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Johannes Chrysostomos (* 344 – † 407)
zu Amoris Laetitia und anderen Dokumenten falscher Lehrer

12. Februar 2026

3 - Tradition

Das Photo zeigt ein Mosaik aus der Hagia Sophia in Konstantinopel, das den Heiligen im Bischofsgewand vor goldenem Hintergrund darstellt

Der hl. Chrysostomus als Lehrer

Ich wende mich nicht nur an die Kommunikanten, son­dern auch an die Priester, die das Sakrament spenden: Teilt diese Gabe mit großer Sorgfalt aus. Es erwartet euch eine schwere Strafe, wenn ihr, obwohl ihr von der Schlechtigkeit eines Menschen wisst, ihm die Teilnahme am Abendmahl erlaubt: „Soll ich nicht jetzt sein Blut von deiner Hand fordern?“ (2 Sam 4,11). Wenn sich eine Person des öffentlichen Lebens oder ein reicher, aber unwürdiger Mensch zur Heiligen Kommunion meldet, verweigert sie ihm. Eure Autorität ist größer als seine. Stellt euch vor, ihr solltet eine saubere Quelle für eine Herde bewachen und sähet ein Schaf mit Schlamm im Maul kommen – ihr würdet nicht zulassen, dass es sich bückt und den Bach verunreinigt. Euch ist nun eine Quelle anvertraut, nicht des Wassers, sondern des Blutes und des Geistes. Wenn du jemanden siehst, der Sünde im Herzen trägt (die weit schwerwiegender ist als Erde und Schlamm), der zur Eucharistie kommt, bist du dann nicht besorgt? Versucht du, ihn daran zu hindern? Welche Entschuldigung hättest du, wenn nicht?

Gott hat dich mit der Würde des Priestertums geehrt, damit du diese Dinge unter­schei­den kannst. Das heißt nicht, dass du in einem weißen, glänzenden Gewand herumlaufen sollst; aber dies ist dein Amt, dies ist dein Schutz, dies ist deine ganze Krone.

Du fragst, wie du erkennen sollst, wer unwürdig ist, die Kommunion zu empfangen?

Ich spreche hier nicht von einem unbekannten Sünder, sondern von einem bekannten. Wenn jemand, der kein Jünger ist, aus Unwissenheit zur Kommunion kommt, scheue dich nicht, ihn davon abzuhalten. Fürchte Gott, nicht die Menschen. Wenn du die Leute fürchtest, wirst du selbst von ihnen verachtet und ausgelacht werden; aber wenn du Gott fürchtest, wirst du auch von den Leuten (die keine Christen sind) geachtet werden. Wenn du es aber nicht kannst, bring diesen Sünder zu mir, denn ich werde nicht zulassen, dass jemand so etwas tut. Ich würde eher mein Leben geben, als das Blut des Herrn einem Unwürdigen zu geben.

„Wenn aber ein Sünder die Kommunion empfängt, ohne dass ihr seinen Charakter kann­tet, tragt ihr daran keine Schuld. Ich sage das oben Gesagte nur über diejenigen, die of­fen­kundig sündigen. Denn wenn wir diese Sünden bereuen, wird Gott uns auch das Unbekannte bald offenbaren; wenn wir aber diese offenkundigen Missbräuche zulassen, wie können wir dann erwarten, dass er das Verborgene ans Licht bringt? Ich sage dies nicht, um Sünder abzuschrecken oder sie von uns zu abzuweisen, sondern damit wir sie zur Umkehr führen und sie zurückbringen, und uns um sie kümmern können. Denn so werden wir Gott gefallen und viele dazu bringen, die Kommunion würdig zu empfangen. Und für unseren Eifer und unsere Fürsorge für andere werden wir einen großen Lohn empfangen.

Mögen wir diesen Lohn durch die Gnade und Liebe erlangen, die Gott den Menschen durch unseren Herrn Jesus Christus schenkt, dem die Ehre sei in Ewigkeit. Amen.“

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Aus der Predigt des hl. Chrysostomos über die hl. Eucharistie, vielfach als „Sermon 82“ überliefert. Wir fanden sie als Homily 78 auf Wikisource; den hier gebotenen Teil in den letzten Abschnitten. Eigene Übersetzung wie üblich mit Hilfe von Google Translate.

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