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Aus dem Katechismus des Petrus Canisius

„Aus gegebenem Anlass“ beginnen wir die gelegentliche Wiedergabe von Abschnitten aus dem „mittleren“ Katechismus des hl. Petrus Canisius mit dem Kapitel über die Ehe. Es steht im „Vierten Hauptstück“ Von den Sakramenten und besteht aus drei Unterabschnitten. Der erste „Was ist die Ehe?“ stellt fest:

Wenn du nach dem ersten Urheber der ehelichen Verbindung fragst, so ist es Gott, der Beste, der Höchste, der die ersten Ehegatten und Eltern des menschlichen Geschlechtes im Paradiese selbst vereinigt und durch seinen Segen geehrt hat. Wenn Du aber auf ds Ziel der Einsetzung siehest, so ist es die Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts zu Gottes Ehre und die Freundschaftliche und treue Beiwohnung der Ehegatten unter sich – und überdies die Vermeidung der Hurerei in dieser Schwachheit der verderbten Natur.

Im zweiten Unterabsatz „Wie ist die Ehe ein Sakrament?“ sind die Kernsätze:

Dieses Zeichen dient den christlichen Eheleuten, wen sie die Ehe recht anfangen, die Gnade Gottes zu erlangen. Diese Gnade vervollkommnet die natürliche Liebe bei den Ehegatten und verstärkt die unauflösliche Einigung und heiligt sie, daß nicht nur zwei seien und bleiben in einem Fleische nach ihrem Berufe, sondern daß sie auch unter sich wechselseitige Treue, Friede, Liebe und die größte Einhelligkeit allzeit erhalten.

Den Hauptinhalt des dritten Absatzes „Kann die Ehe jemals getrennt werden“ drückt der Katechismus im Wesentlichen mit den der heiligen Schrift entnommenen Worten Jesu selbst aus: „Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen“ und „Jeder, der seine Frau entläßt und eine andere nimmt, der bricht die Ehe, und welcher eine nimmt, die von ihrem Manne geschieden ist, der bricht die Ehe“. Ein weiteres Zitat nach dem hl. Paulus belegt, daß „das Weib von dem Manne sich nicht scheide, wenn sie sich aber von ihm scheidet, unverehelicht bleibe oder mit dem Manne sich versöhne“ - und daß das umgekehrt ebenso gilt. Der Katechismus selbst – also der hl. Canisius – faßt dann zusammen:

Und wenn auch kein Nachkomme zu hoffen ist, und was immer für Nachteile des Lebens und die beschwerlichsten Fälle eintreten, so bestehet doch die einmal eingegangene Ehe und ist so fest und kräftig geschlossen, beonders wenn sie vollbracht worden ist, daß sie das ganze Leben hindurch unauflöslich bleibt... Wo aber einige Ursachen sich ergeben, wegen bisweilen Ehegatten getrennt werden, so wird deswegen das Band nicht aufgelöst, sondern die Gemeinschaft des Bettes und Zusammenwohnens, die vorher gewesen ist, verhindert.

Gut, einige der hier gebrauchten Worte und Wendungen haben in den zweihundert Jahren, seit diese Übersetzung gemacht wurde, eine leicht andere Färbung angenommen, aber die Bedeutung des Textes ist heute noch klar und deutlich wie eh und je, ebenso wie in der lateinischen Vorlage auch. Bemerkenswert, wie viel Klarheit man mit letztlich so wenig Worten erzeugen kann, so man denn will.

Zu dieser Klarheit tragen nicht unwesentlich die zahlreichen (5-10 pro Seite) Anmerkungen bei, die den Text begleiten: Sie verweisen auf die Stellen der hl. Schrift, Aussagen von Kirchenvätern sowie auf Canones und Decreta der Konzilien, aus denen der dargelegte Sachverhalt hervorgeht. Wer also irgendwelche Zweifel an dem haben sollte, was gemeint ist und wie es sich begründet, findet hier reichlich Hilfe zum Verständnis.

Vor allem aber findet er dort den Beleg dafür, daß die überlieferte Lehre der Kiche von der Ehe seit den frühesten Zeiten bis einschließlich des (freilich zeitgemäß detaillierter und umfangreicheren) Apostolischen Schreibens Familiaris Consortio des hl. Papstes Johannes Paul II. von 1981 sich unveränderlich und jeden Zweifel ausschließend gleich geblieben ist. Alles, was auch nur den Anschein erweckt, davon abgehen zu wollen, kann nicht Lehre der Kirche sein.

Zum Fest Mariä Empfängnis

Der heutige Festtag von der unbefleckten Empfängnis Mariens verbindet sich auf eigentümliche Weise mit dem Denken des großen Lehrers Thomas von Aquin: Im 13. Jahrhundert war die Frage, ob Maria zur Vorbereitung ihrer Aufgabe als menschliche Mutter des Göttlichen Erlösers von der Empfängnis an frei von der Erbsünde war, in den gelehrten Kreisen der Westkirche noch heftig umstritten. Zusammen mit so illustren Gestalten wie dem glühenden Marienverehrer Bernard von Clairveaux und Albertus Magnus von Köln, seinem Lehrer, gehörte auch Thomas zu denen, die diesen durch logische Überlegungen gewonnenen Glaubenssatz ablehnten. Die Diskussion der damit verbundenen Fragen sollte noch Jahrhunderte andauern; sie wurde erst 1854 mit der feierlichen Erklärung des Dogmas durch Papst Pius IX. endgültig entschieden.

Von Interesse ist dabei aus unserer Perspektive eine der wesentlichen Überlegungen, auf die sich Thomas für seinen ablehnenden Standpunkt stützte. Die liturgische Tradition der Kirche hatte für ihn so großes Gewicht, daß er die Bedeutung und Verbindlichkeit von Glaubensaussagen unter anderem daran festmachte, ob die Kirche zu dem jeweiligen Gegenstand ein Fest feiere. Das war hinsichtlich der Unbefleckten Empfängnis in der Westkirche im Gegensatz zum Osten, wo das Fest bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht, nur sehr vereinzelt der Fall. In Rom wurde es erst 1477 eingeführt und dann noch viel später 1708 für die ganze Kirche vorgeschrieben. Man kann hieran unter anderem sehen, wie viel Zeit sich die Kirche nimmt, um zu Gegenständen, die weder in der hl. Schrift noch in der Tradition eindeutig bestimmt sind, eine Aussage zu entwickeln.

Heute liegt die Provakation dieses Festtages weniger in dem, was er über die allerseligste Gottesmutter aussagt, sondern darin, was diese Aussage für alle anderen Menschen bedeutet: Wir alle sind von der Empfängnis, von Grund an, durch ererbte Schuld von Gott getrennt, nicht fähig, das volle Ausmaß seiner Gnade zu empfangen und von daher weder würdig noch im Stande, ihn wahrhaft in uns aufzunehmen. Nicht in unmittelbar sinnfälliger Form wie bei der Gottesmutterschaft Mariens, aber auch nicht in der nur dem Glauben zugänglichen Form der Eucharistie. Erst die Taufe, die Vergebung bereuter Sünden in der Lossprechung schafft die dafür notwendigen Voraussetzungen. Von uns aus, aus eigener Kraft, sind wir dazu nicht fähig.

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Die Bildunterschrift bezieht sich auf einen Strophenanfang des Liedes "Sagt an, wer ist doch diese..." von Johannes Khuen (1638) in der Fassung von G.M.Dreves aus dem 19. Jh. Den vollständigen Text nebst höchst lehrreichen Anmerkungen zur entstellten Form des Liedes im neuen Gotteslob bietet Anmerkungen donec venias.

Lehre aus der Liturgie

Bild: WikimediaEs war am Nikolaustag des Jahres 1273, als der hl. Thomas von Aquin während seiner Feier der hl. Messe jene Vision erfuhr, die ihn dazu bewog, die bis dahin geradezu manisch betriebene wissenschaftliche Tätigkeit – er beschäftigte oft drei oder vier Schreiber gleichzeitig – von einem Tag auf den anderen einzustellen: „Alles, was ich geschrieben habe, erscheint mir wie Stroh“. Wenige Monate später, am 7. März 1274, starb Thomas im Alter von 49 Jahren.

Das ganze Leben von Thomas, der seine Erziehung bei den Benediktinern von Montecassino genoss, ist vom Atmen in der Liturgie durchdrungen. Später trat er dem nicht nur gegen die Häretiker, sondern auch in Stoßrichtung gegen die damalige Verweltlichung der Kirche (und vieler Benediktinerklöster) neugegründeten Orden der Prediger bei. Stets war das Offizium, insbesondere der Gesang der Psalmen, und die Feier der hl. Messe Kernstück des Lebens für ihn ebenso wie für seine Mitstreiter. Sein Verstummen wurde denn auch nie als ein Dementi dessen, was er vorher geschrieben hatte, aufgefasst, sondern immer als Bekräftigung dessen, daß die von ihm gedanklich durchdrungene, in wissenschaftlichen Büchern dargelegte und in Gedichten (Lauda Sion, Pange lingua) besungene Wahrheit das, was Menschen „wie durch Glas“ wahrnehmen können, unendlich übersteigt.

Die Liturgie ist für Thomas nicht Gegenstand der Forschung oder Thema seiner Bücher, sondern neben der Offenbarung und der überlieferten Lehre selbst Quelle des Glaubens und des Wissens. Deshalb gibt es von ihm auch keine „liturgischen Werke“ und auch keine eigentliche „liturgische Lehre“ - man muß schon etwas tiefer graben, um den liturgischen Gehalt seines Denkens zu Tage zu bringen. Glücklicherweise hat sich schon vor fast 20 Jahren David Berger der Mühe unterzogen, solche Grabungen vorzunehmen und die Ergebnisse in einigermaßen verständlicher Form zu veröffentlichen: Thomas von Aquin und die Liturgie, Köln 2000. Als Book on Demand auch heute jederzeit verfügbar.

Die Aktualität dieser interpretierenden Zusammenstellung hat seit der ersten Veröffentlichung damals eher noch zugenommen: Die Angriffe gegen die überlieferte Lehre der Kirche vom heiligen Messopfer werden ständig stärker und sind längst im Zentrum der etablierten Theologie angelangt. Gleichzeitig ist – nicht zuletzt als Auswirkung der gescheiterten Liturgiereform – die Widerstandskraft des katholischen Volkes gegen derartige Entstellungen fast völlig geschwunden. Da ist es durchaus willkommen, auch auf Thomas zurückgreifen zu können – zumal der Aquinate in den Dokumenten des 2. vatikanischen Konzils in einer Weise hervorgehoben worden ist wie wohl noch nie ein Lehrer der Kirche zuvor.

Ad te levavi animam meam

Bild: http://blogs.nd.edu/oblation/2015/11/25/singing-the-season-advent-introits-part-1/Mit dem Sonntag „Ad te levavi anaimam meam“, dem ersten Adventssonntag, beginnt heute das neue Kirchenjahr. Der Begriff des Kirchenjahres ist eine durch und durch moderne Angelegenheit. Er konnte so erst entstehen, als nach der Reformation und der dadurch eingeleiteten Säkularisierung eine Trennung vom Jahresablauf der Welt und der weltlichen Verwaltung vom liturgischen Jahresablauf denkbar und notwendig wurde. Zuvor gab es nur das Annus Domini, das Jahr des Herrn, dem auch die weltliche Autorität folgte: Mit Zins- und Steuerterminen an Lichtmess oder Martini, mit Markt- und „Messe“-Tagen zu bestimmten Heiligenfesten, mit Gerichtstagen, die zwar nie an einem bestimmten Feiertag selbst, wohl aber in festgesetztem Abstand davor oder danach stattzufinden hatten.

Der Jahresanfang war im Altertum und bis ins späte Mittelalter eine ziemlich bewegliche Angelegenheit. Die Römer hatten ihn zwar schon früh auf den 1. Januar (der aber anders lag, als heute) festgesetzt; in der Christenheit wurde der Beginn eines Annus Domini jedoch mit verschiedenen kirchlichen Festen wie Erscheinung des Herrn, Mariä Verkündigung, Weihnachten oder eben mit dem 1. Adventssonntag verbunden – nie dagegen direkt mit astronomischen Daten, die der Berechnung von Jahreszeiten zugrunde liegen.

Die Betrachtung der Liturgischen Ordnung des Jahres – das ist etwas anderes als unser modernes Kirchenjahr – nimmt seit den frühesten uns erreichbaren Zeiten den 1. Adventssonntag als Ausgangspunkt – so bei Amalar von Metz (775-850) in seinem Liber de Ordine Antiphonarii und ganz dezidiert bei Rupert von Deutz (1070 – 1129), der im dritten Buch von Divinis Officiis dazu auch eine ausführliche Erläuterung bereit hält. Nachdem er in den beiden Ersten Büchern zunächst die äußeren Umstände der liturgischen Abläufe und Themen sowie die geistlichen Inhalte der Meßfeier mit dem Opfer als Zentrum dargestellt hat, wendet er sich im dritten Buch der Liturgie in der Ordnung des Jahres zu - nicht des Kirchenjahres, wie eher unzutreffend übersetzt wird, denn es gab nur das Eine Jahr des Herrn.

Indem wir jetzt unserem Vorsatz entsprechend auf die Ordnung des (Kirchen)Jahres eingehen, die ganz ausgerichtet ist auf die Feier dieses Geheimnisses, erflehen wir von dem, der uns lenkt, dem Heiligen Geist, daß er nicht aufhöre, mit dem sanften Hauch seiner Gunst unser Segel zu füllen, bis er das vorgenommene Werk in den Hafen der gewünschten Erfüllung geleitet. Weil wir von der Ankunft des Herrn (ab adventu Domini) an beginnen, müssen wir zuerst nach der Begründung hierfür fragen, um zu wissen, warum diese Zeit so genannt wird und was jenes Wort „Ankunft‘“ zeichenhaft ausdrückt.

Die Zeit, die der Gedächtnisfeier der Geburt des Herrn vorangeht, wird deshalb Advent genannt, weil ihre kirchliche Ordnung ganz auf die Betrachtung der Ankunft des Herrn hin eingerichtet ist. Wiewohl der Herr überall ist mit der unischtbaren Gegenwart seiner Majestät, wird aber zu recht gesagt, daß er ankommt, da er durch die Annahme dessen, was sichtbar ist an uns, sich den Augen des Fleisches als Sichtbarer gezeigt hat.... Und das wird auf die gleiche Weise in Zukunft geschehen, wenn der, der jetzt zur Rechten Gottes sitzt und weit entfernt ist von uns, wiewohl er bei uns ist bis zur Vollendung der Welt, sich wiederum in leiblicher Gegenwart zeigen wird am Ende der Welt. 

Ankunft und Wiederkunft fließen hier stärker, als wir das heute wahrnehmen, in Eins und dienen so auf passende Weise zur Markierung und Identifikation des Punktes, an dem die Beschreibung der Jahresordnung ihren Anfang nimmt.

Dieser Anfang ist demnach nicht durch Verordnung bestimmt, sondern vorgegeben und quasi Bestandteil der geschaffenen und offenbarten Ordnung der Dinge. Und genau das verleiht diesem Punkt als Anfang des heutigen Jahres der Kirche, das längst nicht mehr mit einem säkularisierten und emanzipierten Jahr der Welt zusammenfällt, seine besondere Stellung und besonderes Gewicht. Die Welt mag ihren Kalender und ihre Administration nach ihrer eigenen Weise regeln. Für die Kirche bleibt es unverrückbar bei der Ordnung der Dinge, die vorgegeben und nur im Lichte der Offenbarung sichtbar sind.

Schlacht von Temesvar

Der 16. Oktober 1716 – also gestern vor 300 Jahren – markiert ein entscheidendes Datum in der vielhundertjährigen Geschichte des Krieges der osmanischen Türkei gegen das christliche Europa. An diesem Tag zwang die Armee der „Heiligen Liga“ unter Prinz Eugen von Savoyen die türkischen Besatzer von Temesvar (heute Timisoara in Rumänien) zur Kapitulation und beseitigte damit den letzten Stützpunkt des Islam auf dem Gebiet des alten Königreichs Ungarn.

Tatsächlich ist das Jahr 1716 als ein Schlüsseljahr für die Rückeroberung Südosteuropas von der türkischen Oberherrschaft zu betrachten. Der Vorstoß Istanbuls gegen Europa war zwar bereits 1683 mit der Abwehr der Zweiten Wiener Türkenbelagerung zum Stehen gebracht worden, und 1699 hatte das Osmanische Reich im Frieden von Karlowitz auf sämtliche Eroberungen nördlich der Donau – mit Ausnahme des Banats – verzichten müssen. Auch Moldawien und die Walachei waren nicht mehr türkisch besetzt, blieben dem Sultan jedoch nach wie vor tributpflichtig.

Getreu der Doktrin, daß einmal dem Propheten unterworfenes Gebiet immer dem Islam zugehöre, hatte sich das Sultanat mit diesem Friedensvertrag jedoch niemals abgefunden. In der Erwartung, daß das durch den spanischen Erbfolgekrieg geschwächte Habsburg sich zurückhalten müsse, hatte die osmanische Türkei nach einem erfolgreichen begrenzten Krieg (1711) gegen Russland 1714 der Republik Venedig den Krieg erklärt und 1715 einen Vielfrontenkrieg in der Ägäis und auf dem Balkan begonnen.

Diese Krieg verlief anfänglich durchaus erfolgreich für das Sultanat. Papst Clemens XI. – von Geburt her übrigens albanischer Herkunft – erkannte die Gefahr und entwickelte intensive diplomatische Aktivitäten, um den Habsburgern den Rücken in Westeuropa freizuhalten, außerdem stellte er Finanzmittel für die Ausrüstung habsburgischer Truppen bereit. Auf dieser Grundlage erneuerte Wien sein Bündnis mit Venedig – worauf die Türken Österreich im April 1716 den Krieg erklärten. Im Juli marschierte der Sultan mit einem Heer von 200 000 Köpfen in Richtung Peterwardein an der Donau ein. Das war allerdings kein 200 000-Mann-Heer, denn die Invasion bestand neben etwa 100 000 Soldaten auch aus einem gewaltigen Tross von Handwerkern, Händlern, Ehefrauen und sogar Haremsdamen: Die Eroberer kamen, um zu bleiben.

Den von Prinz Eugen angeführten Truppen der Liga gelang es Anfang August, die türkische Invasionsarmee vor Peterwardein abzufangen und ihr eine vernichtende Niederlage zu bereiten. Der kommandiere Großvesir kam ums Leben, die Liga machte reiche Beute – von der ein Teil noch heute in historischen Museen Wiens zu besichtigen ist. In Rom ließ Papst Clemens alle Glocken läuten: Dieser Sieg war auch sein Sieg. Um den militärischen Erfolg von Peterwardein optimal zu nutzen, stieß Eugen nach und führte das Heer der Liga weiter zur Belagerung von Temesvar – dem letzten großen osmanischen Stützpunkt im Raum nördlich der Donau. Nach der Kapitulation von Temesvar waren nur noch „Aufräumarbeiten“ zu leisten – unter diesen freilich noch harte Prüfungen wie die Rückeroberung von Belgrad im folgenden Jahr. Der Frieden von Passarowitz 1718 bestätigte im großen ganzen den auf den Schlachtfeldern erreichten Stand, die Gefahr der islamischen Expansion nach Europa war für drei Jahrhunderte gebannt.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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