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Gebet für die Rückkehr zur Einheit

Mit dem heutigen Sonntag beginnt die „Gebetswoche für die Einheit der Christen“. Sie ist keine Erfindung der 60er Jahre. Ihre Anfänge liegen im Jahr 1908, als Paul Wattson, Mitbegründer der Franziskaner von Graymoor, anregte, zwischen dem Fest der Kathedra Petri am 18. Januar und dem der Bekehrung des hl. Paulus am 25. Januar eine Oktav mit dem Gebet für die Einheit der Christen abzuhalten. Der Vorschlag wurde von Papst Pius X. begrüßt, und Papst Benedikt XV. empfahl, in der ganzen Kirche danach zu verfahren.

Soweit dieser Vorschlag in der Kirche aufgenommen wurde, verwandte man zur Feier besonderer Gottesdienste zu diesem Anlass das traditionelle Formular der „Votivmesse zur Beendigung einer Kirchenspaltung“. Der Introitus lautet:

Erlöse uns, o Herr, unser Gott, und sammle uns aus der Mitte der Heiden, auf daß wir Deinen heiligen Namen preisen und Deines Ruhmes uns rühmen.“

Das Tagesgebet:

O Gott, Du besserst die Irrenden. Du einigst die Zerstreuten und bewahrst die Geeinten; daher bitten wir Dich: Gieße in Deiner Milde die Gnade der Einheit über das christliche Volk aus, auf daß es die Spaltung behebe, mit dem wahren Hirten Deiner Kirche sich vereinige und so Dir würdig zu dienen vermöge.“

Bis in die Zeit der Apostelschüler

Rechtzeitig zum Beginn des Jahres 2015 lag jetzt die letzte Nummer des Jahrgangs 2014 der Una-Voce-Korrespondenz im Briefkasten. Bevor wir uns näher mit der Ausgabe beschäftigen können, hier schon einmal eine Passage aus dem langen Artikel von Heinz-Lothar Barth über „Die Darbringung des hl. Messopfers“, der in dieser Ausgabe seinen Abschluss findet. Die Passage enthält Infoprmationen zu einem Seitenthema, das es wert ist, eigens hervorgehoben zu werden: Zu den von Papst Paul VI. „abgeschafften“ niederen Weihen zur Vorbereitung auf das eigentliche Sakrement der Priesterweihe. Barth schreibt: 

Man kann es (...) nur als einen großen Schaden für die Kirche bezeichnen, daß sämtliche niedere Weihen und zusätzlich der Subdiakonat heute nicht mehr als offizielle Stufen der klerikalen Hierarchie existieren. Diese wurden abgeschafft, obwohl sie genau in der Form und Reihenfolge, wie sie in der Kirche immer praktiziert „wurden, bereits sicher für das Jahr 249 belegt sind. Das kann man wissenschaftlich zuverlässig einem Brief des Papstes Cornelius an Bischof Fabius von Antiochien entnehmen, der in die Kirchengeschichte des Eusebius inkorporiert ist (6,43). Jene Weihestufen waren ferner auf dem Trienter Konzil durch einen dogmatischen Kanon gegen protestantische Angriffe geschützt Worden (DH 1772). Außerdem wird dort ihr hohes Alter betont (DH 1765). Daher ist es überhaupt nicht nachzuvollziehen, daß Papst Paul Vl. 1972 durch das Motu proprio „Ministeria quaedam“ diese Weihen abgeschafft hat. Damit wurde eindeutig eine unstatthafte, durch die katholische Tradition nicht gedeckte partielle Laisierung der Kirche betrieben: Statt Klerikern jene Weihen zu spenden, nahm man jetzt „Beauftragungen“ von Laien vor! Unsere Kritik ist außerdem schon deshalb berechtigt. Weil durch jene Maßnahme das stufenweise Hineinwachsen des jungen Mannes in seinen priesterlichen Dienst beschädigt und damit auch die Ausrichtung des Priestertums auf das hl. Meßopfer abgeschwächt wird. Leider hat auch Summorum Pontificum hier keine Abhilfe geschaffen. Der gravierende Fehler ist unbedingt möglichst bald zu korrigieren. Dies fordert auch Weihbischof Athanasius Schneider: Ostiarier, Lektor, Exorzist, Akolyth und Subdiakon haben wieder mit ihren alten klerikalen Rechten in einer „Reform der Reform" eingeführt zu werden, die Weihen müssen selbstverständlich mit der einhelligen Tradition der Kirche für Männer reserviert bleiben!“

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Neuaflage des Ambrosianischen Missale

Die verschiedenen lateinischen Riten unterscheiden sich vielfach nur in Merkmalen, deren Bedeutung oft im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Sichtbarkeit steht: Der Einzug zum feierlichen Hochamt mit 7 Subdiakonen als Akolythen in Lyon oder mit einer großen Zahl Mitra-tragender Kanoniker in Mailand gab sicher ein beeindruckendes Bild ab – die theologische Bedeutung solcher Äußerlichkeiten ist eher gering. Dagegen gibt es manchmal kleine Unterschiede in den leise gesprochenen Gebeten, die erst bei wiederholtem Hören aufhorchen lassen, etwa, wenn es in zahlreichen mittelalterlichen Lokalriten „Orate fratres et sorores" heißt – womit klar ist, daß sich diese Aufforderung zumindest nach dem Verständnis dieser Orte nicht allein an die Kleriker, sondern an die ganze versammelte Gemeinde richtete.

Daher ist es sehr erfreulich, daß jetzt eine Neuausgabe des Ordo Missae für den Ambrosianischen Ritus in seiner überlieferten Form erschienen ist, und zwar nicht nur auf Papier, sondern auch zum kostenfreien Download als PDF. Worin der viel beredete und selten gesehene Ritus von Mailand dem römischen gleicht und worin er sich unterscheidet, kann jetzt jeder selbst an den Texten nachverfolgen.

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Ein vergessener Jahrestag

Im Trubel der Synode haben wir - und nicht nur summorum-pontificum.de - ganz übersehen, daß der 18. Oktober ein bemerkenswertes Datum darstellt: An diesem Tag vor 50 Jahren feierte Papst Paul VI. aus Anlass deer Heiligsprechung der Ugandischen Märtyrervzum letzten Mal ein Hochamt nach dem uralten Ritus der Papstmesse. Wobei das „uralt“ auch hier cum grano salis zu verstehen ist: während einige Elemente wie der griechische Diakon und die Kommunion des Zelebranten am päpstlichen Thron tatsächlich in die älteste Zeit zurückreichen, haben andere ihren Ursprung im Zeremoniell des päpstlichen Hofes, wie es sich in der Renaissance und im Barock ausprägte. Da dieser Hof im Zuge der nachkonziliaren Reformen abgeschafft und durch eine Bürokratie aus dem Geist der 60er Jahre ersetzt wurde, sind heute auch viele der Ämter und Rollen verschwunden, die der feierlichen Papstmesse ihr spezifisches Gepräge verliehen. Mit einer Wiederbelebung ist nicht zu rechnen, und das ist nur begrenzt zu bedauern: Für diese Art von Gottesdienst, die die Liturgie des himmlischen Jerusalem im Spiegel des Zeremoniells von Königshöfen nachahmen und vorstellen wollte, fehlt heute jedes Sensorium. Insbesondere unter einem Papst, dem die Liturgie allenfalls als Ort für Kurzpredigten von Bedeutung zu sein scheint.

Der „Rad Trad hat einige Bilder von der letzten Papstmesse am 18. 10. 1964 aufgetrieben und mit kurzen Kommentaren auf seinem Blog präsentiert.

Summorum Pontificum - Sieben Jahre Rechtskraft

Von Clemens Victor Oldendorf

Es ist eine schöne Fügung, dass in diesem Jahr das Fest Kreuzerhöhung auf einen Sonntag fällt, denn der 14. September 2014 markiert den siebten Jahrestag, seitdem das Motu Proprio Summorum Pontificum Papst Benedikts XVI. Rechtskraft erlangt hat. Damit bestimmte er den römisch-tridentinischen Ritus nach den Büchern seiner letzten vorkonziliaren editio typica von 1962 kirchenrechtlich zum "außerordentlichen Usus des einen Römischen Ritus", als dessen "ordentlicher Usus" seither die nachkonziliar neu geordnete Römische Liturgie gilt.

Freude

Zuallererst empfinden wir daher am heutigen Tag Freude darüber, dass mit Summorum Pontificum prinzipiell die überlieferte Römische Liturgie sozusagen wieder grundsätzlich barrierefrei zugänglich ist, während sie von 1970 an praktisch nicht erlaubt zu sein schien und auch die Indulte von 1984 und 1988 die Überwindung großer Hindernisse und Einschränkungen voraussetzten, wollte man als Priester die liturgischen Bücher von 1962 verwenden oder als Gläubiger an gottesdienstlichen Feiern nach diesen Büchern teilnehmen. Erschwerend kam hinzu, dass 1988 die Bischöfe "eingeladen" werden mussten, die Möglichkeit, das Indult zu gewähren "weit und großzügig" anzuwenden. Eine solche "Einladung" zeigt aber nur an, dass die Bischöfe dies von sich aus und aus eigenem Antrieb in der Zeit zwischen 1984 und 1988 weithin nicht getan hatten. Auch nach 1988 blieb diese Großzügigkeit die Ausnahme, die liturgische Frage in diesem sensiblen Punkt doch dem Gutdünken und freien Ermessen der Bischöfe gänzlich überlassen. Sie waren eben nur eingeladen, nicht aufgefordert oder verpflichtet.

Wohl auch deshalb stellt das aktuell gültige Motu Proprio aus 2007 keine solche Bedingung mehr auf. Jeder Priester des Römischen Ritus, der nicht anderweitig rechtlich daran gehindert ist, der den außerordentlichen Usus beherrscht und in lateinischer Sprache zelebriert, kann, ohne dass eigens eine Zustimmung oder vorhergehende Erlaubnis seines Ortsordinarius oder Ordensoberen erforderlich wäre, frei entscheiden, entweder nach dem Messbuch Pauls VI. oder demjenigen Johannes' XXIII. zu zelebrieren. Gleiches gilt für die Sakramentenspendung und die Sakramentalien.

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