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St. Basilius ermutigt Bischof Strickland

Bild: Wikimedia commons, gemeinfrei

Den unten wiedergegebenen Brief richtete der Kirchenvater Basilius im Jahr 376 an eine Gruppe von den Arianern verfolgter und vertriebener Mönche:

Es beginnt ein langes ZitatWas ich bei mir selber sagte, als ich von der Verfolgung hörte, die von den Feinden Gottes über Euch heraufbeschworen worden, das glaube ich auch in einem Schreiben Euch mitteilen zu sollen, daß Ihr nämlich in einer vermeintlich friedlichen Zeit euch die Seligkeit erworben habt, die denen hinterlegt ist, welche um des Namens Christi willen Verfolgung leiden. Man darf ja nicht glauben, daß deswegen, weil die Übeltäter einen wohlklingenden und empfehlenden Titel tragen, nun ihre Handlungen keine feindlichen wären. Ich halte den Krieg von Seiten der Stammverwandten für grausamer, weil man sich vor erklärten Feinden leichter in Acht nehmen kann, während man bei denen, die mit uns zusamenleben, notwendig jeder Unbill ausgesetzt ist, was auch Ihr erfahren habt.

Unsere Väter wurden ja auch verfolgt, aber von Götzendienern: ihr Vermögen wurde geraubt, ihre Häuser wurden zerstört, sie selbst vertrieben – (aber) von denen, die uns offen wegen des Namens Christi befehdeten. Die aber jetzt als unsere Verfolger auftreten, hassten uns zwar ebensosehr wie jene, schützen aber zur Täuschung des Volkes den Namen Christi vor, damit die Verfolgten nicht einmal den mit dem Bekenntnis verbundenen Trost hätten: Das Volk und die gewöhnlichen Leute würden nämlich wohl zugeben, daß uns Unrecht geschehe, würden aber unsern Tod für die Wahrheit nicht als Martyrium betrachten. Hier geht es weiterDaher bin ich überzeugt, daß Euch vom gerechten Richter ein größerer Lohn hinterlegt ist als den einstigen Blutzeugen. Denn die letzteren erhielten vom Volk den einhelligsten Beifall, und zugleich erwarteten sie ihren Lohn von Gott.Euch aber werden bei gleichen Leistungen diese Ehren seitens des Volkes nicht zuteil. Daher ist es billig, daß Euch in der künftigen Welt eine vielfältige Entlohnung für die um des Glaubens willen gebrachten Opfer erwartet.

Daher ermahnen wir euch, den Mut nicht sinken zu lassen in den Trübsalen, sondern Euch zu erneuern in der Liebe zu Gott und den Eifer von Tag zu Tag zu steigern in der Überzeugung, daß in Euch der Rest des Glaubens erhalten werden muß, den der Herr bei seiner Ankunft auf Erden finden wird.Und mögen auch die Bischöfe aus ihren Kirchen vertrieben sein, so soll Euch das nicht erschüttern. Mögen auch Verräter aus der Mitte des Klerus entstanden sein, so soll das Euer Vertrauen auf Gott nicht schwächen. Es sind nicht die Titel, die uns selig machen, sondern der hl. Entschluß und die aufrichtige Liebe zu unserem Schöpfer.

Bedenkt, daß auch in den Anschlägengegen unseren Herrn die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten des Volkes in ihrer Arglist sich zusammenfanden, und nur wenige im Volk gefunden wurden, die seine Lehre aufrichtigen Herzens annahemen, und daß es nicht der große Haufe ist, der selig wird, sondern die Auserwählten Gottes. Deshalb möge Euch nie die Volksmasse schrecken, die wie Meerwasser von den Winden hin und her getrieben wird. Denn wenn auch nur einer gerettet wird, wie Lot zu Sodom, so muß er bei der rechten Gesinnung bleiben – in der unerschütterlichen Hoffnung auf Christus; denn der Herr wird seine Heiligen nicht verlassen.

Alle Brüder in Christo grüßt von mir aus; betet doch recht für meine erbarmungswürdige Seele.

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Übersetzung nach Bibliothek d. Kirchenväter, Bd 46, S. 304

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