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6 Jahre Summorum Pontificum

Der Priester beim StaffelgebetZum 6. Jahrestag von Summorum Pontificum ist wenig Neues zu sagen gegenüber dem, was hier schon vor einem Jahr zum 5. Jahrestag der Veröffentlichung und dann im September zm 5. Jahrestag des Inkrafttretens zu lesen war. Einschließlich des Verweises auf die große Dankbarkeit, die wir Papst Benedikt XVI. dafür schulden, daß er die Phase der Delegitimierung der überlieferten Liturgie beendet hat. Aber auch einschließlich des Ausdrucks einer gewissen Enttäuschung darüber, daß die Entfremdung der Kirche von ihrer Tradition vielerorts schon so tief geht, daß die Begegnung mit dieser Tradition dann nur noch Verständnislosigkeit und Abwehr auslöst.

Hoffnungen, die alte Liturgie werde durch ihr bloßes Wieder-Sichtbar-Werden dem Glaubensverfall entgegen wirken, haben sich nicht erfüllt. Die Voraussetzungen dafür sind schlichtweg nicht gegeben, und außerdem sorgen die siegreichen Revolutionäre von 1969 nach Kräften dafür, daß vor Ort nicht allzuviel sichtbar wird. Denn auch ihre Hoffnungen haben sich nicht erfüllt: Die Liebe zur überlieferten Liturgie und dem, wofür sie steht, wird nicht mit den Jahrgängen aussterben, deren geistliches Leben vor der fehlgegangenen Reform geformt wurde. Jüngere und Junge treten an ihre Stelle, der Kreis derer, die ihren Wert erkannt haben und entschlossen verteidigen, wird nicht kleiner, sondern wieder größer.

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Heute vor 50 Jahren...

... am 30. Juni 1963 wurde Giovanni Battista Enrico Antonio Maria Montini als Paul VI. zum Papst gekrönt. Er war der 262. Nachfolger des hl. Petrus und der letzte Papst, der sein Amt mit der feierlichen Krönungszeremonie begann. Bereits im folgenden Jahr legte er als Geste der Demut die Krönungs-Tiara ab, die ihm von den Gläubigen seiner früheren Diözese Mailand geschenkt worden war. Sein Versuch, die Krone zugunsten einer Unterstützung für die Armen zu versteigern, erbrachte allerdings kein zufriedenstellendes Ergebnis. Auf Betreiben von Kardinal Spellman, dem Erzbischof von New York, wurde sie schließlich von der Katholischen Kirche in den USA erworben und wird heute in der Krypta der Basilica des National Shrine of the Immaculate Conception in Washington ausgestellt.

Auf dem Diskussionsforum theratzingerforum.yuku.com wurde heute eine Bildersammlung veröffentlich, die ein eindrucksvolles Bild von der damaligen Krönungszeremonie vermittelt. Auf Youtube gibt es einen Wochenschauausschnitt, der einige Szenen von der Krönung enthält.

Der frühchristliche Altar - Kein Mahltisch, sondern sakraler Ort

Prof. Stefan Heid hinten, unscharf vorne Dr. U. M. LangAuf der Konferenz „Sacra Liturgia“ in Rom hat Msgr. Prof. Dr. Stefan Heid vom Päpstlichen Institut für Christliche Archäologie in Rom heute zum Thema „Der frühchristliche“ Altar gesprochen. Er setzt sich dabei auf der Grundlage archäologischer und kunsthistorischer Erkenntnisse mit den Irrtümern und Entstellungen auseinander, die in den vergangenen Jahrzehnten verbreitet worden sind, um den Opfercharakter der hl. Messe und die kultische Natur der Eucharistiefeier zurückzudrängen. Insbesondere geht er dabei auf die Thesen des Augsburger Priesters und Archäologen Franz Wieland (1872-1957) ein, die zwar seinerzeit auf den Index gesetzt worden waren, aber dennoch maßgebend für die theoretische Grundlegung der Liturgiereform Bugninis geworden sind. Dabei zeigt er, daß die verbreitete These vom „Eucharistischen Esstisch“ der historischen Fundierung entbehrt und die archäologischen Befunde der neueren Zeit (d. h. nach Wieland und nach 1965) ganz klar machen, daß der christliche Altar seit der ältesten Zeit ein sakraler Ort des Kultus war - gerade so, wie es auch schon aus den Zeugnissen des Neuen Testaments hervorgeht und immer zum Wissen der kirchlichen Tradition gehört hat.

Prof. Heid war so freundlich, uns ein Manuskript seines Vortrages für die Veröffentlichung auf Summorum-Pontificum.de zu überlassen. Diese Redevorlage kann in Einzelheiten vom gesprochenen Vortrag und der im kommenden Jahr geplanten offiziellen Publikation im Rahmen des Kongressbandes abweichen. Das Photo zeigt Prof. Heid während seines Vortrags; unscharf im Vordergrund der Londoner Oratorianer Dr. Uwe Michael Lang, der sich in seinem Buch „Conversi ad Dominum“ (2010) ebenfalls intensiv mit Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung auseinandergesetzt hat.

Mehr über die Arbeit von Msgr. Prof Heid erfährt man auf der Website des Römischen Instituts der Görres Gesellschaft, dessen Direktor er ist.

Zum Text des Vortrages

Termin mit der Geschichte

Mit dem Fall der Mauern von Konstantinopel am 29. Mai 1453 endete gestern vor 660 Jahren das Kaiserreich Ost-Roms - fast 1000 Jahre nach der Absetzung  des letzten weströmischen Kaisers. Kaiser Constantin XI. Palaiologos, der erst 1449 den Thron bestiegen hatte, kam bei den Kämpfen ums Leben. Ebenso wie sein über 20 Jahre lang regierender Vorgänger Johannes VIII, der 1439 in äußerster Not beim Konzil von Florenz sogar der Wiedervereinigung der Kirchen des Ostens mit dem Papsttum zugestimmt hatte, bemühte sich Constantin verzweifelt um Unterstützung des Westens gegen die seit Jahrhunderten anstürmenden Eroberungsarmeen der Sultane. Diese Unterstützung blieb ihm versagt, weil die Fürsten Westeuropas ihre eigenen Ziele verfolgten. Einige hatten alle Hände voll damit zu tun, die längst über den Balkan vordringenden Osmanen abzuwehren, andere waren damit beschäftigt, eben dieses Vordringen zu fördern, um Rivalen zu schwächen.

Lediglich das militärisch wenig handlungsfähige Papsttum fand sich zu einem Mindestmaß an Unterstützung bereit. Papst Pius II. und dessen Nachfolger gewährten dem nach Italien geflohenen Bruder Constantins Thomas Palaiologos Asyl und erkannten ihn und später dessen Sohn Andreas (1450-1502) als „Imperator Constantinapolitanus“ an.

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Aber der Kaiser ist ja nackt!

Der moderne Kirchenbau gehörte zu den wirkungsvollsten Mitteln, mit denen die Hermeneutiker des Bruches in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Suggestion verbreiteten, daß nun alles, alles anders geworden sei. Deshalb sehen auch ihre Kirchen aus wie alles Andere: Kanzlerämter, Tagungszentren, Fliegende Untertassen - nur nicht wie Stätten der Verehrung Gottes. In der italienischen Presse ist es nun anläßlich der Vorstellung eines Buches über Kirchenneubauten in römischen Vorstädten zu einer bemerkenswerten Diskussion der Entwicklung gekommen, in die sich auch für den Kirchenbau verantwortliche hohe Prälaten eingeschaltet haben; es gab sogar einen Beitrag im Osservatore Romano. Zumindest einige der Mitdiskutanten von kirchlicher Seite haben sich in ungewohnt kritischer Weise zu einigen der Neubauten geäußert, die meistens von internationalen Stararchitekten ohne religiöse Bindung errichtet wurden – Prestigeobjekte zur höheren Ehre der Architekten und der ach so kunstverständigen Baukommissionen der Diözesen.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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