Die Weihnachtszeit endet – die Vorfastenzeit beginnt
31. Januar 2026
In diesem Jahr erleben die der überlieferten Lehre und Liturgie sowie ihrem Kalender folgenden Katholiken wieder den seltenen Fall, daß die Vorfastenzeit beginnt, bevor die Weihnachtszeit mit dem Fest Marä Lichtmeß ihren endgültigen Abschluß gefunden hat. Wie es dazu kommen kann, haben wir schon vor einigen Jahren einmal beschrieben. Im Jahr 2026 soll uns diese kalenarische Besonderheit den Anlaß bieten, quasi kurz vor Toresschluss eines der ältesten deutschen Weihnachtslieder zu präsentieren: „Nun sei uns willkommen Herre Christ“. Die älteste deutsche Textfassung ist aus dem 14. Jahrhundert überliefert; lateinische Versionen sind bis zurück ins 11. Jahrhundert nachweisbar. Und das Lied stellt ebenso wie die ausgewählte Illustration den heilsgeschichtlichen Zusammenhang von Bethlehem und Erlösung heraus.
Die Debatte um den Konsistoriums-Beitrag von Kardinal Roche geht weiter
30. Januar 2026
Die Debatte über das Manifest von Kardinal Roche zur Rechtfertigung von Traditionis Custodes nimmt an sprachlicher Schärfe und theologischem Tiefgang zu. Dieser Tage hat nun die in Rom arbeitende Journalistin Diane Montagna zwei ausführliche Texte zur Kritik dieses Papiers und des von Papst Franziskus 2021 erlassenen Motu Proprio veröffentlicht, die klar machen, daß ohne eine Aufhebung dieses Dokuments ein Friedensschluß der Kirche mit ihrer eigenen Geschichte nicht zu erwarten ist.
Erster hier zu behandelnder Artikel ist ein langes Interview von Montagna mit Weihbischof Athanasius Schneider vom 20. Januar, in dem der Bischof sowohl die theologischen Grundlagen von TC als auch dessen behauptete Kontinuität zur liturgischen Entwicklung in der lateinischen Kirche einer scharfen Kritik unterzieht. Als zweiten Text wollen wir kurz den Beitrag des Benediktinerpaters und Liturgiewissenschaftlers Dom Alcuin Reid vorstellen, der am 28. 1. unter dem Titel „Fatal Flaws Exposed in Cardinal Roche’s Consistory Briefing Document“ erschienen ist.
Korrektur: Keine Firmung im alten Ritus in Paderborn
29. Januar 2026
Wir müssen unsere freudige Meldung vom 27. Januar korrigieren: Die Firmung in der Paderborner Busdorfkirche hat doch nicht wie verschiedentlich gemeldet im überlieferten Ritus stattgefunden, sondern nach dem Ritus des Novus Ordo – allerdings in dessen lateinischer Version. Nun ist die Spendung des Sakraments der Firmung an eine gut vorbereitete Gruppe junger Leute immer ein Grund zur Freude – aber der Umstand, daß diese Firmung nach der problematischen Reformliturgie durchgeführt wurde, mildert diese Freude doch erheblich. Die in unserem Artikel vom 27. ausgedrückte Erwartung, daß sich eine Auflockerung der Verbote nach Traditionis Custodes abzeichne, hat sich jedenfalls nicht bestätigt.
Erfreuliches aus Paderborn – Beunruhigendes aus Wien
27. Januar 2026
Zum erfreulichen Teil: Am vergangenen Sonntag hat der Paderborner Weihbischof Matthias König 21 jungen und nicht mehr ganz so jungen Gläubigen aus dem Bistum und darüber hinaus die Firmung im überlieferten Ritus der Kirche gespendet.
Ganz und gar unerfreulich sind demgegenüber die Nachrichten, die uns über die am vergangenen Samstag durchgeführte Bischofsweihe des neuen Wiener Erzbischofs Grünwidl erreicht haben. Dabei kam es zu mehreren Verstößen gegen die geltende liturgische Ordnung, die wegen ihrer symbolischen Aussage starke Bedenken hervorrufen.
Lateinamerika: Nur noch weniger als die Hälfte sind katholisch
26. Januar 2026
In der vergangenen Woche veröffentlichte das renommierte PEW-Institut einen Bericht über die religiöse Demographie Lateinamerikas, der darüber informierte, daß in den meisten Staaten Amerikas südlich des Rio Grande der Anteil der Katholiken unter 50 Prozent gesunken ist. Lateinamerika galt lange als der katholische Kontinent überhaupt. Mitte der 60er Jahre waren um die 85-90-Prozent aller Lateinamerikaner zumindest dem Namen nach katholisch. Etwa 5% gehörten protestanischen Denominationen an. Inzwischen haben die Protestanten stark zugenommen - der Anteil der Katholiken beträgt in den meisten Ländern weniger als 50%. Was ist geschehen?
Zehn Dinge, die ein (links-)liberaler Katholik in USA vom Pontifikat Leos erwartet
24. Januar 2026
Der katholische Unternehmer und Hobby-Liturgologe Andrew Likoudis ist regelmäßiger Beiträger des progressistischen Papalistenblogs „Where Peter Is“, findet gelegentlich jedoch auch in mehr der Mitte zuneigenden Publikationen einen Platz. Er ist also keiner von der gerade auf „Where Peter Is“ starken ultra-progressiven Fraktion, die womöglich den deutschen Synodalen Weg links überholen würde, sondern gehört eher zum breiten Spektrum des „liberalen“ (d.h. nach links neigenden) Mainstreams im US-Katholizismus.
Seine soeben erschienene Aufzählung von Erwartungen an Papst Leo entspricht den Vorstellungen und Wünschen des großen Teils der amerikanischen Katholiken, die sich als Träger des katholischen Glaubens in der Zukunft verstehen und fast alles, was „vor dem Konzil“ war, als nicht mehr relevant betrachten.
Bischof Mutsaerts: Die deutsche Theologie und was dabei herauskommt
23. Januar 2026
Eine Zeit lang war wenig von ihm zu hören; jetzt ist er wieder an Deck: Bischof Robert Mutsaerts, Weihbischof im niederländischen Bistum ’s-Hertogenbosch, hat sich dieser Tage auf seinem Blog mit der „Theologie“ seines Nachbalandes Deutschland beschäftigt und dbei eine ebenso leicht verständliche wie grundsätzliche Kritik vorgelegt. Sein Ausgangspunkt ist eine Bemerkung des Schriftsteller Hillaire Belloc (1870 – 1953), er habe keine Angst vor den Barbaren, die an den Toren rütteln, sondern vor der Gefahr, die von Innen komme. Nun, inzwischen sehen wir, daß die Barbaren längst drinnen sind und sich nur zur Tarnung ein Kleidchen der ursprünglichen Bewohner übergeworfen haben – aber an Unbildung und Zerstörungswut sind sie längst als die Barbaren kenntlich, die Hilloc noch vor den Toren vermutete.
Zwischen Widersprüchlichkeit und Aberglaube: Über die Kirche und die Päpste in unserer Zeit.
22. Januar 2026
In Deutschland nimmt man die Widersprüchlichkeit der Kirche selbstverständlich hin; beispielsweise versteht man sich nur dann als „katholisch“, wenn man die sogenannte „Kirchensteuer“ bezahlt. Tut man dies nicht, wird man aus der Kirche „ausgeschlossen“. Taufe und Firmung zählen nichts mehr; der Empfang der Sakramente wird „verboten“. Kurz: Die Kirchen steuer entscheidet, wer „katholisch“ ist. Obwohl dieses System von Hitler stammt, wird es in Deutschland allgemein akzeptiert. Am meisten hängen natürlich die Bischöfe daran, die sich politisch gegen „rechts“ engagieren und von Hitlers Kirchensteuer profitieren. - Eine merkwürdige Art, „glaubwürdig“ zu sein, doch in Deutschland fällt dieser Widerspruch niemand mehr auf.
Zum Artikel von P. Joachim Heimerl
Zum Jahresbeginn in Rom
21. Januar 2026
Das Kardinalskonsistorium vom 7. und 8. Januar hat weit über die Kreise der liturgischen Tradition hinaus Befürchtungen über den zu erwartenden Verlauf dieses Pontifikats ausgelöst. Die dort behandelten Inhalte, aber auch die dem Synodalitätsprinzip entsprechende Organisation ließen dort wenig Raum für Optimismus – gut zusammen gefasst und mit zunehmender Schärfe vorgetragen in dieser Ausgabe von Raymond Arroyos „Prayerfull Posse“, dessen Mitwirkende alle dem gemäßigt konservativen Mainstream der amerikanischen Kirche zuzurechnen sind. Der Verdacht ist, daß die Machthaber und Drahtzieher des vergangene Ponifikats nach wie vor alles in der Hand haben – und daß Papst Leo mit diesem Stand der Dinge durchaus einverstanden ist.
In dieser Woche kamen nun aus Rom Signale, die vielleicht etwas hoffnungsvollere Perspektiven eröffnen, zumindest etwas mehr Normalität im Erscheinungsbild der Kirche erhoffen lassen. Wir werden sehen.
Wer sich auf katholisch.de begibt, kommt
darin um
20. Januar 2026
Unser erster und möglicherweise auch letzter Besuch in diesem Jahr auf der Website, die immer noch von der deutschen Bischofskonferenz ausgehalten wird, vermittelte ein erschütterndes Bild vom gegenwärtigen theologischen und journalistischen Stand des ehemals katholischen Zweiges der deutschen Staatskirche. Nicht, daß das wirklich überraschend wäre – daß der Verein in jeder Hinsicht auf den Bätzing gekommen ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber wie tief das Niveau inzwischen gesunken ist und wie weit sich Autoren und Redaktion inzwischen von allem entfernt haben, was nach dem aktuellen Katechismus und nach dem immer noch in weiten Teilen der Weltkirche geltenden Verständnis „katholisch“ ist – das kann einem schon den Atem rauben. Wir haben ein paar Beispiele gesammelt und kommentiert, die in der zweiten vollen Kalenderwoche dieses Jahres ganz vorne im Webmagazin platziert waren.
Appell von Bischof Schneider an Papst Leo: Eine Apostolische Konstitution zum liturgischen Frieden
16. Januar 2026
Bischof Athanasius Schneider hat bei seinem Treffen mit Papst Leo im vergangenen Dezember einen eindringlichen Appell an den Papst gerichtet, er möge in einem autoritativen Dokument eine Reglung für die überlieferte Liturgie treffen, die dem theologischen Wert, der historischen Würde und den Bedürfnissen der Gläubigen entspricht. Auch Kardinal Müller und Erzbischof Gänswei haben sich in ähnlichem Sinne geäußert. Wir geben einen Überblick
Roches Manifest: Die liturgische Revolution verlangt immer neue Opfer
14. Januar 2026
Zur (von ihm behaupteten) Unzulässigkeit der Fortdauer des alten Ritus hatte Liturgie-Präfekt Arthur Roche ein Grundsatzpapier für das Konsistorium vorbereitet, dessen Vortrag jedoch aus Zeitmangel auf die nächste Zusammenkunft der Kardinäle verschoben wurde. Aber nun ist es in der Welt und hat gebührende Aufmerksamkeit gefunden.
Wir haben dazu einen Beitrag von Chris Jackson auf seinem Substack übersetzt, der das ganze Trauerspiel in die größeren Zusammenhänge einordnet.
Nachbetrachtungen zur Stuttgarter Christmette und dem Schleim in der Krippe
13. Januar 2026
Wir hatten gehofft, der Umstand, daß die Stuttgarter Schleimfestspiele während unserer Weihnachtspause bundesweit im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, hätte uns der Notwendigkeit enthoben, selbst etwas zu dieser Veranstaltung zu sagen. Schon an den Weihnachtsfeiertagen war schließlich auf allen Kanälen ein S-Storm ausgebrochen, und fast alles, was da gesagt wurde, war richtig: Es ist widerwärtig und grundfalsch, die Menschlichkeit Gottes und die Fleischlichkeit des Menschen als Ekelpaket zu präsentieren, und es ist in hohem Maße kritikwürdig, daß der von unserer aller Steuergeld finanzierte Staatsfunk derlei an einem der höchsten Feste der Christenheit ausstrahlt.
Doch inzwischen sind weitere Aspekte zur Sprache gebracht worden, die über die Kritik an Ästhetik und Geschäftsgebaren hinausgehend weitere Würdigung erfordern.
Die Werkstatt des Zimmermanns als Werkstatt der Erlösung
12. Januar 2026
Zum gestrigen Fest der hl. Familie hat Chris Jackson auf seinem Substack eine Kommentierung des Propriums vom Tage nach der überlieferten Liturgie veröffentlicht, die auf großartige Weise den Zeitlosen Text des Missales mit der aktuellen Situation in Liturgie und Kirche verbindet.
Wir bieten den mit Hilfe von Google Translate übersetzten vollständigen Text – und natürlich auch einen zum Original.
Zum Artikel von Chris Jackson auf Deutsch
Nach dem Konsistorium: Papst und Kardinäle geben keine Antwort auf die Frage der Liturgie
09. Januar 2026
Anders als von vielen erwartet hat das Kardinals-Konsistorium die Krise der Liturgie nicht in besonderer Weise zum Thema gemacht. Das ist keine Überraschung. Der Papst hatte in seinem Brief an die Kardinäle vom 12 Dezember zwar vier Themenbereiche benannt, die er von den Kardinälen behandelt sehen wollte: Mission und Neuevangelisierung nach den Vorgaben von Evangelii Gaudium, Kirchenführung und Kurie nach Praedicate Evangelium, Synodalität sowie eben die Liturgie.
Doch jeder einzelne dieser Punkte wäre gut für ein wochenfüllendes Programm, und so war es nicht verwunderlich, daß ein bisher nicht näher identifiziertes Gremium den Kardinälen zum Beginn ihres Treffens vorschlug, die Anzahl der Punkte zu reduzieren. Ein „Meinungsbild“ ergab sodann eine Mehrheit, sich auf die beiden erstgenannten Themenbereiche zu beschränken – und nach allem, was bisher über Verlauf und Ergebnisse des Konsistoriums zu erfahren ist, wurde dann auch so verfahren.
Noch einmal: frohe Weihnachten und alles Gute zum neuen Jahr!
07. Januar 2026
Die meisten Kirchen des Ostens – auch die in Gemeinschaft mit Rom stehenden – feiern Weihnachten am 7. Januar, der im Osten als Tag der Erscheinung des Herrn in heilsgeschichtlicher Perspektive den Vorrang vor der Feier der „Geburt im Fleische“ am 25. Dezember genießt. Von daher also noch einmal: Herzliche Weihnachtsgrüße an alle, die heute Weihnachten feiern.
Bereits im letzten Jahr war uns zu diesem Anlaß aufgefallen, daß der im deutschen Stundenbuch als Morgengebet gebräuchliche Hymnus „Schon zieht herauf des Tages Licht“ auch sehr gut als Gebet zum neuen Jahr aufgefasst werden kann. So gelesen enthält insbesondere seine letzte Strophe eine besondere Ermahnung für unsere Arbeit an Summorum-Pontificum: „Lass’ unsrer Augen hellen Schein durch Böses nicht verunkelt sein“. Wir wollen uns Mühe geben.
Die Legende von den hl. drei Königen nach dem Buch der Schatzhöhle
06. Januar 2026
Von der Huldigung der „Weisen aus dem Morgenland“ für den neugeborenen König der Juden berichtet alleine das Matthäus-Evangelium (in 2; 1 – 12). Dabei überliefert Matthäus weder die Zahl noch die Namen dieser bei ihm als „magoi“ bezeichneten Reisenden „aus dem Osten“. Sie wurden erst Jahrhunderte später in frommen Erzählungen als die „heiligen Drei Könige“ benannt, und die heute geläufigen Namen Caspar, Melchior und Balthasar wurden ihnen noch einmal Jahrhunderte später zugeschrieben.
Weit mehr als der Evangelist haben die Verfasser apokrypher Schriften aus frühchristlicher Zeit über die Gabenbringer zu berichten. Wir haben uns das „Buch der Schatzhöhle“ aus dem 6. oder 7. Jh. näher angeschaut.