Bereichsnavigation Themen:

Heiligsprechung der Märtyrer von Otranto

Die Gebeine in der Kathedrale der StadtBereits am 10. Februar dieses Jahres meldeten wir die für den 11. 2. geplante Heiligsprechung der Martyrer von Otranto, die nach der Eroberung der Stadt durch die Armeen des Sultans wegen ihrer Weigerung, zum Islam überzutreten, vor der Kathedrale abgeschlachtet worden waren. (Hier Näheres) Wegen der an diesem Tage unerwartet verkündeten Abdankung von Papst Benedikt XVI. kam diese Kanonisierungsfeier im Februar dann nicht mehr zustande. Sie wird morgen, auf den Tag genau drei Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin, von Papst Franziskus nachgeholt.

Das Gedenken der Märtyrer von Otranto hat in den vergangenen Jahren und dann noch einmal beschleunigt in den vergangenen Monaten bestürzende Aktualität gewonnen. In fast allen islamisch beherrschten Ländern oder Regionen von Indonesien im Osten bis Mali und Senegal im Südwesten ist blutige Christenverfolgung Bestandteil des Alltags: Brandstiftung an Kirchen und Wohnhäusern, Geiselnahme und Ermordung von Nonnen und Priestern, Vergewaltigung, Frauen- und Kinderraub.

Und während sich „islamistische Terroristen“ bei diesen Gewalttaten besonders hervortun, wie gerade wieder in Syrien, wo vom Westen unterstützte „Freiheitskämpfer“ vor Ostern zwei orthodoxe Bischöfe verschleppt haben, versäumen auch vermeintlich gemäßigte Mohammedaner kaum eine Gelegenheit, den Hass auf die Christen zu schüren. Bestürzende Beispiele dafür kommen aus Ägypten, wo nach dem Wahlsieg der Islambruderschaft in schnellen Schritten das traditionelle System der staatsbürgerlichen Entrechtlichung der Christen wieder eingeführt wird. Erst vor wenigen Tagen hat einer der führenden „Gelehrten“ des Landes es seinen Glaubensgenossen in einem Rechtsgutachten verboten, ihren noch verbliebenen christlichen Nachbarn Osterglückwünsche auszusprechen.

In der Türkei, dem Rechtsnachfolgestaat des Sultanats, ist mit solchen Methoden der Anteil der christlichen Bevölkerung im Lauf des 20. Jahrhunderts von ca 20% auf derzeit weniger als 0,2% reduziert worden. Das Patriachat von Konstantinopel steht vor dem Erlöschen, weil die türkische Regierung vor über 40 Jahren das einzige Priesterseminar im Lande geschlossen hat und im Ausland ausgebildeten Priestern jede Tätigkeit im Lande verbietet. Die katholische Kirche, die im Land traditionell keine große Rolle gespielt hat, wird offiziell geduldet, weil und soweit sie sich dazu verpflichtet hat, nur Touristen zu betreuen. Trotzdem werden auch katholische Priester gelegentlich ermordet,  nachgerade regelmäßig trifft dieses Schicksal protestantische Prediger, die es wagen, Missionsversuche zu unternehmen.

Hl. Märtyrer von Otranto, bittet für uns.

Zusätzliche Informationen