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„Für dieses Opfer wagen wir jede Schlacht“ – Prälat Prof. Dr. Georg May wird 100

14. September 2026

1 - Liturgie

Prof. Georg May im Halbprorträit im Garten seiner Wohnung(?) mit einem dicken Buch unter dem Arm

Prälat Prof. Georg May

Heute, am 14. September 2026, feiert Prälat Prof. Dr. Georg May seinen 100. Geburtstag. Der emeritierte Mainzer Kirchenrechtler ist nicht nur einer der ältesten lebenden katholischen Theologen Deutschlands – er ist eine nach wie vor präsente, kämpferische Stimme, die auch im hohen Alter nicht müde wird, ihre Überzeugungen zu vertreten.

Was Georg May von vielen anderen Theologen – unter denen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Laien in den Vordergrund getreten sind – unterscheidet: Hinter dem berühmten Professor bleibt immer der Priester. Noch mit 99 Jahren feierte er öffentlich in der klei­nen Kirche in Budenheim bei Mainz die heilige Messe – im überlieferten lateinischen Ritus, zu dem er steht, auch nachdem Papst Franziskus mit „Traditionis Custodes" (2021) die Freiheit zur alten Messe eingeschränkt hat. Bis vor einem Jahr saß er dort auch noch Woche für Woche im Beichtstuhl und wartete auf Menschen, die das Sakrament der Sündenvergebung suchen. Diese beständige priesterliche Präsenz gab und gibt seinen theologischen Positionen ein Gewicht, das rein akademische Stimmen nicht haben.

May hat die Entwicklungen der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil aus nächster Nähe verfolgt – und früh Widerspruch eingelegt. Während viele Kollegen die Veränderungen als notwendigen Aufbruch feierten, diagnostizierte May eine tiefgrei­fende Glaubenskrise: leere Seminare, verwaiste Beichtstühle, relativierte Glaubenswahr­heiten. Er gehörte und gehört zu den wenigen deutschen Theologieprofessoren, die bereit waren, dies offen auszusprechen und hat dafür Kritik und Ausgrenzung in Kauf genommen.

Seine Bücher tragen Titel wie „Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe", „Das Priestertum in der nachkonziliaren Kirche" oder „Echte und unechte Reform". Sein Grundsatz: „Niemand kann reformieren, der nicht selbst innerlich verwandelt ist." Diese Sätze sind nicht als historische Bilanz gemeint, sondern als aktuelle Mahnung an eine Kirche, die May auch 2026 als „reiche, bürokratische, spirituell leichtgewichtige und glaubensarme Gemeinde" beschreibt.

Sein 2017 erschienenes Hauptwerk „300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie" hat wegen seiner Auseinandersetzung mit den Auswücjhsen zeitgenössischer Staats- und Universitätstheologie großes Aufsehen erregt. Der über 1.100 Seiten starke Band, ist beim Christiana-Verlag erschienen und dort anscheinend zur Zeit vergriffen; im Handel ist er teilweise noch erhältlich. Neben zahlreichen fundierten Auseinandersetzungen enthält das Buch auch private Briefe von Papst Benedikt XVI., in denen dieser sich aner­kennend zu Mays Arbeit äußert und die Lage an deutschen theologischen Fakultäten als „besonders beunruhigend" bezeichnet. Die Veröffentlichung dieser und bleibt sie sie ein Beleg dafür, daß der emeritierte Papst viele ihrer Sorgen teilte. Und das zu Recht, wie inzwischen unübersehbar ist.

In einer Predigt von 2017, im Alter von 90 Jahren, verdichtete May sein priesterliches Lebensprogramm in einem Satz: „Für dieses Opfer wagen wir jede Schlacht!" Diese Wor­te sind kein nostalgisches Rückblick-Zitat, sondern programmatisch. May hat solche Schlachten geführt – nicht aus Freude am Streit, sondern weil es für ihn Wahrheiten gab, über die auch die Kirche nicht verfügen kann. Wo Glaubenssätze relativiert, das Priester­tum funktionalisiert, das Messopfer verdunkelt oder die Überlieferung als drückende Last behandelt wird, kann man zuversichtlich auf seinen enegrisch Widerspruch setzen..

Seine kompromisslose Verteidigung des katholischen Glaubens war kein akademischer Selbstzweck. Es ging ihm um das Heil der Seelen. Dieses Anliegen verbindet den heute Hundert Jahre allt werdenden Theologen mit jungen Katholiken, die in ihm eine Leit­figur sehen. Das Bistum Mainz würdigt May anlässlich seines Jubiläums für seine „grundlegenden Arbeiten zur Mainzer Kirchengeschichte" und wünscht ihm „Gottes Segen zu diesem besonderen Jubiläum". Gleichzeitig bleibt May eine Stimme, die auch 2026 nicht verstummt: Er predigt, er zelebriert, er schreibt. Seine Autobiographie „Breslau – München – Mainz. Mein Lebensweg" erschien 2022 und zieht eine Bilanz, die alles andere als abgeschlossen wirkt.

Georg May gehört in keinem Fall zu den Kirchenmännern und -managern, die um diplomatische Formulierungen und Ruhe um jeden Preis bemüht sind. „Ohne Kampf gibt es kein Christentum" – dieses Wort Benedikts XVI. hat May zur Maxime seines Wirkens gemacht. In einer Kirche, die nach seiner Überzeugung zu sehr „feiert und schläft", bleibt er ein Mahner, der die „Trompete zum Kampfe" bläst.

Zum 100. Geburtstag gebührt Prälat Georg May Respekt für sein wissenschaftliches Lebenswerk, sein unerschütterliches Glaubenszeugnis und seinen Mut zur kontroversen Position. Er ist ein lebendiges Zeugnis katholischer Kontinuität: ein Priester, der nach 75 Jahren immer noch soweit es ihm möglich ist zelebriert und sagt: „Für dieses Opfer wagen wir jede Schlacht!" – so in einer Predigt des Jahres 2017. Ein Gesamtverzeichnis seiner Predigten findet sich auf seiner Website Glaubenswahrheit.org.

Was soll man einem Hundertjährigen zum Geburtstag wünschen? Daß der Herr ihm weiterhin seine Gnade und Liebe schenke, und daß die Steine auf dem letzten Stück des Weges nicht größer, sondern kleiner werden.

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Wegen der Notwendigkeit, viele uns bislang unbekannte oder nicht im Gedächtnis gebliebene Details von Leben und Werk zu recherchieren und zusammenzustellen, entstand dieser Beitrag im intensiven Dialog mit der KI Perpexity.

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