Summorum Pontificum

Einen Moment, bitte ...

Gegenwart des alten und des neuen Bundes
in der Liturgie der Kirche

25. Juni 2024

Die Grafik zeigt, durch einen tiefen Riß oder Bruch getrennt, die Charakteristika links des alten und rechts des neuen Testaments.
Altes und Neues Testament: Beides unter Führung des Geistes

Die beiden vergangenen Tage boten gleich zweifache Gelegenheit, der Gegen­wart des Alten Testaments im neuen und der Liturgie des neuen Bundes nachzuge­hen. Der 23. Juni ist der Festtag der Geburt des hl. Johannes des Täufers und Vorläufers Christi, der bereits in seiner ganzen Person für die Verbindung und den Zusammen­hang zwischen beiden Testamenten steht.

Eine andere Art des Zusammenhanges wird in der Liturgie des 5. Sonn­tags nach Pfingsten erkennbar, wo in der Epistel seit alters her eine Peri­kope aus dem Petrusbrief (1, 3; 8-15) gelesen wird. Der ganze Mittel­teil der Perikope (Verse 10-12) ist nichts anderes als ein weitgehend wörtliches Zitat aus Psalm 33 (13-17). Und in diesem Zitat ist unter anderem auch von einem höchst unpopulären Gegenstand die Rede: Vom Zorn Gottes, der denjenigen droht, die sich dem Gebot des Herrn widersetzen.


Der Papst, der nicht päpstlich sein will.

24. Juni 2024

Das Photo zeigt Papst FRanziskus, der im Rollstuhl auf die Bühne geschoben wird, um seine Rede zu halten.
Papst Franziskus in Lissabon 2023

Gewöhnlich tragen Päpste keine schwar­zen Hosen unter dem weißen Talar, und schwarze Schuhe tragen sie auch nicht. Sie wohnen nicht im vatikanischen Gästehaus und benut­zen keine simplen Rollstühle. Egal, wie hin­fäl­lig ein Papst sein mag, er wahrt stets ein Maximum an Würde. Das ist er weniger sich selbst, als seinem hohen Amte schul­dig; Papst zu sein, heißt schließlich immer eine Rolle auszu­füllen, die größer ist als man selber; es heißt aber auch, dass man teilweise ein ande­rer wird. Die zahlreichen Titulatu­ren der Päpste deuten dies an, am meisten wohl jene, die sie als „Nachfolger des Apostelfürsten“ ausweisen oder als „Stellvertreter Jesu Christi“.

Und so kommt es, daß sich manchmal, wenn Franziskus wieder mal so handelt, als ob es vor ihm keine anderen Päpste gegeben habe, oder als ob er gar nicht der Nachfolger Petri im Papstamt, sondern ein ganz gewöhnlicher Despot wäre, unsereinem die Frage stellt: Ist Franziskus gar Sedis­vakan­tist?


Woche 25: Von Schismatikern umzingelt

22. Juni 2024

Der Stahlstich des ausgehenden 19. Jh. zeigt Luther und eine Volksmenge bei der Verbrennung der Bannbulle vor Nürnberg.
1520: Martin Luther verbrennt die Bannbulle

Was für eine Woche: Schisma und Schis­matiker rundum. Am großzügigsten mit der Verleihung dieses Titels – zu der er glücklicherweise ganz und gar nicht be„Bischofsweihen bei Pius“fugt ist – war der im Kampfmodus eingerastete Andrea Grillo, der die Anhänger der überlieferten Liturgie samt und sonders für Schismatiker und Sedisvakantisten hält. Dann sind da im fernen Indien die Syro-Malabarer, von denen einige dadurch ins Schisma geraten sein sollen, daß sie an der (ihrer Meinung nach) von „Dem Konzil“ ange­ordneten Zelebrationsrichtung festhalten will. Und dann die „schismatischen Nonnen“ in Spanien, die sich im Streit mit dem Ortsbischof um eine Immobilie einem überaus zweifelhaften Vagantenbischof unterstellt haben.

Weitere Stichworte sind „synodaler Weg“, „Bischofsweihen bei Pius“ und „Erzbischof Vigano“. Das Angebot ist reichhaltig.


Priesterweihe für die FSSP in Lindenberg

20. Juni 2024

Das Photo zeigt die vor dem Hochaltar knienden Weihekandidaten, denen nach der eigentlichen Weihe von den anwesenden Priestern die Hände aufgelegt werden.
Priesterweihe in Lindenberg

Es gibt auch noch erfreuliche Nchrichten: Am Samstag den 15. Juni konnte der emeritierte Erzbischof von Vaduz, Wolfgang Haas, sieben Kandidaten des Seminars der Petrusbruder­schaft in Wigratzbad die Priesterweihe erteilen. Neben einem kurzen Bericht gibt es bereits eine umfangreiche Bildersammlung.


„Messa in Latino“ interviewt Andrea Grillo

19. Juni 2024

Montage eines eifenden Grillo bei einem Vortrag vor dem als Hintergrund einmontierten Titel seines Buches: Beyond Pius V.
Andrea Grillo in typischer Vortragshaltung

Andrea Grillo, Professor für Liturgie an der Hochschule von San Anselmo in Rom, gilt allgemein als eine der treibenden Kräfte hinter „Traditionis Custodes“ und den immer heftiger werdenden Versuchen, den Gebrauch der überlieferten Liturgie möglichst ganz aus der Kirche zu verbannen. Und ausgerechnet mit ihm konnte Messa in Latino jetzt ein längeres INterview führen.

Dieses interview ist inhaltlich so erhellend, und die maschinellen Übersetzungen weisen so viele problematische Passagen auf, daß wir uns entschlossen haben, eine eigene Fassung zu erstellen. Dabei war die von Rorate Caeli gebrachte englische Übersetzung von Diane Montagne eine große Hilfe, von der wir dennoch in einigen Punkten abweichen zu sollen glaubten. Ganz herzlichen Dank an die Redaktion von MIL, die dem Chefideologen der vatikanischen Liturgiebehörde die Möglichkeit gab, seine Gedankenwelt vor einem staunenden Publikum zur Schau zu stellen.


Was braut sich da wieder in Rom zusammen?

18. Juni 2024

Franziskus, auf einer Abrißbirne mit den Zügen von Fernandez sitzend, zertrümmert den Bau der Kirche.
Und immer wieder: Das Duo des Schreckens

Gestern berichtete Rorate Cæli über ein römisches Gerücht, nach dem im Vatikan die Veröffentlichung eines Dokuemnts vorbereitet werde, das der überlieferten Liturgie „eine brutale End­lösung“ bereiten solle. Überraschen kann das uns nicht, denn von einem derartigen Vernichtungsschlag ist in Rom immer wieder zu hören, und auch hier war – zum letzten Mal am 28. Mai – immer wieder von entsprechenden Plänen die Rede.

Das Problem mit „römischen Gerüchten“ im Pontifikat des Despoten aus der Pampa ist, daß der Mann absichtsvoll alle regulären Strukturen und Abläufe der Kurienarbeit zerstört hat, so daß auch die gerne zitierten „gut informierten Kreise“ nicht mehr wissen, was tatsächlich vor sich geht. Gerüchte muß man daher als genau das nehmen, was sie sind: Gerüchte, bestenfalls Signale oder Warnungen. Über die Fakten reden wir dann, wenn sie vorliegen. Was freilich nicht ausschließt, sich rechtzeitig auf alle Möglichkeiten einzustellen.


Dom Guéranger (1805 - 1875) zu früheren Reformen in der Liturgie

17. Juni 2024

Porträt als modernere Umzeichnung einer zeitgenössischen Photographie.
Prosper-Louis-Pascal Guéranger

„Das Kirchenjahr“ (Bd. 11, S. 69 – 71) von Dom Guéranger enthält im Kapitel zum 4. Sonntag nach Pfingsten und damit an einer Stelle, wo wir derlei nicht gesucht hätten, einen bemerkenswerten Rückblick auf ein früheres Stadium liturgischer Reformen. Dabei zeigt sich, daß es in dieser Zeit – konkret geht es im Beispiel um die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts – offenbar ein höher entwickeltes Verständnis für das Verhältnis von Reform und Kontinuität gab, als es die Brutalreformer der Reformkommission von Paul VI. besaßen.

Das alleine garantiert zwar noch keine erfolgreiche Umsetzung der Reformen - aber es kann doch vor größeren Schäden bewahren.


„Vatikan will Papstamt downgraden um Ökumene zu fördern“

15. Juni 2024

Der Buchumschlag zeigt den Oberteil der (anscheinend unbesetzten) päpstlichen Kathedra im Lateran und den Buchtitel
Umschlaggestaltung der Broschüre

Unter dieser Überschrift berichtet der Bayrische Rundfunk über das neueste Produkt aus der kurialen Dokumenten­fabrik, und uns scheint, daß er damit Geist und Inhalt dieses „Studienpapiers“ nicht schlecht getroffen hat. Was nun wirklich in den 146 Seiten des vorerst nur auf Italienisch, Französisch und Englisch erschienene Textes steht, wird sich wohl erst in eingehenderen Untersuchungen herausfinden lassen. Das Dokument ist wie unter Franziskus üblich stellenweise in höchst ambivalenter Sprache abgefasst und scheut auch nicht vor eklatanten Widersprüchen zurück.

Wir zitieren erste Bewertungen aus aus einer Stellungnahme von Bischof Marian Eleganti.


Zum Festtag des hl. Antonius am 13. Juni

13. Juni 2024

Das Ölgemälde zeigt den hl. Antonius in der Granziskanerkutte wie er in seiner Vision das Jesuskind auf dem Arm hält.
Die Vision des hl. Antonius

Der hl. Antonius, dessen Fest die Kirche heute feiert, gehörte lange und teilweise auch heute noch zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen der Kirche. Und zu den schwierig­sten, den seine Beliebtheit hat dazu geführt, daß die Geschichte seines seine Lebens und Wirkens so sehr von Wunderberichten, from­men Legenden und kaum glaub­lichen Anek­doten überkrustet ist, daß es außerordent­lich schwer fällt, den „harten Kern“ hinter all dem auszumachen.

Solche Legenden entstehen nicht ohne Ursache und sie zeugen davon, daß die Person, um die sie sich bilden, etwas hatten, das ihre Zeit­genos­sen in außerordentlicher Weise beeindruckt hat. Bei Antonius war das eine ungewöhnliche Fähigkeit zum Predigen. Selbst die Fische reckten ihre Köpfe aus dem Wasser, wenn sie seine Stimme hörten.


Kommt es bei den Thomaschristen Indiens zu einem Schisma?

11. Juni 2024

Das Photo zeigt einen Versammlungssaal, in dem zahlreiche an der weißen Soutane kenntliche Priester und Laien dem Vortrag eines Redners zuhören.
Protestversammlung gegen den Einheitsritus

Die syro-malabarische Kirche im west­indi­schen Bundesstaat Kerala steht vor einer neuen Runde in der Auseinander­setzung über die Zelebrationsrichtung, und einiges deutet darauf hin daß es die letzte Runde sein könnte: Danach bleibt nur noch das Schisma.

In einem ungewöhnlich scharf formulierten Schreiben haben Groß-Erzbischof Raphael Thattil als Haupt der Rituskirche und und Bischof Bosco Puthi, der Apostolische Admi­nistrator der Erzdiözese von Ernakulam-Angamaly, Klerus und Gläubigen der Diözese ein Ultimatum bis zum 3. Juli – dem Fest des. Hl. Thomas – gestellt, um den von einer Synode beschlossenen und vom Vatikan approbierten „Einheitsritus“ zu praktizieren. Nach diesem Termin sollen alle Priester und Laien, die nicht dem „Einheitsritus“ folgen, der Exkommunikation verfallen.

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