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Neue Wallfahrt der Tradition zieht Tausende von Teilnehmern an

19. Mai 2026

4 - Gemeinden und Gemeinschaften

Die Aufnahme zeigt eine Gruppe von Dudelsackbläsern beim Verlassen der Basilika

Am Portal der Wallfahrtskirche

Dudelsack beim Auszug aus der Kirche? Das kann doch nur Schottland sein, oder Irland, vielleicht auch noch Wales! Alles falsch. Die Aufnahme wurde am Portal der der Basilika von Santez-Anna-Wened (Sainte-Anne-d’Auray) in der Bretagne gemacht, also gerade auf der Wales gegenüberliegenden Seite jenes Teils der Nordsee, den die an ihren Rän­dern wohnenden Völkerschaften nicht ohne Stolz als „keltische See“ bezeichnen. Dort findet die seit 8 Jahren jährlich durchgeführte Wallfahrt der Tadition zur bretonischen Nationalheiligen, der Mutter der allerheiligsten Gottesmutter Maria, ihren Abschluß – eine Veranstaltung, die innerhalb weniger Jahre von gerade 120 Teilnehmern auf über 2000 im vergangenen Jahr angewachsen ist. Wie so etwas entstehen und wachsen kann, erklärt in einem kurzen Bericht auf seinem Substack Edwar Pentin: Die Wallfahrt spricht besonders Menschen und Familien an, die fest im Glauben (und der Liturgie) ihre Väter verwurzelt sehen und auch die von moder­nen Großstädtern so sehr verabscheute Identifikation mit der Heimat, ihrer Tradition und Sprache, nicht verschmähen – so zumindest illustriert es ein von Pentin angelinktes Youtube-Video der Veranstalter.

Wir haben den kurzen Bericht von Pentin hier vollständig übersetzt und werden versu­chen, die jeweils Ende September stattfindende Wallfahrt im Auge zu behalten. Vielleicht gibt es ja auch in Deutschland noch Regionen, in denen Vergleichbares möglich wäre. Doch nun zu Edward Pentin:

Es beginnt ein Zitat Eine rasant wachsende Wallfahrt im Westen Frankreichs zeigt, wie eine neue katholische Bewegung erfolgreich ins Leben gerufen werden kann, indem sie den Fokus auf Mission, Tradition und das kulturelle Erbe legt.

Die Wallfahrt „Feiz e Breizh“ – was „Glaube in der Bretagne“ bedeutet – begann im Jahr 2017 auf Initiative von vier befreundeten katholischen Laien und mit der Unterstützung ihres Ortsordinarius, Bischof Raymond Centène von Vannes. „Sie wollten ein besonderes Ereignis schaffen, das Menschen zusammenbringt, indem es sich auf das Wesentliche konzentriert: ihren Glauben“, sagte Korantin Denis, der derzeitige Leiter der Wallfahrt. „Ihr Ziel war es also, eine Familienwallfahrt zu gestalten, an der jeder teilnehmen kann.“

Die zweitägige Wanderschaft, die Ende September eine Strecke von 30 bis 40 Meilen zurücklegt, endet am berühmten Wallfahrtsort Sainte-Anne-d’Auray. Dort erschien im 17. Jahrhundert die Großmutter Jesu dem Yvon Nicolazic – die einzige dokumentierte und kirchlich anerkannte Erscheinung der heiligen Anna, der Schutzpatronin der Bretag­ne. „Die Wallfahrt stärkt die Gemeinschaft und knüpft an die Bande zwischen Männern und Frauen an, die durch dieselben Wurzeln verbunden sind, erklärte Denis im vergan­genen Oktober auf der traditionell ausgerichteten Konferenz „Pax Liturgica“ im Vatikan. „Es geht um die im Evangelium geforderte Absage an die Weltlichkeit. Wir konzentrieren uns auf Freundschaft und Opferbereitschaft und legen alles Sekundäre ab, um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.“

Obwohl „Feiz e Breizh“ kleiner ist als Großveranstaltungen wie die Wallfahrt nach Char­tres – die zu Pfingsten rund 20.000 Teilnehmer anzieht –, ist sie rasant gewachsen. Die Teilnehmerzahl der für jedermann offenen Wallfahrt stieg von 120 Pilgern im ersten Jahr auf geschätzt rund 2.200 im Jahr 2025; damit zählt sie heute zu den größten katho­li­schen Wallfahrten der Bretagne.

Denis führt dieses Wachstum auf einen gemeinsamen Geist der Opferbereitschaft und des gemeinsamen Einsatzes zurück. „Dies führt zur Tugend des Mitleids – des ‚Mit-Leidens‘ mit anderen –, das sich in wahrhaft brüderlicher Nächstenliebe und Barmher­zigkeit äußert“, erklärte er. „Letztlich ist eine Wallfahrt eine Reise hin zu einem edlen, transzendenten Ziel. Während dieser zwei Tage versuchen wir, jene Gnaden zu erflehen, die unser Land benötigt – Gnaden für unsere Gesellschaft, unsere Familien und uns selbst –, denn die vorrangige Tugend, um die wir im Gebet bitten, ist die Bewahrung des Glaubens.“

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