Motu Proprio: Summorum Pontificum

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Zusatzinfo

Roßdorf, Hessen

Unaufgeregt und beispielhaft

1. 10. 2008

Die folgenden Ausführungen von Pfarrer Hendrick Jolie, mit denen er die regelmäßige Feier der Messe in der älteren Form des römischen Ritus in seiner „Pfarrgruppe“ mitteilt, fanden wir in seinem soeben erschienen Pfarrblatt. Unaufgeregt und durchaus beispielhaft.

Liebe Schwestern und Brüder,

vor gut einem Jahr (14.09.2008) hat Papst Benedikt XVI. die Heilige Messe in ihrer „vorkonziliaren“ Form rehabilitiert. Wörtlich sagte er damals: „So möchte ich darauf aufmerksam machen, dass dieses Missale (Pius V., Anm. d. Verf.) nie rechtlich abrogiert wurde und insofern im Prinzip immer zugelassen blieb.“

Damals war die Aufregung groß, weil viele Gläubige hierin einen „Rückschritt“ sahen und den Verlust liebgewonnener Gewohnheiten der nachkonziliaren Liturgie fürchteten. Mittlerweile haben die Bischöfe Entwarnung gegeben: Das Interesse an der Alten Messe sei „vergleichsweise gering“, deswegen müsse sich in den Gemeinden auch nichts ändern. Es könne alles beim Alten bleiben…

Ist das tatsächlich so? In unserer Pfarrgruppe zelebriere ich nun regelmäßig auch die „Alte Messe“. Auch hier ist die Zahl der Teilnehmer zugegebenermaßen überschaubar. Andrerseits fragt man sich, seit wann die Bedeutsamkeit kirchlicher Vollzüge von der Zahl derer abhängt, die daran teilnehmen. Mit diesem Argument könnte man auch das Bußsakrament, das Ehesakrament oder die Priesterweihe abschaffen, denn auch hier ist das Interesse in den letzten Jahren „vergleichsweise gering.“

Gerade jüngere Priester haben die Gedanken Benedikts XVI. über die Liturgie dankbar aufgegriffen. In den Priesterseminarien ist dies deutlich zu erkennen. Deswegen sollte man die Überlegungen des Papstes zur Liturgie nicht vorschnell zu den Akten legen. Im Gegenteil: Ein vertieftes Nachdenken steht noch aus und wäre wichtig.

Herzlich grüßt und segnet Sie,
Ihr Hendrick Jolie, Pfarrer