Summorum Pontificum

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Alles hängt an den Sakramenten

06. Mai 2026

4 - Gemeinden und Gemeinschaften

Die  Aufnahme aus der Basilika St. Ottilien zeigt die zu Beginn der Zeremonie uim Halbkreis vor dem Hauptaltar und dem Bischofssitz knienden Subdiakone. „Jesus im Kreis seiner Apostel im Abendmahlssaal“
Diakonenweihe in St. Ottilien

Sie in der Kirche gültig und in der rech­ten Ordnung zu erhalten und gleichzeitig den Gläubigen die zu ihrem Empfang erforder­liche Disposition zu vermitteln – das ist neben allen Fragen des würdigen Ritus das Hauptan­liegen der Tradition. Beides ist derzeit extrem gefährdet. Des­halb ist es immer wieder erfreulich zu hören, wenn trotz aller Hindernis­se öffentlich gespendet werden können: Am vergangenen Samstag (2. Mai) waren das insgesamt 21 Diakonenweihen für die Petrusbruder­schaft und eine Firmung für 50 Gläubige in Warschau.


Heiliger Papst Pius V. — bitte für uns“

05. Mai 2026

6 - Kirchenkrise

Das Gemälda von Bartolomeo Passarott zeigt den auf seinem Thronsessel mit dem Familienwappen sitzenden hochbetagten Papst Pius V. mit segnend erhobener Hand.
Papst Pius V.

Heute ist nach dem überlieferten Kalen­der der Fest­tag des hl. Papstes Pius V., dem die traditions- und lehrtreuen Ka­tho­liken in besonderem Maße ein eh­ren­des Gedächtnis bewahren: Ist es doch zu großen Tei­len seiner Anstrengung zu verdanken, dass der Auftrag des Konzils von Trient zur Wiederherstellung und Sicherung der liturgischen Bücher in ei­ner Weise durchgeführt wurde, die sich über viele Jahrhunderte hinweg als trag­fähig erwie­sen hat und auch heute noch erweist.

Wir werfen einen Blick den Beitrag Pius V. zur Bewahrung der Liturgie und bei der Rettung Europas vor dem in einer kritischen Phase ste­hen­den Ansturm der mohammedanischen Osmanen.


TA-Redemptoristen wenden sich von Rom ab:
„Es gibt dort keinen Papst mehr“

04. Mai 2026

6 - Kirchenkrise

Die Luftaufnahme zeigt die nahe anderen Inseln, aber ohne jede Landverbindung vor der schottischen Nordseeküste gelegne „Papa Stronsay“
Einsam auf der Insel

Rechtzeitig vor dem ersten Jahrestag der Wahl von Papst Leo haben die „Trans­al­pinen Re­demp­toristen“ von Papa Stron­say einen Spreng­satz gezündet, dessen Rauch­wolken die Feierfreude auch bei denen, die noch dazu aufgelegt sind, erheblich verdunkeln dürften. In einer offiziellen Mitteilung ihrer Ge­meinschaft vom 2. Mai erklären Sie den römischen Stuhl für vakant. In ihrem „Scheidebrief“ bringen sie eine umfangreiche Auf­zählung diver­ser päpstlicher Akte und Erklärungen seit Mitte des vergangenen Jahr­hun­derts, die nicht nur nach ihrer Ansicht eine Abkehr von der Lehre des Evangeliums be­deu­ten, um dann ihre Absage ausführlich zu begrün­den. Wir bringen Ausszüge aus dem Dokument und befassen uns mit ihren Argumenten.


Lagebericht zur Auseinandersetzung über die Zukunft der überlieferten Liturgie

02. Mai 2026

6 - Kirchenkrise

Das Gemälde von Francois Dub zeigt in grausamen Einzelszenen das Gemetzel, das König Heinrich IV von Frankreich 1572 am Bartolomäustag 1572 an den Protestanten Frankreichs durchführen ließ.
Das Massaker der Bartolomäusnacht

Der Vorschlag von Abt Kemlin von Soles­mes zur „Zusammenführung“ der über­lieferten und der reformierten Form des römischen Ritus in einem einheitlichen Missale ist zu Recht fast überall auf Unverständnis und Ablehnung gestoßen. Nun ist Kemlins Amts­bru­der Jeremias Schröder mit einigen Gedanken hervorgetreten, die mehr Beachtung verdienen – und hoffentlich auch erhalten. Im übrigen gehen die verbalen Schlagabtäusche weiter. Den Preis der Woche für die überbordendste Ergebenheitsadresse an den Papst bekommt Ed Con­don von The Pillar. Und die Piusbruderschaft fährt unterdessen damit fort, in den Online-Medien ihre Position ruhig und rational zu erklären. Hoffentlich hilft es.


Frau Sarah Mullay besucht Rom und den Vatikan, roter Teppich und Pope inclusive

30. April 2026

6 - Kirchenkrise

In der Kapelle des Petrusgrabes in den Grotten steht FRau Mullay als Bischof vekleidet und segente feierlich die Anwesenden, neben ihr ein Bischof vom Okumene-Dikasterium, der sich bekreuzigt.
Mosaik aus San Vitale

Der Besuch von „the Most Reverend“ Sarah Mullally, angeblicher Erzbischöfin von Can­ter­bury, in Rom und ihr „auf Augenhöhe“ inszeniertes Zusammen­tref­fen mit Papst Leo haben bei Kommentatoren, die an der katho­lischen Tradition festhalten wollen, heftige Reaktio­nen ausgelöst. Wir können uns ihren Ausführungen nur an­schließen - und das un­abhängig davon, wo diese Kom­men­tatoren in der Frage der Liturgie stehen: Während die refor­mierte Liturgie trotz ihrer schweren dog­matischen und pa­storalen Männgel immerhin gültig zelebriert und gnaden­vermittelnd mitgefeiert werden kann, ist es völlig unmög­lich, in dem Besuch von den britischen Inseln etwas ande­res zu sehen als die Anführerin einer schismatischen Gruppe und Ursu­patorin des altehrwürdigen Sitzes von Canterbury.


Aus dem Martyrologium zum Tage

28. April 2026

3 - Tradition

Das im byzantinischen Stil ausgeführte Mosaic zeigt Kaiserin Theodora mit Angehörigen ihres Hofstaats.
Mosaik aus San Vitale

Der heutige Tag, nach traditionellem Sprachgebrauch quarto kalendas maji, ist wieder einer der Tage, an denen das Mar­tyrologium die Fülle der Märtyrer kaum fassen kann, derer die Kirche zu diesem Datum gedenkt. Dabei steht an der Spitze der Heili­gen­liste mit dem hl. Paul vom Kreuz ein relativ mo­derner Heiliger (1694 – 1775), der auch nicht durch das Martyrium, sondern wegen seiner bemerkenswerten Verbindung von streng­ster Kontemplation und aktiver Seelsorge in Predigt und „Volksmision“ zur Ehre der Altäre erhoben wurde.

Die eigentliche Märtyrer-Liste des Tages wird von Vitalis von Ravenna angeführt, dessen Gedächtnis die mit prachtvollen Mosaiken der byzan­tinischen Periode ausgeschmückte Kirche San Vitale in Ravenna gewid­met ist.


Was von der 18. Woche übrig blieb – Rom droht mit Exkommunikationen

27. April 2026

3 - Tradition

Die KI-generierte Abbildung zeigt den Gesamtkomplex des geplanten Klosters mit zentraler Kirche, Zellentrakten, Gärten und unübersehbar im Vordergrund den Friedhof.
Die geplante Klosteranlage der Karmeliterinnen

Noch sind die Nachrichten unbestätigt, aber was da aus Rom zum Wochenende über die Zukunft der Piusbruderschaft zu hören war, klingt überaus alar­mie­rend: Danach bereitet die Glaubens­kon­gre­gation unter Präfekt Fer­nandez für den 1. Juli ein Edikt vor, das für den Vollzug der angekündigten Bischofs­weihen die Exkommunikation aller Bischöfe der Bruder­schaftvorsieht. Nach anderen Meldungen sollen sogar sämtliche Mitglieder der FSSPX und die bei ihr die Sakramente empfangenden Gläubigen betroffen sein.


Pontifikalamt mit Bischof Eleganti —
Jahreshauptversammlung von Pro Missa Tridentina

25. April 2026

3 - Tradition

Außenansicht der St. Martins-Kirche in Lauingen
St Joseph, Schutzherr der Kirche

Am kommenden Samstag, dem 2. 5., findet in Lau­ingen an der Donau die Jahreshaupt­ver­samm­lung der Laienvereinigung für den klas­sischen römi­schen Ritus in der Katholischen Kirche e.V. statt. Auf­takt und gleichzeitig Hö­he­punkt des Tages ist ein Pontifi­kal­amt, das Weihbischof Emeritus Dr. Marian Eleganti OSB in der Kirche St. Martin in Lauingen zelebrieren wird. Die Liturgie beginnt um 9:00 Uhr mit den Vorbereitungsgebeten und dem zeremoniellen Anlegen der Paramente; das eigentliche Pontifikalamt beginnt dann um 9:30. Anschließend sind zum Mittagessen Plätze in einem Gasthof reserviert. Die eigentliche Mitgliederversammlung ist dann am Nach­mittag.


Das verlorene Fest des hl. Joseph

24. April 2026

3 - Tradition

Das Gebetsbildchen vom ende des 19. Jahrhunderts zeigt in der oberen Bildhälfte Joseph in der himmlischen Gegenwart Gottes und in der unteren vor der Kulisse des Petersdomes Kleriker und Laien aus allen Völkern, die ihn um ihre Hilfe anflehen.
St Joseph, Schutzherr der Kirche

Am Dienstag dieser Woche (22. April) wäre nach dem alten Kalender von vor 1955 das Fest des hl. Joseph, Schutzherren der Kirche gewesen, es wurde im Zuge der ersten großen Liturgiereform 1955 abgeschafft, um Platz für das neu eingerichtete Fest des „Hl. Joseph der Arbeiter“ am 1. Mai zu schaffen. Auf One­Peter­Five hat Matthew Plese Motive und Aus­wirkungen dieser bereits 10 Jahre vor dem Konzil durchgeführten „Verheutigung“ einge­hend untersucht – wir übersetzen daraus die wesentlichen Passagen. Wer bisher der Ansicht war, Kalender und Heiligenfeste böten weiten Raum für Kompromisse zwischen authentischem und modernisiertem Ritus der lateinischen Kirche, findet hier ernstzunehmende Argumente, seine Position zu überprüfen.


Die Kutte macht noch nicht den Mönch

22. April 2026

1 - Liturgie

Grabstätte von Franziskus in Maria Maggiore

Vor einem Jahr erreichte uns die Nachricht vom Tode von Papst Franziskus, den einige für den großen Papst des Beginns der umfassen­den Neu­ge­staltung der Kirche in der Gege­nwart halten, während andere in ihm den schlechtesten und verhängnisvollsten Papst des vergangenen Jahrtausends erblicken. Wir haben uns vor einem Jahr mit Nachrufen sehr zurückgehalten, und wir wollen diese Zurück­haltung auch in diesem Jahr beibe­halten, wenn mit den Jahrestagen von Tod des Fran­ziskus über seine Beisetzung, den Beginn des Konklaves und schließlich der Wahl des Nachfolgers eine Fülle von Kom­mentaren zur Bewertung des ersten Jahres von Papst Leo erscheinen wird.n - wenn es nicht durch zeitgeistige Eingriffe in den Text verdunkelt wird.

Daher nur eine kurzer Versuch zur Einschätzung des Standes der Dinge.


Zum Sonntag des guten Hirten

20. April 2026

1 - Liturgie

Der gute Hirte im Einsatz

Die Messe vom gestrigen Sonntag bietet ein gutes Beispiel dafür, wie die überlieferten Texte der Messe, insbesondere der Sonntage, in einem in­neren Zusammenhang stehen, der durch die vorgeschlagene Übernahme von Festkalender und Leseordnung aus dem R­form­ritus in vielen Fällen zerstört würde. In der gewach­senen und überlieferten Liturgie steht der zweite Sonntag nach Ostern ganz im Zeichen des Themas vom Guten Hirten, das im Evangelium nach Johannes (10, 11 – 16) vorgetragen wird. Dieses Thema, dieses Bild vom Guten Hirten, der die Verlorenen Schafe nicht aufgibt, gebraucht der Herr in der von Johannes wiedergegebenen Stelle zur Selbstbe­schrei­bung: „Ich bin der gute Hirte“. Und so wird es auch heute noch verstanden - wenn es nicht durch zeitgeistige Eingriffe in den Text verdunkelt wird.


Kirchenpolitische und theologische Ansichten des Victor Manuel Fernandez

17. April 2026

6 - Kirchenkrise

Die Aufnahme zeigt den Präfekten im gruen Roolkragen-Pulli mit einer großen Rosenkranzkette um den Hals vor dem Hintergrund eine südamerikanisch anmutenden Holzskulptur des „Guten Hirten“.
„Tucho“ in freier Wildbahn

Die italienische Zeitung Il Giornale hat am 13. April ein Interview mit mit dem Präfekten des Glaubensdikasteriums Fernandez veröffentlicht, das wesent­liche Einblicke in die (Un-)Glaubenswelt eines Spitzenmannes der von Franziskus begründeten synodalen Kirche vermittelt. Die von der Zeitung selbst angebotene deutsche Übersetzung ist leider – wie viele maschinelle Übersetzungen aus dem Italienischen – ziemlich fehlerhaft. Wir haben daher aus dem Text einige Passagen ausgewählt und nachbearbeitet, die uns besonders aufschlußreich für die gegenwärtige Situation zu sein scheinen.


Wie ein Kriminalroman …

16. April 2026

6 - Kirchenkrise

Diane Montagna

...oder zumindest wie das Protokoll einer Kri­minal­er­mittlung liest sich das, was Diane Mon­tagna anläß­lich des für Anfang Juni einberufenen zweiten Kardinalskonsistoriums über die Vorgeschichte des ersten solchen Konsistoriums im Januar (Hier unser Bericht vom Januar) diesen Jahres im den ver­gan­ge­nen Monaten ermit­telt hat und nun auf ihrem Substack präsentiert.

Für den Januar sind deutliche Indizien zu erkennen, die auf Manipula­tion hinweisen – wie es im kommenden Juni ausgehen wird, bleibt abzuwarten.


Barockkirche im Angebot:
Mit 100 000 € sind Sie dabei

15. April 2026

3 - Tradition

Der Blick in den Chorraum zeigt einen prädchtigen reich mit Skulturen geschmückten Hochalar und zwei Seitenaltäre - allerdings ohne Mensa. Einen unauffälligen „Volksaltar“ gibt es auch.
Viel Barock in günstiger Lage preiswert zu haben

Erfurt hat etwa 10 historische Kirchen, deren Ursprünge sämtlich auf das 11. Jahr­hun­dert und teilweise noch früher zurückgehen – jede auf ihre Weise Zeug­nis einer reichen kirch­lichen Vergangen­heit; auch noch nach der Ein­füh­rung der Reformation 1525. Die Kirchenge­bäude haben den Krieg und die forcierte Säku­larisierungspolitik der DDR halbwegs unbeschadet überstanden - die Bereitschaft der Menschen zum Kirchen­be­such nicht.

Die katholische Stadtgemeinde „St. Laurentius“; geht daher daran, sich von vier ihrer sieben Kirchen in der Innenstadt zu trennen. Eine davon ist wie geschaffen für die Zelebration von Gottesdiensten im überliefer­ten Ritus.


Wieder einmal: Was kommt da auf uns zu?

13. April 2026

3 - Tradition

Gruppenfoto der Bischöfe in Lourdes
Die französischen Bischöfe in Lourdes

Seit Wochen zerbrechen sich liturgische Traditionalisten und ihre Widersacher den Kopf über einen Satz aus einem Schrei­ben des Vatikan an die französi­schen Bischöfe, der eine weitgehende Öffnung für die Gemeinden und Priester der überlieferten Liturgie zu versprechen scheint — oder das genaue Gegenteil.

Wir haben uns das genauer angeschaut und harren mit wenig Otimismus und vielen Befürchtungen der Dinge, die da kommen sollen.


Ostersonntag: Frohe Ostern!

05. April 2026

3 - Tradition

TZypische Auferstehungsdarstellung: Christus schwebt über dem leeren Grab, die Wächter liegen betäubt am Boden, im Mittelgrund nahen sich die drei Frauen mit den Salbölen
Raffael: Die Auferstehung Christi

Allen Lesern und Besuchern wünschen wir ein frohes und gnadenreiches Osterfest: Christus ist erstanden, er ist wahrhaft auferstanden.

Nach ein paar Tagen österlicher Pause werden wir uns Ende der Osterwoche wuieder melden.


Karsamstag:
„Hinabgestiegen in das Reich des Todes“
von Sr. Mary Ada OSJ

04. April 2026

3 - Tradition

Das solide konservative Webportal „The Catholic Thing“ hat die nach­ahmenswerte Angewohnheit, mehrmals im Monat ein Gedicht aus dem Schatz der poetischen Reichtümer von Kirche und Welt zu veröf­fentli­fchen – ohne zeitliche, geographische oder allzu enge konfessionelle Grenzen. Wir lasen dort auch schon Gedichte aus Rilkes Marienleben. Im vergangenen August fanden wir dort dieses Gedicht mit dem Titel „Limbo“, das wir uns sogleich für den Karsamstag dieser Woche zur Seite legten.


Am Karfreitag: „O Haupt voll Blut und Wunden“
von Paul Gerhardt

03. April 2026

3 - Tradition

Der Ausschnitt aus dem Gemälde Guido Renis konzentriert sich auf den Kopf des mit Dornen gekrönten Christus, dessen Blick auf den Vater gerichtet ist und die Gewissheit von Erhörung und Erlösung widerspiegelt
Christus mit der Dornenkrone von Guido Reni, 1640

Joseph Ratzinger zum Geheimnis des Gründonnerstags:
Vom Abendmahl zum Messopfer

02. April 2026

3 - Tradition

Die Gebetskarte zeigt im strengen Beuroner Stil den vor dem Altar stehenden Priester, der in Einheit mit dem Gekreuzigten Den Kelch zum Opfer erhebt.
Die Einheit von Messopfer und Kreuzesopfer

Seit den frühesten Zeiten der Kirche war der organische Zusammenhang zwischen dem Letzten Abendmahl im Kreis der Apostel und dessen liturgischer Aus- und Überformung in der Liturgie des Messopfers nie ernsthaft in Frage gestellt worden. Erst spät brachten die Reformatoren in ihrem Bestreben, den meta­physischen Gehalt der Lehre zu verdünnen, die These auf, das Wesen der Gottesdienstes sei die Erinnerung an eben jenes Abendmahl und der Gedanke des „Meßopfers“ bedeute eine spätere unzulässige Erweiterung.

Der Modernismus hat diesem Gedanken auch in der Kirche breiten Raum gegeben, und in der nachkonziliaren Liturgiereform haben sie das rechte Verständnis der Eucharistie zunehmend verdunkelt. In einem Artikel von 1977 hat Joseph Ratzinger dieses falsche Verständnis auf überzeugende Weise zurückgewiesen.


„Wie Christus am Ölberg getrauert hat“

01. April 2026

3 - Tradition

Im Vordergrund der betende Christus auf dem Ölberg, im Mittelgrund die schlafenden Jünger und weiter im Hintergrund die aus der Stadt heranziehenden Soldaten des Hohen Priesters. Über Jesus öffnet sich der Himmel, ein im Vordergrund dargestellter Engel reicht ihm eine Stärkung - und das Kreuz; weitere tragen aus der Höhe die „Arma christi“ herbei: Dornenkrone, Lanze und Geißelsäule.
Die Nacht am Ölberg

In unserer Ausgabe des großen Lebens Christi des Martin von Cochem, die 1763 (d.h. ziem­lich genau 50 Jahre nach dem Tod des Autors) gedruckt wurde, nimmt die Zeit vom Ende des Abendmahls bis zur Grablegung Christi 450 Druckseiten ein, die soviel Text enthalten wie zwei moderne Taschenbücher. Die Fülle des hier ausgebreiteten Materials verdankt sich drei Quellen: Zum einen den Evangelien selbst, die in barocker Breite ausgeschmückt „verarbeitet“ werden. Zum zweiten Visionen von hochmittelalterlichen Mystikerinnen wie Mechthilde von Magde­burg oder Brigitta von Schweden, die in der beginnenden Neuzeit viel gedruckt und gelesen wurden. Zum Dritten schließlich allgemeinen Elementen der Theologie des Spätmittelalaters, die durch die rege Tätig­keit von Predigern (wie Martin selbst einer war) sowie im unendlichen Bilderschatz der religiösen Kunst immer wieder für die Volksfrömmig­keit nutzbar gemacht wurden wurden. Diese dritte Quelle kommt vor allem für die zahlreichen immer wieder in den Text einge­schobenen „ascetischen Betrachtungen“ in Frage.


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