Palästina unterworfen wurden und von wo aus die Expansion im 8. Jahrhundert auf ganz Spanien und Teile Südfrankreichs übergriff. Ab dem 13. Jahrhundert dann Griechenland und der Balkan, wo die Osmanen zunächst unter Umgehung Konstantinopels anscheinend unaufhaltsam vordrangen. Die vierte Front war in diesen Jahrhunderten die gesamte Fläche des Mittelmeers, die von den regulären Flotten islamischer Herrscher ebenso wie von auf eigene Rechnung arbeitenden Piraten und Sklavenjägern unsicher gemacht wurden: Sklavenarbeit und Sklavenhandel waren eine der wesentlichen Grundlagen der islamischen Hochkultur.

Im Zusammenhang mit diesem über ein Jahrtausend andauernden und offenbar auch heute noch nicht beendeten Krieg entstanden in der Christenheit mehrere Orden, die sich die Befreiung von in moslemische Gefangenschaft geratenen Christen zum Ziel gesetzt hatten – einer davon war der Mercedarierorden, der 1218 von Petrus Nolascer und Raimond von Peñaforte gegründet worden ist und auf den die Feier des Festes unserer Lieben Frau von der Barmherzigkeit zurückgeht. Der eine Ordensgründer stammt aus der Provence, der andere aus Katalanien – beides Gebiete, die intensive Erfahrungen mit den Sarazenen hatten. Die ursprüngliche Bezeichnung des Ordens war „Himmlischer, königlicher und militärischer Orden U.L.F. von der Barmherzigkeit". Er war zunächst in der Hauptsache ein Ritterorden, der für die Befreiung der Christen aus moslemischer Herrschaft auf militärische Mittel setzte. Raimond von Peñaforte spielt eine große Rolle bei der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens von den Mauren. Nachdem diese Mittel im Lauf der Kreuzzugsgeschichte erheblich an Glanz verloren hatten, wurde der Orden wohl auch aus machtpolitischen Motiven heraus etwa 1300 im wesentlichen zu einem Priesterorden umgestaltet, der seine Aufgabe darin sah, für die Befreiung der Sklaven zu beten und Geld für ihren Loskauf aufzubringen Die Mercedarier legten dazu ein besonderes viertes Gelübde ab, mit dem sie sich verpflichteten, notfalls auch sich selbst in die Sklaverei zu verkaufen.

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„An der Schwelle zum Jenseits“

Für alle, die wissen wollen, warum in St. Gertrud-Herzogenrath die Hl. Meßfeier manchmal scheinbar „verkehrt herum“ gefeiert wird und der Priester dabei mit dem Gesicht zur Wand steht, erklärt beim nächsten Herzogenrather Montagsgespräch am 22. September um 19.30 Uhr Prof. Dr. Peter Stephan aus Freiburg die Bedeutung und den Sinn des Hochaltars. Damit will er einem weit verbreiteten Mißverständnis entgegenwirken.

Der Referent ist Professor für Kunstgeschichte an der Universität Freiburg und Professor für Architekturtheorie in Potsdam. Er spricht zu dem Thema: „An der Schwelle zum Jenseits. Zur Bedeutung des christlichen Altars“. Ausgangspunkt für seinen Vortrag ist die immer wieder vorgetragene Meinung, in der Alten Liturgie habe der Priester dem Volk den Rücken zugekehrt und unverständliche Worte gegen die Wand gemurmelt. In Wirklichkeit wendet sich der Priester jedoch zusammen mit der Gemeinde dem Hochaltar zu, der viel mehr ist, als nur eine dekorative Schauwand. Der Altar soll ein Fenster zur Ewigkeit sein, eine Pforte zum Himmel. Diese Sichtweise hat das Zweite Vatikanische Konzil keineswegs abgeschafft, sondern lediglich die Zelebration am sogenannten „Volksaltar“ ermöglicht, keineswegs jedoch vorgeschrieben. Angesichts der Tatsache, daß die Pfarrei St. Gertrud zwei Kirchen beeindruckende Hochaltäre besitzt, die auch regelmäßig benutzt werden, findet sich in der künstlerischen Perspektive einen wichtigen Aspekt, der diese Nutzung nicht nur als berechtigt, sondern auch als sinnvoll erweist. Die Veranstalter laden deswegen besonders Kritiker dieser Zelebrationsform zu diesem Montagsgespräch ein.

Für alle Teilnehmer vor der Veranstaltung der Besuch der tridentinischen Messe in St. Marien (Kleikstraße / Ecke Eygelshovener-Str.) um 18.30 Uhr. Der Vortrag beginnt dann im Anschluß um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Gertrud (Schütz-von-Rode-Str., Ecke Erkensstr). Gerne beantwortet Professor Stephan nach dem Referat Fragen aus dem Publikum. Nach der Veranstaltung sind alle zu einem Imbiß und Getränken ins Foyer eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

Zusätzliche Informationen