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Katholische Identitäts-Konferenz in Pitsburgh: „Hoffnung in den Ruinen“

15. September 2026

6 - Kirchenkrise

DasPlakat aus der Werbephase für die Konferenz zeigt im Vordergrund eine Aufnahme von Bischof Schneider bei einer Predigt, im Hintergrund eingeblendet Bilder von einer traditionellen Messfeier mit mystisch beleuchtetem Altar.

Werbeplakat für 2026

Am ersten Wochenende im Oktober findet alljährlich in Pitsburgh die 2012 von Michael Matt begründete „Catholic Identity Conference“ statt, die jeweils wichtige Stimmen der katholischen Tradition zu einem Austausch von Meinungen und Ideen versammelt. Vertreter der Ecclesia-Dei-Institute sind Stammgäste der Veranstaltung; in diesem Jahr nahm mit James Vogel erstmalig seit längerer Pause auch wieder ein Priester der Piusbruderschaft teil. Der Weltklerus war u. a. durch die drei profilierten Weihbischöfe Marian Eleganti, Robert Mutsaerts und Athanasius Schneider ver­tre­ten.

Während Veranstalter Matt durch die Wahl des Mottos „Hoffnung in den Ruinen“ versuchte, der Konferenz eine optimistische Blickrichtung zu geben, beschäftigte sich Bischof Schneider in seinem Eröffnungsvortrag vor allem mit der Bestandsaufnahme und Beschreibung der uns umgebenden Ruinenlandschaft. Seine Kernthese war, daß die Feinde der Kirche Christi inzwischen von einer Unterwanderung einzelner kirchlichen Postionen und Apparate zu deren offener Besetzung und damit zu einer Art „feindlicher Übernahme“ der administrativen Strukturen der Kirche insgesamt übergegangen seien. Diese Übernahme äußere sich nicht mehr nur in theologischen Unklarheiten, sondern in der bewussten Verbreitung von „giftigen Zweideutigkeiten in der Lehre“ und „dreisten Häresien“ ) durch ranghohe Geistliche, was in manchen Fällen bereits an eine Apostasie (Glaubensabfall) grenze. Herrschende Tendenz des aktuellen Kirchenregiments sei die systematische Relativierung und die Verbreitung von Zweideutigkeiten, so dass es in vielen Bereichen des kirchlichen Lebens keine festen Wahrheiten mehr gebe.

Letztliches Ziel dieser Übernahme sei eine „andere Kirche“, die „halb protestantisch“ und „halb säkular“ sei und sich den Wünschen und Befindlichkeiten der modernen Welt anpasse, statt die Ewige Wahrheit der Offenbarung zu verkünden. Nicht Bekehrung, sondern Versöhnung mit der Säkularen Welt und ihren Motiven sei das letztliche Ziel. Trotz seiner düsteren Diagnose betonte Schneider den Aspekt des weiteren Wirkens der göttlichen Vorsehung. Gott lasse diese beispiellose Krise absichtlich zu. Sie diene als eine Art Reinigungsprozess, um den wahren Glauben der verbleibenden Katholiken zu prüfen und zu stärken. Die Krise entlarve, wer der Kirche aus Bequemlichkeit oder Machtinstinkt folgt und wer bereit ist, für den wahren Glauben zu leiden.

In dieser Perspektive sei es auch nicht angebracht, ja sogar rundum verfehlt, sich in Verzweiflung und Resignation zurückzuziehen: Auch wenn unser Herr Jesus Christus im gegenwärtigen gewaltigen Sturm der Kirche scheinbar schlafe, werde Er rechtzeitig aufwachen und Seine Feinde, die die einflussreichen Positionen besetzt halten, besiegen. (Vollständiger Text der Red auf Englisch im Remnant.

Dieser „anderen Kirche“ widmete Bischof Mutsaerts in seinem Beitrag besondere Aufmerksamkeit: Als Hauptinstrument, die von Christus begründete katholische Kirche zeitgeistkompatibel umzuformen, identifizierte er das nun für alle Bereiche verordnete kürzlich entdeckte Grundprinzip der „Synodalität“, die das Ziel verfolge, die katholische Kirche neu zu erfinden. Mit Hilfe dieses Instruments solle die zeitlose kirchliche Lehre in Dogmatik und Moral durch manipulierbare bürokratische Prozesse und scheindemokratische „Mehrheitsbilder“ aufgelöst werden. Ein weiterer zentraler Kritikpunkt war die Befürchtung, daß Synodalität die traditionelle, hierarchische Struktur der Kirche (die auf der apostolischen Sukzession und göttlichen Offenbarung beruht) in eine Art weltliches Modell von Leitung und Strukturen umwandle. Großen Beifall fand sein emphatischer Ausruf: „Die Synodalität ist gescheitert – wir müssen wieder katholisch werden.“ (Vollständiger Text The Remnant,

Bischof Eleganti stellte die genannten Erscheinungen mit Nachdruck in den größeren Zusammenhang der nachkonziiaren Entwicklung insgesamt. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Dekonstruktion des nach wie vor ungebrochen bemühten Narrativs vom Neuen Frühling, das nicht länger darüber hinwegtäuschen könne, daß dieser Frühling (und damit der Geist des Konzils insgesamt) restlos gescheitert sei und zu einem dramatischen Niedergang durch Glaubensverlust und Säkularisierung geführt habe. Einen besonders kritischen Blick warf er auf die Liturgiereform, die aus verfehlter ökumenischer Zielsetzung Elemente der protestantischen Abendmahlslehre und aus der jüdischen Sabbat-Liturgie übernommen und danmit das Wesen des eucharistischen Opfers verwässert und unkenntlich gemacht habe. „Das alles geschah in einer elitären, brutalen und rücksichtslosen Weise, die größe Brüche verursachte und dem mystischen Leib Christi wunden zufügte, die bis zum heutigen Tag nicht verheilt sind.“

Von besonderem Gewicht ist in unseren Augen Bischof Elegantis Feststellung: „Für die Reformer ist die Kirche in erster Linie das, was sie seit 1969 geworden ist. Was vorher war, kann beiseite gelassen werden oder ist bereits revidiert worden. Fes gibt kein Zurück. Die am meisten revolutionr gestimmten Reformer waren sich ihrer revolutionären Taten stets bewußt. Aber ihre nachkonziliaren Reformen und und Prozesse sind gescheitert – auf dem ganzen Spektrum“. Vollständiger Text FSSPX-News

Neben diesen Beiträgen der Redner im Bischofsamt fanden auch die Vorträge von Peter Kwasniewski über die Liturgiefrage und von Diane Montagne sowie Edward Pentin (beide als Journalisten in Rom tätig) über die bisher erfolgten bzw. ausgebliebenen Akte von Papst Leo zur Verbesserung der Situation. Über diese und einige weitere werden wir berichten, sobald wir die Texte aufgefunden und gelesen haben. Videos auch dieser Vorträge sind bereits in einem Paket bei The Remnant verfügbar. Wer sie wegen der von Youtube angebotenen halbwegs brauchbaren Übersetzung lieber dort ansehen will, muß sie sich da zusammensuchen.

Der Diözesanbischof von Pitsburgh, in dessen Bereich die Konferenz stattfindet, rät den Gläubigen übrigens seit Jahren von einer Teilnahme ab. Da in diesem Jahr die FSSPX mit dabei ist, durften auch keine Diözesanpriester im Rahmen der Konferenz zelebrieren oder Sakramente spenden. Die „hörende Kirche“ schaltet auf taub.

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