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Salvete flores martyrum

Zum Fest der unschuldigen Kinder und zur Erinnerung an die Ungeborenen.

Transfigit ergo carnifex
Mucrone districto furens
Effusa nuper Corpora,
Animasque rimatur novas.

Locum minutis artubus
Vix interemptor invenit
Quo plaga descendat patens,
Iuguloque maior pugio est.

O barbarum spectaculum!
Inlisa cervix cautibus
Spargit Cerebrum lacteum,
Oculosque per vulnus vomit ;

Aut in profundum palpitans
Mersatur infans gurgitem,
Cui subter artis faucibus
Singultat unda et halitus.

Salvete, flores martyrum,
Quos lucis ipso in limine
Christi insecutor sustulit,
Centurbo nascentes rosas.

Vos, prima Christi victima,
Grex inmolatorum tener,
Aram ante ipsam simplices
Palma et coronis luditis.

*

Da durchbohrten die Schlächter
tobend mit blanken Schwertern
die gerade erst geborenen Leiber
und schnitten das junge Leben ab.

Kaum fanden die Mörder
an den kleinen Körpern den Ort,
wo sie zustoßen sollten,
da doch der Dolch größer als die Kehle ist.

Was für ein barbarischer Anblick:
ein Schädel, zerschmettert an Felsen,
verspritzt das milchweiße Hirn,
und speit die Augen aus wunden Höhlen.

Oder dort, ein zitterndes Kind,
geschleudert in einen tiefen Strudel,
dem in der zarten Kehle,
Wasser und Atem sich röchelnd vermischen.

Seid gegrüßt ihr Märtyrerblüten,
ihr, die euch an der Schwelle zum Leben
der Verfolger Christi niederstreckte
wie der Wirbelsturm die knospenden Rosen.

Ihr zarte Herde der ersten,
die für Christus zu Opfern wurden -
vor seinem allerhöchsten Thron spielt ihr nun
in kindlicher Einfalt mit Palme und Kronen.

Der große Epiphaniehymnus „QuicumqueChristum quæritis“ des Aurelius Prudentius aus dem späten 4. Jahrhundert gehört zu den frühesten außerbiblischen Erwähnungen des Kindermordes zu Bethlehem. Einzelne Strophen aus dieser langen Dichtung haben bis zum heutigen Tag ihren Platz im Breviergebet der lateinischen Kirche bewahrt - freilich nicht die überaus drastischen hier zitierten. Den vollständigen Text in 52 Strophen finden Sie im Hymnarium.

Vorweihnachtszeit der Ostkirchen

Der Advent und die Adventssonntage gehören so fest zu unserem Bild von Weihnachten, daß wir es uns kaum vorstellen können, daß es in der Kirche auch Traditionen gibt, die dieses Bild nicht teilen, ja kaum kennen. Genau das ist der Fall in der liturgischen Tradition der Ostkirchen – auch bei denen, die in Einheit mit dem Papst stehen.

In der östlichen Traditon geht dem Weihnachtsfest – wie Ostern – eine 40-tägige Fastenzeit voraus, die, soweit der gregorianische Kalender verwandt wird, am 15. November mit einer milderen Phase beginnt und am 11. Dezember in einer Weise streng wird, die im Westen seit Jahrhunderten unbekannt ist. In der Liturgie gibt es in dieser Zeit weder nach den Texten noch in der liturgischen Farbe ausgeprägte Besonderheiten – erst die beiden letzten Sonntage beziehen sich explizit auf Weihnachten, indem sie an die Vorfahren Christi dem Fleisch nach erinnern.

Eine Vorweihnachtszeit im engeren Sinne beginnt dann erst am 20. Dezember, wenn auch die Texte der Vesper und die Troparien eine weihnachtliche Färbung annehmen. Noch stärker als im Westen werden dabei alttestamentliche Texte insbesondere des Propheten Habakuk verwandt, die im Geiste der Ankunft des Erlösers gelesen werden. Gleichzeitig kommemoriert die Liturgie an den 4 Tagen dieser Vorweihnachtszeit vier auf grausame Weise zu Tode gebrachte Märtyrer, um den Gläubigen den Abgrund der Sünde vor Augen zu führen, aus dem sie zu erlösen Christus in die Welt kommt. zu werden.

Eine ausführlichere Darstellung der östlichen Gedankenwelt für die Vorweihnachtszeit bietet The New Liturgical Movement; Verfasser ist der Liturgiehistoriker Kyle Washut, der der Ukrainisch-Byzantinischen katholischen Kirche angehört.

Zum 4. Adventssonntag

Adventskranz mit vier brennenden KerzenVeni, veni o oriens!
Solare nos adveniens,
Noctis depelle nebulas,
Dirasque noctis tenebras.
Gaude, gaude, Emmanuel
Nascetur pro te, Israel.

O komm, o komm Du aufgehende Sonne,
komm uns entgegen als Leuchte,
zerstreu die nächtlichen Nebel
und die finsteren Schatten der Nacht.
Freue dich, Freue dich, Israel,
der Erlöser wird dir geboren.

- Aus dem Veni, veni, Emmanuel; die zweite Strophe.

Ne irascáris Dómine,

Um die zweihundert Kerzen erfüllen die St.Afra-Kirche des Instituts St. Philipp Neri in Berlin mit ihrem milden Licht zu den Rorate-Messen an den Samstagen des Advent. Wenn die Messe um 7 Uhr beginnt, ist es draußen noch stockdunkel, und selbst die vielen Teelichte schaffen es kaum, den Innenraum einigermaßen zu beleuchten. Während der Messe beginnen sich die anfangs nachtschwarzen Fenster allmählich aufzuhellen, und zum Ende drängt ihr blaßblaues Tageslicht das Gelbrot der Kerzenflammen immer stärker zurück.

Mehr Bilder und der bestürzend aktuelle Text von Antiphon und Hymnus

Wo finden wir die Wahrheit?

Zur Feier des 450. Jahrestages des Konzils von Trient hat S.E. Walter Kardinal Brandmüller als päpstlicher Delegat am 1. Dezember in der Kathedrale von Trient die Bedeutung dieses Konzils und der von ihm eingeleiteten Epoche für die Kirche unterstrichen.

Als wichtigsten Punkt stellte der Kardinal heraus, daß das Konzil eine klare Antwort auf die Frage „Was ist Wahrheit“ gegeben hat: Nicht philosophische Spekulation, nicht menschliche Selbsterfahrung und dergleichen mehr sind Fundorte der den Menschen rettenden Wahrheit, sondern die Urkunden der ein für allemal in Zeit und Raum, d. h. in der Geschichte, geschehenen Selbstmitteilung Gottes an sein Geschöpf Mensch. In Schrift und Tradition finden wir das Evangelium.

Weiter betonte der Kardinal, daß das Konzil von Trient auch die Frage nach dem Wesen der Kirche in einer Weise beantwortet habe, die heute eben so aktuell sei wie vor fast 500 Jahren. Die menschlich-geschichtliche Gestalt der Kirche sei das sichtbares Zeichen für ihr unsichtbares Wesen als geheimnisvoller Leib des Auferstandenen Christus, als Werkzeug Christi zur Erlösung der Welt. Diese auch in der Welt des 3. Jahrtausends gegenwärtige göttliche Wirklichkeit der Kirche neu und tiefer zu verstehen, d. h. in ihrer irdisch-menschlichen Gestalt die Präsenz des Göttlichen wieder zu entdecken – das könne jene Entweltlichung der Kirche bewirken, die Voraussetzung dafür sei, daß die Kirche ihre Sendung für das ewige Heil der Menschen wirksam erfüllen kann.

Kardinal Brandmüller beschloss seine Predigt mit dem Ausdruck der Hoffnung,

dass auch das 2. Vatikanische Konzil, das die Älteren unter uns noch erlebt haben, zu seiner Zeit ebensolche Frucht bringen möge, wie jenes, dessen wir heute gedenken.“

Hier weiter zum vollständigen Text der Predigt.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

Zusätzliche Informationen