Bereichsnavigation Themen:

Quatembersamstag in der Fastenzeit

Nach dem traditionellen Kalender fällt die Frühjahrsquatember auf die zweite Hälfte der ersten Fastenwoche. Und ebenso wie bei der Quatember im Advent war der Quatembersammstag einer der bevorzugten Termine zur Erteilung der heiligen Weihen. Dieser Samstag hatte ursprünglich keine eigene Messe. Der Weihgegottesdienst fand nach römischem Brauch während einer Vigil zum zweiten Fastensonntag in der Peterskirche statt. Da diese im wesentlichen Teil bereits auf den Sonntag  fiel, nahm man auch das Evangelium vom Sonntag - das behielt man auch bei, als die Feier vorverlagert wurde und ganz am Samstag, und später vormittags, stattfand. 

Der nächtliche Weihegottesdienst hatte ursprünglich ebenso wie die Ostervigil zwölf Lesungen, er wurde deshalb auch als „Samstag der zwölf Lesungen“ bezeichnet. Sie stellten in Perikopen aus dem alten Testament das Heilshandeln Gottes an seinem Volk und dessen Vermittlung durch seine geweihten Diener vor Augen. Diese Zahl wurde später - örtlich und zeitlich uneinheitlich - verringert und der Zahl der Weihestufen angepasst. In der heute verbindlichen Form der überlieferten Liturgie nach den Büchern von 1962 sind es noch fünf Lesungen aus dem alten Testament und eine Epistel. Nach jeder dieser Lesungen folgt ein - heute nur noch kurzes - Graduale, in desen Kontext die niederen Weihen erteilt werden. Die Weihe der Diakone erfolgt unmittelbar nach der Epistel; die Priesterweihe im Rahmen des nach diesen Weihen folgenden Tractus. Dieser umfangreiche Wort- und Weihegottesdienst findet dann mit der Verlesung des Evangeliums seinen Abschluß - der weitere Ablauf folgt dem üblichen Ordo der Fastenzeit. 

Der Wortlaut der oratio super populum für diesen Tag bringt in charakteristischer römischer Kürze und ohne jedes Risiko eines Mißverständnisses zum Ausdruck, wie die Kirche bis heute das stets aktuelle Problem anging, daß die „Lebenswirklichkeit“ der Gläubigen und die Gebote Gottes nicht spontan und mühelos übereinstimmen:

Oremus. Humilitate capita vestra Deo. Fideles tuos, Deus, benedictio desiderata confirmet: quae eos et a tua voluntate numquam faciat discrepare, et tuis semper indulgeat beneficiis gratulari. - Lasset uns beten; neiget in Demut euer Haupt vor Gott: Gott, der ersehnte Segen stärke Deine Gläubigen; er bewirke, daß sie nie von Deinem Willen abweichen und lasse sie Deiner Wohltaten sich allezeit erfreuen.“

Zusätzliche Informationen