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Barmherzigkeit

Um wenige Begriffe herrscht derzeit so viel Verwirrung, wird derzeit so gezielt Verwirrung erzeugt, wie um den der „Barmherzigkeit“. Dabei bietet auch hier die Liturgie, wie in so vielen anderen Fällen auch, unfehlbare Auskunft darüber, was es mit Gottes Barmherzigkeit auf sich hat und unter welchen Bedingungen wir darauf hoffen dürfen.

Der Introitus des XX. Sonntags nach Pfingsten zitiert Passagen aus dem Buch Daniel, erweitert um einen Vers aus Psalm 118:

Alles was Du an uns getan, o Herr, hast Du in Deinem wahrhaft gerechten Urteil getan, denn wir haben gegen Dich gesündigt und waren nicht gehorsam gegenüber Deinen Geboten. Doch erweise Deinem Namen die Ehre und tue an uns nach der Fülle Deines Erbarmens.

Selig die ohne Sünde wandeln, die sich an das Gesetz des Herrn halten.

Die Oratio des Tages stellt das Verhältnis zwischen Sünde und Schuld, Vergebung und Besserung dann noch einmal ganz klar:

Erweise Deinen Gläubigen, Herr, so bitten wir Dich, Verzeihung, Trost und Frieden, damit sie von allen Verfehlungen bewahrt bleiben und Dir stets in sicherer Gewissheit dienen.

Für theologische Feinheiten und scharfsinnige Interpretationen, die das Gute im Schlechten suchen, bleibt hier kein Raum: Sünden, die nicht als Sünden anerkannt und mit der Bereitschaft zur Besserung bereut werden, können nicht auf „Barmherzigkeit“ zählen.

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