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Hl. Erzengel Michael

Gemälde von Luca Giordano, WikimediaDer 29. September ist seit alters her Festtag des hl. Erzengels Michael, der an diesem Tag im Jahre 493 den Bewohnern von Siponto erschienen sein soll. Fr. Zuhlsdorf berichtete dieser Tage über Versuche, die verschiedenen  Orte von aus der Geschichte berichteten Erscheinungen des Erzengels mit einer geraden Linie zu verbinden und zeigt in diesem Zusammenhang eine erstaunliche Karte, ohne sich in Spekulationen über den tieferen Sinn der Sache einzulassen - woran er sicher gut tut. 

Im vergangenen Jahr zitierte Summorum Pontificum zum Festtag aus einer Predigt des hl. Papstes Gregor über die Engel - einer eher nüchternn systematischen Ausführung. Daher als Gegengewicht im weiten Rahmen katholischer Spannweite in diesem Jahr eine Passage aus dem "Großen Leben Jesu" des Kapuziners Martin von Cochem, das in Wirklichkeit eine Universalgeschichte der Welt aus der frommen Perspektive der Barockzeit darstellt. Wir gehen mitten in die Erzählung von der Austreibung der gefallenen Engel durch St. Michael aus dem Himmel, die im zeittypischen Gewande des 17. Jahrhunderts  vieles enthält, das auch heute von bestürzender Aktualität ist.

Luzifer mit seinen Engeln ließ es nicht dabei, daß er sich Gott nicht wollte unterwerfen, sondern da er sah, daß Gott höher und vortreffleicher war als er, da entstand in ihm eine Mißgunst gegen Gott, und eine Begierde, über ihm zu sein. Ist das nicht eine teufliche Mißgunst, die mit keinen Worten genugsam zu beschreiben ist? Gleichwohl folgen ihm hierin viele Menschen nach, wenn sie nicht können leiden, daß andere etwas mehr haben, oder daß es anderen besser geht als ihnen. Also folgen sie hierin dem Bösen Feind nach und werden auch des Lohnes, so er empfangen, teilhaftig werden.

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Schlacht und Massaker von Nikopol

Der Islam gegen Europa II

Aus der Handschrift des Ludwig v. Brügge, 1470. Quelle Wikimedia, gemeinfreiIn diese Woche fällt der 610. Jahrestag der Schlacht von Nikopolis, in der eine fälschlicherweise gerne als „Kreuzfahrer-Heer“ bezeichnete christliche Armee eine schwere Niederlage gegen die türkischen Eroberer des Balkans erlitt.

Mit der zunehmenden Schwächung des byzantinischen Kaiserreiches war es den Osmanen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gelungen, einen bedeutenden Teil des bereits seit längerem moslemisch beherrschten Territoriums im Nordwesten der heutigen Türkei an sich zu bringen. Unter Umgehung von Byzanz griffen sie dann in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf den Balkan über und unterwarfen sich weite Teile Bulgariens, Serbiens, Mazedoniens und Siebenbürgens. Im Sommer 1396 unternahmen sie mit an die hundert Schiffen auf der Donau einen Vorstoß bis nach Buda, der allerdings eher ein „gewöhnlicher“ Raubzug war und keinen Geländegewinn einbrachte. Gleichzeitig machte sich ein auf Ersuchen des ungarischen Königs gesammeltes Heer christlicher Staaten auf den Weg zur bulgarischen Donau, um die eindringenden Osmanen zurückzuwerfen. Dort, bei Nikopolis, dem kam es in der Woche vom 25. bis zum 28. September 1396 zur Schlacht, die mit einer schweren Niederlage der christlichen Armeen endete. Der Sultan ließ nach dem üblichen Verfahren den Großteil der mehrere Tausend in Gefangenschaft geratenen Kämpfer köpfen, lediglich einige „wertvolle“ Adlige wurden verschont, um Lösegelder zu erpressen.

Auch hier sind die Einzelheiten des Schlachtverlaufs nur von geringem Interesse sie sind gekennzeichnet von den üblichen Eifersüchteleien und Rivalitäten auf christlicher Seite und von der Tatsache, daß ausgerechnet die erst vor kurzem den Osmanen tributpflichtig gewordenen orthodoxen Serben, die auf türkischer Seite kämpften, eine entscheidende Rolle für den Sieg des Sultans spielten.

Trotz des Sieges auf dem Schlachtfeld war Nikopolis auch für die Osmanen kein Erfolg. Sie wurden in den folgenden Jahren im Osten ihres Reiches von den ebenfalls mohamedanischen Mongolen Tamerlans schwer bedrängt und konnten auch später zwar ihre Einflusszone noch durch Vasallenstaaten in der Walachei und Moldau ausweiten, das eigentliche Territorium aber nie mehr über die Donau hinaus ausbreiten. Was sie nicht daran hinderte, es über die folgenden Jahrhunderte hin immer wieder mit Vorstößen auf Budapest und Wien zu versuchen.

Quatembersamstag ist Weihetag

Bild: http://www.newliturgicalmovement.org/2013/06/ordination-at-fssp-rarish-in-rome-june.html#.V-T_tfmLRpgDie Quatembertage tragen einen dreifachen Charakter, der sich mit drei historischen Schichten erklären läßt. Die älteste Schicht ist die des Charakters der wöchentlichen Fasttage am Mittwoch und am Freitag, die aus der jüdischen Herkunft der Kirche überkommen sind. Der Samstag als Fasttag kam später hinzu, um zu betonen, daß nun der Sonntag und nicht mehr der Sabbat als „Tag des auferstandenen Herrn“ gefeiert werde. Die zweite Schicht ist die der jahreszeitlichen Dankfeste, die zum Teil ebenfalls bereits im Judentum angelegt sind und später dann in der römischen Kirche in Übereinstimmung mit den Festen der Getreideernte, der Weinlese und des Abschlusses der Weinkelter nach dem Sonnenkalender gebracht wurden. Dieses Zusammentreffen von Fastentagen und Erntedankfesten bewirkt den etwas widersprüchlichen Ton vieler Gebete des Propriums dieser Tage, in denen Aufrufe zu Buße und Fasten sowie die Feier des Erntesegens manchmal unvermittelt nebeneinander zu stehen scheinen. Die theologische Vermittlung erfolgte nach Ildefons Schuster dadurch, daß die Festmähler des Erntedanks – ohne sie prinzipielle abzulehnen oder gar abzuschaffen – als Vorschau auf das ewige Festmahl im himmlischen Jerusalem interpretiert wurden, für das man sich durch einen gottgefälligen Lebenswandel in aufrichtiger Bußgesinnung vorbereiten wollte.

Tatsächlich erhielt das Fasten an den Vierteljahrestagen sogar einen besonderen Stellenwert, und – ebenfalls nach Schuster – war das der Grund dafür, daß die Erteilung der heiligen Weihen, die stets auf ein gemeinsames Fasten von Gemeinde und Kandidaten folgte, sich mit den Quatembersamstagen verband, an denen sie heute noch nach den Messformularen des überlieferten Ritus vorgesehen ist. Das wäre dann die dritte und jüngste Schicht.

Seit dem frühen Mittelalter finden diese Weihen am Quatembersamstag statt. Dieser etwas befremdliche Zeitpunkt ist allerdings nicht der ursprüngliche. In Rom wurde bis ins 8. oder 9. Jahrhundert an Samstagen keine hl. Messe gefeiert; der Samstag war der Tag der Vorbereitung auf den Sonntag, und er wurde vom Klerus unter Beteiligung des Volkes durch eine Vigilfeier vorbereitet, die bis in den frühen Sonntagmorgen andauerte. Die zum Abschluß dieser Vigil gefeierte hl. Messe und die in deren Rahmen erteilten Weihen war also die ursprüngliche Sonntagsmesse – erst später ‚rutschte‘ sie immer weiter nach vorne und wurde damit zur Liturgie des Samstags.

Hintergründe und Ablauf der Weihen am Quatembersamstag hat der spätere Erzbischof von Mailand und Kardinal Ildefons Schuster in seinem Liber Sacramentorum ausführlich dargestellt:

Weiter zur Beschreibung von I. Schuster

Gesetz, Ordnung und Liturgie

Bild: http://www.chartres-tourisme.com/In diesem Jahr fällt die Herbstquatember genau auf die Tage, denen sie nach uralter kosmologischer Tradition ihren Ursprung und ihre Datierung verdankt: Auf den astronomischen Beginn des Winters, auf die herbstliche Tag- und Nachtgleiche (22., 23. oder 24. September), von der an die Nächte wieder länger werden als die Zeit des Tageslichts. Der alte Kalender hat diese Übereinstimmung insoweit beibehalten, daß nach seiner Ordnung die Quatembertage Mittwoch, Freitag und Samstag immer in die Woche nach dem 14. September fallen – damit ist die größtmögliche Nähe zum Äquinoktium sichergestellt. Die neue Ordnung stellt den Termin der Quatember in die Autorität der Bischofskonferenzen, und die deutsche hat sich dafür entschiedene, die Herbstquatember in die erste Oktoberwoche zu verschieben – also mit Sicherheit außerhalb der kosmologischen Ordnung.

Im Jahr 2016 wird der Quatembermittwoch liturgisch durch das Fest des Evangelisten Matthäus verdrängt, das seit Menschengedenken am 21. September, dem Tag vor dem frühestmöglichen Eintreten der Tag- und Nachtgleiche begangen wird. Damit entfiel in diesem Jahr auch einer der wenigen Tage des alten Kalenders, an dem zwei Lesungen vorgetragen werden: Die erste nach dem Propheten Amos (9, 13-1 erinnert im Ton an den Ursprung des Festes im Erntedank und verspricht dem aus seiner Heimat vertriebenen Volk die Rückkehr ins gelobte Land:

Sie werden wieder aufbauen die verödeten Städte und darin wohnen; sie werden Weinberge Pflanzen und den Wein davon Trinken, Gärten anlegen und deren Früchte essen.“

Die zweite Lesung aus dem 2. Buch Esdras (8, 1-10) schildert, wie das endlich aus dem babylonischen Exil zurückgekehrte Volk zum ersten Mal wieder der für alle sieben Jahre vorgeschriebenen Verlesung des Gesetzes beiwohnt und so die Wiederherstellung der gottgegebenen Ordnung feiert. Nach der Verlesung entläßt der Priester Esdras das Volk mit den Worten:

Dieser Tag ist heilig dem Herrn, unserem Gott; seid nicht traurig und weinet nicht. Dann sprach er zu ihnen: Geht eßt kräftige Speisen, trinkt süße Getränke und teilt auch unter jenen aus, die nichts für sich haben, denn heilig ist der Tag des Herrn“.

Wer es bedauert, daß die Liturgie mit den beiden Lesungen in diesem Jahr entfallen ist, wird am kommenden Quatembersamstag reichlich entschädigt: Dann werden vor dem Evangelium fünf Lesungen aus den Propheten und eine aus „dem Apostel“ vorgetragen.

Blick ins Martyrologium

Wer mehr darüber wissen will, wie die Kirche seit alters her ihre Stellung in der Welt sieht, erfährt viel darüber viel bei einem gelegentlichen Blick in das Martyrologium Romanum.
Für den heutigen Tag verzeichnet das Martyrologium den Märtyrertod des Bischofs von Benevent, Januarius, und seines Diakons Festus sowie des Lektors Desiderius. Aus weiteren Städten der Apeninnen-Halbinsel, wird die Hinrichtung der Diakone Misenas, Puteolanus, Eutycheus und Acutius mitgeteilt. Sie alle starben in der Verfolgung Diokletians. Aus dem Orient wird an diesem Tage der unter Diokletian dem Feuertod übergebenen ägyptischen Bischöfe Peleus, Nilus und Elias sowie mehrere namenlos gebliebener Kleriker gedacht – die Namen zeigen, daß Angehörige aller Völker dem Christentum angehörten.

Eine weitere Erinnerung gilt den bereits unter Nero im kampanischen Nuceria ermordeten Felix und Constantia und den in der Verfolgung durch Kaiser Probus umgekommenen Märtyrer Thophimus, Sabatius und Dorymedos. In der palästinensischen Stadt Eleutheropolis wurde an einem 19. September auf Befehl eines Präfekten Alexander die hl. Susanna zu Tode gefoltert, die sich nach dem Tod ihrer Eltern, die Priester eines Heidentempels gewesen waren, zum Christentum bekehrt hatte.

Als letzte der Märtyrer-Reihe die hl. Pomposa aus Cordoba, der die moslemischen Eroberer den Kopf abgeschnitten hatten, weil sie den Glauben und die Sitten der Eroberer nicht annehmen wollte.

Dazu kommt eine kleinere Zahl an in Frieden heimgegangenen Gläubigen: Bischof Theodor von Canterbury († 690), von dem es heißt er habe ein glänzendes Beispiel von Gelehrsamkeit und Heiligkeit gegeben, sodann Bischof Eustochius von Tours († 460), eines „Mannes großer Tugend“ und des Priesters und Abtes Sequanus (Sigo, † 580) aus Burgund. Als vorletzte schließlich die selig Maria de Cervellione († 1280) aus dem von ihr begründeten weiblichen Zweig des Ordens Mariens von der Befreiung der Gefangenen (Mercedarier), der sich dem Freikauf von moslemischen Piraten und Räubern in die Sklaverei entführter Christen verschrieben hatte.

Als letzte dann – in meinem Exemplar auf einem eingeklebten mit der Schreibmaschine beschrifteten Papierstreifen – die hl. Maria Wilhelma Emilia de Rodat († 1852), Gründerin des Ordens der Schwestern von der Heiligen Familie, die 1950 von Pius XII. zur Ehre der Altäre erhoben wurde.

Eine Online Version des traditionellen Martyrologiums in einer offenbar leicht überarbeiteten Fassung von 1913 ist auf Introib.net als PDF kostenlos abrufbar.

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  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

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