In diesem Jahr kein Pontifikalamt in St. Peter zum Abschluß der Traditionswallfahrt
10. September 2026
Soutanen vor St. Peter - alles ewig Gestrige?
In diesem Jahr wird es zum Abschluß der Traditionswallfahrt „Ad Petri Sedem“ kein Pontifikalamt im überlieferten Ritus in St. Peter geben: Bischof Athanasius Schneider wurde die dazu erforderliche Genehmigung verweigert; er wird (und kann immerhin noch) mit den Anhänger der Tradition nach St. Maria Maggiore ausweichen.Im vergangenen Jahr hatte Kardinal Burke zu diesem Anlaß noch die Möglichkeit erhalten, am Altar der Kathedra des Petersdoms zu zelebrieren. Das wurde von den Anhängern der Tradition als Anzeichen einer weniger rigiden Haltung des damals noch neuen Papstes gegenüber dem alten Ritus, möglicher weise sogar als Vorzeichen einer grundsätzlichen Kursänderung, gedeutet. Vielleicht etwas zu laut und jedenfalls vorschnell: Wie von stets namenlosen, aber wohlinformierten Mitarbeitern der Kurie zu erfahren ist, empfanden der „innere Kreis“ um den Papst und Angehörige der Fabbrica die San Pietro (So heißt die für Dachschäden und Liturgie verantwortliche Verwaltungsbehörde) die Feier als zu bombastisch und deren anschließende Aufnahme bei den Tradis gar als thriumphalistisch – das soll nicht wieder vorkommen.
Inzwischen hat die römischen Gerüchteküche – oder sollte man eher vom Dschungelparagraphen sprechen – noch weitere Informationen und Mutmaßungen zu Tage gefördert. Danach geht die Anordnung auf Papst Leo XIV selbst zurück, der es nicht mehr zulassen wolle, daß ein „vergangener Ritus“ an so prominenter Stelle zu sehen wäre. Und deshalb soll es auch künftig Kardinälen generell untersagt werden, Pontifikalämter nach der überlieferten Liturgie öffentlich zu zelebrieren. Öffentlich hält sich der Papst, wie es seine Art ist, in dieser Sache vornehm zurück – aus seiner Richtung kommt keinerlei offizielle Stellungnahme. Vielleicht nimmt er ja die von Bischof Athanasius immer deutlicher geäußerte Kritik an seinem Kurs auf eine synodalistische Kirche persönlich, vielleicht wollen er und der „innere Kreis“ auch ganz gezielt dem vorschnellen Optimismus der Traditionsfreunde vom vergangenen Jahr etwas entgegensetzen, ohne gleich offiziell zu werden, wer weiß. Aber wir liegen sicher nicht falsch, wenn wir die Untersagung dieses Pontifikalamtes als ein weiteres Indiz dafür werten, daß in diesem Pontifikat mit einer Korrektur der gegen die liturgische Tradition gerichteten Politik nicht zu rechnen ist.
Die Veranstalter der Traditionswallfahrt lassen sich davon nicht abschrecken und haben einen bewundernswert klugen Gegenzug entworfen: Die für den 24. Oktober geplante Abschluß-Prozession zum Petersdom findet auch ohne Pontifikalamt statt. Die Wallfahrer werden dem hl. Petrus an seiner Grabstätte in der Konfessio die gebührende Ehre erweisen – und sich dann in einer weiteren Prozession oder wie bei der römischen Verkehrssituation eher zu erwarten in kleineren Gruppen nach Maria Maggiore zu begeben.
Jetzt bleibt für uns nur noch die Frage, ob man ihnen den feierlichen Einzug in die Peterskirche ebenfalls verwehren und sie am Ende gar auf den zahlungspflichtigen Zugang für Touristen verweisen wird.
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