Summorum Pontificum
Monatsthemen 26-01

Die Weihnachtszeit endet – die Vorfastenzeit beginnt

31. Januar 2026

3 - Tradition

Die Krippenszene des Andrea Montagna ist mit zahlreichen symbolischen Kürzeln aufgeladen - darunter im Hintergrund auch ein ganz und gar unnatürlich beschnittener Weidenbaum, der überdeutlich die Form des Kreuzes von Golgatha vorauszeigt.
Der Weg führt von der Krippe nach Golgatha

In diesem Jahr erleben die der überlieferten Lehre und Liturgie sowie ihrem Kalender folgenden Katholiken wieder den seltenen Fall, daß die Vorfastenzeit beginnt, bevor die Weihnachtszeit mit dem Fest Marä Lichtmeß ihren endgültigen Abschluß gefunden hat. Wie es dazu kommen kann, haben wir schon vor einigen Jahren einmal beschrieben. Im Jahr 2026 soll uns diese kalen­arische Besonderheit den Anlaß bieten, quasi kurz vor Toresschluss eines der ältesten deutschen Weihnachtslieder zu präsentieren: „Nun sei uns willkommen Herre Christ“.  Die älteste deutsche Textfassung ist aus dem 14. Jahrhundert überliefert; lateinische Versionen sind bis zurück ins 11. Jahrhundert nachweisbar. Und das Lied stellt ebenso wie die ausgewählte Illustration den heilsgeschichtlichen Zusammenhang von Bethlehem und Erlösung heraus.


Die Debatte um den Konsistoriums-Beitrag von Kardinal Roche geht weiter

30. Januar 2026

6 - Kirchenkrise

Die Aufnahme zeigt Dom Alcuin in der Rolle des Diakons bei der Verlesung des Evangeliums im Levirenamt in der Klosterkapelle
Dom Alcuin bei der Verlesung des Evangeliums

Die Debatte über das Manifest von Kar­dinal Roche zur Rechtfertigung von Traditionis Custodes nimmt an sprach­licher Schärfe und theologischem Tiefgang zu. Dieser Tage hat nun die in Rom arbeitende Journalistin Diane Montagna zwei ausführliche Texte zur Kritik dieses Papiers und des von Papst Franziskus 2021 erlassenen Motu Proprio ver­öffentlicht, die klar machen, daß ohne eine Auf­he­bung dieses Dokuments ein Friedensschluß der Kirche mit ihrer eigenen Ge­schichte nicht zu erwarten ist.

Erster hier zu behandelnder Artikel ist ein langes Interview von Mon­tag­na mit Weih­bischof Athanasius Schneider vom 20. Januar, in dem der Bischof sowohl die theolo­gi­schen Grundlagen von TC als auch dessen behauptete Kontinuität zur liturgischen Ent­wicklung in der lateinischen Kirche einer scharfen Kritik unterzieht. Als zweiten Text wollen wir kurz den Beitrag des Benediktinerpaters und Liturgiewissenschaftlers Dom Alcuin Reid vor­stellen, der am 28. 1. unter dem Titel „Fatal Flaws Expo­sed in Cardinal Roche’s Consistory Briefing Document“ erschienen ist.


Korrektur: Keine Firmung im alten Ritus in Paderborn

29. Januar 2026

Allgemein

Die Zusammenstellung zweier Screenshots zeigt die ursprünglichen Überschriften der Artikel auf der Website des Bistums und von CNA, die von „überliefertem Ritus“ sprechen.
Screenshots der Meldungen

Wir müssen unsere freudige Meldung vom 27. Januar korrigieren: Die Firmung in der Pader­borner Busdorfkirche hat doch nicht wie ver­schiedentlich gemeldet im überlieferten Ritus stattge­fun­den, sondern nach dem Ritus des Novus Ordo – allerdings in dessen lateinischer Version. Nun ist die Spendung des Sakra­ments der Firmung an eine gut vorbereitete Gruppe junger Leute immer ein Grund zur Freude – aber der Umstand, daß diese Fir­mung nach der problematischen Reformlitur­gie durchgeführt wurde, mildert diese Freude doch erheblich. Die in unserem Artikel vom 27. ausgedrück­te Erwar­tung, daß sich eine Auflockerung der Verbote nach Traditionis Custodes abzeichne, hat sich jedenfalls nicht bestätigt.


Erfreuliches aus Paderborn – Beunruhigendes aus Wien

27. Januar 2026

Allgemein

Das Phot zeigt den Augenblick, in dem der firmende Bischof einem Firmling die Hände auflegt
Firmung im überlieferten Ritus Paderborm 2026

Zum erfreulichen Teil: Am ver­gangenen Sonntag hat der Paderborner Weih­bischof Matthias König 21 jungen und nicht mehr ganz so jungen Gläubigen aus dem Bistum und darüber hinaus die Fir­mung im überlieferten Ritus der Kirche gespendet.

Ganz und gar unerfreulich sind demgegenüber die Nachrichten, die uns über die am ver­gangenen Samstag durchgeführte Bischofsweihe des neuen Wiener Erzbischofs Grün­widl erreicht haben. Dabei kam es zu mehreren Verstößen gegen die geltende liturgische Ordnung, die wegen ihrer symbolischen Aussage starke Bedenken hervorrufen.


Lateinamerika: Nur noch weniger als die Hälfte sind katholisch

26. Januar 2026

Allgemein

Das Foto zeigt die Kathedrale von Aparecida aus der Luft aufgenommen mit den stark an Rom erinnernden Kolonaden eines Vorplatzes.
Der Geist Fanziskus’ schwebt über dem Chaos

In der vergangenen Woche veröffent­lich­te das renommierte PEW-Institut einen Bericht über die religiöse Demographie Lateinameri­kas, der darüber informierte, daß in den meisten Staaten Amerikas südlich des Rio Grande der Anteil der Katholiken unter 50 Prozent gesun­ken ist. Lateinamerika galt lange als der katholische Kon­tinent überhaupt. Mitte der 60er Jahre waren um die 85-90-Prozent aller Lateinamerikaner zumindest dem Namen nach katholisch. Etwa 5% gehörten protestan­ischen Denominationen an. Inzwischen haben die Protestanten stark zugenommen - der Anteil der Katholiken beträgt in den meisten Län­dern weniger als 50%. Was ist geschehen?


Zehn Dinge, die ein (links-)liberaler Katholik in USA vom Pontifikat Leos erwartet

24. Januar 2026

Allgemein

DDie spätabendliche Aufnahme zeigt in Vorder- und Mitelgrunf Petersplatz und Petersdom - und über der Kuppel schwebend das von Hunderten Drohnen gebildet Porträt von Franziskus
Der Geist Fanziskus’ schwebt über dem Chaos

Der katholische Unternehmer und Hob­by­-Liturgologe Andrew Likoudis ist regel­mä­ßi­ger Beiträger des progres­si­stischen Papalistenblogs „Where Peter Is“,  findet gelegentlich jedoch auch in mehr der Mitte zuneigenden Publi­ka­tionen einen Platz. Er ist also keiner von der gerade auf „Where Peter Is“ starken ultra-progressiven Fraktion, die womög­lich den deutschen Synodalen Weg links überholen würde, son­dern gehört eher zum breiten Spektrum des „liberalen“ (d.h. nach links neigenden) Mainstreams im US-Katholizismus.

Seine soeben erschienene Aufzäh­lung von Erwartungen an Papst Leo ent­spricht den Vorstellungen und Wünschen des großen Teils der ameri­kanischen Ka­tho­liken, die sich als Träger des katholischen Glaubens in der Zukunft verstehen und fast alles, was „vor dem Konzil“ war, als nicht mehr relevant betrachten.


Bischof Mutsaerts: Die deutsche Theologie und was dabei herauskommt

23. Januar 2026

Allgemein

Die Portrait-Aufnahme zeigt den Bischof als Prediger oder Vortragenden bei einer Veranstaltung der Catholic Identity Conference 2025 in Pittsburgh
Die Schlüssel des hl. Petrus: Da fehlt doch was!

Eine Zeit lang war wenig von ihm zu hö­ren; jetzt ist er wieder an Deck: Bischof Robert Mutsaerts, Weihbischof im niederländischen Bistum ’s-Hertogen­bosch, hat sich dieser Tage auf seinem Blog mit der „Theologie“ seines Nach­balandes Deutschland beschäftigt und dbei eine ebenso leicht verständ­liche wie grundsätzliche Kritik vorge­legt. Sein Ausgangspunkt ist eine Bemerkung des Schriftsteller Hillaire Belloc (1870 – 1953), er habe keine Angst vor den Barbaren, die an den Toren rütteln, sondern vor der Gefahr, die von Innen komme. Nun, inzwischen sehen wir, daß die Barbaren längst drinnen sind und sich nur zur Tarnung ein Kleidchen der ursprünglichen Bewohner überge­worfen haben – aber an Unbildung und Zerstörungs­wut sind sie längst als die Barbaren kenntlich, die Hilloc noch vor den Toren vermutete.


Zwischen Widersprüchlichkeit und Aberglaube: Über die Kirche und die Päpste in unserer Zeit.

22. Januar 2026

Allgemein

Der Ausschnitt aus Michelangelos „Jüngstem Gerich“ zeigt den hl. Petrus mit den Schlüsseln. Doch sie haben keinen Griff zum Anfassen. Sie anzuwenden erfordert sehr kräftige Hände
Die Schlüssel des hl. Petrus: Da fehlt doch was!

In Deutschland nimmt man die Wider­sprüch­lichkeit der Kirche selbstver­ständlich hin; beispielsweise versteht man sich nur dann als „ka­tho­lisch“, wenn man die sogenannte „Kir­chen­steuer“ bezahlt. Tut man dies nicht, wird man aus der Kirche „ausgeschlos­sen“. Taufe und Firmung zählen nichts mehr; der Empfang der Sakramente wird „verboten“. Kurz: Die Kirchen steuer entscheidet, wer „katholisch“ ist. Obwohl dieses System von Hitler stammt, wird es in Deutschland allgemein akzeptiert. Am meisten hängen natürlich die Bischöfe daran, die sich politisch gegen „rechts“ engagieren und von Hitlers Kirchensteuer profitieren. - Eine merk­würdige Art, „glaubwürdig“ zu sein, doch in Deutschland fällt dieser Wider­spruch niemand mehr auf.


Zum Jahresbeginn in Rom

21. Januar 2026

Allgemein

Papst Leo steht neben dem auf einer Staffelei aufgestellten Papstmedaillon in der üblichen Größe und Darstellungsweise für die Montage unter den Papstporträts in St. Paul vor den Mauern.
Vorstellung des neuen Papst-Medaillons am 14. Januar

Das Kardinalskonsistorium vom 7. und 8. Janu­ar hat weit über die Kreise der litur­gi­schen Tradition hinaus Befürchtungen über den zu erwartenden Verlauf dieses Pontifikats ausgelöst. Die dort behandelten Inhalte, aber auch die dem Synodalitätsprinzip entspre­chen­de Organisation ließen dort wenig Raum für Optimis­mus – gut zusammen gefasst und mit zunehmender Schärfe vorgetragen in dieser Ausgabe von Raymond Arroyos „Prayerfull Posse“, dessen Mitwirkende alle dem gemä­ßigt kon­servativen Mainstream der amerikanischen Kirche zuzurechnen sind. Der Verdacht ist, daß die Machthaber und Draht­zieher des vergangene Pon­ifikats nach wie vor alles in der Hand haben – und daß Papst Leo mit diesem Stand der Dinge durchaus einverstanden ist.

In dieser Woche kamen nun aus Rom Signale, die vielleicht etwas hoff­nungsvollere Perspektiven eröffnen, zumindest etwas mehr Normalität im Erscheinungsbild der Kirche erhoffen lassen. Wir werden sehen.


Wer sich auf katholisch.de begibt, kommt
darin um

20. Januar 2026

6 - Kirchenkrise

Ausschnitt eines Screenshots von katholisch.de mit den illustrierten Hinweisen auf Meldungen zu Glückwünschen, die Bischof Marx an Wikipedia und Papst Leo an die linksradikale Zeitung „Repubblica“ gerichtet hat
Screenshot katholisch.de: Glückwunsch wem Glückwunsch gebührt

Unser erster und möglicherweise auch letzter Be­such in diesem Jahr auf der Website, die im­mer noch von der deutschen Bischofskon­fe­renz ausgehalten wird, vermittelte ein erschüt­terndes Bild vom gegenwärtigen theolo­gi­schen und journalistischen Stand des ehemals katholischen Zweiges der deutschen Staats­kirche. Nicht, daß das wirklich überraschend wäre – daß der Verein in jeder Hinsicht auf den Bätzing gekommen ist, hat sich inzwi­schen herumgesprochen. Aber wie tief das Niveau inzwischen gesunken ist und wie weit sich Autoren und Redaktion inzwischen von allem entfernt haben, was nach dem aktuellen Katechismus und nach dem immer noch in weiten Teilen der Weltkirche geltenden Ver­ständnis „katholisch“ ist – das kann einem schon den Atem rauben. Wir haben ein paar Beispiele gesammelt und kommentiert, die in der zwei­ten vol­len Kalenderwoche dieses Jahres ganz vorne im Webmagazin platziert waren.


Appell von Bischof Schneider an Papst Leo: Eine Apostolische Konstitution zum liturgischen Frieden

16. Januar 2026

1 - Liturgie

Bischof Athanasius Schneider in Chorkleidung in Chartres, 2015
Bischof Athanasius Schneider „in Choro“, Chartres 2015

Bischof Athanasius Schneider hat bei seinem Treffen mit Papst Leo im vergangenen Dezem­ber einen ein­dringlichen Appell an den Papst gerichtet, er möge in einem autoritativen Doku­ment eine Reglung für die überlieferte Liturgie treffen, die dem theologischen Wert, der hi­sto­rischen Würde und den Bedürfnissen der Gläu­bigen ent­spricht. Auch Kardinal Müller und Erzbischof Gänswei haben sich in ähnlichem Sinne geäußert. Wir geben einen Überblick


Roches Manifest: Die liturgische Revolution verlangt immer neue Opfer

14. Januar 2026

1 - Liturgie

Porträtphot des Präfekten mit leicht gehetztem Gesichtsausdruck
Roche - immer auf der Flucht vor der Vergangenheit

Zur (von ihm behaupteten) Unzuläs­sigkeit der Fortdauer des alten Ritus hatte Liturgie-Präfekt Arthur Roche ein Grundsatzpapier für das Konsistorium vorbereitet, dessen Vortrag jedoch aus Zeitmangel auf die nächste Zusammen­kunft der Kardinäle verschoben wurde. Aber nun ist es in der Welt und hat gebührende Aufmerksamkeit gefunden.

Wir haben dazu einen Beitrag von Chris Jackson auf seinem Substack übersetzt, der das ganze Trauerspiel in die größeren Zusammenhänge einordnet.


Nachbetrachtungen zur Stuttgarter Christmette und dem Schleim in der Krippe

13. Januar 2026

1 - Liturgie

Der während des Vater-Unser aufgenommene Screenshot zeigt Priester und Gemeindereferentin in Orantenstellung hinter dem Altar stehend.
Gleichberechtigt - aber immer noch nicht auf Augenhöhe

Wir hatten gehofft, der Umstand, daß die Stutt­garter Schleimfestspiele während unserer Weihnachtspause bundesweit im Staats­fern­sehen ausgestrahlt wurde, hätte uns der Not­wendigkeit enthoben, selbst etwas zu dieser Veranstaltung zu sagen. Schon an den Weih­nachts­feier­tagen war schließlich auf allen Kanälen ein S-Storm ausge­brochen, und fast alles, was da gesagt wurde, war richtig: Es ist wider­wärtig und grundfalsch, die Menschlichkeit Gottes und die Fleischlich­keit des Menschen als Ekelpaket zu präsentieren, und es ist in hohem Maße kritik­würdig, daß der von unserer aller Steuergeld finanzierte Staatsfunk derlei an einem der höchsten Feste der Christen­heit aus­strahlt.

Doch inzwischen sind weitere Aspekte zur Sprache gebracht worden, die über die Kritik an Ästhetik und Geschäftsgebaren hinausgehend weite­re Würdigung erfordern.


Die Werkstatt des Zimmermanns als Werkstatt der Erlösung

12. Januar 2026

Allgemein

Der Ausschnitt aus dem Bild „Die Werkstatt des Zimmermanns“ von Millais zeigt eine auf den ersten Blick alltägliche Szene aus der Werkstatt de hier im besten Mannesalter dargestellten Joseph und seiner Familie. Eine Ausführliche Beschreibung und Deutung findet sich auf der zitierten Kommentar-Seite
Gemälde von John Everett Millais

Zum gestrigen Fest der hl. Familie hat Chris Jackson auf seinem Substack eine Kommen­tie­rung des Propriums vom Tage nach der überlieferten Liturgie veröffentlicht, die auf großartige Weise den Zeitlosen Text des Mis­sales mit der aktuellen Situation in Liturgie und Kir­che verbindet.

Wir bieten den mit Hilfe von Google Translate übersetzten vollständigen Text – und natürlich auch einen zum Original.


Nach dem Konsistorium: Papst und Kardinäle geben keine Antwort auf die Frage der Liturgie

09. Januar 2026

6 - Kirchenkrise

Der Screenshot einer EWTN-Sendung auf Youtube zeigt aus dem Blickwinkel der Kardinäale aufgenommen den Papst bei seiner Eröffnungsansprache. as Titelblatt des Buches zeigt eine in byzantinishem Stil ausgeführte Darstellung des letzten Abendmahles: „Jesus im Kreis seiner Apostel im Abendmahlssaal“
Papst Leo bei der Ansprache zur Eröffnung des Konsistoriums

Anders als von vielen erwartet hat das Kardinals-Konsistorium die Krise der Liturgie nicht in besonderer Weise zum Thema gemacht. Das ist keine Überra­schung. Der Papst hatte in seinem Brief an die Kardinäle vom 12 Dezember zwar vier Themenbereiche benannt, die er von den Kardinälen behandelt sehen wollte: Mission und Neuevangelisierung nach den Vorgaben von Evangelii Gau­dium, Kirchenführung und Kurie nach Praedicate Evangelium, Synodali­tät sowie eben die Liturgie.

Doch jeder einzelne dieser Punkte wäre gut für ein wochenfüllendes Pro­gramm, und so war es nicht verwunderlich, daß ein bisher nicht näher identifiziertes Gremium den Kardinälen zum Beginn ihres Tref­fens vorschlug, die Anzahl der Punkte zu reduzieren. Ein „Meinungs­bild“ ergab sodann eine Mehrheit, sich auf die beiden erstgenannten Themenbereiche zu beschränken – und nach allem, was bisher über Verlauf und Ergebnisse des Konsistoriums zu erfahren ist, wurde dann auch so verfahren.


Noch einmal: frohe Weihnachten und alles Gute zum neuen Jahr!

07. Januar 2026

Allgemein

Große Evangeliumsprozession in der Christus-Erlöser-Kathedrale
Weihnachten in der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau

Die meisten Kirchen des Ostens – auch die in Gemeinschaft mit Rom stehenden – feiern Weihnachten am 7. Januar, der im Osten als Tag der Erscheinung des Herrn in heilsgeschicht­licher Perspektive den Vorrang vor der Feier der „Geburt im Fleische“ am 25. Dezember genießt. Von daher also noch einmal: Herzliche Weih­nachtsgrüße an alle, die heute Weihnachten feiern.

Bereits im letzten Jahr war uns zu diesem Anlaß aufgefallen, daß der im deutschen Stundenbuch als Morgengebet gebräuchliche Hymnus „Schon zieht herauf des Tages Licht“ auch sehr gut als Gebet zum neuen Jahr aufgefasst werden kann. So gelesen enthält insbesondere seine letz­te Strophe eine besondere Ermahnung für unsere Arbeit an Summo­rum-Pontificum: „Lass’ unsrer Augen hellen Schein durch Böses nicht verunkelt sein“. Wir wollen uns Mühe geben.


Die Legende von den hl. drei Königen nach dem Buch der Schatzhöhle

06. Januar 2026

Allgemein

Der im frühen Jugendstil geschaffene Wandteppich zeigt links in einem angedeuteten Stall die hl. Familie und rechts die drei Könige: Der alte im orientalischen Gewand, der mittlere in mittelalterlich-europäischer Rüstung, der jüunge als festlich gekleideter Afrikaner. Alle haben ihre Kronen abgelegt und und tragen sie mit ihren Gaben in der Hand. Zwischen ihnen und der hl. Familie leuchtend im Zentrum der in Person eines über dem Boden schwebenden Engels dargestellte Stern.
Die drei Könige überbringen ihre Gaben

Von der Huldigung der „Weisen aus dem Morgenland“ für den neugeborenen Kö­nig der Juden berichtet alleine das Mat­thäus-Evangelium (in 2; 1 – 12). Dabei über­liefert Matthäus weder die Zahl noch die Namen dieser bei ihm als „magoi“ bezeichneten Rei­sen­den „aus dem Osten“. Sie wurden erst Jahr­hun­derte später in frommen Erzäh­lun­gen als die „heiligen Drei Könige“ benannt, und die heute geläufigen Namen Caspar, Melchior und Balthasar wurden ihnen noch einmal Jahr­hun­derte später zugeschrieben.

Weit mehr als der Evangelist haben die Verfasser apokrypher Schriften aus frühchristlicher Zeit über die Gabenbringer zu berichten. Wir haben uns das „Buch der Schatzhöhle“ aus dem 6. oder 7. Jh. näher angeschaut.


 

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