Zwei Pontifikalämter beleben die Hoffnung
19. März 2026
„Das ist mein Leib“
Mit großer Freude haben viele der überlieferten Liturgie verbundene Katholiken die Nachrichten gelesen, daß in den Vergangenen 14 Tagen gleich zwei feierliche Pontifikalämter im Vetus Ordo stattfinden konnten: Am 7. März in Zagreb und am 15. des Monats in Oss im Süden der Niederlande – 30 km westlich der deutschen Grenze auf der Höhe von Kleve.
Das Pontifikalamt in Kroatien – es war das erste in diesem Land seit der Liturgiereform – wurde vom amerikanischen Erzbischof Salvatore Cordileone zelebriert, der als Hauptreferent einer internationalen Konferenz Christus ist König nach Zagreb gekommen war. In seiner vor dem Amt gehaltenen Ansprache betonte der Erzbischof den Wert der überlieferten Liturgie für eine gerade auch den heutigen Menschen ansprechende Vermittlung des Glaubens und führte unter anderem aus: „Die Wiederherstellung der westlichen Zivilisation beginnt mit der Wiederherstellung der Messe. Sie ist das Herz und Fundament unserer Kultur“. Ein Artikel von Gregory Dipippo auf NewLiturgicalMovement zeigt eine Reihe von Bildern vom Zagreber Pontifikalamt.
Erzbischof Löwenherz ist als standhafter Vertreter der Tradition in Lehre und Liturgie bekannt. Der besondere kirchenpolitische Stellenwert der Zelebration in Zagreb ist unter anderem darin zu sehen, daß für deren Stattfinden auch die Zustimmung des Ortsordinarius Dražen Kutleša erforderlich gewesen sein dürfte - keine Selbstverständlichkeit in Zeiten von Traditionis Custodes. Inwieweit es zuvor auch Absprachen mit Rom gegeben hat, ist unbekannt.
Im niederländischen Oss war mit Kardinal Eijk der Ortsordinarius selbst der Zelebrant – auch das in sich ein bemerkenswerter Umstand, wenn man z.B. auf die fast geschlossene Verweigerungshaltung der deutschen Bischöfe in dieser Hinsicht schaut. Kardinal Eijk hat sich in den vergangenen Jahren immer deutlicher wahrnehmbar als Vertreter der traditionellen Lehre der Kirche gezeigt. In der Tatsache, daß seine diözesane Website ausführlich über das Pontifikalamt berichtet hat und die Messe selbst über Youtube (immer noch abrufbar) und andere Kanäle live übertragen wurde, kann man auch ein Signal an Rom erkennen, daß der holländische Kardinal mit der von den Präfekten Roche und Fernandez entwickelten Strategie, die überlieferte Liturgie aus dem Leben der Gemeinden und dem Bewußtsein der Gläubigen zu verdrängen, ganz und gar nicht einverstanden ist.
Und dieses Signal – wenn es denn eines ist – käme dann ausgerechnet aus Holland, wo sich Episkopat und Hochschullehrer in den Jahren vor dem Konzil mit an der Spitze der Revolte gegen die katholische Überlieferung auf allen Gebieten gestellt hatten. Tatsächlich gibt es derzeit Anzeichen für eine noch bescheidene Wiederbelebung des in den Niederlanden durch Konzil und Nachkonzilszeit fast auf Null gebrachten katholischen Lebens – und Kardinal Eijk hat daran einen erheblichen Anteil.
Ob und wieweit das bis nach Rom ausstrahlt, ist derzeit schwer zu erkennen. Auch nach bald einem Jahr im Amt überläßt Papst Leo Formulierung und Durchführung der Politk gegenüber den Anhängern der Tradition immer noch den Grabwächtern seines verstorbenen Vorgängers.
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