„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ (Summorum Pontificum 2007)
Themen und Meldungen:
Wallfahrten nicht nur in Frankreich
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- 24. Mai 2013
Erst verspätet können wir mitteilen, daß die Veranstalter der Wallfahrt Paris-Chartres bereits am Mittwoch die quasi offizielle Bilderausbeute der diesjährigen pélerinage auf ihre Homepage gestellt haben - mehr als 200 Photos.
Das Vorbild dieser großen Wallfahrt der Tradition ist auch in den großen angelsächsischen Ländern aufgegriffen worden, zum Teil schon vor vielen Jahren. In Großbrittanien gibt es die von der Latin Mass Society veranstaltete Wallfahrt zum Marienheiligtum von Walsingham, die in diesem Jahr vom 23. - 25. August stattfindet. In Australien wird seit 1991 die Christus Rex Pilgrimage durchgeführt, die ihren Namen von ihrem Termin ableitet: Sie findet jeweils am Christkönigsfest statt. Sie dauert drei Tage, in denen die Pilger - sofern sie die ganze Zeit mitgehen - eine Strecke von 90 Kilometern von der Patrickskathedrale in Ballarat zur Herz-Jesu-Kathedrale in Bendigo zurücklegen. In den Vereinigten Staaten schließlich gibt es seit 1995 immer im September die Pilgrimage for Restauration, die zum Shrine of Our Lady of the North American Martyrs in Auriesville, N.Y. führt. Auriesville ist der Geburtsort der im vergangenen Jahr heiliggesprochenen Kateri Tekakwitha (1656 - 1680) aus dem Volk der Algonquin-Mohawk.
Keine dieser Wallfahrten konnte bis jetzt den Umfang und die Bedeutung der französischen Vorbilder erreichen. Aber immerhin: Sie finden statt und entwickeln sich mehr und mehr zu Kristallationskernen der Bewegung für die Wiedergewinn der traditionellen Liturgie und Lehre der Kirche.
Dank an Shawn Tribe
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- 22. Mai 2013
Am Montag dieser Woche hat der Kanadier Shawn Tribe, Gründer und Chefredakteuer von The New Liturgical Movement, mitgeteilt, daß er sich zu Anfang Juni aus der Leitung von NLM zurückziehen und das Bloggen insgesamt aufgeben wird. Als Gründe nennt der gelernte Philosoph Tribe ausschließlich persönliche Überlegungen - es wäre ihm nicht zu verübeln, wenn er sich nach langen Jahren der Internet-Arbeit wieder mehr seinem beruflichen Fortkommen widmen wollte.
Shawn Tribe hat mit New Liturgical Movement eine Platform geschaffen, die eine - zumindest für dieses Themengebiet - einzigartige Verbindung von Blog und Internet-Zeitschrift mit partiell wissenschaftlichem Anspruch darstellt. Dabei ist es ihm gelungen, die Publikation von den Aufgeregtheiten der aktuellen Diskussionen über Missbräuche und negative Entwicklungen fernzuhalten und die Dinge in den Vordergrund zu stellen, die den unaufgebbaren Wert der liturgischen Traditionen darstellen. Sie haben er und seine Mitarbeiter mit vielen Beispielen aus Gegenwart und Vergangenheit sichtbar gemacht. Dafür sind wir ihm sehr zu Dank verpflichtet.
NLM wird in Zukunft von zwei Personen geleitet, die auch bisher schon Inhalt und Kurs des Projektes in maßgeblichem Umfang mitgetragen haben. Jeffrey Tucker von der Church Music Association of America (CMAA) wird Chefredakteur und Herausgeber, Gregory DiPippo übernimmt das technische und redaktionelle Tagegeschäft. Wir wünschen ihnen viel Erfolg.
Pontifikalamt mit Bischof Aumonier
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- 20. Mai 2013
Mit einem feierlichen Pontifikalamt des Bischofs von Versailles, Mgr Eric Aumonier, endet heute in Chartres die traditionelle Wallfahrt Paris - Chartres, die alljährlich von Anhängern der überlieferten Liturgie durchgeführt wird. Die Wallfahrt, die stets an Pfingsten stattfindet, wird in diesem Jahr bereits zum 31. mal begangen. Näheres über den Verlauf der Wallfahr 2013 und in den Vorjahren bietet die Website Notre-Dame des Chrétienté.
Die Wallfahrt Paris - Chartres wird von Gläubigen organisiert und getragen, die den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften nahestehen. Jeweils gleichzeitig findet eine Wallfahrt Chartres - Paris, also in umgekehrter Richtung statt, die von der Piusbruderschaft organisiert wird. Informationen dazu bietet La Porte Latine.
Nachtrag 21. Mai: Inzwischen sind auch erste Bilder von der Wallfahrt und ihrem feierlichen Abschluss ins Netz gestellt worden, zu sehen auf New Liturgical Movement.
Pfingstvigil in der Reform
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- 18. Mai 2013
Das Pfingstfest (Pentekoste) steht schon vom Namen her in engster Verbindung zu Ostern, dessen feierlichen Abschluss es nach 50 Tagen bildet. Die frühe Liturgie brachte diese Verbindung insbesondere durch eine weitgehend parallele Gestaltung der Vigilfeiern zu den beiden Festen zum Ausdruck. Die Pfingstvigil war der zweite große Tauftermin nach der Osternacht. Dom Gueranger beschreibt das so:
Im christlichen Alterthum glich dieser Tag vielfach der Vigil vor Ostern. Am Abende begaben sich die Gläubigen in die Kirche, um an der feierlichen Ausspendung der Taufe Theil zu nehmen. In der folgenden Nacht wurde das Sakrament der Wiedergeburt den Catechumenen gespendet, welche durch Abwesenheit oder Krankheit verhindert waren, in der Nacht vor Ostern zu erscheinen. Auch diejenigen, die man damals noch nicht genügend erprobt oder vorbereitet erkannte - denn die Forderungen der Kirche waren damals strenger - schlossen sich denen an, die sich nach der neuen, der heiligen Quelkle entspringenden Geburt sehnten.Statt der zwölf Prophezeiungen, welche in der Osternacht gelesen wurden, während die Priester die auf die Taufe vorbereitenden Riten an den Catechumenen vollzogen, las man gewöhnlich nur sechs (nämlich die 3., 4., 11., 8., 6. und 7.), und will man daraus den Schluss ziehen, daß die Zahl der Täuflinge vor Pfingsten minder groß war als in der Nacht vor Ostern. Die Osterkerze (die traditionell an Christi Himmelfahrt gelöscht worden war) wurde während dieser Nacht wieder angezündet, um der neuen Schar, die sich der Kirche anschloss, die Ehrfurcht und Liebe zum Sohn Gottes einzuprägen, der Mensch geworden, um uns 'das Licht der Welt' zu sein.“
Die Streichung der Pfingstvigil aus dem Missale von 1962 war letztlich nur die Konsequenz des seit Jahrhunderten vollzogenen Abschieds von der Erwachsenentaufe und von festen Taufterminen. Offensichtlich konnte sich damals niemand vorstellen, daß nur 50 Jahre später das traditionelle Familiensystem weitgehend zusammengebrochen sein und die Taufe von Erwachsenen wieder eine bedeutende Rolle für das Leben der Kirche spielen würde. Allerdings empfand man bei der Erarbeitung des Novus Ordo doch das Bedürfnis, der Pfingstvigil auch im Rahmen des Missales wieder eine eigene Gestalt zu geben. Für das Missale von 1969/70 entstand ein Formular mit nunmehr vier und darüberhinaus als Alternativen angebotenen Lesungen aus dem alten Testament, die allerdings keinen Bezug mehr zur Ostervigil und zur Taufe hatten, sondern (in sehr lockerer Weise) das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte des Volkes Israel ansprechen. Damit ergab sich eine veränderte Inhaltsbestimmung der Pfingstvigil, die sich nun vom Bezug auf Ostern löste und ganz der Vorbereitung des Pfingstgedankens zuwandte.
Gegen eine solche Anpassung der Liturgie an veränderte Zeitumstände kann man kaum prinzipielle Einwände erheben. Im konkreten Fall liegt allerdings eine ironische Pointe darin, daß eine andere „Anpassung der Liturgie an veränderte Zeitumstände“ die neu eingeführte Pfingstvigil gleich wieder obsolet gemacht hat: Die Einführung der Vorabendmesse für die Sonn- und Feiertage. Wer heute am frühen Samstagabend die Messe in einer deutschen Pfarrkirche besucht, trifft dort nicht eine Vigilfeier zum Abschluss der Osterzeit oder zur Vorbereitung von Pfingsten an, sondern springt sogleich in die Feier des Pfingstfestes. Der Sonntag ist damit abgehakt, und vom Pfingstmontag, theoretisch immer noch ein gebotener Feiertag, wollen wir sowieso nicht mehr reden.
Silbernes Priesterjubiläum in Sidney
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- 15. Mai 2013
Am vergangenen Freitag, dem 10. Mai, feierte P. Terence Mary Naughtin OFM Conv in der Marienkathedrale von Sydney sein silbenes Priesterjubiläum mit einem levitierten Hochamt in der überlieferten Liturgie. Pater Naughtin gehört zu den Priestern, die in der Diözese New South Wales die regelmäßige Feier der „alten Messe“ ermöglichen. Bemerkenswert daran sind sowohl die Ordenszugehörigkeit des Jubilars wie der Ort der Zelebration. Die Franziskanerkonventualen sind im Allgemeinen nicht gerade für ihre liturgische Sensibilität bekannt. Ihre Angehörigen zelebrieren in der Regel nach dem Novus Ordo so, wie es ihnen Ort und Umstände gerade angeraten erscheinen lassen - und das meinen wir nicht unbedingt als Kompliment.
Die Kathedrale des Erzbischofs von Sydney, George Cardinal Pell, bietet sich nicht ohne weiteres als Ort für die Feier eines solchen Tages an. Die vielleicht 250 Teilnehmer an der Messe müssen sich in dem riesigen Raum, der leicht die zehnfache Zahl von Gläubigen fasst, ein wenig verloren gefühlt haben. Wenn die Kathedrale dennoch für die Jubiläumsmesse ausgewählt wurde, ist das auch ein Zeichen der Hochschätzung, die der Kardinal dem Jubilar und desen priesterlichem Wirken entgegenbringt. P. Naughtin setzt sich seit Jahrzehnten für die religiöse Jugend- und Erwachsenenbildung ein und hat sich besonders einen Namen gemacht als Seelsorger für Personen, die sich in den Netzen okkulter Bewegungen, New-Age-Sekten und ähnlicher Zeitgeistverirrungen verfangen haben.
Die Website der Newman-Community Melbourne hat eine Bilderschau von der Messe am Freitag ins Netz gestellt, die mit 112 Bildern keine Informationswünsche offen lässt.
Fontgombault kommt an die Nordsee
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- 14. Mai 2013
Nun ja, nicht ganz, aber im Laufe dieses Jahres wird eine Abordnung von Mönchen aus Fontgombault das wegen Überalterung des Konvents vor der Schließung stehende Benediktinerkloster St. Paul in Wisques übernehmen - und das liegt gerade einmal 30 km westlich der belgischen Grenze und ebensoweit entfernt von der Nordsee bei Dünkirchen. Ein entsprechende Vereinbarung zwischen den Mönchen und Bischof Jean-Paul Jaeger von Arras wurde jetzt auf der Website der Diözese Arras veröffentlicht. Die Gemeinschaft von Fontgombault setzt damit ihren bewundernswerten Kurs von Wachstum und Erneuerung fort, der bis jetzt zur Errichtung von 3 Filialklöstern in Frankreich - Randol 1971, Triors 1984, Gaussan 1994 - sowie von Clear Creek (1999) in den USA geführt hat. Wisque selbst ist mit seinen unter 300 Einwohnern kein besonders bemerkenswerter Ort - sieht man einmal von dem Umstand ab, daß zeitweilig nahezu die Mehrheit der Einwohner Mönche von St. Paul bzw. Nonnen der ebenfalls dort angesiedelten Abtei Notre Dame gewesen sein dürften. Beide Klöster waren Ende des 19. Jahrhunderts von Solesmes aus gegründet worden.
Das Kloster St.Paul ist baugeschichtlich allerdings wesentlich älter: Sein Zentrum bildet eine klassische Burg aus dem 15. Jahrhundert, deren Vorbilder man eher an der Loire suchen müsste als in Flandern. Die Hauptgebäude der heutigen Klosteranlage wurden Ende der 20er Jahre von dem Architektenmönch Dom Bellot aus Solesmes entworfen - einer der bekanntesten Vertreter der traditionsorientierten Moderne in Frankreich, der in Nordfrankreich und Kanada zahlreiche Kirchen in Stahlbeton und Backstein errichtet hat. Die Website des Klosters bietet eine eindrucksvolle Bildersammlung zur Architektur des Baus.


