Bereichsnavigation Themen:

Der Mann mit der Lanze

Bild: Evangeliar von Rabbula, Wikimedia CommonsAuf dem Bild aus dem syrischen Rabbula-Evangeliar, das hier gestern gezeigt wurde, ist eine Person mit Namen hervorgehoben: Longinus, der Soldat, der mit der Lanze die Seite Christi öffnet, um sicher zu sein, daß der Gekreuzigte tot ist. Die andere Figur, die den Mann darstellt, der dem Sterbenden vorher den Schwamm mit Essig gereicht hatte, bleibt namenlos. Die Tränkung mit dem Essigschwamm ist in den drei Passionsberichten bei Matthäus, Markus und Johannes aufgezeichnet. Die Öffnung der Seite wird dagegen allein vom Evangelisten Johannes berichtet, der freilich keinen Namen nennt, sondern nur von „einer der Soldaten“ spricht.

Den Namen Longinus erhielt dieser Soldat ebenso wie die beiden Schächer wohl erst in einer späten gnostischen Version des „Nikodemus-Evangelium“. Schon früh wurde dieser Lanzenführer – nichts anderes bedeutet das griechische „Longchenos“ des Johannesevangeliums – in eins gesetzt mit dem bei den drei anderen Evangelisten erwähnten Hauptmann der Soldaten, die die Kreuzigung überwachten, und der angesichts der Verfinsterung des Himmels und des Erdbebens beim Tod Christi ausgerufen hatte: „Dieser war wirklich Gottes Sohn“.

Die Legenda Aurea, deren Quellen wir hier nicht im Einzelnen nachvollziehen konnten, weiß über das weitere Leben des Longinus zu berichten, daß er von einem der Apostel getauft worden sei und im kappadokischen Caesarea 28 Jahre lang wie ein frommer Mönch gelebt und viele Menschen durch Wort und Beispiel zum Glauben an Christus gebracht habe.

In einer frühen Christenverfolgung sei Longinus vor Gericht gestellt und aufgefordert worden, seinem Glauben abzuschwören. Als er sich weigerte, wurde er grausam gefoltert, blieb jedoch standhaft und zerschlug mit einer Axt die im Gerichtssaal aufgestellten Götterbilder.

Da fuhren die Teufel aus den Götterbildern in den Richter und seine Gesellen, daß sie von Sinnen kamen und bellend zu Longini Füßen krochen. Der aber sprach zu den Teufeln: Warum wohnet ihr in den Bildern? Sie antworteten: Unsere Wohnung ist da, wo der Name Christi nicht genannt wird und wo sein Kreuzeszeichen nicht ist. Da aber der Richter sein Augenlicht verloren hatte und tobte, sprach Longinus zu ihm: Du kannst nur gesund werden, wenn Du mich endlich tötest, und dann werde ich Gott bitten, daß er die Gesundheit des Leibes und der Seele schenkt“. Da ließ ihn der Richter sogleich enthaupten, danach überkam ihn große Reue und Leid und er warf sich vor des Longinus Leichnam mit Tränen nieder. Alsbald empfing er Gesundheit und Augenlicht und endete sein Leben in guten Werken“.

Das Thema der Dismas-Legende wird hier noch einmal gesteigert: Auch schlimmste Taten, selbst die „Beihilfe am Mord“ des Herrn kann vergeben werden – wenn der Übeltäter sich bekehrt, seine Sünden erkennt, bereut und zur Umkehr bereit ist. Der Henkersgehilfe Longinus büßte so als Vorbild in Wort und Werk sein ganzes restliches Leben lang, bevor er als Märtyrer – daran läßt die Legende keinen Zweifel – ins Paradies eingehen konnte, das sich für den Straßenräuber Dismas schon zuvor geöffnet hatte. Und dem richterlichen Mörder des Longinus wurden durch die von Longinus erwirkte göttliche Gnade die Augen geöffnet, sein Geist wurde wieder gesund, und „er endete – gleichsam in Fortführung des von Longinus begonnenen Werkes – sein Leben in guten Werken“.

Der Gott der Barmherzigkeit ist keine argentinische Erfindung des 21. Jahrhunderts. Aber selbst zweifelhafte gnostische Autoren der Frühzeit – und der Verfasser der Legenda Aurea sowieso – wussten um die davor gesetzte Bedingung: Erkenntnis und Reue über die Sünden und Bereitschaft zur Umkehr.

*

Das Martyrologium Romanum verzeichnet den 15. März als „Gedenktag des Martyriums des hl. Soldaten Longinus zu Caesarea in Kappadokien, von dem man annimmt, daß er die Seite des Herrn mit der Lanze durchbohrt habe“. Eine „Heilige Lanze“ die von den einen mit der Lanze des Longinus identifiziert wurde, nach anderen einen Nagel vom Kreuz Christi enthält, befindet sich als ältester Teil der Reichsinsignien des römisch-deutschen Kaisertums in der Wiener Hofburg.

Der heilige Räuber

Bild: Wikimedia commonsDer gestrige Palmsonntag hat nicht nur das Fest Mariä Verkündigung verdrängt, dessen Festgeheimnis wir bereits zu Beginn der Woche angesprochen hatten. Der Tag der Verkündigung seinerseits läßt alljährlich einen anderen Gedenktag in den Hintergrund treten, zu dem es im Martyrologium Romanum heißt: „Gedächtnis des heiligen Räubers zu Jerusalem, der sich am Kreuze zu Christus bekannte und vom Herrn der Worte gewürdigt wurde: Noch heute wirst Du mit mir im Paradiese sein.“ Von ihm heißt es in der kürzesten aller möglichen Heiligenbiographien: „Er war ein Räuber und ein Dieb – und am Ende schnappte er sich noch das Himmelreich“.

Wir wollen demgegenüber heute die Langfassung dieses bemerkenswerten Heiligenlebens vorstellen. Ein Teil davon taucht zum ersten Mal im überaus apokryphen „Evangelium nach Nikodemus“ auf, das in der Zeit Kaiser Konstantins entstanden ist und in Literatur und bildender Kunst bis in die Neuzeit hinein großen Widerhall gefunden hat. Dort erhielt der bis dahin anonyme Schächer seinen Namen Dismas, während sein unbußfertiger und gottloser Widerpart als Gestas angesprochen wird.

Ein anderer Teil entstammt einer späteren Schrift, dem im 6. Jahrhundert entstandene „Arabischen Kindheitsevangelium“. Es weiß zu berichten, daß die beiden Bösewichte schon zur Zeit der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten als Hauptmänner einer Räuberbande in der arabischen Wüste ihrem Diebeshandwerk nachgingen. Ihnen fielen auch Maria, Josef und das Kind Jesus in die Hände, doch der eine Räuber dort mit Namen Titus bestach die anderen mit seinem gehorteten Gold, die (magere?) Beute wieder ziehen zu lassen. Warum der Räuber so handelte, hat die Legende nicht überliefert, wohl aber ein bemerkenswertes Gespräch zwischen den Hauptpersonen:

Als die Gottesmutter Maria gesehen hatte, daß der Räuber ihnen Gnade erwies, sprach sie zu ihm: Der Herr wird dich in seiner Rechten halten und dir Vergebung deiner Sünden schenken. Und der Herr Jesus antwortete ihr darauf: In dreißig Jahren, meine Liebe Mutter, werden mich die Juden in Jerusalem kreuzigen, und diese beiden Räuber werden mit mir gekreuzigt werden. Der eine zu meiner Rechten, und der andere zu meiner Linken – und nach diesem Tag wird Titus mir ins Paradies vorausgehen. Doch Maria sagte: Davor bewahre Dich der Herr, mein Kind.

Über die nächsten dreißig Jahre wissen dann selbst die fabulierfreudigsten Apokryphen nichts zu berichten, bis die Schächer, freilich namenlos, in den Passionsberichten wieder auftauchen, der „gute“ sogar nur bei Lukas. Wie es dann weiterging erfahren wir dann im früheren „Nikodemus-Evangelium“, das dem „Guten Räuber“ den Namen Dismas gegeben hat. Es berichtet von dem glanzvollen Zug der Gerechten des alten Bundes, den der Auferstandene nach seinem Sieg über die Unterwelt zum Paradiese führt – und bei dessen vom Engel mit dem Flammenschwert bewachten Tore sie eine bemerkenswerte Begegnung hatten:

Da kam ein unscheinbarer Mensch, der auf seiner Schulter auch ein Kreuz trug. Ihn fragten die heiligen Väter: Wer bist du, der du das Aussehen eines Räubers hast, und was ist das für ein Kreuz, das du auf der Schulter trägst?

Er antwortete: Ich war, wie ihr sagt, ein Räuber und Dieb in der Welt, und deshalb ergriffen mich die Juden und überlieferten mich dem Kreuzestode zugleich mit unserem Herrn Jesus Christus. Als er nun am Kreuz hing, schaute ich die Zeichen, die geschahen, und glaubte so an ihn. Und ich rief ihn an und sprach:

Herr, wenn du herrschen wirst, dann vergiß mich nicht!

Und sogleich sprach er zu mir: Wahrlich, wahrlich, heute, sage ich dir, wirst du mit mir im Paradiese sein.

Mein Kreuz tragend, kam ich also zum Paradiese, fand den Erzengel Michael und sagte zu ihm: Unser Herr Jesus, der Gekreuzigte, hat mich hergeschickt. Führe mich also zum Tor des Gartens Eden! Und da das flammende Schwert das Zeichen des Kreuzes sah, öffnete er mir, und ich ging hinein. Dann sprach der Erzengel zu mir: Warte ein Weilchen! Denn da kommt auch der Urvater des Menschengeschlechts Adam mit den Gerechten, damit auch sie hier eintreten. Und da ich euch jetzt sah, ging ich euch entgegen.

Als die Heiligen das hörten, riefen sie alle mit lauter Stimme: Groß ist unser Herr, und groß ist seine Kraft!“

*

Die Abbildung stammt aus dem in syriakischer Sprache und Schrift verfassten Rabbula-Evangeliar, das im 6. Jahrhundert entstanden ist und heute in der Biblioteca Medicea in Florenz aufbewahrt wird. Es entstand also zur etwa gleichen Zeit wie das „arabische Kindheitsevangeliium“, enthält aber im Unterschied zu diesem den authentischen und vollständigen Text der vier Evangelien.

Der Vorhang des Allerheiligsten

Abbildung aus einem franz. Stundenbuch des frühen 16. Jh., Quelle: https://www.the-saleroom.com/en-gb/auction-catalogues/reiss-and-sohn/catalogue-id-reisss10003/lot-e2149b50-e14e-4e06-a90b-a60100e8cc9dDas 9. Kapitel des Hebräerbriefes enthält über die am Passionssonntag vorgetragene Ablösung des alten durch den neuen Bund hinaus noch weitere Fingerzeige auf Geheimnisse der Heilsgeschichte, die vielleicht nicht allen Adressaten des Paulusbriefes unmittelbar zugänglich waren und die heute nur mit Mühe und nicht frei von spekulativen Elementen erschlossen werden können. Ihre Bedeutung liegt darin, daß sie die tiefe Verwurzelung, die wahrhafte Inkulturation des frühen Christentums, in der jüdischen Geisteswelt zum Ausdruck bringen, ohne die die schnelle Verbreitung des Christentums zunächst in den jüdischen Gemeinden des östlichen Mittelmeerraumes kaum zu verstehen ist. Gleichzeitig sind diese Zeugnisse der Inkulturation auch Zeugnisse einer Exkulturation, die deutlich erkennen lassen, in welcher Hinsicht und wie tiefgehend sich das Christentum vom Judentum wegentwickelte.

Den Arbeiten der Alttestament-Forscherin Margaret Barker verdanken wir den Hinweis auf eine mögliche Deutung der schwer verständlichen Aussage der Verse 11 und 12 des 9. Kapitels im Hebräerbrief, wonach Christus

durch das erhabenere und vollkommenere Zelt, das nicht von Menschenhand gemacht, das heißt nicht von dieser Welt ist, ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen (ist).

Das Bundeszelt bzw. der erste Tempel sind nach alter jüdischer Überlieferung innerhalb und außerhalb der Bücher der Bibel ein spirituelles Abbild der 7 Tage der Schöpfung. Dabei steht das Allerheiligste für den Nicht-Tag vor aller Zeit, der Gott allein kannte und der mit der Unterscheidung von Licht und Finsternis und der Erschaffung der Zeit sein Ende findet. Aus diesem Zustand vor jeder Materialität tritt die Gottheit am zweiten Tag mit der Erschaffung des Himmels und des Ur-Ozeans heraus, das ist ein Akt der Inkarnation im weitesten Sinne, und der darin liegende Übergang wird im Tempel repräsentiert durch den in den Farben aller Elemente gewirkten Vorhang. Der dritte und die folgenden Tage entfalten dann die eigentliche Schöpfung, die Erde mit ihren Kontinenten, die Pflanzen und Tiere und schließlich den Menschen. Sie alle gemeinsam bilden das Paradies, das Heiligtum des Tempels Gottes, und werden in den verschiedenen Überlieferungen unterschiedlichen Bestandteilen des Tempels zugeordnet: Der Tisch der „Schaubrote“ mit Brot, Wein und Weihrauch steht so für die Pflanzen und Früchte der Erde, des dritten Tages; der siebenflammige Leuchter für Sonne, Mond und die 5 bekannten Planeten des vierten Tages.

Weiterlesen...

Predigt zur Darstellung des Herrn

Die Kunst der Predigt ist so gut wie erloschen, seitdem den Seminaristen beigebracht wird, eine Predigt habe mit der Schilderung einer Begegnung in der Straßenbahn zu beginnen, dürfe nicht länger als 4,5 Minuten dauern und solle möglicherweise Anstoß erregende Wörter wie Sünde, Erlösung oder Gott nach Möglichkeit vermeiden. Daß die  Predigtkunst dennoch nicht vollständig ausgestorben ist, demonstrierte  Fr. Richard Cipolla, Pfarrer von  St. Mary in Norwalk, Connecticut und an vielen Fronten aktiv als wortgewaltiger Kämpfer für den rechten Glauben, in seiner Predigt zum Fest Mariä Lichtmess. Sein „pastorales Englisch“ ist leicht zu lesen, aber schwer zu übersetzen. Wir verweisen daher ausnahmsweise direkt auf den englischen Text, wie er auf Rorate Cæli wiedergegeben ist. Ein Hinweis zur Ermutigung: Fr. Cipolla hält die 4,5-Minuten-Regel ein.

Septuagesima 2018

Bild: eigene AufnahmeOstern kommt früh in diesem Jahr, und zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit - das letzte Mal war 2016 - fällt der Sonntag Septuagesima und  der Beginn der Vor-Fastenzeit vor den 2. Februar und damit vor das traditionelle Ende der Weihnachstzeit an Mariä Lichtmeß. So ergibt sich auch in diesem Jahr wieder das eher seltene Bild, daß der Priester bereits in violett am Altar steht, während anderswo in der Kirche noch die Weihnachtskrippe aufgebaut ist. Beides gilt freilich nur für die wenigen Kirchen, deren Ordnung der überlieferten Liturgie folgt. Die „neue Ordnung“, die nun auch schon auf ihr fast 50 jähriges Bestehen zurückschauen, hat die Vorfastenzeit wie so vieles einfach „abgeschafft“ - und von den „ein aktuelles Problem aufgrefenden“ Krippendarstellungen in manchen modenen Gemeinden schweigen wir lieber. 

Die 40 Tage der Fastenzeit beruhen ganz klar auf einer in der heiligen Schrift bezeugten alttestamentlichen Tradition, die sowohl von Moses als auch Elias und schließlich von Christus ein vierzigtägiges Fasten überliefert. Die (gerundet) siebzig Tage ab Septuagesima sind demgegenüber nicht aus dem Gebrauch des alten Testaments ableitbar. Seit Amalar von Metz († um 850) wird die Zahl als gleichnishafte Aufnahme des siebzigjährigen babylonischen Exils des Volkes Israel gedeutet: Um darauf hinzuweisen, daß uns durch die Gnade Christi die Sünden nachgelassen wurden, seien die 70 Jahre in 70 Tage umgewandelt worden. Gleichzeitig sei das aber auch eine Erinnerung daran, daß die Gläubigen des gegenwärtigen Zeitalters immer noch im Exil weilen und sich erst noch durch Fasten und Buße von der Sünde der Welt lösen und der Aufnahme in das himmlische Jerusalem würdig erweisen müssen.

Die traditionelle Liturgie der Zeit der 70 Tage bringt diesen Charakter in vielfacher Weise zum Ausdruck, die auffälligsten davon: Im Offizium wird an allen Tagen, auch an den Sonntagen, der Bußpsalm Miserere gebetet, die fortlaufende Lesung beginnt neu mit dem Pentateuch und den Berichten über die Erschaffung der Welt und den Sündenfall, die Alleluja-Rufe verstummen. In der hl. Messe entfällt der Gesang des Gloria, verschiedene Melodien werden vereinfacht, die Entlassungsformel des Ite missa est wird durch Benedicamus Domino ersetzt. Zur Erklärung dieser äußeren Zeichen greift Amalar auch hier auf die Parallele zum babylonischen Exil zurück und zitiert aus Psalm 64: Wie sollen wir in fremdem Land die Lieder des Herrn singen?

Das Verstummen der Gesänge gab im Mittelalter den Anlass zu vielerlei Bräuchen, in denen Klerus und Volk feierlich Abschied vom Alleluja und Gloria nahmen. Durandus von Mende († 1334) erklärt diese Zeremonien damit, „daß wir jene (Gesänge) überaus lieben und in der Schatzkammer unseres Herzens bewahren, so wie wir einen Freund, der zu einer langen Reise aufbricht, vielmals umarmen und auf den Mund oder das Gesicht küssen“. Der hier bereits anklingende Überschwang führte gelegentlich auch zu Begängnissen, die eher zum etwa gleichzeitig stattfindenden Karneval als zum Auftakt der Bußzeit gepasst haben dürften, etwa wenn Alleluja und Gloria in Art einer Beerdigungsprozession mit großem Pomp zu Grabe getragen wurden. Aus einer französischen Kirche des 15. Jahrhunderts ist überliefert, daß dort nach der Vesper am Samstag vor Septuagesima eine Strohpuppe, auf der in goldenen Buchstaben „Alleluja“ geschrieben war, von Ministranten und Chorknaben mit Stöcken aus dem Allerheiligsten und durch das Kirchenschiff getrieben und anschließend auf dem Friedhof beigesetzt wurde - mit Weihrauch, Weihwasser und allem Drum und Dran.

Wir sehen: Die Geschichte der Liturgie enthält auch eine Geschichte liturgischer Missbräuche - noch nicht einmal die sind auf dem eigenen Mist der Liturgieverderber in der Gegenwart gewachsen – zumindest nicht alle.

Unterkategorien

  • Stationskirchen

    Die römischen Stationskirchen

    Kupferstich von Giusepppe Lauro aus dem Jahr 1599

    In der Fastenzeit 2013 haben wir zu jedem Tag die entsprechende Stationskirche kurz vorgestellt. Damit sind zwar alle gegenwärtigen Stationskirchen erfasst, aber nicht alle Tage mit einer Statio, von denen es auch etliche außerhalb der Fastenzeit gibt.

    Bei der Vorstellung der Stationskirchen orientierten wir uns im wesentlichen an „Die Stationskirchen des Missale Romanum“ von Johann Peter Kirch, Freiburg 1926. Zu Ergänzungen haben wir Hartmann Grisar „Das Missale im Licht römischer Stadtgeschichte“, Freiburg 1925, und Anton de Waals „Roma Sacra - Die ewige Stadt“ von 1905 in der Überarbeitung Johann Peter Kirchs von 1925 (Regensburg 1933) herangezogen. Daneben haben wir auch auf Informationen aus Internetquellen zurückgegriffen. Die Illustrationen stammen, soweit nicht anders angegeben, von eigenen Aufnahmen.

    Wie der gegenwertige Nachfolger de Waals und Kirchs als Direktor des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft, Prof. Msgr. Stefan Heid, uns mitteilte ist diese älter Literatur insbesondere in Sachen der Datierungen vielfach überholt. Nach seinen Untersuchungen geht die Institution der Stationes nicht wesentlich vor die Zeit Gregors d. Großen zurück. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Stationskirchen bzw. deren Vorgängerbauten nicht wesentlich älter sein können.

Zusätzliche Informationen